• Montag, 28.09.2020

    Für den 3. Oktober ist mit drei Wochen Verspätung die Eröffnung einer Nazi-Bibliothek in Nancy geplant. Das Lokal befindet sich in der Grande Rue Nummer 6 in der Innenstadt und soll schwerpunktmäßig mit antisemitischen, sexistischen und pro-kolonialen Werken bestückt werden. Federführend sind die beiden Neonazis Alexis Forget und Sylvain Durain. Zur Eröffnung sind unter anderem der royalistische Front-National Unterstützer Jean-Marie Cuny, der der Action Française nahestehende Medienaktivist Pierre Hillard und der Verschwörungstheoretiker Alain Pascal geladen.

  • Sonntag, 27.09.2020

    WDR und NDR haben über das Gegengutachten des AfD-Landesverbands zu Dubravko Mandic berichtet. Demnach stammt das Gutachten, wonach Mandic anders als in einem vorherigen Gutachten gefordert nicht aus der AfD ausgeschlossen werden soll, „aus der Feder des flügelnahen Anwalts Andreas Schoemaker, der zuletzt nicht nur Kalbitz gegen die AfD vertreten hatte, sondern auch den einflussreichen Flügel-Mann Pasemann. Man habe jedoch keinen Zweifel an Schoemakers Neutralität, sagt Weidel auf Anfrage.“ Andreas Schoemaker wurde wegen seinen rechtsradikalen Umtrieben Anfang 2017 nach Beschluss des AfD-Bundesvorstands die Aufnahme in die AfD verweigert. Er gehört wie Thore Stein zur rechtsradikalen Bonner Burschenschaft der „Raczeks“ in der „Deutschen Burschenschaft“. Stein wurde kürzlich in den Vorstand der Desiderius-Erasmus-Stiftung der AfD gewählt.

  • Sonnabend, 26.09.2020

    Wieder und wieder hat US-Präsident Trump angekündigt, „die Antifa“ verbieten zu wollen. Nun werden die Pläne konkret: Noch vor der Präsidentschaftswahl am 3. November will Trump den Ku-Klux-Klan und das „Antifa-Netzwerk“ als terroristische Organisationen verbieten. Das Verbot des Ku-Klux-Klan ist Teil von Trumps durchsichtiger Wahlkampftaktik zur Gewinnung schwarzer WählerInnen. Ein Verbot antifaschistischer Zusammenhänge geht dabei selbst konservativen Kommentatoren zu weit, da es ein Präzedenfall für die Unterdrückung inländischer Oppositioneller wäre, was in der US-Verfassung nicht vorgesehen ist.

  • Freitag, 25.09.2020

    In Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind jeweils die Landtagsfraktionen der AfD durch Austritte zerbrochen. In beiden Fällen verließen „gemäßigtere“ die „faschistischeren“ Abgeordneten. Mittlerweile ist auch aktenkundig, dass der Verfassungsschutz in Brandenburg den gesamten Landesverband beobachtet – lediglich die Zahl der Selbstanbieter noch nicht. Die AfD BaWü lädt derweil am 3. Oktober eine Rechtsaußen-Truppe ins südbadische Steinen ein: Alexander Gauland, Volker Münz, Dirk Spaniel und Thomas Seitz wollen um 18 Uhr in der Wiesentalhalle im Wiesentalweg 4 in 79585 Steinen sprechen.

  • Donnerstag, 24.09.2020

    Ursprünglich war für den 3. Oktober eine größere Demonstration von Corona-LeugnerInnen in Konstanz geplant. Mittlerweile wurde diese Veranstaltung aber auf Sonntag, den 4. Oktober, verschoben, doch laut Demoanmelder Gerhard Mayr soll es weiterhin am Samstag eine Menschenkette geben. Dagegen formiert sich nicht nur antifaschistischer Protest, auch die Schweizer Verschwörungsszene distanziert sich zunehmend von ihren deutschen Gegenstücken. Der Antifa-Aktionstag beginnt am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 9 Uhr jeweils am Bahnhof in Konstanz.

