Soziale Kämpfe brauchen freie Medien

Communiqué vom 15.11.2007

Radio Dreyeckland, das älteste freie Radio in Deutschland, wird durch die finanziellen Forderungen der Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart existenziell bedroht. Eine Spendenkampagne soll den Sender kurzfristig retten, doch sie wird das eigentliche Problem nicht lösen: Die Abhängigkeit von staatlichen Zuschüssen macht jedes politische Projekt angreifbar. Zunächst muss die ökonomische Grundlage für die Fortsetzung des Radiobetriebs solidarisch gesichert werden, doch auf Dauer führt kein Weg an einer politischen Lösung vorbei.

Die lokale Bedeutung von Radio Dreyeckland liegt in seiner Geschichte als Sprachrohr der Anti-AKW-Bewegung der 70er und der Häuserkampf-Bewegung der 80er Jahre begründet. Seit den 90er Jahren begleiten alternative Printmedien wie die Stattzeitung für Südbaden, der Koraktor der KTS und die Straßenzeitung Der Frei(e)bürger die sozialen Bewegungen in Freiburg. In den letzten Jahren kamen unkommerzielle Internetprojekte wie das unabhängige Nachrichtenportal Indymedia und die Freiburger Antifaseiten hinzu. Sie alle sind immer auch Teil der Bewegung, über die sie berichten.

Die basisdemokratische Organisationstruktur freier Medien ermöglicht politisch unabhängige Berichterstattung von unten und damit eine kritischen Gegenöffentlichkeit zur herrschenden Propaganda. Der Staat reagiert auf die zunehmende Verbreitung freier Medien mit einer Strategie des Zurückdrängens, die von schlechten Sendefrequenzen bis zu direkter Repression reicht. Der Angriff auf Radio Dreyeckland ist ein Angriff auf alle selbstverwalteten Medienprojekte, gegen den wir uns nur gemeinsam wehren können. Hört, macht, unterstützt freies Radio!

Autonome Antifa Freiburg


Anlässlich der Demonstration für Radio Dreyeckland am 14. Dezember wurde das Communiqué als Jingle produziert. Auf Indymedia erschien ein Feature zum Kampf des freien Radios.