Meldungen 2022 Februar

  • Dienstag, 01.02.2022

    Der selbsternannte „Volkslehrer“ und ehemalige Freiburger UStA-Vorstand Nikolai Nerling ist vor der deutschen Justiz nach Brasilien geflohen und jammert nun aus dem selbstgewählten Exil. Nerling hat Stress wegen allerlei Reichsbürger-Lappalien wie nichtgezahlter GEZ-Gebühren und Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, aber auch wegen Volksverhetzung. Dabei kann der Ungeimpfte nicht einmal mehr wie geplant nach Paraguay reisen, denn das Land wehrt sich seit kurzem per Corona-Auflagen gegen seinen Ruf als als „Mekka für Demokratiefeinde und Verschwörungstheoretiker“ bei deutschen „Querdenkern“.

  • Mittwoch, 02.02.2022

    Das Projekt „Laut gegen Nazis“ konnte eine Hörprobe des vermeintlichen Rechtsrock-Songs „Kameraden“ der Fake-Band „Hetzjaeger“ auf YouTube und Spotify so platzieren, dass echten Nazis der Song aufgrund ihrer eigenen Präferenzen für ihre Playlists vorgeschlagen wurde: „So arbeiten die Algorithmen jetzt mit uns gegen rechts, statt weiter rechte Songs zu verbreiten. Wir fordern Soundcloud, Spotify, YouTube, Amazon, Apple, Deezer und alle anderen dazu auf, endlich auch selbst aktiv zu werden und konsequent gegen rechte Musik duchzugreifen.“ Selbst dem dümmsten Nazi dürfte nach dem Release des vollständigen Songs ab der zweiten Strophe gedämmert haben, dass hier irgendwas nicht stimmt.
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  • Donnerstag, 03.02.2022

    Radio Dreyeckland berichtet über den Prozess gegen einen Schlägerbullen am 1. Februar vor dem Amtsgericht Freiburg. Der Bulle hatte am 2. Mai 2020 einer gegen die AfD protestierenden Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen und wurde dafür zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen verurteilt. Im Strafbefehl waren noch 90 Tagessätze gefordert worden, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Im Dezember 2021 war bereits ein Kollege des Bullen wegen eines gewalttätigen Angriffs auf einen Linken am Rand der AfD-Kundgebung verurteilt worden.

  • Freitag, 04.02.2022

    Das Kassationsgericht in Colmar hat am 18. Januar das Urteil gegen den einschlägig vorbestraften schweizerisch-französischen Rechtsradikalen Alain Soral, der mit bürgerlichem Namen Alain Bonnet heißt, wegen „öffentlicher Beleidigung“ zu 150 Tagessätzen à 150 Euro letztinstanzlich bestätigt. Soral hatte auf Twitter ein Foto von sich veröffentlicht, auf dem er vor dem Tribunal de Colmar eine sogenannte „Quenelle“ macht, eine Art „umgekehrten Hitlergruß“. Soral war früher Kommunist, machte dann in der Nazipartei „Front National“ Karriere und gründete zusammen mit Dieudonné M’bala M’bala die antisemitische Partei „Réconciliation nationale“.

  • Samstag, 05.02.2022

    Wie jeden Samstag in den letzten Wochen marschierten auch am 5. Februar „Querdenker“ durch Freiburg. Dieses Mal kamen bei einer 7-Tage Corona-Inzidenz von 1851 bei bestem Wetter mit 3.800 wieder etwas weniger Spinner als in der Vorwoche. Einige ImpfgegnerInnen mussten ihren volksverhetzenden „Impfen macht frei“-Slogan auf Anweisung der Bullen überkleben und die Bullen leiteten ein §86a StGB-Verfahren wegen Zeigen des „Hitlergrußes“ ein. Nazifilmer Nick Kauz drehte wackelige Propagandavideos und wie üblich liefen AfDler mit. Als Gegenprotest gab es unter anderem eine Fahrradblockade in der Habsburgerstraße und eine Gegenkundgebung von mehreren hundert Menschen in der Innenstadt.
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  • Sonntag, 06.02.2022