  • Mittwoch, 23.09.2020

    Nachdem der Freiburger AfD-Stadtrat Dubravko Mandic wiederholt gegen die Twitter-Regeln verstoßen hat, wurde sein Account nun vom Microblogging-Dienst gesperrt. Auch einer von Mandic’ Instagram-Accounts wurde offenbar gesperrt. Die AfD selbst fasst ihren großmannssüchtigen Provinznazi weiterhin mit Samthandschuhen an. Statt eines Rauswurfs, wie durch das vom baden-württembergischen Landesvorstand in Auftrag gegebene Gutachten gefordert, soll vom Landesvorstand lediglich beim Landesschiedsgericht beantragt werden, Mandic für zwei Jahre mit einer Parteiämtersperre zu belegen.

  • Dienstag, 22.09.2020

    Die am 6. Juli neu-geformte Regierung Castex setzt neue Maßstäbe zur Neudefinition des Konzepts Demonstrationsrecht in Frankreich. Der durch Vergewaltigungs- und Korruptionsaffären bekannte neue Innenminister Macrons, Gérald Darmanin, hat vergangene Woche den sogenannten SNMO-Bericht (pdf) veröffentlicht – eine Ansage zur weiteren Gestaltung der Repression. Der Bericht wurde vor 18 Monaten eigentlich wegen der zunehmend skandalösen Bullengewalt auf den Weg gebracht. Nebst der Ankündigung neuer polizeilicher Mittel auf verschiedenen Ebenen sticht die weitere Einschränkung der Freiheiten von JournalistInnen und unabhängigen BeobachterInnen auf Demos heraus. Diese sollen, falls sie sich auf einer nicht-legalen oder bereits aufgelösten Versammlung befinden, wie bisher, mit Tränengas, Blendschockgranaten und weiteren Zwangsmitteln angegriffen werden dürfen. Es gibt keinen Anschein einer Abrüstung, vielmehr das Versprechen, alle existierenden Repressionsmittel auf den neusten Stand der Technik bringen. Dabei war die Zielsetzung des SNMO eigentlich eine Reflektion zu beginnen, die von der Law&Order-Doktrin der letzten Jahre weg führt. C’est manqué.

  • Montag, 21.09.2020

    Ein Streifenbulle hat Antifas, die am 20. September in Dresden eine Spontandemo gegen Rassismus veranstalteten, mit dem Tode bedroht. Der Dresdner Polizeipräsident Jörg Kubiessa meint der Kollege, der dabei zur Waffe griff, habe es eingeräumt und sich dafür entschuldigt. Anlass für disziplinarrechtliche Schritte sehe er keine. Für die Entwaffnung aller Cops!

  • Montag, 21.09.2020

    In Göttingen wurden Bullen am 17. September zu einer vermeintlichen Ruhestörung gerufen. Sie trafen einen Jugendlichen an, der zu keinem Zeitpunkt handgreiflich wurde. Plötzlich schlug einer der Bullen dem Jugendlichen unvermittelt ins Gesicht, seine Kollegen schauten ungerührt zu. Der Vorfall wurde nur bekannt, weil die Szene von einem Chat-Partner des Jugendlichen mitgeschnitten und veröffentlicht wurde. Anschließend wurde der Jugendliche von den Bullen auf ihre Wache verschleppt und dort mehrere Stunden festgehalten. Nicht nur wir spucken den Bullen ins Gesicht: #DankePolizei
    Presse: 1 2 3 4

  • Sonntag, 20.09.2020

    Nach einer verlorenen Berufung gegen die Kündigung des sozio-kulturellen Zentrums La Cantine in Delémont am 15. September fürchten die BetreiberInnen um den Fortbestand ihrer Veranstaltungsräume. Als Kündigungsgrund der ehemaligen Betriebskantine VonRoll werden eine Mülltrennstation und ein kleiner Hühnerstall angeführt. Bereits am 5. September demonstrierten 250 Linke in Delémont für den Erhalt.

