Internetportal Fudder als Plattform für Selbstinszenierung

„Extremismus-Opfer“ tritt nach — „Fudder“ als Plattform für peinliche Selbstinszenierung

Nomen est Omen — Reinhard heißt Sauer und das ist er offensichtlich immer noch. Schließlich mußte er vor nunmehr über drei Jahren klein beigeben, als die Antifa Freiburg den Verkauf der Nazimarke „Thor Steinar“ in seinem Laden „break out“ öffentlich skandalisierte. Dies scheint ihn derart nachhaltig in Rage versetzt zu haben, dass er immer noch die Lust am Nachtreten verspürt. Dass er eine Namensänderung in Reinhard Erfinder oder Reinhard Vergesslich anstrebt, ist nur ein Gerücht — dass das Internetportal „Fudder“ sich für eine an Peinlichkeit und Dreistigkeit kaum zu überbietende Retourkutsche hergibt, ist leider bittere Realität.

Die Angelegenheit könnte durch die Verbannung der „Thor Steinar“-Artikel längst beendet sein, doch das jüngst auf „Fudder“ erschienene Interview mit dem „break out“-Besitzer, in dem dieser haarsträubende Räuberpistolen zum Besten gibt, macht eine nochmalige Klarstellung erforderlich. Um aus dem damaligen Flugblatt zu zitieren:

Als wir erfuhren, dass im „break out“ Nazibekleidung verkauft wird, sahen wir uns veranlasst zu handeln. Obwohl wir den Besitzer über die Hintergründe zu „Thor Steinar“ informierten, hat er bis heute „Thor Steinar“-Produkte nicht aus seinem Sortiment genommen. Deshalb halten wir es für nötig, mit diesem Flugblatt an die Öffentlichkeit zu gehen und auf diesen Missstand aufmerksam zu machen!

An den Haaren herbeigezogen ist also die heute auf „Fudder“ zu lesende Behauptung, die Antifa Freiburg habe das Gespräch verweigert und auf einen unwissenden Ladenbesitzer eingedroschen - das Gegenteil ist richtig. Im Übrigen kann Herr Sauer über den Hintergrund aller anderen Marken, die er vertreibt, ja auch ausführlich referieren, daher wäre ihm auch ohne die Informierung durch die Antifa Freiburg kaum abzunehmen gewesen, dass er über „Thor Steinar“ (eine Marke, die übrigens nicht irgendwie „in die rechte Szene tendiert“, sondern ein genuines Naziprodukt ist) nichts gewusst haben will.

Von ähnlicher Überzeugungskraft ist die Erzählung, die Antifa habe, „zum Teil vermummt, um seinen Laden herum Präsenz“ gezeigt. Darüber, was außer Sportbekleidung im „break out“ noch alles zum Verkauf steht, können wir angesichts solcher Wahrnehmungsbeeinträchtigungen nur spekulieren.

Abenteuerlich wird es aber spätestens dann, wenn Herr Sauer „einen von denen dingfest gemacht“ haben will, um ihm „die Sache zu erklären“ — abgesehen davon, dass es da denkbar wenig zu erklären gibt, drängt sich die Befürchtung auf, dass Herr Sauer wahllos umherstehende Menschen zu Mitgliedern der Antifa Freiburg (die weder Mitgliedsausweise noch Tätowierungen als Erkennungsmerkmale eingeführt hatte) erklärt und „dingfest“ gemacht hat. Verständlich, dass diese Personen dann nicht mit ihm sprechen wollten.

Das zum Erfindungsreichtum eines lokalen Ladenbesitzers. Die eigentliche Frage ist doch aber, wie es sein kann, dass „Fudder“ einen solchen Groschenroman für bare Münze nimmt — verwunderlich ist dies zumal, da im gleichen Artikel Herr Sauer Presseschelte betreiben und zu Protokoll geben darf, dass man mit ihm hätte sprechen sollen, ehe man über ihn schreibe. Oder wie kommen Sätze wie dieser zustande:

Seine Versuche, mit den selbsternannten Antifaschisten zu reden, wurden von diesen abgelehnt?

Woran noch die Frage anzuschließen wäre, ob „Fudder“ auch darüber informieren kann, wo eine Akkreditierung zum Antifaschisten erhältlich ist, schließlich scheint es ja ein Makel zu sein, sich selbst zu einem solchen zu ernennen.

Dass „Fudder“ schließlich auch den unerträglichen „Antifa=Nazis“-Sprech durchgehen lässt, der sich zum Beispiel darin zeigt, dass das alles mal eben als „Extremismus“ in die gleiche Schublade gesteckt wird — nun, damit hat „Fudder“ dem Fass endültig den Boden ausgeschlagen. Vielleicht sollte man von Dingen, von denen man nichts, aber auch wirklich gar nichts versteht, die Finger lassen — eine Serie über „Das schönste Alemannisch“ und eine Bildergalerie vom Rosenmontagsumzug können doch auch Internetseiten füllen.

Antifaschistische Aktion Freiburg
Autonome Antifa Freiburg

Infos zur „Thor Steinar“: www.antifa-freiburg.de/ts