• Montag, 23.11.2020

    Die AfD will am 28. und 29. November einen Bundesparteitag in Kalkar veranstalten. Ursprünglich hätte der Parteitag, bei dem die AfD ihre unsozialen Leitlinien zur Sozialpolitik verabschieden will, bereits im März in Offenburg stattfinden sollen, musste wegen der Corona-Pandemie allerdings verschoben werden. Zum Parteitag werden über 600 Delegierte erwartet, von denen viele im Hotel des „Wunderland Kalkar“ auf dem Areal des nicht in Betrieb gegangenen schnellen Brüters übernachten werden.
    Im Antragsbuch zum 11. Bundesparteitag finden sich mehrere Anträge des Kreisvorstands der AfD Freiburg (Vorstand Tilman Mehler, Schatzmeister Michael Dyllick-Brenzinger, Beisitzer Karl Schwarz, Wolfram Eisenecker und Dubravko Mandic), die Streit- und Spaltungspotenzial bergen. In einem Sachantrag fordern die Freiburger AfDler eine Positionierung der Delegierten gegen den inzwischen bei „Flügel“-Anhängern verhassten und insbesondere von Dubravko Mandic massiv angegriffen Jörg Meuthen: „Der Bundesparteitag möge beschließen: Der Bundesparteitag missbilligt das spalterische Gebaren von Bundessprecher Jörg Meuthen und seinen Parteigängern. Er stellt fest, dass der Absturz in der Wählergunst kausal genau damit zusammenhängt.” Mit zwei Anträgen zur Satzung will der Freiburger AfD-Kreisvorstand außerdem eine Machtverschiebung weg vom Vorstand und hin zu den Parteitagen erreichen, um den rechtsradikalen Flügel in der AfD zu stärken. Eine der Forderungen des Freiburger AfD-Kreisvorstands ist, dass anstelle des Bundesvorstands, der Landesvorstände und des Konvents zukünftig der Bundesparteitag die „Regeln zur Mitgliederaufnahme“ beschließen solle. Und die Unvereinbarkeitsliste, die eine Doppelmitgliedschaft in AfD und in „extremistischen Organisationen“ ausschließt und die bisher vom Bundesvorstand beschlossen und vom Konvent geändert werden kann, soll durch eine vom Bundesparteitag beauftragte „ständige Kommission“ überarbeitet werden. Dabei solle „die politische Steuerung der VS-Ämter berücksichtigt und bei der Auswahl von auszuschließenden Organisationen eigene Interessen der AfD in den Vordergrund“ gestellt werden.
    Weitere kontroverse Anträge werden von den baden-württembergischen AfD-FunktionärInnen Thomas Seitz, Rosa-Maria Reiter, Christiane Christen, Sven Rothmann und Dirk Spaniel gestellt. Sie fordern, dass zukünftig Ablehnungen von Aufnahmeanträgen schriftlich begründet und intern nach oben gemeldet werden müssen, da in der aktuellen Praxis „die Entscheidung über die Aufnahme von Aspiranten primär vom Gedanken der Stärkung der eigenen Machtbasis und der Verhinderung von Konkurrenz getragen“ würde. In ihrem zweiten Satzungsänderungsantrag fordert die Gruppe um Seitz, dass zukünftig eine einfache Mehrheit zur Abwahl des Bundesvorstands oder einzelner Mitglieder auf einem Parteitag ausreichen soll. Bisher muss eine Zweidrittelmehrheit für eine solche Abwahl stimmen.
    Für den Machtkampf in der AfD dürfte zuletzt ein Sachantrag von Björn Höcke, Tino Chrupalla, Hans-Christoph Berndt, Oliver Kirchner und Nikolaus Kramer bedeutsam sein. Sie fordern, dass der Bundesparteitag eine „Erklärung der Alternative für Deutschland zum »Verfassungsschutz«“ beschließen solle, mit der unter anderem festgeschrieben werden soll: „Wir wenden uns daher strikt dagegen, daß unsere Partei oder einzelne Parteimitglieder Bewertungen des ‚Verfassungsschutzes‘ automatisch übernehmen und für die innerparteilichen Auseinandersetzungen verwenden, sobald dies nützlich zu sein scheint.“
    Widerstand gegen den Parteitag: 1 2 3 4 5 6