  • Sonntag, 20.09.2020

    Die Badische Zeitung hat den AfD-Nazi Thomas Seitz in einem Artikel unkommentiert gegen die „Ausweitung der Massenmigration“ hetzen lassen. In einem anderen Artikel bewirbt die BZ die Wanderausstellung des Deutschen Bundestages, die „laut Mitteilung des Wahlkreisbüros von MdB Thomas Seitz (AfD)“ in der nächsten Woche in der Kornhalle in Endingen gastiert. Das Provinzblatt ist auch noch stolz auf seine Normalisierung des Faschismus, den so könnten sich „die Bürgerinnen und Bürger ein Bild über die bisherige Arbeit der Parlamentarier machen“.

  • Sonnabend, 19.09.2020

    In Weißrussland ebben die Proteste gegen Diktator Lukaschenko auch anderthalb Monate nach der Wahl am 9. August nicht ab. Nachdem Bullenschläger immer wieder Protestierende malträtiert und gefangen genommen haben, gibt es nun eine neue und sehr erfolgreiche Taktik: Die systematische Demaskierung von Bullen. Zuerst werden den uniformierten Schlägern auf den Demonstrationen die Sturmhauben vom Kopf gezogen und die Bullen dann unmaskiert gefilmt und fotografiert. Danach werden die Bullen vorwiegend in Telegram-Gruppen identifiziert und ihre privaten Daten recherchiert. Schließlich werden die Bullen in ihrem Privatleben bedroht und mit den Konsequenzen ihrer Handlungen konfrontiert.

  • Freitag, 18.09.2020

    Der zu Jahresbeginn aufgrund der Pandemie abgesagte Transport radioaktiver Abfälle von der Plutoniumfabrik Sellafield nach Biblis in Hessen könnte bald in Angriff genommen werden. Nach Prüfung der Sach- und Rechtslage hat das Umweltministerium am 15. September 2020 die sogenannte Aussetzung der sofortigen Vollziehbarkeit der Aufbewahrungsgenehmigung durch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wieder aufgehoben. Das heißt, dass der Transport über Nordenham schon in wenigen Tagen oder Wochen in See stechen könnte. Die Transportgenehmigung läuft bis zum 31. Dezember. Mittlerweile kommt nicht nur die Oceanic Pintail für das Übersetzen der Castoren in Frage. Im Hafen von Barrow-in-Furness in Nordengland befinden sich mittlerweile auch die Atomtransport-fähigen Schiffe Pacific Egret und Pacific Grebe. Zudem wird in wenigen Tagen die Landung des Pacific Heron erwartet.

