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15 Jahre Nazimord an Kerstin Winter
Montag, 06.10.2008
Am 22. Januar 1993 wurde in Freiburg die Antifaschistin Kerstin Winter von Nazis mit einer Paketbombe ermordet. Die Bombe war in einen Artikel der Badischen Zeitung vom Vorjahr eingewickelt, in dem Kerstin ein Autonomes Jugendzentrum forderte. Der „Verein zur Förderung der Subkultur“ war unter Kerstins Adresse registriert. Der Nazimord konnte nie aufgeklärt werden. Wir dokumentieren einen Artikel der Antifaschistischen Nachrichten vom Februar 1993. Nichts ist vergessen und niemand!
Schweinepresse:
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12 Jahre Polizeischutz für Club 88
Sonntag, 05.10.2008
Am 27. September 2008 gab es im schleswig-holsteinischen Neumünster bei Kiel eine Demonstration gegen die für diesen Tag von Antifas erwartete Geburtstagsfeier des Nazitreffpunkts Club 88. Die Nazifeier fand jedoch eine Woche später am 4. Oktober statt. Die Bullen machten den Mainstreammedien weiss, dass der Clubgeburtstag nicht stattfinden würde. Ein Aufmarsch von mehr als hundert bundesweit angereisten Nazis mit Lautsprecherwagen in Richtung Innenstadt wurde von den Bullen verhindert, so dass die Nazis eine Kundgebung abhielten. Derweil marodierten Nazis mit Stangen bewaffnet Im gesamten Stadtteil Gadeland. Eine antifaschistische Demonstration vom Autonomen Jugendzentrum mit 800 TeilnehmerInnen wurde nach wenigen hundert Metern von den Bullen aufgelöst. Bei der Nazikneipe
Titanic sammelten sich am Abend noch zahlreiche Nazis mit ihren Autos. Bullen und Stadt lassen den Naziwirt Horst Micheel und den Pächter Wolfgang Tiemann gewähren. Titanic versenken! Club 88 schließen!
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Der Feind ist im Inneren
Sonntag, 05.10.2008
Künftig sollen deutsche Soldaten im Inneren eingesetzt werden. Dazu muss der Artikel 35 des Grundgesetzes
geändert werden. Zukünftig soll es heißen, dass „zur Abwendung außergewöhnlicher Notfälle auch mit militärischen Mitteln“ interveniert werden kann. Auf diesen Einsatz von Streitkräften zur Unterstützung der Polizeikräfte im Inneren hat sich der Koalitionsausschuss am 5. Oktober geeinigt.
Don’t let Schäubles dreams come true!
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Dea oite Schnüdl
Sonntag, 05.10.2008
Der faschistische Liedermacher Frank Rennicke hat im März im bayerischen Lohr bei Insingen im Landkreis Ansbach bei einer Zwangsversteigerung für rund 30.000 Euro einen Bauernhof ersteigert. Seit September 2006 wohnt Rennicke im 14 Kilometer entfernten Altengreuth, wo am 1. September 2007 ein Zeltlager der HDJ stattfand. Am 22. September wurden sieben Antifaschisten wegen Widerstands gegen ein Rennicke-Konzert zu zum Teil hohen Haftstrafen verurteilt. Zuletzt wurde in Durlach bei Karlsruhe ein Konzert der Heulboje im April verhindert.
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Herzliche Einladung
Sonntag, 05.10.2008
Am Freitag, den 10. Oktober, stattet uns Innenminister Wolfgang Schäuble um 20 Uhr im Stadthotel in der Karlstraße 7 in 79104 Freiburg einen Besuch ab. Das Hotel ist telefonisch erreichbar unter +49 761 / 31 93 0, freut sich über Faxe unter +49 761 / 31 93 202 und liebt es, Mails unter info@stadthotel-kolping.de zu bekommen. Im Oktober 2007 wurde ein Vortrag von Wolfgang Schäuble gestört, im
November folgte eine Demonstration gegen die CDU, die in Freiburg niemals willkommen ist.