    Die „Akademische Damenverbindung Merzhausia Freiburg“ will vom 19. bis 21. Mai ihr 40. Stiftungsfest feiern und wir erweitern den Kreis der eingeladenen Gäste. Die schlagende „Sängerschaft Guilelmia-Niedersachsen“ in der Baslerstraße 44 stellt am Donnerstag, den 19. Mai, ab 19 Uhr der „Merzhausia“ ihr Haus für einen Begrüßungsabend zur Verfügung. Am Freitag, den 20. Mai, ab 18 Uhr bis spätestens 23 Uhr ist ein „Festkommers“ im Historischen Kaufhaus am Münsterplatz geplant mit anschließendem Besäufnis auf dem Haus der „Guilelmia-Niedersachsen“. Samstag, den 21. Mai, veranstalten die „lieben Bundesschwestern“ ab 19 Uhr bis 2 Uhr einen Festball im Freiburger Ballhaus in der Leo-Wohleb-Straße 1 neben der Ganter-Brauerei.

  • Montag, 07.02.2022

    Weder Schulleitung noch Lehrer wollen gewusst haben, warum sich 55 „Reichsbürger“ aus ganz Deutschland ausgerechnet in ihrer schönen bayerischen Waldorfschule getroffen haben. Die Bullen umstellten die Rudolf-Steiner-Schule in Coburg am 5. Februar gegen 20 Uhr und kontrollierten die Personalien aller Nazis, die sich im großen Saal der oberfränkischen Schule getroffen hatten. Brutalstmöglich distanzierte sich die Rudolf-Steiner-Schule Coburg anschließend von den „Reichsbürgern“: Das Nazitreffen sei „nicht bei der Schule angemeldet“ worden.

  • Dienstag, 08.02.2022

    Der alljährliche „Tag der Ehre“-Naziaufmarsch in Budapest am 12. Februar wurde verboten. Anders als in den Vorjahren wurde das Verbot auch vom höchsten ungarischen Gericht bestätigt, woraufhin die Nazis den Aufmarsch abgesagt haben. Für zwei Berliner Hammerskins kam die Absage allerdings zu spät. Die „Fahrzeuge der langjährigen Hammerskinmitglieder René Häberle und Oliver Schubert“ wurden bereits in der Nacht auf den 4. Februar zeitgleich in der „Goeckestraße und Freiastraße“ von Antifas „demoliert, sämtliche Reifen zerstochen und die Fenster zerstört“.

  • Mittwoch, 09.02.2022

    Am späten Montag Abend überfuhr der 61-jähriger „Reichsbürger“ und Maskengegner Manfred Jenne aus Efringen-Kirchen in Wintersweiler einen 39-jährigen Bullen bei einer Verkehrskontrolle. Obwohl der Nazi bereits zuvor als alkoholisiert aufgefallen und bei einer Kontrolle geflohen war, hielt sich der Bulle bei einer folgenden Kontrolle direkt vor dem Auto auf. Der „Reichsbürger“ gab Gas, der Bulle landete auf der Motorhaube und wurde schwer verletzt. Anschließend eröffneten seine Kollegen das Feuer auf den Flüchtenden und trafen ihn zwei Mal am Arm, bevor sie ihn nach weiterer Flucht schlussendlich festnehmen konnten. In seinem Auto wurde ein Flyer mit Reichsbürgerpropaganda gefunden und bei der späteren Durchsuchung seiner Wohnung und seines Wohnwagens weitere Nazipropaganda, Datenträger und eine einsatzfähige Armbrust.
    Der „Reichsbürger“ wurde im Jahr 2021 bereits per Strafbefehl wegen Beleidigung im Zusammenhang mit seiner Maskenverweigerung verurteilt. Wegen räuberischen Diebstahls läuft noch ein Verfahren gegen ihn vor einem südbadischen Amtsgericht. Laut Lokalpresse soll sich der „Reichsbürger“ am Abend des Vorfalls mit anderen vor dem Rathaus getroffen haben – wie an vielen Orten versammelt sich auch in Efringen-Kirchen Montag Abend die örtliche Coronaleugner-Szene. Der Tagesspiegel aus Berlin schreibt, dass „der Täter zumindest im vergangenen Jahr der Gruppierung ‚Preußisches Institut‘ an[gehörte]. Sie nennt sich auch ‚Bismarcks Erben‘, eine Untergliederung heißt ‚Vaterländischer Hilfsdienst‘.“
    Im Gegensatz zum Riegeler Fall wird bei einem Bullenopfer natürlich sofort eine SoKo eingesetzt und wegen versuchten Mordes ermittelt. Ein Freispruch ist in diesem Fall auch eher nicht zu erwarten – ebensowenig wie von Semling oder Mauch eine selbstkritische Reflektion ihrer Hufeisenpropaganda.
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  • Donnerstag, 10.02.2022

