• Dienstag, 22.06.2021

    Nach RDL, ZEIT und BZ wurde die rassistische Hetzjagd am 12. Juni landes- und bundesweit zum Thema. SWR Radio sendete am 21. Juni unter dem Titel „Mit Erschießung gedroht: Polizei Freiburg ermittelt gegen Polizeibeamten“ ein Studiogespräch mit Ausschnitten aus einem Interview mit dem betroffenen Antifaschisten und es war das Top-Thema der stündlichen Nachrichten am Montag. Am Dienstag folgte eine Agenturmeldung von dpa und ein solidarischer Artikel im nd.
    Über den Fall Hagerman wird noch zu reden sein.

  • Montag, 21.06.2021

    Nach einer erfolgreichen antifaschistischen Demonstration von 350 Linken durch die Wiehre und vor die Wohnung von Robert Hagermann ging die Nacht auf den 20. Juni erst richtig los. Sie sollte sich für die überforderten und bundesweit aufgrund rassistischer Übergriffe in der Kritik stehenden Bullen noch bis in die frühen Morgenstunden strecken. Nur mit Hubschraubereinsatz und zusätzlichen Kräften aus Offenburg, Karlsruhe und vom Bund konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden. Rund 1.500 Menschen feierten auf dem Platz der Alten Synagoge und es gibt Berichte von übler Polizeigewalt. Bei Auseinandersetzungen wurden Einsatzfahrzeuge der Polizei beschädigt und Flaschen geworfen. Nun will die Stadtverwaltung das Problem mit Glas- und Aufenthaltsverboten eindämmen. Im Stühlinger feierten rund 600 Linke den letzten Späti-Abend auf dem Lederleplatz und der Eschholzstraße. Auf dieser wurden im Laufe der Nacht Barrikaden errichtet, es wurde Pyrotechnik gezündet und es gab Flaschenwürfe. Am Sonntagnachmittag beteiligten sich über 800 Menschen an einer Fahrraddemo gegen die Schließung des Späti. Hinzugezogene Hundertschaften und das Bruchsaler BFE schikanierten die Demo im strömenden Regen. Sie sprachen dutzende Platzverbote für den Stühlinger und Teile der Innenstadt aus. Zum erneuten Angriff auf das besetzte Häuschen Gartestraße 19 erschienen am 21. Juni kaum Gegenspieler. Die Nachbarschaft solidarisierte sich und rund 80 Menschen beteiligten sich an einer Kundgebung in der Mittagszeit. Morgen früh geht der Widerstand für den Erhalt der G19 also weiter. Und für den 22. Juni um 21 Uhr ist eine Lärmdemo gegen Lärmbelästigung im Stühlinger angesetzt. Whose Streets? Our Streets!

  • Sonntag, 20.06.2021

    Am Samstag, den 19. Juni – genau eine Woche nach den beiden rechtsradikalen Angriffen – demonstrierten rund 350 Antifas zum ersten Tatort und Robert Hagermans Wohnhaus. Die Demo zog ungewohnt kämpferisch von der Günterstalerstraße durch die Lorettostraße in die Unterwiehre, wo am Tatort eine Rede gehalten wurde. Anschließend ging es unter „Erster Stock, sechsundachtzig A“-Sprechchören weiter zu Hagermans Wohnung in der Langemarckstraße 86A. Die Bullen blockierten ein paar Mal die Route, hielten sich ansonsten aber auffallend zurück.
    Radio Dreyeckland hat ein ausführliches Interview mit dem Betroffenen der Hetzjagd vom 12. Juni an der Ochsenbrücke gesendet. Darin beschreibt der Antifaschist direkt und ungefiltert den rassistischen Mob, der seinem Hass vor einer Woche auf Freiburgs Straßen freien Lauf ließ.
    ZEIT ONLINE, eine der 100 meistbesuchten Websites in Deutschland, hat eine Reportage zur Hetzjagd und den Polizeiskandal veröffentlicht: „Niemand hat mir geholfen“. Kategorie: Rassismus. Ort: Freiburg.
    Die Badische Zeitung hat unser Communiqué zur Hetzjagd aufgegriffen und eine Verbindung zum Communiqué zum AfD-Messerangriff hergestellt:
    „Die Freiburger Polizei steht bereits im Fall des Messerangriffs durch einen ehemaligen AfD-Stadtratskandidaten, der sich ebenfalls am vergangenen Samstag ereignet hat, bundesweit in der Kritik. In ihrer ersten Meldung hatte sie nur die Sicht des AfD-Mannes mitgeteilt. Die Badische Zeitung konnte nun aber mit einer Zeugin sprechen, die die Darstellung der Antifa bestätigt.“
    In einem weiteren Artikel dokumentiert die Badische Zeitung die Aussage dieser Zeugin von Hagermans Angriff. Darin kommen auch die Freiburger Bullen zu Wort:
    „Weil die Polizei in einer ersten Meldung nur die Sicht des AfD-Mannes mitgeteilt hatte, war sie bundesweit in die Kritik geraten. Polizeisprecher Michael Schorr erklärt, das habe daran gelegen, dass zuerst lediglich der AfD-Mann den Vorfall schilderte.“
    Das ist eine Lüge: Das Antifa-Communiqué ist von Samstag, die BZ von Sonntag und die Bullen-PM von Montag. Wir hätten da noch eine Frage zur rassistischen Hetzjagd an die Freiburger Polizei: Hat der Rädelsführer, der mit Mord gedroht hat, noch seine Dienstwaffe?

  • Sonnabend, 19.06.2021

    In Redon in der Bretagne haben über 400 Bullen eine Raveparty in Gedenken an den von den Bullen am 22. Juni 2019 in die Loire gedrängten und ertrunkenen Genossen, Steve Maia Caniço, angegriffen. Durch den Einsatz von Offensiv-Granaten gegen die Menge von etwa 2.000 Tanzenden verlor ein Versammlungsteilnehmer in der Nacht auf Samstag eine Hand. Es flogen Mollis und Steine auf die Störenfriede. Am 17. Juni hatte die Justiz in Rennes geurteilt, dass Steve wie 13 weitere RaverInnen vor zwei Jahren tatsächlich durch den Einsatz der Hundertschaften in den Fluss getrieben wurde. Ein hundertprozentiger Widerspruch zu der internen Ermittlungen des IGPN.
    Pas de justice – pas de paix !

  • Sonnabend, 19.06.2021

    Am 15. Juni durchsuchten französische Bullen mindestens sechs Gebäude in der Gemeinde Gentioux und griffen das autonome Medienportal LaBogue an. Die Ermittlungen drehen sich vordergründig um Sabotageaktionen gegen Mobilfunkantennen. Sechs Menschen wurden zunächst in Gewahrsam genommen und vom Limousin-Hinterland nach Paris gebracht. Weiterer Ermittlungsgegenstand sind die verbrannten ENEDIS-Autos Anfang 2020.
    Ende Mai wurde der Anarchist Boris in Nancy wegen Brandstiftungen an 5G-Masten zu zwei Jahren Haft, zwei Jahren Bewährung und einer Geldstrafe von 91.000€ verurteilt. Frankreichweit sind allein während der Pandemie an die 200 Mobilfunkantennen sabotiert worden.
    In Bar-le-Duc entpuppte sich die Anklage wegen Sprengstoffbesitz und der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen CIGEO-GegnerInnen in den ersten Junitagen als inhaltsleer. Im für den am 21. September anvisierten Urteilsspruch hat die Staatsanwaltschaft auf bis zu ein Jahr Haft und zwischen zehn und achtzehn Monate Bewährungsstrafen plädiert. Hunderte protestierten gegen Atomkraft und für Solidarität vor dem Gerichtsgebäude. ÜbeltäterInnen aus mehreren aktuellen Fällen ergriffen das Wort. Wie in den Skadalermittlungen um Tarnac, jenen des 8. Dezember und vielen weiteren: Der Staat mißbraucht Anti-Terrorparagraphen zur Lähmung sozialer Bewegungen. Lassen wir uns nicht einschüchtern.
    Wir sind Alle §129a!