  • Donnerstag, 17.09.2020

    Im Machtkampf in der AfD und in der Lokalpolitik sorgt der Freiburger AfD-Stadtrat und Burschenschafter Dubravko Mandic in den letzten Wochen für Schlagzeilen.
    Im Verfahren, das Mandic gegen die daraufhin mit Repression überzogenen Corrillo Ultras wegen eines antifaschistischen Transpis angestrengt hatte, musste Mandic eine Niederlage einstecken: Die Aussage „Mandic Du Nazi, verpiss Dich!“ ist auch nach Auffassung der Freiburger Staatsanwaltschaft keine Beleidigung, sondern eine Meinungsäußerung.
    In der Auseinandersetzung um den Parteiausschluss des „Flügel“-Nazis Andreas Kalbitz hatte Mandic ein Video mit rechtsradikalen Memes verbreitet, in dem der Parteivorsitzende Jörg Meuthen auf makabre Art für tot erklärt und zu Grabe getragen wurde. Gegen einen Freiburger AfDler, der als Drohung die Privatadresse Meuthens verbreitete, strengte Meuthen ein Gerichtsverfahren an. Meuthen ließ sich von Martina Böswald verteidigen, auf der Gegenseite verteidigte Mandic. Wegen des Drohvideos forderte Meuthen ein Parteiausschlussverfahren (PAV) gegen Mandic. Der dafür zuständige Landesvorstand der AfD Baden-Württemberg ließ zunächst ein Gutachten erstellen, hielt dies aber laut Meuthen für „unbrauchbar“ und beauftragte den ehemaligen Oberstaatsanwalt Wolfram Schubert aus Landshut mit einem weiteren Gutachten. Anschließend entbrannte ein heftiger Streit zwischen Meuthen und dem baden-württembergischen AfD-Landesvorstand um Alice Weidel. Meuthen wirft dem Landesvorstand vor, das bereits als fertigen Entwurf und in Form eines Ausschlussantrags formulierte Gutachten zu blockieren, ihn anzulügen und das Parteiausschlussverfahren gegen Mandic absichtlich zu verschleppen. Das Landesvorstandsmitglied Anne Charlotte Samland gab gegenüber Schubert an, das PAV erst nach dem Landesparteitag einleiten zu wollen. Offensichtlich befürchtet die AfD Baden-Württemberg, dass ein Ausschluss Mandic’ vor dem Parteitag, auf dem die Landesliste für die Bundestagswahl gewählt werden soll, zu parteiinternem Aufruhr führen könnte. Schubert sandte sein Gutachten an Meuthens Rechtsbeistand Böswald, die es an Meuthen weiterleitete. Dieser schickte das Gutachten mit einer Brandmail nicht nur an den baden-württembergischen Landesvorstand, sondern auch an sämtliche baden-württembergischen Kreisvorstände: „Die mir am Donnerstag von Herrn Köthe erteilte schriftliche Auskunft (die ich in dieser Woche genauso auch telefonisch von zwei weiteren Landesvorstandsmitgliedern erhalten habe), das zweite Gutachten liege noch nicht vor, verheimlicht offenkundig bewusst die Tatsache, dass der Landesvorstand in Person von Frau Samland bereits Wochen zuvor die Entgegennahme des zu dem Zeitpunkt bereits fertiggestellten Gutachtens ganz gezielt unterbunden hat. Dies ist gerade nicht die vom Landesvorstand den Mitgliedern zugesagte Transparenz. Es ist vielmehr das offenbar jedenfalls von einigen gezielt eingesetzte exakte Gegenteil dessen und damit ein Vorgang, der nicht hinnehmbar ist.“
    Der Versand des Gutachtens an einen breiten Empfängerkreis sorgte für Aufruhr und erboste den Landesvorstand. Meuthen reagierte mit erneuten Anschuldigungen: „Wenn Sie mir schreiben ‚Wir erinnern insofern an die anstehenden Wahlkämpfe in Baden-Württemberg, die nicht durch Berichterstattung über innerparteiliche Vorgänge erschwert werden sollten‘, kann ich dem nur beipflichten. In der Berichterstattung über den LV Baden-Württemberg wird freilich und nicht erst seit gestern immer wieder der Name und die immer neuen Entgleisungen des Dubravko Mandic erwähnt. Wäre es da nicht die Aufgabe eines führungsstarken Landesvorstands, auch angesichts der bevorstehenden Landtagswahl angesichts der jedermann ersichtlichen Klarheit des Falls zügig und entschlossen handeln ein PAV gegen Herrn Mandic einzuleiten, statt dies ohne jede Not über Monate zu verzögern? Mit Verlaub, darin sehe ich eine Schädigung für den Landesverband.“
    Auch in den Presseberichten über die Eskalation in Baden-Württemberg wird das Gutachten (PDF) zwar thematisiert, allerdings nicht veröffentlicht. In dem Gutachten wird Mandic als Gefahr für die AfD dargestellt, da sein Verhalten einen „dauerhaften und schwerwiegenden Verstoß gegen die Ordnung und die Grundsätze der Partei“ darstelle, „der Partei ein schwerer Schaden zugefügt wurde“ und die „ausgelöste Schadensentwicklung (...) noch nicht abgeschlossen“ sei.

  • Mittwoch, 16.09.2020

    Der 16. September begann mit Durchsuchungen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung durch Linke in Berlin und Athen. In Berlin wurden die anarchistische Bibliothek Kalabalik und fünf Wohnungen, in Athen zwei Orte durchsucht. Am 15. September räumten die CRS das von Geflüchteten seit September 2019 besetzte Haus in der rue Becquerel in Dijon. Im Dannenröder Wald begannen Hundertschaften mit der Räumung von Barrikaden und eines Tripods. Auch der Räumungstermin für die Liebig 34 wurde mittlerweile auf den 9. Oktober terminiert. Sind wir nicht alle ein bisschen §129?