  • Sonntag, 22.11.2020

    Während Kleinkinder versuchen den Bullen Klimapolitik zu erklären, eskaliert die Lage im Dannenröder Wald zunehmend. Anlasslose Kontrollen und Angriffe auf JournalistInnen sowie autonome SanitäterInnen häufen sich. Tausende Bullen sind mobilisiert, um die seit Herbst 2019 andauernden Besetzungen auf der Trasse der Autobahn A49 in Nordhessen zu beenden. Die Bullen setzten kürzlich sogar Elektroschocker gegen BaumbesetzerInnen ein. Wie vor wenigen Tagen ist erneut eine Person wegen der Bullen abgestürzt. Die regierende Grünen-Partei verliert mit ihrer Kritiklosigkeit gegenüber der Umweltzerstörung und den lebensgefährlichen Räumungsmanövern jegliche Glaubwürdigkeit. Doch auch der Widerstand nimmt zu. Überregional gab es Aktionen an Parteibüros und am Boden wurde dieser Tage massenhaft Räumungsgerät blockiert. Zuletzt nahmen im Angesicht der Eskalation auch direkte Angriffe auf die Einsatztruppen und deren Gerätschaften zu. Weiterhin wird zu vielfältigen Blockaden der Räumarbeiten mobilisiert.
    Let’s do it like Monte Göhrde!

  • Sonnabend, 21.11.2020

    Zum diesjährigen 17. November wurden in Frankreich Lesungen zum Gesetz zur globalen Ordnung begonnen, welches am 24. November beschlossen wird. Der Gesetzestext legalisiert verschiedene Freiheitseinschränkungen und Notstandsmaßnahmen der letzten Jahre nachträglich und eröffnet der grande nation neue repressive Möglichkeiten. Kritisiert werden unter anderem weitere Einschränkungen der Presse- und Versammlungsfreiheiten. Künftig ist mit regulärem Drohnenflug über Demonstrationen zu rechnen. Bilddokumentationen von Polizeiaktionen und deren Verbreitung (§24) wird mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und bis zu 45.000€ Geldstrafe bedroht. Besetzungen von Hochschulen sollen nebenbei ebenfalls hart sanktioniert werden. Landesweit gab es Proteste gegen den neuen rechten Anlauf der Castex-Macron-Regierung, die Menschenrechtsliga stellte Ausgangsatteste zur Demo aus. ENthemmte Bullen behinderten Pressearbeit unter anderem in Paris massiv, als wäre das Gesetz schon in Kraft. Der sexistische Innenminister Darmanin möchte dennoch willige Journalisten intenstiver in Polizeiarbeit einbinden, wie es schon die neue Ordnungsdoktrin SNMO vom Juli vorsieht.
    In Griechenland, wo Linke sich auf die alljährlichen Gedenkaktionen der Polytechnico-Aufstände von 1973 vorbereiteten, haben die Büttel der Néa Democratía die traditionellen antifaschistischen Proteste in Athen weitgehend unterbunden. BewohnerInnen müssen aufgrund von Pandemie jegliches Verlassen der Wohnung per Handy an den Staat melden. Auch hier versteht sich die rechte Regierung als Speerspitze gegen Terror und Migration. Das Resultat ist ein gesellschaftliches Klima der Härte im Klang der Stiefeltritte. Wenigstens flambierten Compas in Thessaloniki symbolisch eine Wache der sich festigenden europäischen Polizeistaaten.