    Nach 20 Jahren wurde die Website der Antifa Frankfurt in neuem Design und neuer Technik relaunched. Die älteren Inhalte bleiben als Archiv von 2001 bis 2016 erhalten.

  • Freitag, 11.02.2022

    Der SWR hat eine Hintergrundrecherche zu Manfred Jenne aus Efringen-Kirchen veröffentlicht. Der „Reichsbürger“ hatte am 7. Februar in seinem Wohnort Wintersweiler betrunken einen Bullen bei einer Verkehrskontrolle überfahren und schwer verletzt. Die SWR-Recherchen zeichnen Jennes Radikalisierungen nach. Ausgelöst durch Herzrhythmusstörungen Mitte der 1990er Jahre beschäftigte er sich demnach intensiv mit seinen gesundheitliche Problemen, wandte sich von der „Schulmedizin“ ab und wurde Heilpraktiker und QiGong-Lehrer. Zugleich fiel Jenne durch krude „Reichsbürger“-Thesen auf und machte diese auch in Leserbriefen öffentlich. Noch im Januar zeigte er in sozialen Medien offen seine Sympathie für die „Reichsbürger“-Organisation „Ewiger Bund“.

  • Samstag, 12.02.2022

    Die Freiburger Versammlungsbehörde hatte im Vorfeld des samstäglichen „Querdenker“-Aufmarschs am 12. Februar auf Druck des Einzelhandels eine Route zur Auflage gemacht, welche die ImpfgegnerInnen kilometerlang durch nahezu unbewohntes Gebiet geführt hätte. Die Auflage erwies sich als Reinfall, denn die „Querdenker“ konnten vor Gericht sogar den Platz der Alten Synagoge als Startpunkt und Ort für ihre Riesenbühne durchsetzen. Dennoch und trotz des guten Wetters werden die Aufmärsche seit einem Monat kontinuierlich kleiner, denn es kamen mit 3.500 „Querdenkern“ schon wieder etwas weniger Verschwörungsgläubige und Rechtsradikale als in der Vorwoche. Wie jede Woche gab es entlang der Route Gegenproteste und Blockaden.

  • Sonntag, 13.02.2022

    Weit über tausend Antifas haben in Zürich am 12. Februar eine Anti-Massnahmen-Demo von Corona-Schwurblern und Nazis militant verhindert. Die Linken errichteten Barrikaden und durchbrachen Polizeisperren, woraufhin die „Stadtpolizei Zürich Gummischrot und Reizstoff ein[setzte], um die Situation zu beruhigen“. Aber trotz des Einsatzes von Wasserwerfern konnte der maßgeblich von der Nazigruppe „Junge Tat“ organisierte Aufmarsch verhindert werden.
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  • Montag, 14.02.2022

    Lutz Battke, Vollblutnazi mit Vokuhila und Handwerker mit Hitlerbart, hatte am 13. Februar im Uniklinikum Halle-Kröllwitz seinen finalen Kehraus. Nun wird spekuliert, ob Corona den 64-jährigen Battke im künstlichen Koma beseitigt hat oder ob es sich schlicht und einfach nicht mehr lohnte, das braune Gemüse nochmal zu wecken. Battke war bis gestern Stadtrat für die NPD in Laucha sowie Mitglied im Verbandsgemeinderat Unstruttal und im Kreistag des Burgenlandkreises. Vermutlich werden aber nicht einmal die lokalen AfD-Renegaten, denen er sich zuletzt angeschlossen hatte, sein debiles Grinsen vermissen.