  • Dienstag, 15.09.2020

    Nach den Ausschreitungen von Leipzig spitzt sich auch der Berliner Häuserkampf nach dem Verlust des Syndikates weiter zu. Die Interkiezionale mobilisierte vergangene Woche besonders für den Erhalt der queer-feministischen Liebigstraße 34, welche im Bündnis zu Freiraum-Aktionstagen aufgerufen hatte. Diese endeten – nach einer wütenden Demo am 12. September – am Sonntag mit einer Kundgebung zum 30. Jahrestag der Besetzung der Mainzer Straße im Friedrichshainer Südkiez. Am Montag, den 14. September, wird der Einspruch der besetzten Potse gegen das Räumungsurteil verhandelt. Ebenfalls auf den 14. September hat nun der Køpi-Wagenplatz eine Räumungsaufforderung bekommen. Der Spekulant Siegfried Nehls, Wortführer der Startezia GmbH und der Sanus AG, möchte den seit 30 Jahre existierenden Freiraum unweit des ver.di-Palastes verkaufen, zerstören und neu bebauen lassen.
    Als nächste Großmobilisierung steht nun der 31. Oktober, an dem eine internationale Freiraumdemo dem Senat ihr Mißtrauen unterbreiten wird. Doch auch bis dahin stehen euch alle Wege offen, eure Solidarität mit den bedrohten Freiräumen zu bekunden!
    Kein Gott, kein Staat, kein roter Senat – Turn Mitte into Nørrebro!

  • Montag, 14.09.2020

    Bei einer Hausdurchsuchung im niedersächsischen Seevetal wurden bei einem Nazi am 11. September rund 250 Schusswaffen und mehrere Tausend Schuss Munition beschlagnahmt. Ermittelt wird unter anderem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

  • Sonntag, 13.09.2020

    Inmitten der Sommerpause hat sich die österreichische Bundespolizei daran gemacht, die letztes Jahr bei den Dresdner Cognitec Systems erworbene Gesichtserkennungssoftware regulär einzusetzen. Zwar hat das an der Großenhainer Straße 101 in Dresden erstellte und vom Algorithmus hoch geheime System noch Fehlerquoten von annähernd 20%, doch die Testphase habe den Cops „vollständige Zufriedenheit“ beschert.

  • Sonnabend, 12.09.2020

    In der Nacht auf den 29. August, während der Feier zum 28. Geburtstag von Patrick Bass, gab es einen antisemitischen Übergriff auf dem Haus der „Burschenschaft Normannia zu Heidelberg“. Der Verbindungsstudent Philipp Smeljanez – der Mitglied der „Jungen Alternative“ sein soll und wie der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl der „Alten Leipziger Landsmannschaft Afrania im CC zu Heidelberg“ angehört – wurde von mehreren Verbindungsstudenten mit Gürteln verprügelt, mit Münzen beworfen und als „Drecksjude“ und „Judensau“ beschimpft. An dem Übergriff waren neben Mitgliedern der „Burschenschaft Normannia“ auch Mitglieder der „Burschenschaft Germania Köln“, der „Burschenschaft Ghibellinia Saarbrücken“ und des „VDSt Asciburgia Mainz“ beteiligt. Am Abend des antisemitischen Angriffs war auch der „Altherrenvorsitzende“ der „Normannia“, Gunnar Heydrich, auf dem Haus der Burschenschaft anwesend.
    Nachdem Smeljanez Anzeige erstattet hatte, fand am 2. September eine Razzia wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung auf dem „Normannenhauses“ in Heidelberg statt. Bei der Hausdurchsuchung war der 28-jährigen Aktive Maximilian Wolf anwesend. Von den Aktiven der „Normannia“ sollen der 26-jährige Andre Heinrich Rotärmel und der 20-jährige Luis Stadlthanner an dem Übergriff beteiligt gewesen sein. Insgesamt wird gegen sieben Männer und eine Frau ermittelt.
    Zur Schadensbegrenzung und um von der Verantwortung der „Alten Herren“ der „Burschenschaft Normannia“ abzulenken, wurde die Aktivitas der „Normannia“ am 3. September aufgelöst.
    Am 9. September veröffentlichten Burschenschafter einen Fake-Artikel auf Wikipedia, um den Begriff „Gürtelung“ zu etablieren. Der Artikel wurde jedoch von Wikipedia bereits am nächsten Tag gelöscht, da er offensichtlich nur angelegt wurde, „um antisemitische Vorfälle in einer Heidelberger Burschenschaft als anerkanntes, humoristisches Ritual zu kaschieren“.
    Mehr Infos: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

