• Sonntag, 25.10.2020

    Nach Recherchen der New York Times wurde der Antifaschist Michael Forest Reinoehl am 3. September bei Lacey in der Nähe von Olympia im US-Bundesstaat Washington von US-Marshalls kaltblütig exekutiert. Die Bundesbullen schossen ohne Warnung und versuchten gar nicht erst Reinoehl festzunehmen. Zuvor hatte Reinoehl den Nazis Aaron Danielson am 29. August in Portland nach eigenen Angaben aus Notwehr erschossen. Trump rechtfertigte den Mord an Reinoehl als „Vergeltung“.

  • Sonnabend, 24.10.2020

    Am 17. Oktober gab es in Baden-Württemberg und Bayern Razzien bei Nazis. Es wurden 17 Wohnungen und ein Waldstück von 19 Beschuldigten im Alter zwischen 27 und 77 Jahren durchsucht. Von den Razzien betroffen waren Objekte in München, den Landkreisen Augsburg, Biberach, Esslingen, Günzburg, Kempten, Sigmaringen, Tübingen und Ostallgäu sowie dem Ostalb- und Rems-Murr-Kreis. Eine Wohnungstür wurde aufgeschossen und die Bullen brauchten mehrere LKW, um die beschlagnahmten Waffen abzutransportieren. Die Nazis sollen Wehrsportübungen in Wehrmachtsuniformen in Wäldern duchgeführt haben, ermittelt wird „wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, Verstoßes gegen das Waffengesetz, das Versammlungsgesetz und Tragen verfassungsfeindlicher Symbole“.
    Twitter: 1 2 3
    Presse: 1 2 3 4 5 6

  • Freitag, 23.10.2020

    In Henstedt-Ulzburg fuhren am 17. Oktober zwei Nazis mit ihrem Pickup in eine antifaschistische Gegendemo und verletzten drei Menschen, darunter ist eine Schwerverletzte. Der Angriff ereignete sich anlässlich einer AfD-Veranstaltung nördlich von Hamburg, auf der unter anderem Jörg Meuthen aufgetreten war. Die Nazitäter waren zuvor provozierend und Aufkleber der „Identitären Bewegung“ klebend durch die rund 350 Menschen große Gegendemo gelaufen. Nach der Tat gab ein Bulle einen Warnschuss ab, um linke GegendemonstrantInnen einzuschüchtern und auf Abstand zu den Nazis zu halten. Die Polizei verharmloste im Nachgang ganz offiziell den Mordversuch, indem sie zuerst von einem „Verkehrsunfall“ sprach und der Staatsschutz später behauptete, dass „der Fahrer die Demonstranten nur erschrecken“ wollte.
    Presse: 1 2 3 4 5

  • Donnerstag, 22.10.2020

    Am Montag, den 26. Oktober, wird um 13:30 das Verfahren gegen einen Hausbesetzer der Kronenstraße 21 während der Squatting-Days weiterverhandelt. Das Verfahren war am 13. Oktober ausgesetzt worden, da der vermeintliche Eigentümer, Entmietungs- und Mobbing-Experte Maximilian Kehl vermutlich auch das Hausrecht irregulär anwendete. Dafür besteht nun für die geneigte Öffentlichkeit die einmalige Gelegenheit ihm direkt am Holzmarkt in Freiburg persönlich zu begegnen. Begleitet die Hausbesetzungs-Proteste solidarisch – Miethaie ins Schleppnetz!
    Update: Maximilian Kehl drückt sich vor der Verantwortung für sein Handeln und wurde vom Gericht wieder abgeladen.

  • Mittwoch, 21.10.2020

    In Nancy demonstrierten am 17. Oktober gut 400 AntifaschistInnen gegen den am 3. Oktober eröffneten Nazibuchladen Librairie des Deux Cités. Die überregionale antirassistische Mobilisierung der Sans-Papiers in Frankreich mündete am 17. Oktober in einer Großdemonstration in Paris und wurde massiv von den Bullen schikaniert. Über 15.000 Menschen beteiligten sich an dem Protestmarsch für ein bedingungsloses Asylrecht. Des papiers pour tou-te-s, ou pas de papiers du tout !