  • Freitag, 20.11.2020

    Das Berufungsgericht in Angers hat am 4. November die Auslieferung des Globalisierungsaktivisten Vincenzo Vecci an Italien abgelehnt. Frankreich wiedersetzt sich damit einem europäischen Haftbefehl, der auf Faschistengesetzen fußt. Vincenzo (1 | 2 | 3) soll wegen seiner Beteiligung an antifaschistischen Protesten in Milano 2006 und dem G8-Gipfel von Genua 2001 bestraft werden. Die Staatsanwaltschaft will die Abschiebung des Linken nun mit einer Berufung durchsetzen.
    Polizeilichen Misshandlungen und Massaker in der Diaz-Schule und in der Bolzaneto-Kaserne sowie vierzehnfacher Schusswaffengebrauch während der Demonstrationen waren vielfach mit Beförderungen belohnt worden. Carlo Giuliani wurde erschossen. Erst zu Monatsbeginn wurden erneut Verfahren gegen die Prügelbullen wegen Verjährungsfristen eingestellt und die Cops befördert.
    La verità invece di questa „giustizia“!

  • Mittwoch, 18.11.2020

    Die Freiburger Koordination Brasilien KoBra organisiert am 26. November von 19 bis 20 Uhr ein Online-Seminar zum Thema „In Bolsonaros Schatten: Die außerparlamentarische Rechte in Brasilien“. Der Journalist Niklas Franzen wird einen Input über ultrarechte Gruppierungen in Brasilien geben, anschließend folgt eine Diskussion.

  • Mittwoch, 18.11.2020

    Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, ist nach der Konfrontation mit hartnäckigen taz-Recherchen am 17. November zurückgetreten. Anlass für den Rücktritt war die Waffenaffäre: Caffier fühlt sich weiterhin zu Unrecht in die Nähe von Nazis gerückt, nur weil er vom Nordkreuznazi Frank Thiel eine scharfe Schusswaffe gekauft hat. Uns kommen die Tränen...

  • Dienstag, 17.11.2020

    Die 92-jährige Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck stand am 17. November – keine zwei Wochen nach ihrer Haftentlassung – erneut wegen Volksverhetzung vor Gericht. Haverbeck hatte eine zweieinhalbjährigen Haftstrafe in Bielefeld abgesessen, eine sechs- und eine zehnmonatige Haftstrafe sind noch nicht rechtskräftig. Sie wird verteidigt von dem Nazianwalt Wolfram Nahrath. In dem Berliner Prozess geht es um ein Video des Nazis Nikolai Nerling, der sich auf YouTube „Volkslehrer“ nennt und alles interviewt, was den rechten Arm heben kann. Nerling war Vorstand des UStA der Pädagogischen Hochschule und hat hat zusammen mit Stefan Räpple in Freiburg studiert. In dem Video leugnet Haverbeck den Holocaust – wie auch im Berliner Gericht. Nerling war ebenfalls in dem Gerichtsgebäude in Berlin, wurde aber irgendwann von Justizbeamten rausgeworden. Gegen Nerling wird wegen des Videos ebenfalls wegen Volksverhetzung ermittelt.
    Presse: 1 2 3

  • Montag, 16.11.2020

    Die Waldbesetzung gegen den Bau der A49 in Hessen wird mit Gewalt geräumt und die schwarz-grüne Landesregierung nimmt dabei Tote in Kauf. Im Dannenröder Wald kappte ein Bulle am 15. November ein Sicherungsseil. In der Folge stürzte eine Aktivistin vier Meter von einem Tripod in die Tiefe und verletzte sich schwer am Rücken. Nach anfänglichem Leugnen gestand die Polizei das Durchtrennen des Seils und spricht von einem Unfall. Am 16. November wurde unter Polizeischutz ein Baum gefällt, der auf ein Traversenseil fiel. Daran kletterte ein Mensch, der fünf Meter abstürzte und nur dank einer zusätzlichen Sicherung nicht auf dem Boden aufschlug. Die Waldbesetzung geht wütend weiter!