  • Freitag, 18.06.2021

    Das Polizeipräsidium Freiburg hat als Reaktion auf unser Communiqué eine Pressemitteilung zur rassistischen Hetzjagd am 12. Juni veröffentlicht. Darin geben die Bullenschweine zu, dass der Anführer des rassistischen Mobs „Polizeibeamter des Polizeipräsidiums Freiburg“ ist. Ansonsten werden die üblichen Verschleierungs-Techniken eingesetzt: Entpolitisierung, Entpolitisierung, Entpolitisierung, „Streitigkeiten“ statt „Hetzjagd“, „wechselseitige Beleidigungen“ statt „Ausländer raus!“-Gegröle und – Dreistigkeit siegt! – eine Runde Selbstlob: „Erst die verständigte Polizei konnte die Streitigkeit beenden.“ Und natürlich der Klassiker: Eine Pressemitteilung wird erst dann veröffentlicht, wenn sich der Naziskandal wirklich nicht mehr vertuschen lässt. Immerhin wird „hinsichtlich des Polizeibeamten die Einleitung dienstrechtlicher Schritte unter Berücksichtigung des aktuellen Ermittlungsstandes geprüft“, was bedeuten dürfte, dass die Freiburger Bullen weiterhin alles versuchen werden, um ihren Kollegen aus der Schusslinie zu nehmen. Aufgrund von Rassismus und Corpsgeist bei der Freiburger Polizei wurden die Ermittlungen in diesem Fall von der Autonomen Antifa übernommen.

  • Freitag, 18.06.2021

    Am Samstag, den 12. Juni, gab es nicht nur Hagermans Messerangriff um 17 Uhr in der Unterwiehre, sondern auch noch eine rassistische Hetzjagd um 18 Uhr im Stühlinger und in Haslach. Mehr als ein Dutzend Rassisten hetzten einen migrantischen Antifaschisten mindestens eine halbe Stunde lang am helllichten Tag durch Freiburg. Dutzende Menschen griffen nicht ein, holten keine Hilfe und blieben noch nicht einmal stehen. Die Polizei wurde schließlich vom Antifa selbst gerufen, doch zwei der Polizisten verbrüderten sich mit dem Haupttäter. Laut Aussage eines der Rassisten ist der Haupttäter selbst Polizist. Jetzt erst recht: Kommt zur Antifademo am Samstag um sechs an der Haltestelle Lorettostraße. Kampf dem Faschismus!

  • Donnerstag, 17.06.2021

    Als Reaktion auf Naziübergriffe in der vergangenen Woche findet in Freiburg am 19. Juni eine antifaschistische Demonstration statt. Los geht es um 18 Uhr in der Günterstalstraße an der Haltestelle Lorettostraße in der Wiehre. Alle auf die Straße gegen rechte Gewalt!

  • Mittwoch, 16.06.2021

    Heute wurden in Berlin die Bullen mit brennenden Barrikaden und Straßenkampf gegen die für Donnerstag, den 17. Juni, geplanten Brandschutzbegehung der Rigaer94 überrascht. Es wurde versucht, die weiträumige Absperrung durch die Polizei zur Verhinderung von autonomen Protesten, wie schon bei den Räumungen der linken Kneipen Syndikat und Meuterei, zu umgehen. Denn das vorgeschobene Interesse am Brandschutz der Rigaer94 muss durch den von langer Hand geplantem Bullengroßeinsatz als Räumungsbedrohung verstanden werden. Zumal die BewohnerInnen der Rigaer94 schon im November 2020 selbstständig mögliche Mängel am Brandschutz behoben haben, doch das spielt keine Rolle. Auch das Oberverwaltungsgericht hatte heute im Eilverfahren der Ablehnung der Beschwerde der Rigaer94 gegen die Duldung der Brandschutzbegehung zugestimmt. Immerhin eine Änderung hat das OVG festgestellt: Die Eigentümer-Briefkastenfirma darf bei der Begehung nicht ins Haus. Die Rigaer94 erklärte währenddessen erneut, dass der Sachverständige das Haus frei betreten und wieder verlassen darf – selbstverständlich ohne Polizeischutz.

  • Dienstag, 15.06.2021

    Am 13. Juni wurde in der Schweiz ein neues „Antiterror-Gesetz" beschlossen. In einer Volksabstimmung haben sich 56,6 Prozent der Stimmberechtigten für das „Bundesgesetz über Polizeimaßnahmen zur Terrorismusbekämpfung“ ausgesprochen, wonach Bullen weitreichende Repressionsmaßnahmen ohne richterliche Bewilligung durchführen dürfen. Da sich die Maßnahmen ausdrücklich gegen Individuen richten, die nicht konkret verdächtigt werden, ein Gewaltverbrechen zu planen oder begangen zu haben, können polizeiliche Maßnahmen wie Meldepflicht, Kontaktverbot und Ausreiseverbot sich somit auch gegen linke AktivistInnen richten. Erst vor wenigen Wochen hatten Bullen in der Waadt Wohnungen durchsucht und KlimaaktivistInnen stundenlang verhört, weil sie zur Verweigerung des Militärdienst aufgerufen hatten.
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  • Montag, 14.06.2021

    Robert Hagerman wurde kurz nach seinem Messerangriff am 12. Juni von den Bullen wieder freigelassen. Er kehrte am 13. Juni mit Dubravko Mandic zum Tatort zurück, um Betroffene und ZeugInnen einzuschüchtern. Hagerman wurde noch am gleichen Abend mit Flyern in seiner Nachbarschaft geoutet. In der Badischen Zeitung vom 13. Juni werden die rechtsradikalen Pfeffer- und Messerangriffe durch eine angebliche „Provokation“ relativiert. Zudem gebe es „laut Polizei verschiedene Darstellungen des Geschehens“. Eine Pressemitteilung der Freiburger Polizei vom 14. Juni übernimmt hingegen ausschließlich die Sichtweise des Nazis und erwähnt die der vielen ZeugInnen mit keinem Wort, wie auch der Tagesspiegel am 14. Juni bemerkt. Laut belltower.news vom 14. Juni „werde momentan noch gegen alle Tatbeteiligten ermittelt“ und ein Pressesprecher der Polizei Freiburg sagte: „So eine Ermittlung könne aber ja auch entlastend sein.“ Hagermans Alter wird von der Polizei mit 39 Jahren angegeben und das des Ersthelfers mit 61: „Am Einsatzort konnte ein 61-jähriger Mann mit einer leichten Schnittverletzung im Bereich des Oberkörpers angetroffen werden. Er wurde zur medizinischen Versorgung in ein Klinikum verbracht und konnte dieses nach Abschluss der Behandlung wieder verlassen.“ Gut, dass die Verletzungen weniger schlimm sind als vor Ort befürchtet, aber die Relativierung eines rechtsradikalen Messerangriffs durch Lokalpresse und Polizei ist unerträglich. Organisieren wir den antifaschistischen Selbstschutz!

  • Sonntag, 13.06.2021

    In Bern gab es in den letzten Wochen mehrere Besetzungen und Räumungen. Außerdem laufen die Prozesse wegen der Besetzung der Effy29, die im Februar 2017 geräumt wurde. Am Samstag, den 19. Juni, gibt es um 16 Uhr ab Casinoplatz Bern eine Solidemo unter dem Motto: „Effi lebt!“

  • Sonnabend, 12.06.2021

    Am 12. Juni hat der AfD-Nazi und „Querdenker“ Robert Hagerman am helllichten Tag in der Freiburger Unterwiehre einen Mann mit einem Messer niedergestochen. Der Mann hatte zuvor zwei jungen AntifaschistInnen nach einem Pfeffergel-Angriff von Hagerman geholfen. Das Opfer kam ins Krankenhaus, Hagerman wurde festgenommen. Hagerman, Nazischwein, wir kriegen dich!

