Dienstag, 03.12.2013

Am 3. Dezember wurden im Revisionsprozess gegen Florian Stech weitere Zeugen vernommen. Den Anfang machte der Offenburger Staatsschutzbulle Eduard Meßmer, der die Ermittlungen im Volksverhetzungsverfahren gegen Stech mit seiner Anwältin Nicole Schneiders Ende 2011 leitete. Meßmer hatte engen Kontakt zu Stech und gab sich überzeugt, dass Stech nie eine fundierte rechte Gesinnung gehabt habe, ja vielmehr ausgestiegen sei. Ob Stech noch NPD-Mitglied ist, konnte Meßmer nicht sagen. Generell herrschten in der rechten Szene Ortenau seit 2011 aus unerklärlichen Gründen Auflösungserscheinungen, so der Politbulle. Anschließend wurden ein Feuerwehrmann, der Stech aus seiner Zeit bei der Jugendfeuerwehr kannte, ein weiterer am Tatort anwesender Zeuge sowie die beiden damals Dreizehnjährigen befragt. Außerdem wurden die eingegangenen Notrufe angehört. Einer der Zeugen hatte nach dem Mordversuch während des Notrufs sein Handy zudem Stech in die Hand gedrückt. Der Kontrast zwischen der Aufregung der beiden Anrufer und Stechs gelassener und kühler Schilderung war unüberhörbar.
Während des gesamten Prozesstages saß einer der Kaiserstühler Nazis im Publikum. Julian Delitzsch, genannt „Eule“, war bereits zur Tatzeit 2011 Mitglied der „Kameradschaft Südsturm Baden“. Er wurde am 05.05.1990 geboren und wohnt in der Riegeler Straße 20 in 79331 Teningen. Julian Delitzsch war maßgeblich in den Versuch der Gründung eines Nazizentrums im alten Schulhaus in Baiersbronn-Zwickgabel bei Freudenstadt gemeinsam mit den kürzlich aufgeflogenen Bombennazis um Sascha Hiller aus Freiburg, Robert Englisch aus Malterdingen sowie Karl Wurster und Oliver Rösch aus Baiersbronn involviert.
Der Emmendinger Politbulle Wolfgang Schnaiter und der Nazi Pascal Setterich sind für den 10. Dezember vorgeladen. Der nächste Verhandlungstag findet am 5. Dezember statt.