  • Sonntag, 15.11.2020

    Im Karlsruher Umland wurden am 26. Oktober die Eltern eines Linken vom Inlandsgeheimdienst angequatscht. Als Aufhänger wurden „gewalttätige Auseinandersetzungen in Landau (in der Pfalz)“ angeführt, aber der Anwerbeversuch wurden nach wenigen Sätzen beendet.

  • Sonnabend, 14.11.2020

    Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart werden zwölf Nazis der „Gruppe S.“ von der Bundesanwaltschaft als terroristische Vereinigung angeklagt. In dem Verfahren sollen Anschlagspläne auf Politiker, MigrantInnen und Muslime zur Sprache kommen, die das politische System in Deutschland destabilisieren sollten. Elf Nazis wird Mitgliedschaft, einem Unterstüzung vorgeworfen. Werner Somogyi und Tony Ebel sieht die Bundesanwaltschaft als Rädelsführer. Bei den Razzien am 14. Februar in sechs Bundesländern kamen zwölf Nazies in Untersuchungshaft. Ulf Rösener beging in seiner Einzelzelle in Dortmund am 13. Juli Suizid. Die Angeklagten werden teilweise durch einschlägig bekannte Nazianwälte vertreten, darunter Dubravko Mandic aus Freiburg.
    Presse: SWR | ZEIT | SPON

  • Freitag, 13.11.2020

    Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, steht im Verdacht, sich eine Schusswaffe von dem Nordkreuz-Nazi Frank Thiel besorgt und an einem Schießtraining bei dem Prepper teilgenommen zu haben. Auf Fragen zu dem Themenkomplex antwortete Caffier, dies sei seine „Privatsache“ und „privat bleibt privat“. Was kommt als nächstes? Ein privatinsolventer Finanzminister? Ein Corona-Leugner als Gesundheitsminister?
    Update: Caffier ist eingeknickt und hat den Kauf einer Pistole beim Naziwaffenhändler zugegeben.
    Presse: 1 2 3 4 5

  • Donnerstag, 12.11.2020

    Der Freiburger Stadtratsnazi Dubravko Mandic wurde in erster Instanz vom Amtsgericht Schwabach zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen à 120 Euro wegen Nötigung verurteilt. Mandic hatte am 4. Mai 2019 einer Journalistin bei einem AfD-Flügeltreffen im fränkischen Greding das Handy aus der Hand gerissen und versucht, darauf Videos zu löschen.

  • Mittwoch, 11.11.2020

    Die Durchsuchung des Autonomen Zentrums KTS Freiburg am 25.08.2017 war laut eines letztinstanzlichen Urteils des baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) in Mannheim rechtswidrig. Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) war vom Bundesinnenministerium mit der Durchführung des linksunten-Verbots beauftragt worden. Das RP hatte eigenmächtig ein „Behördengutachten“ beim Landesamt für Verfassungsschutz (VS) erstellen lassen. Mit den VS-Zeugnis begründete das RP die Durchsuchung der KTS vor dem Verwaltungsgericht Freiburg (VG). Das VG hätte laut VGH den Antrag des RP abweisen müssen. Also war die Durchsuchung rechtswidrig und die KTS fordert in ihrem Communiqué vom 11.11.2020 die Herausgabe der beschlagnahmten Gegenstände und des Geldes.
    Communiqué (de): 1 | 2 | 3
    Communiqué: 1 | 2
    Presse: taz | nd | RDL | TP | BLZ | BZ | KTW | JW

  • Mittwoch, 11.11.2020

    Nachdem ein Genosse bereits seit Juli wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags in Untersuchungshaft in Stuttgart-Stammheim im Knast sitzt, wurde am 4. November ein weiterer Genosse in Untersuchungshaft genommen. Auch ihm wird vorgeworfen, sich am Handgemenge mit der faschistischen Scheingewerkschaft „Zentrum Automobil“ am Rande eines Aufmarschs der Corona-Verschwörungsszene beteiligt zu haben. Bereits vor einem Monat gab es bei ihm eine Hausdurchsuchung. Als Reaktion auf die Festnahme folgte am 5. November eine Spontandemo in der Stuttgarter Innenstadt.