  • Freitag, 11.06.2021

    Vom 16. bis 18. Juni findet die 214. Sit­zung der In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz im Freizeitpark Rust statt. Am Freitag, den 18. Juni, werden Proteste gegen die Sitzung organisiert, Treffpunkt ist um 11.30 Uhr am Bahnhof Ringsheim. Von Freiburg fährt um 8 Uhr ab dem Platz der alten Synagoge eine Fahrraddemo bis nach Ringsheim mit Zwischenstopp in Emmendingen.

  • Donnerstag, 10.06.2021

    Der Bundestag ein Gesetz beschlossen, das dem Bundesamt für Verfassungsschutz, allen Landesämtern, dem Bundesnachrichtendienst und dem Militärischen Abschirmdienst das Hacken von vertraulicher Kommunikation bereits vor der Begehung von Straftaten erlaubt. Zwar ist lediglich das Mitlesen von aktiver sowie gespeicherter Kommunikation gestattet, aber dafür muss der Rechner mittels einer „Staatstrojaner“ genannten Schadsoftware weitgehend übernommen worden sein. Bugfixing von Sicherheitslücken statt Sicherheitslücken für „die Dienste“!
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  • Mittwoch, 09.06.2021

    In dem Land von Hanau, Kassel und den „jüdischen Vermächtnissen“ ist mal wieder eine Chatgruppe von Nazibullen aufgeflogen. Dieses Mal bei den brutalsten Schweinen von allen: Dem SEK in Frankfurt am Main. Aufgeflogen sind die 18 aktiven und zwei ehemaligen Bullen durch einen der ihren, weil der außerdem noch Kinderpornos gesammelt hat. Seit 2015 liefen 94 Verfahren gegen hessische Bullen wegen des Verdachts einer rechtsradikalen Gesinnung. Polizei auflösen!
    Presse: 1 2 3

  • Dienstag, 08.06.2021

    Da die baden-württembergische AfD bei der Suche nach Räumlichkeiten für ihren Listen-Parteitag zur Bundestagswahl mehrfach kläglich scheiterte, wählen die AfD-Mitglieder die Landesliste für die Bundestagswahl per Briefwahl. Bisher wurden in zwei Wahlgängen die KandidatInnen für die Listenplätze 1 bis 12 gewählt. Im ersten Wahlgang der Urwahl erhielt Alice Weidel die meisten Stimmen. Ebenfalls unter die ersten 10 wurden Markus Frohnmaier und Marc Jongen, Martin Hess, Dirk Spaniel, Marc Bernhard, Malte Kaufmann, Christina Baum, Jürgen Braun und Thomas Seitz gewählt. Im zweiten Wahlgang wurden Volker Münz und Rebecca Weißbrodt auf die Liste gewählt. Sämtliche dieser aussichtsreichen KandidatInnen haben bereits wichtige Positionen in Partei oder Parlamenten und sind dementsprechend auch parteiintern bekannt.
    Die Kandidatin Andrea Zürcher erhielt wie schon im ersten Wahlgang auch im zweiten Wahlgang knapp keinen Platz auf der Landesliste, obwohl sie sich während des zweiten Wahlgangs wenig glaubwürdig, aber strategisch geschickt gegenüber Medien und Parteimitgliedern als Opfer eines angeblichen linksradikalen Anschlags inszeniert hatte. Zürcher ist zwar bereits AfD-Kandidatin im Wahlkreis Waldshut, hat darüber aber kaum Chancen auf ein Bundestagsmandat.
    Im aktuell laufenden dritten Wahlgang von voraussichtlich insgesamt 5 Wahlgängen soll bestimmt werden, wie die bisher gewählten 12 KandidatInnen gereiht werden sollen, wer von den 12 auf die Liste gewählten KandidatInnen also auf welchen Platz kommt. Die Stimmen dieses Wahlgangs sollen am 12. Juni von 16 Uhr bis voraussichtlich Mitternacht, am 13. Juni von 8 Uhr bis voraussichtlich 23 Uhr und am 14. Juni von 8 Uhr bis voraussichtlich 14 Uhr in der „Pension zur Margarete“, Otto-Hahn-Str. 31-33, 71069 Sindelfingen ausgezählt werden.
    Anfang Juni kam eine vom AfD-Bundesvorstand beauftragte „Kommission zur Gewährleistung rechtssicherer Aufstellungsversammlungen“ zu dem Ergebnis, dass die baden-württembergische Listen-Briefwahl korrekt ablaufen würde und Alice Weidel damit ihren Listenplatz auf der Landesliste behalten kann. Die AfDlerin Martina Böswald aus Staufen hatte zuvor massive Mängel bei der Mitgliederbriefwahl angeprangert.
    Im Mai hatte die parteiinterne Justiz in Form des baden-württembergischen AfD-Landesschiedsgerichts entschieden, dass ein „Ausschluss von der Ausübung der Rechte als Mitglied“ gegen Böswald aufgehoben wird. Der baden-württembergische Landesvorstand, der die gegen Böswald gerichtete Parteiordnungsmaßnahme unter anderem wegen „fortgesetzter Agitation gegen den Landesvorstand“ beschlossen hatte, wurde in dem Verfahren wenig erfolgreich durch den rechtsradikalen Burschenschafter Andreas Schoemaker vertreten.

  • Montag, 07.06.2021

    Weil er ein 5m² großes Hakenkreuz aus den Ziegeln des Hauses seines Vaters geformt hat, riskiert ein Bulle der Region Grand-Est theoretisch bis zu sieben Jahren Knast und 100.000€ Geldstrafe. Das clevere Nazischwein hat jedoch schon vor seinem Prozess wegen Verherrlichung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Belfort am 16. Juni eine triftige Ausrede von sich gegeben: Das Hakenkreuz sei gar keine Absicht gewesen, vielmehr hätte er die nach und nach durch Wetterereignisse heruntergefallenen Ziegeln ersetzt und das Nazisymbol sei durch Zufall entstanden. Immerhin würde er damit zu dem Bruchteil an französischen Cops gehören, die bei 60% Le Pen-Stimmen nicht zusätzlich noch den Klimawandel leugnen. Ob die internen Ermittlungen der internen Ermittlungsabteilung IGPN zu etwas führen darf bezweifelt werden. Zwar wurde sich von oben für eine Dienstenthebung ausgesprochen, doch auch das ist mehr als unwahrscheinlich. Seine Kameraden im Corps haben auch hier eine Ausrede: Der ist doch schon seit 20 Jahren im Dienst. „Wenn der ein Nazi wäre, dann hätten wir das schon lange mitgekriegt.“

  • Montag, 07.06.2021

    In der vergangenen Woche haben UmweltaktivistInnen ein Waldstück auf dem Neubaugebiet Dietenbach im Westen Freiburgs besetzt. Die Stadt will dort neben der Zerstörung des letzten bedeutsamen Stück Ackerlandes in kommunalem Besitz auch mehrere Hektar Wald roden, um ihren ach so ökologischen Stadtteil zu bauen. Wohnraum für alle – Hochäuser in Herdern durchsetzen!

  • Sonntag, 06.06.2021

    Die CDU/CSU/SPD-Regierung hat eine Änderung der Strafprozessordnung beschlossen, wonach Razzien künftig zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich sein sollen. Der Paragraf 104 StPO soll so geändert werden, dass Durchsuchungen auch zwischen 21 und 6 Uhr möglich sind. Einzige Voraussetzung: Es muss den begründeten Verdacht geben, dass während der Durchsuchung „auf ein elektronisches Speichermedium zugegriffen werden wird, das als Beweismittel in Betracht kommt“. Konkret sollen die Bullen rund um die Uhr die Möglichkeit bekommen, angeschaltete und damit entschlüsselte Computer von Verdächtigen zu beschlagnahmen, um auf die ansonsten verschlüsselten Daten zugreifen zu können.