  • Dienstag, 20.10.2020

    Ein US-Gericht in Pennsylvania hat eine detaillierte Anklage gegen russische Hacker veröffentlicht. Die Hacker des russischen Militärgeheimdienstes GRU wurde unter Namen wie „Sandworm“ oder „Fancy Bear“ haben einige der folgenreichsten Hackerangriffe der Geschichte durchgeführt. Mit der Malware NotPetya griffen sie 2016 ukrainische Energieinfrastruktur an, so dass Hunderttausende mitten im Winter weder Strom noch Heizung hatten. Die als Ransomware getarnte Angriffssoftware befiel unter anderem auch medizinische Einrichtungen im Heritage Valley in Pennsylvania und verursachte allein in den USA eine Milliarde Dollar Schaden. Auch die französischen Wahlen 2017, die olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea und die Untersuchung des Skripal-Attentats 2018 mit Nowitschok gehörten zu den Zielen der russischen Hacker.
    Presse: 1 2

  • Montag, 19.10.2020

    Nach dem erneut durchgesetzten Verbot und der Razzia des auch von Soldaten gerne besuchten Nazikampfsportevents „Kampf der Nibelungen“ am 26. September in Magdeburg verkündete das Label um den Dortmunder „Die Rechte“-Nazi Alexander Deptolla sich vorerst auf Kleidungsvermarktung zu fokussieren. Kürzlich posierte der Freiburger Nazistadtrat Dubravko Mandic öffentlich in einem „Kampf der Nibelungen“ T-Shirt und unterstrich damit unmissverständlich seine faschistische Gesinnung. Bei der AfD-Veranstaltung am 3. Oktober in Steinen versuchte Mandic vergeblich mit seinem Auto über die grüne Wiese zur Halle zu gelangen und gefährdete dabei GegendemonstrantInnen.

  • Sonntag, 18.10.2020

    In Griechenland wurden in einem als historisch angesehenen Gerichtsprozess die Anführer von Golden Dawn jeweils zu 13 Jahren Haft verurteilt. Insgesamt wurden in dem Prozess 57 von 68 Angeklagten zu insgesamt über 500 Jahren Knast verurteilt. Der Wendepunkt im Umgang mit der Nazipartei war der Mord an Pavlos Fyssas 2013 durch einen Golden Dawn-Anhänger. Das Gericht stufte Golden Dawn nach einem fünfeinhalb Jahre dauernden Prozess als kriminelle Vereinigung ein, die sich als demokratisch gewählte Partei tarnte. Vor dem Gerichtsgebäude in Athen feierten am 7. Oktober 40.000 Menschen das Urteil, bis die von Nazis durchsetzte Polizei die Demonstration mit Tränengas angriff und auflöste. Noch ist unklar, ob es ein Berufungsverfahren geben wird.

  • Sonnabend, 17.10.2020

    Der Atommülltransport von England ins südwestdeutsche AKW Biblis steht kurz bevor. Die sechs Castoren werden mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit von Nordwestengland über die Nordsee in den Hafen von Nordenham in Niedersachsen gebracht, um dann per Gleis nach Südhessen gefahren und zwischengelagert zu werden. Antiatominitiativen haben entlang der Strecke Mahnwachen organisiert und Widerstand angekündigt. Bisher sind Proteste in Nordenham, Oldenburg, Bremen, Göttingen und Biblis angemeldet. Die Polizeigewerkschaften kritisieren die Umsetzung des nuklearen Gefahrentransportes angesichts der Corona-Krise scharf. Für Proteste entlang der Transportroute wurde sich auf die erste Novemberwoche verständigt. Derweil hat die Bundesatommüllagentur BASE das frühe Ausscheiden Gorlebens in der Endlagersuche scharf kritisiert. Aktuell findet die erste Fachkonferenz in Kassel statt: Deutschlands ExpertInnen suchen das endgültige Endlager und wollen den Strahlenmüll irgendwo in der Provinz unrückholbar und möglichst tief vergraben. Dennoch wird der vermeintliche Ausstieg weiter auch von Umweltinitiativen gefeiert. Zwar gibt es in Kürze keinen heimischen Atomstrom mehr, doch Deutschland wird weiterhin an der Produktion von waffenfähigem Plutonium, der Herstellung von Brennelementen, dem Bau von Kraftwerken und Lagerstätten weltweit und dem Import-Export-Business (PDF) von nuklearen Rohstoffen und Abfällen verdienen. Gut, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich dem atomaren Geschäft in den Weg stellen – wie zuletzt am 5. Oktober beim illegalen Atommüllexport in Richtung Russland nahe den Atomwaffenzulieferern aus Gronau. Für die sofortige Stilllegung aller Atomgeschäfte!