  • Dienstag, 15.02.2022

    Parteipräsident Florian Gerber hat in einem Schreiben vom 4. Februar an alle Mitglieder die von der Parteiführung Anfang Januar beschlossene Auflösung der „Partei national orientierter Schweizer“ bekannt gegeben. Die PNOS wurde im Jahr 2000 gegründet und hatte nur wenige und auch nur kommunale Wahlerfolge in der Deutschschweiz: Sie stellte von 2004 bis 2011 je einen Stadtrat in Langenthal BE und einen Gemeinderat in Günsberg SO. Als Gründe für die Auflösung führte die Nazipartei marode Parteistrukturen, pandemiebedingt ausbleibende größere Versammlungen sowie ein mieses Image der Partei an.
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  • Mittwoch, 16.02.2022

    In San Francisco haben Bullen systematisch und über Jahre die DNA-Proben von Vergewaltigungsopfern in eine lokale DNA-Datenbank eingepflegt, mit der Verdächtige in Strafermittlungsverfahren identifiziert werden. Der Skandal wurde öffentlich, als eine Frau wegen eines minderschweren Eigentumsdelikts vom San Francisco Police Department durch eine DNA-Probe als Täterin ermittelt wurde, die sie als Opfer im Rahmen eines Falls von häuslicher Gewalt und Vergewaltigung abgegeben hatte. Die Bullen konnten oder wollten nicht sagen, in wievielen anderen Fällen in den letzten Jahren Vergewaltigungsopfer zu TäterInnen gemacht wurden.
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  • Donnerstag, 17.02.2022

    Am 17. Februar wurden in Braunschweig das Kulturzentrum Nexus in der Frankfurter Straße 253b sowie mehrere Wohnungen in Braunschweig und eine in Hannover durchsucht. Bullen aus Braunschweig, Hannover und Göttingen vollstreckten ab dem frühen Morgen einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Braunschweig. Hintergrund ist ein Angriff von 15 bis 20 Antifas auf zwei stadtbekannte Nazis mit Pfeffer, Knüppeln und Stühlen in der Nacht auf den 20. Juni 2021 auf dem Frankfurter Platz. Bereits kurz nach dem Angriff waren die Wohnungen von vier Linken durchsucht worden.