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    Updates zum Communiqué.

    Am Samstag, den 12. Juni, hat um 18 Uhr eine rassistische Hetzjagd in Freiburg stattgefunden. Ein 35-jähriger Lette wurde am Ende von einem Dutzend Männern über mindestens eine halbe Stunde massiv rassistisch beleidigt, mit dem Tode bedroht, körperlich attackiert und durch die Straßen gejagt. Dutzende Menschen wurde ZeugInnen des Vorfalls, rund 30 Menschen wurden erfolglos persönlich um Hilfe gebeten, nicht einmal die Polizei wurde gerufen. Als sich das Opfer schließlich in eine Tankstelle retten konnte und von dort selbst die Polizei rief, verbrüderten sich bei der anschließenden Polizeikontrolle zwei Polizisten mit dem Haupttäter. Die Hetzjagd fand keine zwei Kilometer entfernt und nur knapp zwei Stunden nach dem faschistischen Pfeffer- und Messerangriff von AfD-Stadtratskandidat Robert Hagerman statt, bei dem er vier Menschen verletzte.

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    Rassistische Hetzjagd am 12.06.2021 in Freiburg

    Der Antifa war auf dem Heimweg aus dem Stühlinger nach Haslach. Der Stühlinger ist ein sehr lebendiger, innenstadtnaher Stadtteil von Freiburg während Haslach eher ein ArbeiterInnenquartier war und ist. Es war Samstag Abend um sechs Uhr am zweiten Spieltag der Fußball-EM und es war fast 28 Grad warm. Der Antifa ging stadtauswärts die Eschholzstraße hinunter und traf an der roten Ampel Eschholzstraße/Ferdinand-Weiß-Straße auf eine Gruppe von fünf betrunkenen Männern. Sie waren wie er in Richtung Ochsenbrücke unterwegs und vertrieben sich die Wartezeit auf die grüne Ampel damit, sich in den Schwitzkasten zu nehmen und dumme Sprüche zu reißen. Die rassistische Gruppe bestand zuerst aus fünf Personen:

    Man wird ja wohl noch fahnden dürfen

    (Täter 1) war der Rädelsführer der Gruppe und ist laut Aussage von (Täter 8) Polizist. Es ist völlig unklar, wie glaubwürdig die Aussage von (Täter 8) ist, aber die Verbrüderungsszene bei der Polizeikontrolle am Ende spricht zumindest für eine Freundschaft von (Täter 1) mit zwei Polizisten. Er ist ca. 50-55 Jahre alt, mit ca. 160-165 cm eher klein, trägt einen dichten, grauen Vollbart, etwa 3-4 cm lang. Früher hatte er mal dunkle Haare, aber die sind mittlerweile grau und vor allem wenige, deshalb trägt er Glatze. Er hat braune Augen und gebräunte Haut und spricht badischen Dialekt. Er trug ein schwarzes T-Shirt mit weißen Motiven, das er vier Mal zur Einschüchterung auszog, genau wie seinen Ehering, den er sich zwei Mal mit großer Geste abstreifte und wegsteckte. Dennoch wirkte er nicht besonders sportlich. Er trug graue Shorts und unauffällige, helle Schuhe. Er war betrunken, aber nicht volltrunken, schwulenfeindlich, dabei nicht besonders laut, aber extrem aggressiv. Er hat mehr als vierzig Mal gesagt, dass er sein Opfer erschießen werde.

    (Täter 2) war der zweite Rädelsführer der Gruppe. Er ist ca. 35-40 Jahre alt, ca. 170-175 cm groß, schlank, muskulös und sportlich. Wie viele der Täter hatte er einen (kurzen) Undercut, der im angelsächsischen Sprachraum auch „Hitler Youth haircut“ genannt wird: Haare an den Seiten kurz und oben etwas länger. Er hatte dunkle Augen und dunkles Haar, hatte helle Haut und trug weiß: Ein weißes T-Shirt, weiße Shorts, weiße Socken und weiße Schuhe. Er war ebenfalls betrunken, aber nicht volltrunken, ebenfalls sehr aggressiv und laut. Trotz seines aggressiven Auftretens – er hat ebenfalls sein T-Shirt ausgezogen und „Schlag zu, ich bringe dich um!“ gerufen – wirkte er in seiner Schläger-Pose doch lächerlich.

    (Täter 3) war der lauteste und betrunkenste „Ausländer raus!“-Gröler der Gruppe. Er war höchstens 40 Jahre alt, ca. 170-175 cm groß, hatte gelb-grün-braune Augen, etwa 4-5 cm lange braune Haare und einen durchschnittlichen Körperbau. Er trug eine normal herum getragene, aber hochgestellte, weiße Baseball-Cap, ein weißes T-Shirt mit schwarzen Motiven und helle Shorts. Er war sehr aggressiv, auch er hat mit Mord gedroht: „Ich bringe dich um!“. Er ist mit (Täter 1) verschwunden, kurz bevor die Bullen kamen.

    (Täter 4) war der ruhigste Mann der Gruppe. Er ist ca. 40 Jahre alt, ca. 175 cm groß, hat blaue Augen und einen blonden Undercut und ist leicht übergewichtig. Er trug eine kleine, runde Brille aus Metall, ein hellblaues T-Shirt, blaue, lange Jeans und braune Schuhe. Er hat (Täter 1), (Täter 2) und (Täter 3) mehrfach beschwichtigt und zurückgehalten. Er hat weder gedroht, noch geschlagen, und stand oft am weitesten vom Geschehen weg.

    (Täter 5) blieb weitestgehend im Hintergrund. Er ist ca. 40 Jahre alt, ca. 180 cm groß, hatte mit etwa 3 cm sehr kurze Haare und war schlank, aber nicht sportlich. Er trug ein schwarzes T-Shirt mit weißen Motiven und längere Jeans. Er hat zwar mehrfach von hinten geschrien, aber nicht gedroht und kam auch nicht in die Nähe des Opfers.

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    (Ort A) einige Tage später

    „Ausländer raus!“

    Auf Höhe der BAR am Funkeneck überholte der Antifa die Gruppe. Alle fünf schauten ihn an und sahen einen 35-jährigen, sportlichen Mann mit Irokesen-Haarschnitt und Piercing, der nicht ihrer Definition von „Deutscher“ entsprach. Die Gruppe wurde leiser und plötzlich stimmten erst zwei, dann mindestens drei den Sprechgesang „Ausländer raus!“ an. Nachdem der Antifa realisiert hatte, dass er gerade am helllichten Tag mitten in Freiburg von einer Gruppe Rassisten beleidigt wird, blieb er stehen und fragte die Gruppe: „Ja, ich bin Ausländer. Und wo soll ich hingehen?“ Erst (Täter 3), dann (Täter 2) und (Täter 1) riefen „Ausländer verschwinde!“

    Der Antifa lief weiter in Richtung Haslach und sagte den Rassisten, dass er dort wohne und jetzt nach Hause gehe. Mittlerweile waren die sechs Personen vor dem Hochhaus in der Escholzstraße 100, bei (Ort A). Hier fragte der Antifa zum ersten Mal fünf Menschen um Hilfe. Zuerst signalisierte er zwei Fahrradfahrern langsamer zu werden und bat sie, die Polizei zu rufen. Sie bremsten jedoch nicht ab und fuhren weiter.

