Sonnabend, 01.08.2020

Das NDR-Magazin Panorama hat kürzlich darüber berichtet, dass der Social-Media-Verantwortliche der Bundeswehr, Oberstleutant Marcel Bohnert, Kontakte zu Rechtsradikalen pflegt und faschistische Inhalte im Netz wohlwollend kommentiert. Bohnerts anschließende öffentliche Distanzierung von „Identitären“ und anderen Nazis wurde unter rechtsradikalen Militärs als Verrat gewertet.
Der rechte Hetzer Rainer Meyer alias „Don Alphonso“ veröffentlichte im Springer-Blatt „Welt“ eine Kolumne zu einem angeblichen „Panoramagate“ und griff neben Panorama die dort zitierte antifaschistische Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl an, die daraufhin wüste Drohungen erhielt.
Bohnert veröffentlichte im Jahr 2013 einen Text im Sammelband „Soldatentum“. Das Buch wurde von den rechtsradikalen Offizieren Martin Böcker, Larsen Kempf und Felix Springer herausgegeben, die zuvor an der Bundeswehruniversität in München für Schlagzeilen sorgten. Felix Springer verließ die Bundeswehr nach einem Disziplinarverfahren wegen seiner Teilnahme an einer „Identitären“-Demonstration. Inzwischen soll Springer allerdings wieder für die Bundeswehr arbeiten: Bei der BWI GmbH, dem „IT-Systemhaus der Bundeswehr“.
Auf Empfehlung der rechten Offiziers-Clique um Martin Böcker hielt Bohnert im Jahr 2014 einen Vortrag beim rechtsradikalen ThinkTank „Studienzentrum Weikersheim“. Ein Jahr zuvor referierte der Bundeswehr-Offizier Björn Schreiber bei der „Weikersheim“-Tagung, an der unter anderem auch Dubravko Mandic teilnahm. Björn Schreiber, der zeitweilig für die Pressearbeit von „Uniter“ verantwortlich war, gab dann im Jahr 2016 gemeinsam mit Bohnert ein Buch über Veteranen heraus. Schreiber verließ „Uniter“ erst, als die kritischen Presseberichte ihm Sorge um seine weitere Karriere bereiteten.