Sonnabend, 19.06.2021

Am 15. Juni durchsuchten französische Bullen mindestens sechs Gebäude in der Gemeinde Gentioux und griffen das autonome Medienportal LaBogue an. Die Ermittlungen drehen sich vordergründig um Sabotageaktionen gegen Mobilfunkantennen. Sechs Menschen wurden zunächst in Gewahrsam genommen und vom Limousin-Hinterland nach Paris gebracht. Weiterer Ermittlungsgegenstand sind die verbrannten ENEDIS-Autos Anfang 2020.
Ende Mai wurde der Anarchist Boris in Nancy wegen Brandstiftungen an 5G-Masten zu zwei Jahren Haft, zwei Jahren Bewährung und einer Geldstrafe von 91.000€ verurteilt. Frankreichweit sind allein während der Pandemie an die 200 Mobilfunkantennen sabotiert worden.
In Bar-le-Duc entpuppte sich die Anklage wegen Sprengstoffbesitz und der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen CIGEO-GegnerInnen in den ersten Junitagen als inhaltsleer. Im für den am 21. September anvisierten Urteilsspruch hat die Staatsanwaltschaft auf bis zu ein Jahr Haft und zwischen zehn und achtzehn Monate Bewährungsstrafen plädiert. Hunderte protestierten gegen Atomkraft und für Solidarität vor dem Gerichtsgebäude. ÜbeltäterInnen aus mehreren aktuellen Fällen ergriffen das Wort. Wie in den Skadalermittlungen um Tarnac, jenen des 8. Dezember und vielen weiteren: Der Staat mißbraucht Anti-Terrorparagraphen zur Lähmung sozialer Bewegungen. Lassen wir uns nicht einschüchtern.
Wir sind Alle §129a!