    Dann rief der Antifa „Alerta, alerta, antifascista“, um auf die Situation aufmerksam zu machen und einen Kampf zu vermeiden, was aber lediglich die Rassisten reizte. (Täter 1) sagte zum ersten Mal an diesem Tag: „Ich erschieße dich!“ Diesen Satz hat (Täter 1) mit leichten Abwandlungen mindestens 40 Mal während der Hetzjagd gesagt. Der Antifa hat (Täter 1) gefragt, wie und wann er ihn umbringen wolle und erhielt als Antwort „Wenn ich dich nächste Woche in Haslach treffe, dann erschieße ich dich!“

    Also sprach er einen an der roten Ampel wartenden etwa 40-50 Jahre alten Mann in voller Fahrradmontur mit Rennrad, eine knapp 30-jährige Frau mit Rock und Hollandrad und einen Fahrradfahrer mittleren Alters direkt und persönlich an: „Ich habe kein Handy, können sie bitte die Polizei rufen, ich wurde mit dem Tode bedroht und mit „Ausländer raus!" rassistisch beleidigt.“ KeineR der Angesprochenen hat reagiert.

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    Fließender Verkehr auf der Ochsenbrücke

    Eine Frage der Ehre

    Auf der Ochsenbrücke fand der wohl skurrilste Teil dieses an unglaublichen Ereignissen nicht armen Tages statt. (Täter 2) zog sein T-Shirt aus und drohte dem Antifa aggressiv mit Schlägen („Ich bringe dich um, schlag zu, komm!“) und wurde von (Täter 4) beschwichtigt. Der Antifa sagte, dass (Täter 1) Abstand halten und nicht in seine Nähe kommen solle. Dann zog auch (Täter 1) sein T-Shirt aus und drohte wie (Täter 3), den Antifa zu verprügeln. Der Antifa versuchte mit „dann aber unten am Fluss, 1:1 und nacheinander“ wenigstens eine Chance gegen die fünf auszuhandeln, aber das wollten die deutschen Rassisten dann doch nicht. In den Worten von (Täter 1): “Nächste Woche erschieße ich dich.“

    Insgesamt war die Gruppe etwa 5-8 Minuten auf der Brücke. Während dieser Zeit hat der Antifa mehrere FahrradfahrerInnen in Richtung Haslach erfolglos angesprochen, was von drei PassantInnen in Richtung Stadt beobachtet wurde. Er sprach einen 30-jähriger Mann mit dunklen Haaren und Mittelscheitel, schwarzem T-Shirt und kleiner, grauer Weste und eine ca. 1,50 cm große Teenagerin und noch eine dritte Frau an. Alle drei sind einfach weitergegangen, ohne ihn weiter zu beachten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Antifaschist bereits rund ein Dutzend Personen um Hilfe gebeten, aber niemand griff ein. Er hatte explizit darum gebeten, die Polizei zu rufen, aber niemand rief an. Unseres Wissens nach ist niemand auch nur stehen geblieben, um den rassistischen Angriff zu beobachten.

    Mittlerweile waren die sechs Personen an der Ecke Eschholzstraße/Haslacher Straße bei (Ort B) und der Antifa wurde fortwährend rassistisch und sexistisch beleidigt und bedroht. Er musste mehrfach weglaufen und die Situation wurde immer gefährlicher. Dann kam von hinten eine Gruppe von sechs bis zehn Männern, die er ansprach und um Hilfe bat: „Die haben mich angegriffen und „Ausländer raus!“ gerufen! Bitte rufen Sie die Polizei!" Statt ihm zu helfen, liefen (Täter 6) und (Täter 7) aus der größeren Gruppe auf den Antifa zu, schrien ihn an und bedrohten ihn. Nach etwa einer Minute drohten sie mit erhobenen Fäusten. Schnell wurde klar, dass sich beide Gruppen kannten und spontan beschlossen, gemeinsam Jagd auf den Ausländer zu machen. Zur zweiten Gruppe gehörten:

    Das rassistische Dutzend

    (Täter 6) war einer der Rädelsführer der zweiten Gruppe und kannte (Täter 1) gut. Er ist ca. 50 Jahre alt und ca. 165-170 cm groß, ist sportlich, hat dunkelbraune Augen und Haare sowie badische dunklere Haut und er hatte die Haare schön, ohne Frage die beste Frisur von allen, Undercut, etwa 10 cm lang. Er trug ein grünes T-Shirt und grüne Shorts. Er war sehr aggressiv und hat mehrfach die Fäuste gezeigt: „Verschwinde oder ich bring dich um!“

    (Täter 7) kannte ebenfalls (Täter 1) und war in der schlechtesten körperlichen Verfassung von allen. Er ist ca. 55 Jahre alt, wobei das Alter bei Alkoholikern schwer zu schätzen ist, ca. 170-175 cm groß, hat sehr helle Haut, grün-braune Augen und dunkle mit grauen Haaren. Er trug ein langärmliges schwarzes Hemd und graue Shorts. Er trat sehr bedrohlich auf.

    (Täter 8) war der ruhigste Mann in der zweiten Gruppe und hat wie (Täter 4) mäßigend auf die anderen Täter eingewirkt. Er hat insbesondere (Täter 1) und (Täter 6) beschwichtigt. Er ist ca. 40 Jahre alt, ca. 180 cm groß und leicht übergewichtig, hat kurze, schwarze Haare, wie so viele andere einen Undercut, hat dunkle Augen und trägt eine eckige Brille mit dunklem Gestell mit einer hohen Dioptrien-Zahl. Er trug ein graues T-Shirt und Shorts. Er war weder bedrohlich noch beleidigend. Er hat mehrfach behauptet, dass (Täter 1) ein Polizist sei und es besser wäre (Täter 1) in Ruhe zu lassen, weil (Täter 1) betrunken sei.

    (Täter 9) hat zugeguckt und weder bedroht noch beleidigt. Er war ca. 40-50 Jahre alt, war mit ca. 190 cm auffällig groß, hatte dunkelblonde Haare und trug ein braunes T-Shirt und Khaki-farbene Shorts.

    (Täter 10) ist ein älterer Mann, der den Antifaschisten zwar mit „Na und, was???“ angeranzt, aber nicht beleidigt hat. Er ist ca. 50-60 Jahre alt, ca. 175 cm groß, hatte graue Haare und dunkle Augen.

    (Täter 11) ist ein sehr schlanker, junger Mann, ca. 30 Jahre alt und ca. 170 cm groß mit schwarzen Haaren und dunklen Augen. Er war distanziert, hat nicht bedroht, aber auch nicht geholfen. Er hat sich wie alle Täter nicht von der Gruppe entfernt und damit den rassistischen Mob gebildet, ohne den es keine rassistische Hetzjagd gegeben hätte.

    Es fehlen noch Täterbeschreibungen von zwei bis vier oder sogar sechs weiteren Tätern. Somit beläuft sich die Gesamtzahl der Täter auf mindestens 13 Männer.

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    (Ort B) einige Tage später

    Wenn Gefahr, dann Polterabend

    Der Angriff spielte sich am helllichten Tag quer gegenüber der Schwarzwaldmilch ab. Mindestens fünf Ampelphasen lang fuhren Autos in beide Richtungen und niemand reagierte auf die Hilferufe. Die einzige Reaktion von Autofahrern ereignete sich, als der Antifaschist erneut „Alerta, alerta, antifascista!" rief. Ein Mann in einem weißen Achselshirt, mit einer grauen Baseball-Cap, schlank, blaue Augen, blonde Haare, rief vom Beifahrersitz eines kleineren, grauen Kombis: „Wenn ich dich sehe, bringe ich dich um!“ Unterdessen kamen drei bis vier Fahrräder aus Richtung Stadt und mehr als fünf Personen gingen zu Fuß in Richtung Stadt. Alle wurden angesprochen und um Hilfe gebeten, niemand hat reagiert.

    Während der mehrminütigen Angriffe an der Kreuzung Eschholzstraße/Haslacher Straße waren (Täter 6), (Täter 7), (Täter 1), (Täter 2) und (Täter 3) tonangebend. Die Situation war sehr belastend für den Antifaschisten, da er sich einerseits mit mehr als einem Dutzend aggressiven, betrunkenen Rassisten körperlich konfrontiert sah und andererseits keinerlei Hilfe von Dritten bekam – ganz im Gegenteil. Er nahm daraufhin zwei Teller aus einer „zu verschenken“-Kiste auf dem Gehweg und warf sie vor sich auf den Boden.