  • Freitag, 18.02.2022

    Der Freiburger Nazianwalt Dubravko Mandic hat einen „Leitfaden für Spaziergänger und Versammlungsteilnehmer“ auf der Naziseite „Sicherheitshinweise für Nationalisten“ veröffentlicht. Der „Demonstrations-Leitfaden“ richtet sich an „Querdenker“, die das Versammlungsrecht mit ihren „Spaziergängen“ umgehen wollen. Dennoch werden sie als Opfer geframed, da es „unter offenem Beifall von Meinungskartellen und ,Zivilgesellschaft‘ zu ungerechtfertigter staatlicher Repression“ gegen sie komme. Aus strafrechtlichen Gründen wird den Querfront-Nazis geraten, ihre volksverhetzenden NS-Vergleiche gegenüber der Polizei zu unterlassen: „Vermeiden Sie historische Vergleiche mit Unrechtsregimen der jüngeren Vergangenheit“. Am Ende wird kaum verhohlen zu Gewalt gegen Antifas aufgerufen: „Gegen die Verletzung [des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Fotografien] ist zudem Notwehr möglich, diese auch androhen und ggf. üben.“
    In den Metadaten des PDFs ist als Autorin Ute Nasarek mit ihrer Mailadresse des Sprachlehrinstituts der Uni Freiburg vermerkt. Ute Nasarek hat gegenüber der Rechtsabteilung der Universität Freiburg „versichert, dass Sie nichts mit der Veröffentlichung zu tun hat. In der Folge hat die Universität Anzeige gegen Unbekannt erstattet und wird die Angelegenheit weiter verfolgen.“
    Allerdings dürfte es kaum Zufall sein, dass Daniel Nasarek zur Zeit ein Praktikum in der Kanzlei von Dubravko Mandic macht. Daniel Nasarek besuchte das Berthold-Gymnasium in Freiburg, wurde danach Corpsstudent und suchte Kontakt zum rechtsradikalen Studienzentrum Weikersheim. Noch 2012 war Nasarek bei der SPD, doch bereits 2013 engagierte er sich im neugegründeten Kreisverband der „Jungen Alternative Freiburg“, der nach dem Lucke-Exodus 2015 von Mandic wiedergegründet wurde. Von Freiburg zog Daniel Nasarek, AfD-Mitgliedsnummer 10609559, nach München. Es wäre wenig überraschend, wenn Mandic’ „Leitfaden“ tatsächlich aus der Feder von Daniel Nasarek stammt. Und irgendwer wird die Schwurbelei ja auch noch Korrektur gelesen haben.

  • Samstag, 19.02.2022

    In Mecklenburg-Vorpommern wird ein 56-jähriger Bulle wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung angeklagt. Am 11. Oktober 2021 hatte er in Neubrandenburg einen Streit mit einer 33-jährigen Frau und deren 69-jährigen Mutter im Mehrfamilienhaus der Mutter. Weil er die Vaterschaft des Babys der 33-jährigen nicht anerkennen wollte, misshandelte der Bulle beide Frauen und zündete die jüngere an, so dass sie großflächige Verbrennungen erlitt.
    In Baden-Württemberg hat ein 59-jähriger LKA-Bulle einen Femizid verübt. Am 16. Februar hat er in Kirchheim unter Teck vor dem Arbeitsplatz seiner 58-jährigen Ehefrau erst sie und dann sich selbst mit seiner Dienstpistole erschossen. Die Frau lebte getrennt von dem Bullen und war über einen längeren Zeitraum von ihm bedroht worden. Sie hatte sich vor dem Mord erfolglos an die Kollegen ihres Ehemanns gewandt, aber die Bullen ignorierten die Bedrohungen durch den späteren Mörder in Uniform, der beim LKA „spezielle Einsätze“ leitete.

  • Sonntag, 20.02.2022

    In Freiburg marschierten am 19. Februar mit 4.400 TeilnehmerInnen wieder etwas mehr „Querdenker“ durch die Straßen als als zuvor. Eine Rednerin war die für ihre falschen Maskenatteste und „Impfunfähigkeitsbescheinigungen“ bekannte Duderstädter Homöopathin Carola Javid-Kistel. Auch der im Dezember 2021 als Quarantäne-Brecher zwangseingewiesene Offenburger Zahnarzt Fritz Düker hielt eine Rede. Dagegen protestierten einige hundert Menschen auf dem Platz der Alten Synagoge und entlang der „Querdenker“-Route. Am Vormittag hatten auf dem Platz der Alten Synagoge am Jahrestag des Nazianschlags von Hanau rund 1.000 Menschen an die Opfer erinnert.

  • Montag, 21.02.2022

    Die 6. Anarchistische Buchmesse Mannheim findet vom 26. bis 29. Mai im Jugendkulturzentrum forum an der Neckarpromenade 46 statt. Wie bisher werden diverse libertäre und anarchistische Verlage auf der Buchmesse vertreten sein und es sind 26 Lesungen und Vorträge, ein Kulturprogramm, eine Schlafplatzbörse und vegane Küche für Alle geplant.