  • Sonnabend, 17.10.2020

    Niedersachsen war 2020 in Sachen rechte Gewalt bereits vermehrt im Gespräch. Sei es wegen Razzien gegen die „Gruppe S.“ im Februar, Razzien gegen „Aryan Circle“ im März, dem Verbot des Vereins „Geeinte deutsche Völker und Stämme“, dem Mord an Arkan Hussein Khalaf im April, dem Sprengstoffanschlag gegen eine Antifaschistin durch Pascal Zintarra in Göttingen, Waffenfunde in Seevetal, bewaffnete Nazireservisten, dem Verbot von „Nordadler“ am 23. Juni oder etwa der Verhaftung von Felix Maria F. infolge islamfeindlicher Terrordrohungen in Hildesheim. Von März letzten Jahres bis Juni 2020 gab es bereits 65 Hausdurchsuchungen gegen Nazis – Niedersachsen gehört zur Spitzengruppe. Nun setzte sich eine offenbar rassistische Brandserie im Bremer Umland fort. In den Landkreisen Rotenburg, Oldenburg und Diepholz verdeutlicht sich seit Jahresbeginn eine rechtsradikale Anschlagsserie. Am 14. Oktober gab es einen Großbrand im italienischen Gasthaus Don Gantero in Ganderkeese bei Oldenburg. Schon am 13. Februar brannte in Syke ein italienisches Restaurant und am 23. Juli in Gnarrenburg das Restaurant Hexenkeller. An allen drei Orten wurden nationalsozialistische oder rassistische Parolen gesprüht und Brandbeschleuniger gefunden.

  • Freitag, 16.10.2020

    Zwei Tage nach der Einweihung wurde das neue Nazilokal in der 6 Grande Rue in Nancy militant angegriffen. Für den 17. Oktober – zwei Wochen nach der Eröffnung der Nazibuchhandlung – mobilisiert nun ein Bündnis aus Antifas, Gewerkschaften und Parteien für die sofortige Schließung. Radio Dreyeckland hat am Rande einer Pressekonferenz am 3. Oktober ein Interview mit AntifaschistInnen geführt und ins Deutsche übersetzt. Die Demonstration am 17. Oktober startet auf dem Place Dombasle um 14 Uhr. Deux semaines, c’est déjà trop – alerta antifascista !

  • Freitag, 16.10.2020

    Nachdem die Spionagesoftware FinSpy der Staatstrojaner-Firmengruppe FinFisher in Äthiopien, Bahrain, der Türkei und kürzlich in Ägypten aufgetaucht ist, wurde die Konzernzentrale in München ganz oldschool offline vom Zoll durchsucht. Es bestehe der Verdacht, „dass Software ohne die erforderliche Ausfuhrgenehmigung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ausgeführt worden sein könnte“. Am 6. Oktober wurden 15 Geschäftsräume und Privatwohnungen rund um München und ein Unternehmen in Rumänien durchsucht.
    Presse: 1 2 3 4

  • Donnerstag, 15.10.2020

    Nach der ersten Anarchistischen Buchmesse 2018 findet vom 23.-25. Oktober die 2. Anarchistische Buchmesse in der KTS Freiburg statt. Von Freitag bis Sonntag werden Vorträge, Workshops, Lesungen und Buchstände geboten. Ursprünglich sollte die Buchmesse im April stattfinden, wurde dann aber wegen der Corona-Krise verschoben. Bringt eure Vermummung mit!

  • Mittwoch, 14.10.2020

    Nachdem am 3. Oktober die Nazibücherei Les Deux Cités in Nancy eröffnete formiert sich zunehmend Gegenprotest. Am 17. Oktober beginnt um 14 Uhr auf Place Dombasle eine antifaschistische Bündnisdemo gegen das Projekt von Alexis Forget und Sylvain Durain. Feuer und Flamme den Deux Cités!