  • Dienstag, 10.11.2020

    Am 5. Dezember wird es eine bundesweite Antirepressionsdemo in Hamburg geben. Vor dem Hintergrund der beginnenden Rondenbarg-Prozesse wird bereits für den 28. November zu dezentralen Solidaritätsbekundungen aufgerufen. Die Aktionen gegen den G20-Gipfel werden weiterhin unverhältnismäßig hart verfolgt. Die Rondenbargprozesse gegen dutzende GenossInnen, deren damalige Demonstration von der Blumberg-Prügeltruppe zerschlagen wurde, stehen drei Jahre nach dem Hamburger Gipfel exemplarisch für die Unerbittlichkeit der Behörden. Kürzlich wurden Verfahren an die Schweiz abgetreten, welche am 3. Dezember in Zürich verhandelt werden. Die Hamburger Großdemo vom 5. Dezember beginnt um 16 Uhr am Hauptbahnhof. „Es geht um ein klares Zeichen gegen Vereinzelung und Passivität für eine praktische und kollektive Solidarität – das muss heißen nicht nur symbolisch über Stadtgrenzen hinweg zusammenzustehen, sondern vor allem in gemeinsamer Aktion auf der Straße! Es ist höchste Zeit!“

  • Montag, 09.11.2020

    Die Europäische Union will auf Betreiben Österreichs Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verbieten. Zum Brechen der Verschlüsselung soll entweder ein Zweitschlüssel für Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste hinterlegt oder ein Staatstrojaner direkt in die Software eingebaut werden. Als Vorwand dient der Terroranschlag von Wien, obwohl der Vorstoß bereits länger diskutiert wird. Mit einem Verschlüsselungsverbot wäre die Vertraulichkeit elektronischer Kommunikation nicht mehr gegeben und Europa würde einen Riesenschritt in Richtung Diktatur gehen.
    Presse: 1 2 3 4 5

  • Sonntag, 08.11.2020

    In Leipzig marschierten am 7. November über 20.000 Corona-LeugnerInnen, „Querdenker“, ReichsbürgerInnen, Nazi-Hooligans und Nazis von NPD, JN, „Die Rechte“ und AfD durch die Innenstadt. Die Bullen ließen sie auch nach der Auflösung des Aufmarschs wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz weitestgehend in Ruhe, auch als sie selbst von Nazihools angegriffen wurden. Linke GegendemonstrantInnen protestierten gegen den riesigen Nazimobs, konnten aber angesichts der Zahlenverhältnisse und marodierenden Nazigruppen den Aufmarsch nicht verhindern.
    Presse: 1 2 3 4 5
    Fotos: 1 2 3 4

  • Sonnabend, 07.11.2020

    Am 5. November ließ die Bundesanwaltschaft in Leipzig drei Wohnungen durchsuchen und „wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer linksextremistischen kriminellen Vereinigung“ unsere Genossin Lina festnehmen. Vorgeworfen wird den Betroffenen, dass sie eine Nazikneipe in Eisenach angegriffen und den Besitzer und weitere Nazis überfallen haben sollen. Spendet für Lina:
    Rote Hilfe e.V.
    GLS-Bank
    Konto-Nr.: 4007 238 317
    BLZ: 430 609 67 IBAN: DE55 4306 0967 4007 2383 17
    BIC: GENODEM1GLS
    Stichwort: unverzagt
    Presse: 1 2 3 4 5
    de.indymedia.org: 1 2 3 4

  • Sonnabend, 07.11.2020

    Am frühen Morgen des 7. November hat eine Gruppe von Aktivist*innen unter den Namen „Bündnis 91/Die Grüneren“ einen Baum auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg besetzt. Damit soll in Solidarität mit der Waldbesetzung des von Rohdung bedrohten Dannenröder Forsts Druck auf die konzernfokussierte und zerstörerische Autobahnbau-Politik der „Grünen“ aufgebaut werden.