  • Freitag, 11.09.2020

    Zur Einführung waren es noch zwölf umstrittene Gemeinde-Vollzugsdiener. Seit letztem Jahr sind es bereits 18 und jetzt sollen die kommunalen Ordnungshüter vom KOD en passant mit Teleskopschlagstöcken ausgerüstet werden. Die erst seit 2010 beim LKA für ausgebildete Bullen eingeführten Stahlruten wurden bereits gekauft und widersprechen diametral einer vermeintlich deeskalativen Linie in Freiburg. Eine solche bleibt auch angesichts 16 neuer im Innenstadtbereich installierter Bullenkameras eine hohle Phrase. Die Kameras neuster Generation werden als Maßnahme zur Abschreckung und Prävention gepriesen, anderseits sind sie farblich getarnt und nicht sichtbar gekennzeichnet. Zwar werden alle Daten laut der Mini-Plaketten nach zwei Wochen gelöscht, aber die Löschung erfolgt nur, wenn mit dem Material nicht eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat verfolgt werden könnte – es gibt also keine zwingende Löschfrist. Und falls es Zweifel bezüglich der Befugnissen und der Verwendung der Repressionsmittel geben sollte, lädt die Verwaltung dazu ein, sich an den Datenschutzbeauftragten zu wenden. Der sitzt im Polizeipräsidium. Rückbau der Repressionsmittel in Land und Kommunen!

  • RSS Meldungen

  • RSS Artikel

    Heute haben die fünf Betroffenen im Verfahren wegen des Verbots der Internetplattform linksunten.indymedia.org gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29.01.2020 Verfassungsbeschwerde zum Bundesverfassungsgericht erhoben. Sie rügen damit die Verletzung mehrerer Grundrechte, insbesondere die Verletzung der Meinungs- und Pressefreiheit aus Art. 5 Abs. 1 GG sowie die Verletzung der Rechtsweggarantie des Art. 19 Abs. 4 GG.

    Sie wenden sich gegen die Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts, nach der das Bundesministerium des Innern (BMI) das Verbot der Internetplattform linksunten.indymedia.org zulässigerweise auf das Vereinsgesetz stützen durfte.

    Bei linksunten.indymedia.org handelte es sich um ein Nachrichten- und Kommunikationsportal, für welches der durch das Grundgesetz gewährleistete Schutz der Pressefreiheit gilt. Das Verbot wurde ausschließlich mit Medieninhalten begründet. Die Darstellung des BMI und des Bundesverwaltungsgerichts, man habe mit dem Verbot nicht vorrangig die Internetplattform, sondern die dahinter stehende Personenvereinigung treffen wollen, halten die Betroffenen für vorgeschoben. „Das eigentliche Ziel des BMI war die Abschaltung der Plattform, die dem BMI ein Dorn im Auge war. Richtigerweise hätte deshalb Maßstab für die Prüfung nicht das Vereinsgesetz, sondern vielmehr das Telemediengesetz sein müssen“, führt Dr. Lukas Theune, einer der Prozessbevollmächtigten, aus.