  • Dienstag, 13.10.2020

    Als Folge des antisemitischen Übergriffs sind nun auch der stellvertretende Vorsitzende des Mannheimer CDU-Kreisverbands und ehemalige Mannheimer Kriminalhauptkommissar Egon Manz und die „Alten Herren“ Fritz Jäckel, Christian Schneider und Bernd Moser aus der „Burschenschaft Normannia Heidelberg“ ausgetreten. Zwar erwähnte Manz gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung, dass 2019 ein Aktiver die Burschenschaft verlassen hat, der sich am Telefon mit „Heil Hitler“ meldete. Kilian Demant wurde jedoch nicht wegen Naziumtrieben von der „Normannia“ rausgeworfen, sondern verließ den Bund, weil er bei einem „Coleurbesuch“ auf dem Haus der Studentenverbindung „Rupertia“ einen der Anwesenden verprügelt hatte. Unerwähnt ließ Egon Manz gegenüber der Presse allerdings seine Mitgliedschaft in der rechtsradikalen „Burschenschaft Salamandria Dresden“, in der auch der derzeitige Sprecher der „Normannia“ Gunnar Heydrich Mitglied ist. Sowohl die „Normannia“ als auch die „Salamandria“ sind im Nazidachverband „Deutsche Burschenschaft“ organisiert, deren Vorsitzende zur Zeit die „Burschenschaft Tuiskonia Karlsruhe“ ist. Nachdem der diesjährige „Burschentag“ Corona-bedingt verschoben wurde, soll der „Burschen- und Altherrentag 2020“ vom 5. bis 7. November hauptsächlich im Klubhaus Seebach bei Eisenach stattfinden. Am Freitag, den 6. November soll es ab 16 Uhr einen Fackelzug vom Parkplatz Berghotel zum „Burschenschaftsdenkmal“ geben, wo der alljährliche „Festakt mit Totengedenken“ geplant ist.
    Presse: 1 2 3

  • Dienstag, 13.10.2020

    Während Europol gerügt wird, weil Sie mit „Daten Unschuldiger“ um sich wirft, würde Großbritannien gerne eine neue Gesetzgebung namens Covert Human Intelligence Sources Bill umsetzen. Mit dieser würden die Befugnisse von Spitzeln massiv ausgeweitet. Hintergrund sind auch die juristische Auseinandersetzungen, wie etwa um den 2010 aufgeflogenen Spitzel Mark Kennedy alias „Mark Stone“ der, wie weitere infiltrierte Bullen, zahlreiche GenossInnen missbrauchte, um an Informationen zu gelangen. Der Bulle Bob Lambert hat sogar einen Sohn gezeugt, für den Scotland Yard nun eine Entschädigung gezahlt hat. Im Rahmen einer breit angelegten Beschattungs- und Verratskampagne haben englische Bullen bis vor wenigen Jahren massenhaft die anarchistische Szene international infiltriert. All spies out of our lives!

  • Montag, 12.10.2020

    Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hat den Regierungsdirektor im Bundesministerium der Verteidigung, Referat SE III 5 und Mitarbeiter im Einsatzführungskommando der Bundeswehr Jan (Peter Philip) Ganschow als „Alten Herren“ der „Hamburger Burschenschaft Germania“ in der „Deutschen Burschenschaft“ geoutet – zumindest stand Ganschow im Mai 2015 noch auf einer Bierliste der Burschenschaft. Von 2009 bis 2015 hat Ganschow zudem im rechtsradikalen Ares-Verlag publiziert. Das Verteidigungsministerium gab bekannt, dass es den Fall „sehr ernst nehme“.
    Presse: 1 2 3

  • Sonntag, 11.10.2020

    Die AfD will ihre schon mehrfach wegen Corona-Auflagen abgesagten Landesparteitage im November nachholen. Die aktuelle Planung des Landesvorstands sieht vor, die Großveranstaltung in einem Zelt in Haigerloch-Owingen abzuhalten. Dabei hofft die AfD auf die „Kooperationsbereitschaft der lokalen Behörden“.
    Außerdem will die rechtsradikale Partei am 15. Oktober ab 19:30 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen eine größere Veranstaltung unter dem Titel „Infrastrukturkonzept für den Bodenseeraum“ abhalten. Als Podiumsteilnehmer sind der AfD-Bundestagsabgeordnete Dirk Spaniel und die AfD-Landtagsabgeordneten Berd Gögel, Emil Sänze und Daniel Rottmann angekündigt.

