Keine Toleranz der Intoleranz

Communiqué vom 08.03.2009

Am 8. März 2009 marschierten etwa 100 Nazis durch die Berner Altstadt. Der Anlass für den unbewilligten Aufmarsch war die Verurteilung fast des gesamten PNOS-Vorstands wegen Rassendiskriminierung. Zuletzt hatten die Nazibands „Indiziert“ und „Amok“ am 2. August 2008 in Bern ein klandestin organisiertes Konzert im Bümplizer Begegnungszentrum Bienzgut durchgeführt. Die „Indiziert“-Mitglieder waren erneut massgeblich an der Organisation und Durchführung der Naziaktivitäten beteiligt.

Ursprünglich wollten die Nazis durch Burgdorf marschieren, wo mehrere hohe PNOS-Kader leben. Die Stadt hatte den Aufmarsch bewilligt, vor der Öffentlichkeit geheim gehalten und der PNOS verboten, auf ihrer Homepage Werbung zu machen. Nachdem der Termin über Naziforen bekannt wurde, mobilisierten antifaschistische Kräfte nach Burgdorf und machten so eine breite Öffentlichkeit auf Burgdorfs Naziproblem aufmerksam. Daraufhin verbot die Stadt den Umzug der PNOS, bewilligte jedoch eine Platzkundgebung.

Der trotz des städtischen Verbots von der PNOS in der Presse angekündigte Umzug konnte von der Antifa verhindert werden. Burgdorfs Bürger manifestierten ihr Verständnis von Demokratie durch ihre peinliche Abwesenheit, während rund 200 Antifas unbewilligt gegen Rassismus demonstrierten.

Nachdem die Pläne der PNOS in Burgdorf vereitelt wurden, mobilisierten die Nazis nach Bern. Die Polizei zeigte sich unfähig oder unwillens den Naziaufmarsch zu verhindern. Erst eine Demonstration von über 250 Antifas konnte mit der Drohung unmittelbarer Gewalt den Aufmarsch beenden, die Nazis mussten sich aus Bern zurückziehen.

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass der Staat Naziaufmärsche durch Verbote nicht verhindern kann oder will. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Antifa Naziaufmärsche effektiv verhindern will und kann. Faschistische Aufmärsche dürfen nicht zur Normalität werden. Wehret den Anfängen!

Antifa Bern, Autonome Antifa Freiburg, Antifa Oberland, Bündnis alle gegen Rechts, Repro