    Die Anwendung des Vereinsgesetzes führt im vorliegenden Fall dazu, dass eine inhaltliche Prüfung der Verbotsgründe und damit auch eine Auseinandersetzung mit der Tragweite des Grundrechts der Pressefreiheit unterblieben ist. Die Argumentation des Bundesverwaltungsgerichts ist auch für andere Internetportale und Publikationen hochgradig problematisch. „Wenn sich die Verbotsbehörde aussuchen kann, auf welcher Rechtsgrundlage sie gegen missliebige Inhalte von Medien vorgeht, wird die Pressefreiheit ausgehebelt“, so Rechtsanwalt Sven Adam.

    Rechtsanwältin Angela Furmaniak ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht unser Verständnis von der Bedeutung der Pressefreiheit bestätigen wird und das Urteil des Bundesverwaltungsgericht aufheben wird“.

    Mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist erfahrungsgemäß allerdings nicht zeitnah zu rechnen.

    Für Rückfragen stehen die aufgeführten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte unter den genannten Kontaktdaten zur Verfügung.

    RA Sven Adam, Göttingen
    RAin Angela Furmaniak, Lörrach
    RA Dr. Lukas Theune, Berlin

    25 Jahre KTS Freiburg

    Communiqué der KTS vom 28.10.2019

    JPEG - 2.1 MB

    Der Kampf für das Autonome Zentrum KTS begann 1994 und so hatte die KTS Freiburg vom 16. bis 26. Oktober 2019 zu in einer Jubiläumswoche und am 25. Oktober zu einer Nachttanzdemo nach Freiburg eingeladen. Während der zeitgleich zum Jubiläum stattfindenden Squatting Days vom 18. bis 29. Oktober wurde die Eigentumsfrage mehrfach ganz praktisch gestellt. Trotz Räumungen und Repression war es eine wunderschöne Woche und nicht Wenige sind in diesen Tagen mit einem Lächeln eingeschlafen.

    Während der Jubiläumswoche vom 16. bis 26. Oktober kamen weit über 1.000 Gäste, die zum Teil eine weite Anreise hatten. In den zehn Tagen wurde in der KTS ein vielfältiges und buntes Programm geboten. Es gab Vorträge, Diskussionen und Workshops zu vielen Themen der radikalen Linken, dazu jeden Tag leckeres Essen. Kulturell reichte das Angebot von Improtheater über Filmvorführungen bis zu Konzerten, die gelegentlich zu Partys wurden. Die Badische Zeitung war beeindruckt von den ganzen jungen Leuten und beschrieb die KTS zum 25. Jubiläum als immaterielles Lokalerbe – umstritten, aber akzeptiert.

    Höhepunkt der Woche war die wie immer unangemeldete Nachttanzdemo am 25. Oktober, an der wiederum rund 1.300 Menschen teilnahmen. Bei der Auftaktkundgebung wurde über aktuelle Kämpfe in Rojava und Chile informiert, die Situation Geflüchteter und das neue Polizeigesetz thematisiert und zu mehr und konsequenterem Feminismus und Antifaschismus aufgerufen. Mit zwei Soundwägen zog die Demo durch die Innenstadt bis zum Platz der Alten Synagoge. Auf dem Weg zurück zur KTS kam die Demonstration an einem leerstehenden und geraden besetzten Haus vorbei. Also fand die Abschlusskundgebung vor der besetzten Villa in der Kronenstraße 21 statt.

    Die Hausbesetzung in der Kronenstraße war auch der Höhepunkt der Squatting Days vom 18. bis 29. Oktober. Es gab drei Hausbesetzungen in einer Woche, beim zweiten Mal mit Konzert, beim dritten Mal mit 800 Leuten vorm Haus – wir leben in bewegten Zeiten. Aber drei Hausbesetzungen bedeuten leider immer noch drei Räumungen, davon zwei durch Sondereinheiten. Wir sind wütend über die Polizeigewalt auf der Straße und die teilweise erniedrigende Behandlung der Gefangenen. Zwar führt Repression zu Wut, aber eben auch zu Solidarität. Und die war in den letzten Tagen in der KTS zu spüren. Wir sagen danke für die schönen Tage und die dunklen Nächte.

    Auf die nächsten 25 Jahre!

    Autonomes Zentrum
    KTS Freiburg


    Antifaschistischer Redebeitrag bei der Auftaktkundgebung der Nachttanzdemo