    Diese Aktion führte dazu, dass eine ältere Frau, bestimmt über 70 Jahre alt, mit grau-weißen Haaren auf einem Fahrrad anhielt. Sie hat blaue Augen, einen Seitenscheitel, sieht gepflegt und fit aus und ist ca. 165-170 cm groß. Auch sie bat der Antifaschist um Hilfe: „Bitte rufen Sie die Polizei an, die bedrohen mich, die haben „Ausländer raus!“ gerufen.“

    Die rassistische Hetzjagd dauerte nun schon 15-20 Minuten und der Antifa musste sich zunehmend gegen direkte, körperliche Angriffe wehren. (Täter 6) schlug ihm auf seine ausgestreckten Hände. Die Frau beobachtete die Szene und intervenierte als erste Person für den Antifaschisten: „Lasst mal den Jungen, lauft weiter!“ Die Frau stand zwischen drei der Männer und hat dann ihr Rad weggeschoben.

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    (Ort C) einige Tage später

    Hetzjagd durch Freiburgs Straßen

    Als (Täter 6) erneut zuschlagen wollte, konnte der Antifaschist sich wehren und lief anschließend in Richtung Stadt auf westlicher Seite über die Ochsenbrücke. (Täter 2) nahm die Verfolgung auf. Ihm folgte mit Abstand (Täter 1). Der Antifa lief am Ende der Brücke quer über die Fahrbahn durch den fließenden Verkehr Richtung E-Werk, die Autos vom Zubringer hatten grün. Niemand hat angehalten, niemand hat Hilfe geholt. Der Antifaschist wurde weiter von (Täter 6) und (Täter 1) verfolgt, weit dahinter kam (Täter 8).

    Vor dem Jugendzentrum „LetzFetz“ stiegen drei junge Männer, ca. 17-18 Jahre alt mit schwarzen Haaren und nahöstlichem Aussehen aus einem schwarzen Taxi aus. Der Mann auf dem Vordersitz war ca. 180 cm groß, hatte einen guten Körperbau und trug schwarze Kleidung. Hinten saßen ein jüngerer mit Baseball-Cap und weißem T-Shirt und der Dritte der Gruppe. Diese drei hielten später (Täter 6) zurück.

    Der Antifaschist stieg vorne auf der Beifahrerseite in das Taxi ein. Der Taxifahrer sah alt aus, war aber vermutlich jünger, ca. 40 Jahre alt. Er war ca. 175 cm groß, schlank, hatte einen sehr kurz geschorenen Undercut und graue Haare. Er trug eine schwarze Hose und ein schwarzes T-Shirt und fuhr einen schwarzen Kombi. Der Antifa bat den Taxi-Fahrer um Hilfe: „Bitte rufen Sie die Polizei, ich werde angegriffen" Die Antwort: „Ich habe kein Handy dabei.“ - „Dann fahren Sie schnell los!“ - „Warum?“ - „Weil ich es eilig habe!“ Die Ampel war zwar rot, aber es stand kein weiteres Fahrzeug vor dem Taxi, doch der Taxifahrer fuhr nicht los. In diesem Moment schlug (Täter 6) mit voller Wucht durchs geöffnete Beifahrerfenster des Taxis zum Kopf des Antifaschisten. Diese konnte sich wegdrehen, so dass der Schlag ihn verfehlte. Der Taxifahrer saß während des Schlags auf dem Fahrersitz.

    Der Antifaschist stieg daraufhin aus dem Taxi aus und musste sich erneut gegen einen Angriff von (Täter 6) wehren. Es kam zu einer Schlägerei, nach der (Täter 6) von den drei Jungen, die zuvor aus dem Taxi ausgestiegen waren, zurückgehalten wurde. Der Antifaschist überquerte die vielbefahrene Eschholzstraße Richtung BAR am Funkeneck. Dort wurde er erneut von (Täter 1) bedroht, der schnellen Schrittes auf ihn zu kam: „Ich bringe dich um, du Schwuchtel!“. Ihm folgte mit Abstand (Täter 8). Vor der BAR am Funkeneck gegenüber (Ort C) hat ein gepflegter, fülliger, mittelalter, mittelgroßer Mann mit gut frisierten blonden seitengescheitelten Haaren in einem weißen Achselshirt mit einem ca. 5-6 Jahre alten Kind gefilmt, wie (Täter 1) mit nacktem Oberkörper auf den Antifa zurennt und ihn mit Mord bedroht.

    Der Antifaschist lief zurück auf die Straße auf die Mitte der Fahrbahn, als eine Frau mit hochgesteckten Haaren mit grüner Hose und einem kleinen, blauen Hemd, die mit ihrem Kind unterwegs war, verbal eingriff. Sie fragte: „Warum machen Sie das? Warum muss mein Kind das mit ansehen?“ Der Antifaschist rief ihr zu, sie solle bitte die Polizei rufen. Während des Angriffs saßen Gäste im Biergarten der Bar. Niemand hat geholfen, niemand hat Hilfe geholt.

    Weitere rassistische Angriffe

    Währenddessen hat (Täter 8) (Täter 1) zurückgehalten und (Täter 1) ging wieder zurück nach Haslach über die Ochsenbrücke. Der Antifaschist lief ebenfalls wieder nach Haslach, denn er wollte ja nach Hause. So kam es, dass er neben (Täter 8) lief, der versuchte, Schadensbegrenzung zu betreiben. Er sagte über (Täter 1): „Lass ihn in Ruhe, er ist ein Polizist, er ist betrunken. Geh weg in Richtung Stadt.“ (Täter 8) wiederholte mehrfach die Behauptung, dass (Täter 1) Polizist sei. Auf seine Beschwichtigungsversuche und die ausgestreckte Ghetto-Faust mit „Alles gut, alles gut“-Gebrabbel, antwortete der Antifaschist: „Nichts ist gut.“

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    (Ort D) einige Tage später

    Kaum zurück an der Kreuzung vor der OMV-Tankstelle (Ort B), wurde der Antifa sofort wieder von (Täter 1) bedroht, inklusive T-Shirt ausziehen und Ehering abstreifen: „Ich bringe dich um du Schwuchtel. Ich erschieße dich nächste Woche in Haslach.“ Daraufhin lief der Antifa zur Tankstelle (Ort D) und wurde von (Täter 1), (Täter 2) und (Täter 3) verfolgt, dahinter (Täter 7). An der Tankstelle stand ein Mann mit einem Großroller, ca. 180-185 cm groß, lange braune Haare zum Zopf gebunden, mit einem dunkelblauen Hemd, drei Jungen in einem dunklen Auto, während der Vierte gerade bezahlte und ein Paar, das gerade tankte. Alle wurden angesprochen und um Hilfe gebeten, niemand hat reagiert. Auch als der Antifa direkt zu den drei Jungen im Auto ging und sie bat, die Polizei zu rufen, war die Antwort lediglich: „Kein Handy“.

    Schließlich lief der Antifaschist in die Tankstelle und bat den Kassierer, die Polizei zu rufen. Dieser reichte ihm ein Handy, so dass am Ende der Antifa selbst die Polizei rief. Die OMV-Tankstelle hat mittlerweile bestätigt, dass von der Tankstelle aus am letzten Wochenende die Polizei gerufen wurde. Sowohl die OMV-Tankstelle als auch die Freie Tankstelle auf der Stühlinger-Seite haben bestätigt, dass die Polizei die Videoaufzeichnungen der Tankstellen geholt haben.

    Das Gespräch mit der Polizei dauerte 2:18 Minuten und der Antifa konnte währenddessen beobachten, wie die Täter in Richtung Feuerwehr flüchteten. Das teilte er der Polizei auch mit und lief dann in Richtung Feuerwehr, um die Täter nicht entkommen zu lassen.