  • Sonnabend, 10.10.2020

    In Berlin wurde die Liebig34, das mehr als 30 Jahre lang besetzte Haus in der Liebigstraße 34 in Friedrichshain, am 9. Oktober geräumt – im Einsatz waren mehr als 1.900 Bullen. Im Anschluss an die Räumung gab es eine große Scherbendemo und es wurden Barrikaden angezündet. Bereits im Vorfeld gab es zahlreiche Demos und Soliaktionen. Nach der Räumung gab es militante Aktionen in Berlin, Wuppertal, Köln, Hannover und Lübeck. In Freiburg gab es am Abend des 10. Oktober eine Solidemo. In Bochum gab es eine Solibesetzung der Antoniuskirche und in Bremen wurde das ehemalige Möbelhaus Dete in der Neustadt besetzt. Jede Räumung hat ihren Preis!
    Presse: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 17 18 19 20

  • Freitag, 09.10.2020

    Die „Burschenschaft Normannia Heidelberg“ hat weiter mit den Naziumtrieben in den eigenen Reihen zu kämpfen. Neben ihrem Antisemitismusskandal wurde nun noch ein Hitlergruß-Foto des „Normannen“ Markus Prien öffentlich, der als Manager bei einer Tochterfirma des Mannheimer Energiekonzerns „MVV Energie AG“ arbeitete. Zuerst wurde Prien nur freigestellt, aber nun hat MVV die Notbremse gezogen und den „Alten Herren“ der „Normannia“ gefeuert. Auch ansonsten fallen Deutsche Burschenschaften immer wieder durch rechtsradikale Aktivitäten auf. Jüngster Aufreger ist eine Kleine Anfrage der FDP im Bundestag, wonach in mindestens 19 Fällen gegen Naziburschen wegen einschlägiger Straftatbestände ermittelt wurde.
    Presse: 1 2 3

  • RSS Meldungen

  • RSS Artikel

    Heute haben die fünf Betroffenen im Verfahren wegen des Verbots der Internetplattform linksunten.indymedia.org gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29.01.2020 Verfassungsbeschwerde zum Bundesverfassungsgericht erhoben. Sie rügen damit die Verletzung mehrerer Grundrechte, insbesondere die Verletzung der Meinungs- und Pressefreiheit aus Art. 5 Abs. 1 GG sowie die Verletzung der Rechtsweggarantie des Art. 19 Abs. 4 GG.

    Sie wenden sich gegen die Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts, nach der das Bundesministerium des Innern (BMI) das Verbot der Internetplattform linksunten.indymedia.org zulässigerweise auf das Vereinsgesetz stützen durfte.

    Bei linksunten.indymedia.org handelte es sich um ein Nachrichten- und Kommunikationsportal, für welches der durch das Grundgesetz gewährleistete Schutz der Pressefreiheit gilt. Das Verbot wurde ausschließlich mit Medieninhalten begründet. Die Darstellung des BMI und des Bundesverwaltungsgerichts, man habe mit dem Verbot nicht vorrangig die Internetplattform, sondern die dahinter stehende Personenvereinigung treffen wollen, halten die Betroffenen für vorgeschoben. „Das eigentliche Ziel des BMI war die Abschaltung der Plattform, die dem BMI ein Dorn im Auge war. Richtigerweise hätte deshalb Maßstab für die Prüfung nicht das Vereinsgesetz, sondern vielmehr das Telemediengesetz sein müssen“, führt Dr. Lukas Theune, einer der Prozessbevollmächtigten, aus.

