Der Stadtratsnazi Heinrich Schwär, Jahrgang 1928, Kappeler Straße 120, 79117 Freiburg, Telefon: 0761/63041, Fax: 0761/60690 hat an der Naziveranstaltung an 23.06.2008 teilgenommen. In unserem Communiqué vom 26.06.2008 haben wir ausführlich die nationalsozialistische Ideologie beschrieben, die auf der Veranstaltung vom Unternehmensnazi Wolfgang Grunwald, Alte Kirchstraße 10, 79282 Ballrechten-Dottingen referiert wurde. Schwär hat sich nicht aus Versehen auf die Veranstaltung verirrt, er hat bereits an mindestens einer weiteren Naziveranstaltung teilgenommen.

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Heinrich Schwär am 23.06.2008 in Freiburg

Das Thema von Grunwalds Vortrag war die Verbindung von Nationalismus und Antisemitismus, der „Heuschrecken-Kapitalismus“ von „der Ostküste“ der USA: „Nation wird uns verweigert, wir werden als Volk und Nation zerstört und die Frage ist: Warum ist das so und wer sind die Täter? Wir haben den Krieg der Weltanschauungen: Die Heuschrecken gegen die Völker.“ Nicht ohne Grund hat Grunwald dieses Thema für einen Vortrag in Freiburg gewählt. Er nimmt Bezug auf den Diskurs der Bürgerinitiative „Wohnen ist Menschenrecht“, die mit ihrem Heuschreckensymbol gegen die Privatisierung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft an US-amerikanische Investoren protestierte.

Heinrich Schwär war ein erbitterter Gegner des mit der schwarz-grünen Allianz beschlossenen Stadtbauverkaufs, der zum Glück am 12. November 2006 durch einen Bürgerentscheid gekippt werden konnte. Schwärs „christliche Kapitalismuskritik“ erscheint auf den ersten Blick sozial motiviert: „Wenn man in Not ist, kehrt sich unsere soziale Marktwirtschaft in Deutschland in eine knallhart kapitalistische um, und man hat keine Chance. Deshalb bin ich strikt gegen den Verkauf der städtischen Wohnungen – auch aus christlichen Motiven.“ Diese Art von „Kritik“ sieht die vermeintlich „soziale Marktwirtschaft“ in Gefahr durch einen „skrupellosen Raubtierkapitalismus“. Grunwalds nationalsozialistische Ideologie liefert das fehlende Puzzlestück zum Verständnis der tatsächlichen Motivation von Schwärs Äußerungen: Schuld am bösen Kapitalismus ist nach Ansicht der Nazis „der Jude“.

In den Freiburger Stadtrat rückte Heinrich Schwär für den im September 2006 gestorbenen Conrad Schröder nach. Schwär ist Mitglied des Migrationsausschusses, migrationspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und stellvertretendes Mitglied im Sozial-, Sport- und Stadtentwicklungsausschuss. Am 23. Juni nahm er bis 18:30 Uhr an der Sitzung des Migrationsausschusses teil, fuhr danach zur Naziveranstaltung im Osten Freiburgs, wo er kurz nach 19 Uhr mit seinem weißen Suzuki-Geländewagen mit dem Kennzeichen FR-ED 775 ankam. Er verließ die Veranstaltung früher, um an der Fraktionssitzung der CDU um 20 Uhr im Freiburger Rathaus teilzunehmen. Es ist ein Skandal, dass Schwär ausgerechnet Mitglied des Migrationsausschusses des Stadtrats ist. Ohne Frage muss Heinrich Schwär zudem die CDU-Fraktion verlassen, aber für uns ist auch ein fraktionsloser Nationalsozialist im Freiburger Stadtrat untragbar.

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