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    (Ort E) einige Tage später

    Kein Freund, kein Helfer

    Die Rassisten hatten sich in verschiedene Richtungen entfernt. (Täter 2), (Täter 4), (Täter 5), (Täter 7) und (Täter 9) versteckten sich gegenüber der Feuerwehr hinter einer Hecke in der Kleingartensiedlung an (Ort E). (Täter 10), (Täter 11) und (Täter 8) standen offen sichtbar auf der Seite der Feuerwehr und (Täter 1), (Täter 3) und (Täter 6) waren verschwunden.

    Der erste Polizeiwagen wurde von dem Antifa herangewunken, in dem eine mindestens 40-jährige Polizistin, mit schwarzen, zum Zopf zusammengebundenen Haaren und ein ca. 30-35 Jahre alter Polizist, ca. 190 cm groß, blau-grüne Augen, dunkelblonde, kürzere Haare, saßen. Der Antifaschist sagte, dass er es gewesen sei, der die Polizei gerufen habe, erklärte die Situation und erzählte von den „Ausländer raus!“-Rufen.

    Insgesamt waren acht PolizistInnen mit drei Streifenwagen und einem Polizeibus vor Ort. Bei der Kontrolle wurden die Personalien von mehreren Rassisten und die des Antifas aufgenommen, Taschen wurden kontrolliert und Alkoholtests gemacht. Der Antifa war empört, dass ihn zwar nicht alle, aber viele der PolizistInnen wie einen Täter behandelten.

    Der Antifa gab der Polizei noch vor Ort entscheidende Hinweise für die Ermittlungen. Er sagte, dass (Täter 8) den (Täter 1) kenne und die Polizei (Täter 8) nach (Täter 1) fragen solle, was sie nicht taten.

    Am Ende der Kontrolle, nachdem er bereits alles zurückerhalten hatte, entdeckte der Antifaschist (Täter 1) am zweiten Querweg in der Staudingerstraße, der sich dort versteckt hatte und die Polizeikontrolle beobachtete. Der Antifa wies die PolizistInnen darauf hin, dass der Haupttäter sich an (Ort F) befinde und forderte sie auf (Täter 1) festzunehmen. Doch die Polizei machte keine Anstalten, (Täter 1) auch nur zu kontrollieren. Also lief der Antifaschist in Richtung (Täter 1) und ignorierte die Aufforderungen der Polizei stehen zu bleiben.

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    (Ort F) einige Tage später

    Zwei Polizisten in dem Polizeibus verfolgten den Antifa durch die Staudingerstraße. Der erste der beiden Polizisten war ca. 170 cm groß, mit kleinen, eng zusammenstehenden Augen und einem guten Körperbau. Er wirkte fit, mit fast grauen Haaren und Undercut und hatte mindestens drei schwarze Tattoos, Bildmotive, keine Schrift, verteilt auf beiden Unterarmen. Der andere Polizist war auffällig schlank, ca. 180-185 cm groß, mit schwarzen, kurzen Haaren, die ca. 2-3 cm lang waren und sehr auffälligen dunkelblauen Augen. Beide Polizisten trugen Schutzwesten. Als die beiden Polizisten zu (Täter 1) kamen, begannen der tättowierte Polizist und (Täter 1) zu grinsen und der Polizist ging zu (Täter 1). Der tättowierte Polizist legte seinen linken Arm um (Täter 1) und die beiden lächelten sich an. Es war offensichtlich, dass auch der zweite Polizist (Täter 1) kannte. Der Antifaschist wurde anschließend weggeschickt und (Täter 1) konnte weiter die Kontrolle beobachten.

    Auf die Beschwerden des Antifas gegenüber einem anderen Polizisten an (Ort E), wie es sein könne, dass der rassistische Haupttäter jetzt unbehelligt am Rande stehen könne, kamen Antworten mit verschränkten Armen wie „Wollen Sie uns sagen, wie wir unsere Arbeit zu machen haben?“, „Was ist mit dem Teller, der kaputt gegangen ist?“ und „Sie haben die Männer provoziert und „Scheiß Nazis“ genannt. Wissen Sie eigentlich, dass das eine Beleidigung ist?“ Und: „Gegen Sie liegen auch Anzeigen vor, gehen Sie jetzt nach Hause, sie bekommen dann Post von uns.“

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    Wer kennt diesen Mann?

    Zum Jagen tragen

    Bei der Polizeikontrolle waren acht PolizistInnen anwesend. Nur ein Polizist hatte Tattoos an seinen Unterarmen. Dieser Polizist kennt (Täter 1). Es dürfte also nun eine leichte kriminalistische Fingerübung für die Freiburger Polizei sein, den Haupttäter der rassistischen Hetzjagd zu ermitteln. Allerdings ist unser Vertrauen sowohl in den Ermittlungseifer als auch in die Fähigkeiten der Freiburger Polizei nach einschlägigen Erfahrungen in der Vergangenheit begrenzt. Was ist auch von einer Polizei zu erwarten, die nach „Ausländer raus!“-Rufen eines rassistischen Mobs keine Pressemitteilung veröffentlicht?

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    Polizeipropaganda der Freiburger Polizei vom 16.06.2021

    Obwohl die beiden rechtsradikalen Angriffe am 12. Juni in Freiburg keinen direkten Zusammenhang haben dürften, weisen sie doch einige Parallelen auf. In beiden Fällen wurde Linke von Rechtsradikalen angegriffen. In beiden Fällen machten die Opfer durch Scherbengeklirr auf sich aufmerksam (die beiden von Hagerman angegriffenen Antifas hatten Cola-Flaschen auf den Boden fallen lassen). Erst danach griffen in beiden Fällen als Erste ältere, unbeteiligte PassantInnen ein und kamen den Antifas zu Hilfe.

    Aber sie weisen auch starke Unterschiede auf. Robert Hagerman ist in der AfD organisiert und im Querdenker-Spektrum zu Hause, während die Ochsenbrücken-Rassisten vermutlich zusammen saufen und Fußball gucken waren. Während (Täter 1) von Erschießen redete und mit bare knuckles poste, setzte Hagerman Pfeffergel und Messer ein. Hagerman ist ein Außenseiter wohingegen der rassistische Mob zum Großteil aus Kollegen und Ehemännern bestand. Besonders auffällig jedoch ist die vollständige Ignoranz so vieler vermeintlich Unbeteiligter gegenüber rassistischer Gewalt im oben geschilderten Fall.

    Zwei rechtsradikale Angriffe an einem Tag und die massenhafte Verweigerung von Hilfe in der Not vor rassistischen Übergriffen widersprechen fundamental dem Freiburger Selbstverständnis einer liberalen Stadt. Wieder einmal hat sich eine besoffene Männerbande nach einem Fußballspiel zusammengerottet und Straftaten gegen Linke verübt. Denn nichts hat die Rassisten so aufgebracht wie das offensive „Alerta, alerta, antifascista!“ ihres Opfers, das sich, obwohl allein, nicht in seine Opferrolle gefügt hat.

    Aus einer ähnlichen Stimmung heraus wurde 2012 von Faschisten ein Brandanschlag auf das besetzte Haus in der Gartenstraße 19 in der Freiburger Innenstadt verübt. Auch damals waren die ersten Reaktionen von Polizei und Badischer Zeitung wie im Falle des Messerangriffs am 12. Juni in Freiburg empörend verharmlosend. Die Polizei hat in ihrer von der Staatsanwaltschaft autorisierten Pressemitteilung ausschließlich Hagermans Lügen kolportiert. Wir sind froh, dass sich die Verletzungen des Ersthelfers durch Hagerman als weniger schlimm herausgestellt haben, als von ZeugInnen vor Ort beobachtet. Aber deshalb Hagermans Messerangriff zu verharmlosen und zu relativieren kann sich nur ein Lokalblatt erlauben, das gleichzeitig Monopolblatt ist. Es ist keine „Provokation“ einen Faschisten einen Faschisten zu nennen, sondern das Gebot der Stunde.