  • Dienstag, 22.02.2022

    Die von „Querdenkern“ und Nazis im Februar 2021 gegründete separatistische Regionalpartei „Freie Sachsen“ wird seit Ende Januar vom Bundesverfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft. Prompt hat der AfD-Bundesvorstand einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Partei des „Pro Chemnitz“-Gründers Martin Kohlmann beschlossen. Die „Freien Sachsen“ haben zudem das gleiche Problem wie zuvor „Pro Chemnitz“: PayPal hat die Zusammenarbeit beendet.

  • Dienstag, 22.02.2022

    Im September 2021 hat die KTS beschlossen, dass Ungeimpfte keinen Zutritt mehr zur KTS haben. Ab März 2022 haben nur noch dreifach gegen Corona Geimpfte/Genesene (nur genesen reicht nicht aus!) Zutritt zur KTS, es sei denn, sie können sich noch nicht boostern lassen.

  • Mittwoch, 23.02.2022

    In Portland, Oregon, schoss der Nazi Ben Smith am 20. Febuar in eine Black Lives Matter-Demo, tötete dabei eine Frau und verletzte fünf weitere Menschen. Die Demo protestierte gegen rassistische Polizeigewalt anlässlich der Ermordung von Amir Locke durch Bullen in Minneapolis Anfang Februar. Wie durch Antifa-Recherchen aufgedeckt wurde, war der Schütze in Portland ein Fan des kanadischen Rechtspopulisten Andy Ngo und der Proud Boys sowie Waffenfanatiker. Die Behörden hatten zuvor behauptet es hätte nur einen unpolitischen Konflikt zwischen einem bewaffneten Hausbesitzer und Demoteilnehmenden gegeben. Tötliche Angriffe von Bullen und Rechten mit rassistischen Motiven nehmen kein Ende in den USA. Gleichzeitig werden Mörder, wie Kyle Rittenhouse, der zwei Menschen bei einer BLM-Demo in Kenosha tötete, in allen Anklagepunkten freigesprochen und nun von Fox News bis Joe Rogan gefeiert.

  • Donnerstag, 24.02.2022

    Im Jahr 2005 konnte der Verkauf von „Thor Steinar“-Klamotten in Freiburg verhindert werden. Der Besitzer der Naziklamottenmarke war und ist Axel Kopelke, ein in den 1990er Jahren im Osten politisierter Nazi. Nach einer aktuellen Recherche der linken Schweizer Wochenzeitung Schaffhauser AZ zog Kopelke 2007 aufgrund antifaschistischen Drucks in die Schweiz und wohnt seit 2017 in Merishausen SH, unweit der deutschen Grenze. In der Staanackerstrasse 3 hat Kopelke die „Comdesign Textile AG“ und die „I & S Design GmbH“ angemeldet. Hier wird das Design der Nazimode entworfen und Kopelke macht auch weiterhin vor Ort Geschäfte – und zumindest 2015 auch noch Millionenumsätze. Nun will Kopelke Schweizer werden und versucht deshalb bloß keine Aufmerksamkeit zu erregen.

  • Freitag, 25.02.2022

    Am 21. Februar begann in München der voraussichtlich bis Ende Mai dauernde Prozess gegen drei Rechtsradikale, die als Mitglieder eines Nazinetzwerks Waffen für ihre Gruppe und weitere Rechtsradikale besorgten und mit diesen handelten. Den drei Angeklagten Alexander Reichl, Martin Matic und „Reichsbürger“ Christian Neureuther wird vorgeworfen, erschreckend viele Schuss- und Kriegswaffen aus dem ehemaligen Jugoslawien besorgt, nach Deutschland geschmuggelt und anderen Nazis verkauft zu haben. Alexander Reichl wurde im Sommer 2020 in Kroatien verhaftet und sitzt seit seiner Auslieferung nach Deutschland in U-Haft, Martin Matic aus München befindet sich seit Sommer 2021 in U-Haft. Fünf weitere Beschuldigte des Naziwaffenhändlerrings sollen demnächst in mehreren kleinen Einzelprozessen vor unterschiedlichen Gerichten angeklagt werden.
    Die rechtsradikalen Waffengeschäfte wurden durch das ZDF im Dezember 2020 in die Öffentlichkeit gezerrt. Die taz veröffentlichte ab Februar 2021 ausführliche Recherchen zu Alexander Reichl und zur AfD-Waffenkäuferin Dagmar Stanglmaier, auch die Süddeutsche berichtete über die AfD-Mitarbeiterin. Dass in den Gerichtsverfahren auch die Rolle des Geheimdiensts und dessen Beziehungen zu den Angeklagten, insbesondere zu Alexander Reichl, aufgeklärt werden, ist nicht zu erwarten.