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Antifademos in Sachsen
Sonnabend, 04.10.2008
Im sächsischen Geithain, zwischen Leipzig und Chemnitz, demonstrierten am 3. Oktober rund 400 Menschen gegen einen Naziaufmarsch und gegen Deutschland. Hintergrund waren eine vom „Freien Netz“, einem regionalen Netzwerk sich als „autonome Nationalisten“ verstehender Nazis, angemeldete Demonstration und der Feiertag des offiziellen Deutschlands. Am Rande der Demo ging ein Naziladen zu Bruch. Bei einer anschließenden Spontandemonstration in Chemnitz, wo es am Morgen einen Überfall auf Antifas mit zwei Verletzten gab, reagierten die Bullen mit Repression. Vor einer Woche fand im Chemnitzer „Bunker“ ein rechtes „Neofolk-Konzert“ organisiert von der einschlägig bekannten Chemnitzer Naziorganisation Equinoxe statt.
Indy berichtete:
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Hausbesetzungen sind machbar
Sonnabend, 04.10.2008
Seit über einer Woche gibt es nun wieder ein besetztes Haus in Potsdam. Mit der Besetzung scheint in Potsdam die Disskusion um bereits geschlossene, noch vorhandene und um mögliche neue alternative Freiräume neu entfacht worden zu sein.
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Nu geit dat wieda los
Sonnabend, 04.10.2008
Im November rollt nach einjähriger Pause wieder ein Castortransport von LaHague in Frankreich nach Gorleben in Niedersachsen. Die Vorbereitungen im Wendland, wie auch bundesweit, laufen auf Hochtouren. Für den 8. November ist in Gorleben eine bundesweiten Großdemo angemeldet.
Atomkraft? Nicht schon wieder!
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Staatsterrorismus eingestellt
Sonnabend, 04.10.2008
Die Bundesanwaltschaft hat zwei Ermittlungsverfahren nach §129a eingestellt, da der Anfangsverdacht der Bildung einer terroristischen Vereinigung nicht erhärtet werden konnte. Bekannt wurden die Verfahren durch die Hausdurchsuchungen am 9. Mai 2007. Wieder einmal hat sicher der „Antiterrorismus-Paragraph“ als reiner Ermittlungsvorwand und Ermächtigungsparagraph gezeigt.
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Rechtsradikale bei Stuttgarter Burschen
Sonnabend, 04.10.2008
In Stuttgart finden im Wintersemester Vorträge rechtsradikaler Referenten statt, vermutlich alle auf dem Haus der Burschenschaft „Ghibellinia Stuttgart“. Am 5. November will Prof. Karl Albrecht Schachtschneider auf einem Burschenschaftlichen Abend der Örtlichen Burschenschaften (ÖBBA) zum Thema „Ein vereintes Europa“ sprechen. Für den 5. Januar ist Michael Paulwitz zum Thema „Medienlandschaft in Deutschland“ eingeladen. Bei diesem Verbandsbruder dürfte es sich um einen Danubia-Mitglied und ehemalige Redaktionsmitglied der REP-Parteizeitung „Der Republikaner“ handeln. Für den 22. Januar ist das Tübinger Corps-Mitglied Dr. Albrecht Jebens zum Thema „Die Idee der Freiheit“ angekündigt.
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Juz St. Ingbert bleibt
Sonnabend, 04.10.2008
Die Kündigung des Nutzungsvertrags zwischen dem saarländischen JuZ St. Ingbert in der Pfarrgasse und der Stadt wurde auf der Sitzung des Stadtrats am 30.09.2008 überraschend ausgesetzt. Penetranz und Rabatz sind gute Mittel und das Haus wird immer noch von uns bewohnt!