    Schaut nicht weg! Holt Hilfe! Greift ein!

    Autonome Antifa Freiburg

    Updates zum Communiqué.

    Am 12.06.2021 gegen 17 Uhr hat der Faschist, „Querdenker“ und AfD-Gemeinderatskandidat Robert Hagerman in Freiburg einen Mann mit einem Messer niedergestochen. Der Mann hatte Zivilcourage gezeigt und als Ersthelfer zwei junge AntifaschistInnen versorgt, die Hagerman zuvor niedergepfeffert hatte. Der Verletzte wurde mit einer Stichverletzung im Bauchbereich ins Krankenhaus gebracht. Hagerman wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen. Die Mindeststrafe für versuchten Totschlag beträgt fünf Jahre Knast.

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    Robert Hagerman

    Die Tat fand in unmittelbarer Nähe von Hagermans Wohnort in der Langemarckstraße 86A statt. Die Straßennamen des Freiburger Stadtteils Unterwiehre stammen größtenteils aus der NS-Zeit und sind seit vielen Jahren umstritten. Die Nazis wählten Namen wie Langemarckstraße in Anlehnung an die Erste-Weltkriegsschlacht 1914 oder Skagerrakstraße wegen der Seeschlacht 1916, um die verstorbenen „Helden“ zu ehren. Trotz dieser Kritik wird dieser Teil der Unterwiehre immer noch „Heldenviertel“ genannt, die NS-belasteten Straßennamen wurde bisher nicht umbenannt.

    Hagerman und die beiden AntifaschistInnen trafen aus unterschiedlichen Richtungen kommend in der Skagerrakstraße/Ecke Matthias-Erzberger-Straße aufeinander. Die beiden AntifaschistInnen erkannten Hagerman auf der anderen Straßenseite und beschimpften ihn als Faschisten. Hagerman reagierte wie so oft, indem er sein Handy zückte, um „Beweisvideos“ zu drehen. Die beiden AntifaschistInnen entfernten sich in nördliche Richtung und gingen die Matthias-Erzberger-Straße entlang. Hagerman nahm die Verfolgung auf und filmte die ganze Zeit.

    An der Kreuzung Matthias-Erzberger-Straße/Ecke Weddingenstraße hielten die AntifaschistInnen an. Hagerman kam bedrohlich nahe und sagte, dass er die beiden wegen Beleidigung anzeigen wolle. Die AntifaschistInnen wollten nicht weiter gefilmt werden und hielten ihre Hände vor Hagermans Handy. Daraufhin holte Hagerman ein größeres Pfeffergel hervor und setzte es mehrfach aus direkter Nähe gegen die beiden AntifaschistInnen ein. Beide versuchten zu entkommen, wurden aber von Hagerman weiter mit Pfeffergel attackiert.

    Bei der Flucht ließen die AntifaschistInnen ihre Cola-Glasflaschen zu Boden fallen, wodurch AnwohnerInnen auf das Geschehen aufmerksam wurden. Ein Auto kam aus der Matthias-Erzberger-Stichstraße von Norden auf die Kreuzung zu und hielt an. Der 61 Jahre alte Fahrer des Wagens stieg aus, eilte den verletzten AntifaschistInnen zu Hilfe und versorgte sie mit Wasser. Seine etwas jüngere Begleiterin wartete im Auto. Hagerman hatte weiter Handy und Pfeffergel in der Hand und machte keine Anstalten, die beiden verletzten AntifaschistInnen in Ruhe zu lassen.

    Mittlerweile wurde das Tatgeschehen durch mehrere AnwohnerInnen beobachtet. Der Ersthelfer stellte sich Hagerman in den Weg, welcher die AntifaschistInnen verfolgen wollte. Er fragte Hagerman empört, warum er Jugendliche angreife. Nach einem Wortgefecht holte Hagerman ein Messer hervor, was er trotz lauter und eindeutiger Aufforderung nicht weglegte. Dann stach Hagerman zu.

    Nach der notärztlichen Erstversorgung vor Ort wurde der stark blutende Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Auch seine Beifahrerin musste medizinisch versorgt werden, da sie von Hagerman mit Pfeffergel angegriffen worden war.

    Robert Hagerman ist 39 Jahre alt und seit vielen Jahren als Nazi in Freiburg aktiv. Schon während des zweiten Stechprozesses 2013 saß er im Publikum. Am 01.10.2011 hatte der Nazi Florian Stech auf einem Pendlerparkplatz in Riegel am Kaiserstuhl einen Antifaschisten mit seinem Auto angefahren. Er wurde trotzdem in zwei Prozessen freigesprochen.

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    Robert Hagerman als AfD-Redner am 02.05.2020 in Freiburg

    Hagerman filmt und provoziert häufig am Rande linker Demonstrationen, macht aktiv Anti-Antifa-Arbeit und hält öffentlich Nazireden. Seit Beginn der Corona-Pandemie nimmt er regelmäßig an Aufmärschen und Autokorsos der Coronaleugner teil. Er ist AfD-Aktivist und hat 2019 bei den Wahlen zum Freiburger Gemeinderat für die AfD kandidiert.

    Während dieses Wahlkampfes kam es zu einem AfD-Angriff auf Linke am 16.05.2019 in Freiburg. Damals hatten Dubravko Mandic und Robert Hagerman in einem Hinterhalt auf der Kaiserstuhlbrücke an der Freiburger Messe gewartet und zwei Linke festgehalten, die sich an den AfD-Wahlplakaten zu schaffen machen wollten. Als sich ein zufällig vorbeikommender Fahrradfahrer in das Geschehen einmischte, wurde er von Mandic mit Pfefferspray und von Hagerman mit einer Metallzange angegriffen. Hagerman schlug dem Fahrradfahrer mit voller Wucht gegen den Kopf, traf aber zum Glück nur den Fahrradhelm.

    In der Folge wurde Mandic nach drei Prozesstagen am 15.12.2020 vom Amtsgericht Freiburg wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Das Strafmaß war die Mindeststrafe: Sechs Monaten Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Mandic Berufung eingelegt hat. Hagermans Prozess wurde am ersten Prozesstag abgetrennt, weil seine Nazianwältin Nicole Schneiders nicht aufgetaucht war. Hagerman sollte in Mandics Prozess auf Initiative von Mandics Anwalt Jochen Lober als Zeuge geladen werden. Schneiders bemühte sich vergeblich um Beiordnung als Zeugenbeistand, was sie mit Hagermans Autismus begründete.

    Vor Gericht werden Nazis für ihre Gewalttaten auch in Freiburg bisher kaum zur Rechenschaft gezogen. Florian Stech wurde zweimal freigesprochen. Obwohl Hagerman das Beweisvideo des Angriffs auf der Kaiserstuhlbrücke an Dubravko Mandic übergab, der es dem Staatsschutz frei Haus lieferte, wurde Mandic lediglich zur Mindeststrafe verurteilt. Hagermans Prozess steht noch aus, aber irgendein deutscher Jurist wird ihm schon Rosen auf den Weg streuen.

    Es gibt auffällige Parallelen zwischen beiden Angriffen am 16.05.2019 und am 12.06.2021. Beide Male haben AfD-Nazis in Freiburg am helllichten Tag auf offener Straße Menschen angegriffen und teils lebensgefährlich verletzt. Die Nazis waren jeweils mit Pfefferspray bewaffnet und Hagerman führte eine potenziell tödlichen Waffe. Beide Male intervenierte eine mutige unbeteiligte Person gegen die Selbstjustiz der Nazis und wurde daraufhin selbst zum Opfer von Nazigewalt.

    Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!

    Autonome Antifa Freiburg