    Die Anwendung des Vereinsgesetzes führt im vorliegenden Fall dazu, dass eine inhaltliche Prüfung der Verbotsgründe und damit auch eine Auseinandersetzung mit der Tragweite des Grundrechts der Pressefreiheit unterblieben ist. Die Argumentation des Bundesverwaltungsgerichts ist auch für andere Internetportale und Publikationen hochgradig problematisch. „Wenn sich die Verbotsbehörde aussuchen kann, auf welcher Rechtsgrundlage sie gegen missliebige Inhalte von Medien vorgeht, wird die Pressefreiheit ausgehebelt“, so Rechtsanwalt Sven Adam.

    Rechtsanwältin Angela Furmaniak ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht unser Verständnis von der Bedeutung der Pressefreiheit bestätigen wird und das Urteil des Bundesverwaltungsgericht aufheben wird“.

    Mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist erfahrungsgemäß allerdings nicht zeitnah zu rechnen.

    Für Rückfragen stehen die aufgeführten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte unter den genannten Kontaktdaten zur Verfügung.

    RA Sven Adam, Göttingen
    RAin Angela Furmaniak, Lörrach
    RA Dr. Lukas Theune, Berlin

    25 Jahre KTS Freiburg

    Communiqué der KTS vom 28.10.2019

    JPEG - 2.1 MB

    Der Kampf für das Autonome Zentrum KTS begann 1994 und so hatte die KTS Freiburg vom 16. bis 26. Oktober 2019 zu in einer Jubiläumswoche und am 25. Oktober zu einer Nachttanzdemo nach Freiburg eingeladen. Während der zeitgleich zum Jubiläum stattfindenden Squatting Days vom 18. bis 29. Oktober wurde die Eigentumsfrage mehrfach ganz praktisch gestellt. Trotz Räumungen und Repression war es eine wunderschöne Woche und nicht Wenige sind in diesen Tagen mit einem Lächeln eingeschlafen.

    Während der Jubiläumswoche vom 16. bis 26. Oktober kamen weit über 1.000 Gäste, die zum Teil eine weite Anreise hatten. In den zehn Tagen wurde in der KTS ein vielfältiges und buntes Programm geboten. Es gab Vorträge, Diskussionen und Workshops zu vielen Themen der radikalen Linken, dazu jeden Tag leckeres Essen. Kulturell reichte das Angebot von Improtheater über Filmvorführungen bis zu Konzerten, die gelegentlich zu Partys wurden. Die Badische Zeitung war beeindruckt von den ganzen jungen Leuten und beschrieb die KTS zum 25. Jubiläum als immaterielles Lokalerbe – umstritten, aber akzeptiert.

    Höhepunkt der Woche war die wie immer unangemeldete Nachttanzdemo am 25. Oktober, an der wiederum rund 1.300 Menschen teilnahmen. Bei der Auftaktkundgebung wurde über aktuelle Kämpfe in Rojava und Chile informiert, die Situation Geflüchteter und das neue Polizeigesetz thematisiert und zu mehr und konsequenterem Feminismus und Antifaschismus aufgerufen. Mit zwei Soundwägen zog die Demo durch die Innenstadt bis zum Platz der Alten Synagoge. Auf dem Weg zurück zur KTS kam die Demonstration an einem leerstehenden und geraden besetzten Haus vorbei. Also fand die Abschlusskundgebung vor der besetzten Villa in der Kronenstraße 21 statt.

    Die Hausbesetzung in der Kronenstraße war auch der Höhepunkt der Squatting Days vom 18. bis 29. Oktober. Es gab drei Hausbesetzungen in einer Woche, beim zweiten Mal mit Konzert, beim dritten Mal mit 800 Leuten vorm Haus – wir leben in bewegten Zeiten. Aber drei Hausbesetzungen bedeuten leider immer noch drei Räumungen, davon zwei durch Sondereinheiten. Wir sind wütend über die Polizeigewalt auf der Straße und die teilweise erniedrigende Behandlung der Gefangenen. Zwar führt Repression zu Wut, aber eben auch zu Solidarität. Und die war in den letzten Tagen in der KTS zu spüren. Wir sagen danke für die schönen Tage und die dunklen Nächte.

    Auf die nächsten 25 Jahre!

    Autonomes Zentrum
    KTS Freiburg


    Antifaschistischer Redebeitrag bei der Auftaktkundgebung der Nachttanzdemo