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Zensierter Schäfer-Bericht veröffentlicht
Sonnabend, 04.10.2008
Auf wikileaks.org wurden am 11. September die zensierten Teile (PDF) des Schäfer-Berichts (PDF) veröffentlicht. Der Bericht untersucht die Ausspionierung der Presse durch den Bundesnachrichtendienst. Der nun veröffentlichte Teil darf wegen eines Urteils der zweiten Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts nicht veröffentlicht werden. Darin ist zu lesen, dass nicht nur der BND Zeitungen wie Spiegel und Focus infiltriert hat, sondern auch der Focus den Spiegel unterwandert hat. Außerdem hat der BND staatskonforme Beiträge schreiben und in diesen Zeitungen veröffentlichen lassen.
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Freiraumdemo in Erfurt geplant
Sonnabend, 04.10.2008
Für den Erhalt des von Räumung bedrohten besetzten Hauses in Erfurt wird es am 22. November eine Demonstration geben. Unter dem Motto „Hände weg vom Besetzten Haus in Erfurt“ wird um 13 Uhr zum Erfurter Bahnhofsvorplatz mobilisiert. Bereits am 26. September demonstrierten rund 100 GenossInnen für den Erhalt des Projektes in Erfurt.
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Wer terrorisiert hier eigentlich wen?
+++ 19.10.2008 +++ Sonntag +++ 20 Uhr +++ KTS Freiburg +++
Innenansichten einer §129(a)-Ermittlung mit Anne Roth und Andrej Holm am Sonntag, den 19. Oktober 2008, im Café der KTS Freiburg in der Basler Straße 103
Flyer als PDF
Seit Jahren fahren Bundesanwaltschaft und Ermittlungsbehörden ganz große Geschütze auf, wenn es darum geht, linke Bewegungen zu kriminalisieren.
Ob Hausdurchsuchungen vor dem G8-Gipfel, Große Lauschangriffe gegen Antifaschisten in Bad Oldesloe oder die Festnahmen gegen mutmaßliche Mitglieder der „militanten gruppe (mg)“ — viele Verfahren gegen linke AktivistInnen wurden mit dem Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung nach §129(a) begründet.
In der Veranstaltung wollen wir über den Stand der zur Zeit bekannten Verfahren informieren und am Beispiel der Ermittlungen im sogenannten „mg-Verfahren“ die Überwachungsmaßnahmen und die Ermittlungslogik beschreiben. Ausgehend von unserer Soli- und Öffentlichkeitsarbeit mit dem Einstellungsbündnis wollen wir mit euch gemeinsam diskutieren, wie erfolgreiche Strategien gegen Überwachung und Kriminalisierung aussehen können.
Foto: epha
Andrej Holm ist seit Jahren Aktivist in verschiedenen Basisbewegungen, wurde im Juli 2007 wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung festgenommen und war drei Wochen in
Untersuchungshaft.
Anne Roth ist Medienaktivistin und Journalistin und außerdem Partnerin von Andrej, weiß seit den Verhaftungen Ende Juli 2007, dass auch sie von
weitgehender Überwachung betroffen ist und bloggt über die Innenansichten einer Terrorismus-Ermittlung.
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Autonome Antifa Soliparty
+++ 25.10.2008 +++ Samstag +++ 21 Uhr +++ KTS Freiburg +++
Heute Abend wird für die Autonome Antifa Freiburg solidarisch gefeiert, mit Volxküche ab 21 Uhr, Konzerten und Djs bis in die Puppen — und das selbstverständlich im AZ eures Vertrauens.
Ab 22 Uhr werden drei Live-Acts vom Feinsten die LiebhaberInnen von Chanson-française, Funk, Rock, afrikanischer Musik und Jazz die Ohren verzücken und die Hüften Schwingen lassen. Eröffnet wird der Abend vom französischen Chansonnier Paskal. Der Sänger und Gitarrist wird eigene Kompositionen zum Nachtisch der VoKü auftischen. Die siebenköpfige Afro-Disi Band Blokosso ist der zweite Gast und wird mit einer Mischung aus traditioneller westafrikanischer Musik, groovigen Funk, Percussions aus Afrika und Sri-Lanka, innovative World-Musik zum Besten geben. Schließlich wird die Gruppe Cassiopeias Garden aus Freiburg mit Funk und Rock euch und den Boden in der Harry-Hochuli-Halle zum Beben bringen.
