Für eine Gesellschaft ohne Knäste

Communiqué vom 22.02.2007

Der 18. März wurde 1923 von der Roten Hilfe zum „Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen“ ausgerufenen. An diesem Tag jähren sich die Barrikadenkämpfe des Proletariats während der Märzrevolution 1848 in Berlin, die vom verhassten preußischen Militär niedergeschlagen wurden. Zwei Jahrzehnte später, am 18. März 1871, begann die erste soziale Revolution in Paris. Es waren die von den deutschen besiegten französischen Truppen, welche auch noch die letzten RevolutionärInnen der Pariser Commune auf dem Père-Lachaise erschossen. Doch der 18. März ist auch der Jahrestag der Zerschlagung des revolutionären Aufstandes von Kronstadt 1921 durch die Rote Armee unter Trotzki, mit der die Hoffnung eines freiheitlichen Kommunismus in der Sowjetunion begraben wurde. Gerade in einer nichtrevolutionären Zeit wie heute ist es wichtig, an die Kämpfe unserer GenossInnen zu erinnern, denn sie belegen, dass es immer Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung gab.

Wir setzen uns heute für die Freiheit der immer noch im Knast sitzenden Gefangenen der RAF ein. Brigitte Mohnhaupt wurde nach 24 Jahren endlich entlassen. Eva Haule und Christian Klar haben zumindest Chancen auf eine baldige Entlassung. Aber Birgit Hogefeld soll noch Jahre im Knast bleiben, um das Rachebedürfnis der SiegerInnen zu befriedigen. Dieser Zustand ist angesichts der — wenn überhaupt verhängten — lächerlichen Strafen für die Millionen Nazis nach dem Ende des Nazifaschismus unerträglich. In Frankreich sind noch Gefangene der Action Directe und in Italien der Brigate Rosse inhaftiert. Auch wenn unser Weg zur Revolution ein anderer ist, bleiben die Gefangenen doch unsere GenossInnen. Als heutige Linke haben wir eine politische Verantwortung für die KämpferInnen von einst, aus der wir uns nicht lossagen können und wollen.

Solange es Kapitalismus gibt, werden Menschen aufstehen und dagegen kämpfen, und so sind auch aktuell viele GenossInnen von Repression bedroht. Der Knast stellt dabei nach wie vor das wichtigste Unterdrückungsinstrument des bürgerlichen Staates gegen seine politische FeindInnen dar. In der heutigen Phase der Schwäche der militanten Bewegung bleibt uns nur die Waffe der Solidarität, um unsere GenossInnen zu unterstützen. Wir senden mit diesem Communiqué solidarische Grüße an José in Rheinbach, Gabriel und Begona in Aachen, Thomas in Bruchsal, Marco in Magdeburg und Matti in Berlin, denn ihr Kampf ist auch unser Kampf.

Lotta continua!

Autonome Antifa Freiburg