  • Samstag, 26.02.2022

    Seit Mai 2021 läuft vor dem Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Frankfurt der Prozess gegen den 33-jährigen Nazioffizier der Bundeswehr Franco Albrecht wegen der „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“. Albrecht wurde im Februar 2017 am Flughafen Wien verhaftet, als er eine geladene Pistole aus einem Versteck auf einer Flughafentoilette holen wollte, und saß bis November 2017 in Untersuchungshaft. Trotz seiner Nazivergangenheit und obwohl er als syrischer Geflüchteter getarnt einen Mordanschlag verüben wollte und wenngleich er bis heute seine Waffen versteckt, war Albrecht bis zum 12. Februar in Freiheit. An diesem Tag wurde er mit sieben Blankwaffen, 21 Handys, mehr als 50 ungenutzten SIM-Karten, 23 Abzeichen mit Hakenkreuzen und einem gefälschten Impfausweis verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

  • Sonntag, 27.02.2022

    Am 23. Februar wurde der Vergewaltiger Florian Epple vom Amtsgericht Freiburg freigesprochen. „Das Opfer, so [Richter] Leipold, habe das Tatgeschehen nicht so genau beschreiben können, wie es bei einem Verfahren, in dem Aussage gegen Aussage steht, nötig gewesen wäre“, schreibt die Badische Zeitung. Florian Epple, geboren am 12.12.1986, trat bereits im Januar 2014 in die AfD ein und erhielt die AfD-Mitgliedsnummer 10586140. Nach einiger Zeit in Stuttgart kandidierte er im Jahr 2019 bei der Gemeinderatswahl für die AfD in Heidelberg auf Platz 20. Anschließend zog er für ein VWL-Studium zurück nach Freiburg, wo er bereits zur Schule ging. Der Prozess begann über ein Jahr nach Epples Tat im Herbst 2021, wurde aber wegen Baulärms unterbrochen. Verteidigt wurde Epple wenig überraschend von dem bereits mehrfach einschlägig in Erscheinung getretenen Dubravko Mandic, der im Prozess eine feministische Verschwörung gegen seinen Mandanten vermutete und anschließend in einem Youtube-Video von „unschuldigen Männern“ sprach und mit „Entschädigungsansprüchen“ an die Betroffene drohte.

  • Montag, 28.02.2022

    Am 25. Februar wurde eine antifaschistische Veranstaltung im Gewerkschaftshaus in der 1 Rue Sédillot im südlich der Strasbourger Innenstadt gelegenen Stadtteil Krutenau kurz nach 22 Uhr von Nazis angegriffen. An dem Abend fand ein runder Tisch des Collectif Antifasciste 67 zum Thema „Welche faschistischen Gefahren gibt es im Jahr 2022?“ statt. Zwischen 15 und 20 Nazihools der Gruppe „Strasbourg Offender“ aus dem Umfeld des Fußballclubs „Racing Club de Strasbourg“ attackierten mit Schlagstöcken bewaffnet das Veranstaltungslokal, konnten jedoch von Antifas zurückgeschlagen werden. Am 12. März findet ab 16 Uhr in Strasbourg eine Antifademo Ab Place de l‘étoile statt und anschließend ab 19 Uhr VoKü und Konzerte im Molodoï in der 19 Rue du Ban-de-la-Roche. A bas le fascisme !
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