In der Rolf-Böhme Lounge sorgen die DJs Lui Hebafa und Beo Bachter von Le Syndicat, sowie Adam Adapter und Antidot von Document #2 für exquisiten Minimal Electro. Wer mehr auf den klassischen auf’s Maul Drum’n’Bass steht, wird nach den Konzerten in den Genuss härterer Klänge von den Stuttgartern Prof. Dr. Royalflash und DJ Outtake von Visiblesounds kommen. Kennzeichnend für die beiden sind untergemischte Neurofunk und Techstep-Elemete.
Ebenfalls an den Plattentellern: Freemerge, Stamm-DJ des antikommerziellen, süddeutschen Partyprojekts outofmainstream. Er selbst beschreibt seinen Sound als brachial und euphorieschürend und wird uns nicht nur mit erstklassigem D’n’B und Breakcore erfreuen, sondern auch mit Live Visuals, die ihres Gleichen nicht finden. Nen Studiomix und die hauptsächlich mit Kugelschreiber und Gimp entstanden Bilder findet ihr unter jakob.saeurebad.de. Reinschauen lohnt sich!
Flyer als PDF
Selbstverständlich gibt es wieder Infos zu den Tätigkeiten der Autonomen Antifa und dem was die linksradikale Szene in der Region gerade sonst so treibt. Also, FreundInnen geschnappt und ab für eine lange Nacht voller Kultur, Politik und Dekadenz für den guten Zweck.
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Welcome Indymedia linksunten
Communiqué vom 05.09.2008
Indymedia linksunten ist als Independent Media Centre (IMC) ins globale Indymedia-Netzwerk aufgenommen worden ( 1 ). Am Aufbau der technischen
Infrastruktur wird bereits gearbeitet, die Website soll bis Ende des Jahres unter linksunten.indymedia.org online gehen. Der Aufnahme ging ein politischer Organisierungsprozess ( 2 ) mit mehreren Treffen in Mannheim und Freiburg voraus. Im Verlauf des New-IMC-Prozesses ( 3 | 4 | 5 | 6 ) wurden ein Mission Statement ( 7 ), Moderationskriterien ( 8 ) und weitere Dokumente ( 9 | 10 | 11 | 12 ) erarbeitet. Der gesamte Organisationsprozess wurde auf de.indymedia.org ( 13 | 14 | 15 | 16 ) dokumentiert und die Presse ( 17 ) berichtete.
Seit 1999 hat Indymedia das Paradigma der Nachrichtenproduktion in technischer und politischer Hinsicht nachhaltig verändert. Durch das Open-Posting-Prinzip und die Möglichkeit Artikel zu ergänzen konnten viele AktivistInnen erstmals das Internet als Produktionsmittel zur Schaffung einer kritischen Gegenöffentlichkeit von unten nutzen. Aus politischer Sicht wurde der Unterschied zwischen MedienproduzentInnen und -konsumentInnen im Internet weitgehend aufgehoben. Durch das neu gewonnene Selbstvertrauen der sozialen Bewegungen wurde Medienaktivismus mittlerweile zur selbstverständlichen Praxis im Netz. Mit der Ausbreitung der Blogosphäre ( 18 ) und der Etablierung des Web 2.0 ( 19 ) ist die Nutzung des Internets zur Verbreitung eigener Inhalte in technischer Hinsicht Normalität geworden.
Indymedia linksunten will eine auf dem Open-Posting-Prinzip basierende Plattform für Nachrichten über politische und soziale Kämpfe bieten. Das Wissen um diese Kämpfe soll die Vernetzung linker AktivistInnen im realen Leben anregen, Indymedia linksunten will kein weiteres virtuelles soziales Netzwerk ( 20 ) sein. Auch bei der Integration der technischen Möglichkeiten der Partizipation sind die Bedürfnisse der Bewegungen linksunten ausschlaggebend. Während beispielsweise das Wiki-Prinzip ( 21 ) kollektive Arbeitsprozesse unterstützt, wird es individueller Berichterstattung nicht gerecht. Anonyme Registrierungen sollen vor Missbrauch von AutorInnennamen schützen und Gruppenaccounts können gemeinsames Arbeiten erleichtern. Technische Infrastruktur kann emanzipatorische Medienarbeit unterstützen und so zu einer politischen Waffe werden.
Gegen die Zensur und Selbstzensur in den Massenmedien sind weiterhin unabhängige Medien erforderlich. Im World Wide Web ist nicht Zensur das größte Problem. Die freie Verfügbarkeit von Informationen erzeugt Rauschen ( 22 ), wichtige Inhalte werden nicht wahrgenommen. Indymedia kann helfen, dieses Rauschen zu unterdrücken. Durch die Bündelung von Berichten sozialer Bewegungen auf einer global vernetzten Plattform werden Synergie-Effekte ( 23 ) erzeugt. Durch den dezentralen Aufbau können die einzelnen IMCs den lokalen Bedürfnissen angepasst werden. In der Region linksunten beispielsweise will die NATO am 3. und 4. April 2009 ihren 60. Geburtstag mit einem Gipfel in Strasbourg und Kehl zelebrieren. Schon über ein halbes Jahr vor dem Gipfeltreffen sind die bürgerlichen Lokalzeitungen voll mit staatstragender und militaristischer Propaganda. Indymedia linksunten wird sich an der Mobilisierung gegen den Gipfel beteiligen und zur Berichterstattung über die Proteste zur Verfügung stehen.
Turbulente Zeiten erfordern mutige Medien!
Autonome Antifa Freiburg
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Jede Revolution beginnt mit einem Auflauf
Communiqué vom 28.08.2008
Baden-Württemberg will als zweites Bundesland nach Bayern noch 2008 ein neues Versammlungsgesetz beschließen. Bisher galt in allen Bundesländern ein einheitliches Versammlungsgesetz, doch durch die Föderalismusreform 2006 wurde das Gesetzgebungsrecht für Versammlungen vom Bund auf die Länder übertragen. Kern des Gesetzentwurfs der baden-württembergischen CDU/FDP-Regierung vom 24.07.2008 ist wie in Bayern ein „Militanzverbot“, das jegliches Auftreten verbieten soll, „sofern dadurch der Eindruck von Gewaltbereitschaft vermittelt werden könnte“. Dies geht aus der Antwort des baden-württembergischen Innenministeriums vom 18.08.2008 auf eine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl vom 28.07.2008 und der Begründung des Gesetzes hervor. Der Gesetzentwurf richtet sich explizit gegen den Schwarzen Block der Autonomen.
Mussten schon nach dem bisherigen Versammlungsgesetz VersammlungsleiterInnen „für Ordnung […] sorgen“, werden sie in Zukunft verpflichtet „geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass aus der Versammlung heraus Gewalttätigkeiten begangen werden. Geeignete Maßnahmen können insbesondere der Aufruf zu Gewaltfreiheit und die Distanzierung von gewaltbereiten Anhängern sein. Vermag die Person, die die Versammlung leitet, sich nicht durchzusetzen, ist sie verpflichtet, die Versammlung für beendet zu erklären.“ Durch diese Divide et impera-Strategie werden VersammlungsleiterInnen in die Rolle von HilfspolizistInnen gezwungen und es wird eine Spaltung entlang der Gewaltfrage forciert.
Für uns ist Meinungsfreiheit nur gegeben, wenn wir unsere Meinung auch gemeinsam öffentlich vertreten können. Schon das bisherige Versammlungsgesetz ist unvereinbar mit unserer politischen Organisationsform. Wir sind der Meinung, dass das Recht auf öffentliche Versammlungen immer ohne staatliche Kontrolle möglich sein muss, weshalb wir den Zwang zur Anmeldung von Versammlungen ablehnen. „Einen Leiter“ und „Ordner“ für jede unserer Versammlungen zu bestimmen ist absurd, denn wir sind basisdemokratisch organisiert und delegieren unsere Verantwortung nicht. Ganz allgemein erkennen wir das Gewaltmonopol des Staates nicht an, denn „Militanz, die sich durch angemessene Zielgerichtetheit, permanente Selbstreflexion, konsequente Abwägung und hohes Verantwortungsbewusstsein der Agierenden auszeichnet, betrachten wir […] als ein legitimes Mittel im Kampf um Befreiung.“
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Zukünftig kann „die zuständige Behörde“ VersammlungsleiterInnen und OrdnerInnen „als ungeeignet ablehnen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie die Friedlichkeit der Versammlung gefährden.“ Die bisherige repressive Politik in Baden-Württemberg rechtfertigt die Annahme, dass die Behörden den Personenkreis potentieller VersammlungsleiterInnen und OrdnerInnen willkürlich einschränken werden. Weiter kann eine Versammlung unter freiem Himmel in Zukunft leichter beschränkt oder verboten werden: „Gleichrangige Rechte Dritter“ sind ausreichend für ein Verbot. So könnte beispielsweise eine antiklerikale Kundgebung gegen einen Papstbesuch als Angriff auf die Religionsfreiheit der KatholikInnen, ein Streik als Einschränkung des Rechts auf Eigentum der KapitalistInnen oder eine antifaschistische Demonstration gegen einen Naziaufmarsch als Beschränkung des Versammlungsrechts ausgelegt werden.
Außerdem müssen Versammlungen, wobei durch das neue Gesetz bereits zwei Personen als Versammlung gelten, bereits drei statt wie bisher zwei Tage zuvor angemeldet werden, was kurzfristige Mobilisierungen erheblich erschweren wird. Die bereits praktizierten Überwachungsmaßnahmen sowie die Datenerfassung und -speicherung durch Polizei und Ordnungsämter werden legalisiert. Als Rechtfertigung für das neue Versammlungsgesetz wird das öffentliche Auftreten von Nazis angeführt, tatsächlich trifft die Einschränkung der Versammlungsfreiheit uns alle.
Come gather ’round people wherever you roam!
Autonome Antifa Freiburg
[1] Zitat aus der Selbsterklärung der Antifaschistischen Initiative Heidelberg aus dem Jahre 2001, mit dem das baden-württembergische Kultusministerium das 2003 erlassene und 2007 aufgehobene Berufsverbot gegen Michael Csaszkóczy begründete.
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don’t hate the media, become the media
Berichte Autonomer Medienkollektive

Das Autonome Medienkollektiv Freiburg veröffentlichte am 7. Juli einen Artikel zum Naziaufmarsch in Sempach 2008 im Kanton Luzern. Es wurden die Hintergründe der Schlacht von Sempach und des nationalistischen Mythos erläutert, der Umzug in den politischen Kontext eingeordnet und alle 241 Nazis portraitiert. Der Artikel löste in der Schweiz ein großes Medienecho aus:
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Am 17. April wurde der Protest gegen den Agrokonzern Syngenta in das Herz der Bestie getragen. Am Tag der Landlosen in Basel verabschiedeten sich 150 AktivistInnen von dem Landlosen Valdir Mota de Oliveira. Er war während eines Protests gegen den illegalen Anbau von genmanipulierten Mais durch Syngenta in Brasilien von einer Sicherheitsfirma erschossen worden.

Das Autonome Medienkollektiv Nahr al-Bared hat einen weiteren Bericht zur Lage im palästinensischen Flüchtlingslagers im Nordlibanon veröffentlicht. Diesmal standen die Hintergründe der Zerstörung von Nahr al-Bared, sowie die Kritik an der Berichterstattung der Mainstreammedien im Mittelpunkt. Ein Videoclip dokumentiert zusätzlich Spuren kollektiver Enteignung.
Berichte Autonomer Medienkollektive:
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2008
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