  • Freitag, 06.11.2020

    Der Prozess gegen den Syndikats-Brandstifter Joachim Scholtz vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts in Frankfurt am Main wurde verschoben. Am Rande eines Gesprächs teilten die Bullen am 4. November dem Anmelder einer linken Demonstration zum angekündigten Prozessauftakt am 6. November mit, dass der erste Prozesstermin „aus organisatorischen Gründen“ kurzfristig aufgehoben wurde. Scholtz wurde zwei Mal auf frischer Tat bei Brandanschlägen erwischt, die Teil einer Anschlagsserie zwischen September 2018 und Juli 2019 gegen linke Wohnprojekte und Zentren im Rhein-Main-Gebiet waren. Angeklagt ist er wegen 16 teils schweren Brandstiftungen zwischen Dezember 2018 und Dezember 2019 – ob und inwiefern die Anschläge auf die linken Projekte Teil des Verfahrens sein werden, ist immer noch unklar.

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    Es gibt für Linksradikale wenig gute Gründe vor Gericht zu ziehen. Ein Einbruch in unser Autonomes Zentrum auf Befehl des Bundesinnenministeriums, bei dem richtig viel geklaut wurde, gehört vielleicht dazu. Die Hoffnung, einen solchen Prozess zu gewinnen, eher nicht. Und dennoch hat der 1. Senat des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) am 12. Oktober 2020 beschlossen, dass die Anordnung des Verwaltungsgerichts Freiburg (VG) vom 22. August 2017 zur Durchsuchung der KTS Freiburg rechtswidrig war (VGH 1 S 2679/19). Die Entscheidung ist unanfechtbar.

    Das Bundesministerium des Inneren (BMI) hatte am 14. August 2017 die linksradikale Nachrichtenseite Indymedia linksunten über die Konstruktion eines Vereins „linksunten.indymedia“ verboten. Das BMI ordnete die Beschlagnahme sowie Einziehung des Vereinsvermögens an und beauftragte das Regierunsgpräsidium Freiburg (RP) mit der Durchführung.

    Vom BMI wurden in einer Liste fünf Personen als Mitglieder des konstruierten Vereins benannt. Die KTS tauchte in dieser Liste lediglich als „Infrastruktur“ ohne Zuordnung zu vermeintlichen Vereinsmitgliedern auf. Das BMI hatte sich deshalb laut VGH nicht festgelegt, ob es die KTS nun als „Vereinsheim“ ansah oder nur als einen Ort, der unter anderem auch gelegentlich von dem „Verein“ genutzt wurde.

    Laut VGH könne „nicht allein aus den Angaben des BMI zu den regelmäßigen Treffen des verbotenen Vereins im KTS der Schluss gezogen werden, dieser Verein sei deshalb bereits Mitgewahrsamsinhaber der Räume, die er nicht selbst gemietet hatte und in denen auch nach den Angaben in der Verfügung regelmäßig Treffen und Veranstaltungen von anderen Personen und Gruppen aus der linken Szene stattfanden.“

    Zudem hatte das BMI dem RP nicht freigestellt, nach Gutdünken, pardon, eigenem Ermessen über diese Frage zu entscheiden. Da eine Razzia wie die am 25. August 2017 in der KTS ein schwerwiegender Grundrechtseingriff ist, hätte das RP laut VGH-Urteil daher nicht aufgrund eines Gefälligkeitsgutachtens des Inlandsgeheimdienstes – in beamtendeutsch „Behördenzeugnis des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg“ – die Durchsuchung der KTS beantragen dürfen bzw. das VG hätte den Antrag abweisen müssen.

    Der VGH schreibt, dass „die Erkenntnisse, die den Beschwerdegegner zur Annahme veranlasst haben“ eines der vermeintlichen Vereinsmitglieder „sei nicht nur Nutzer, sondern Mitgewahrsamsinhaber der KTS-Räume gewesen“ stammten nicht vom BMI, sondern aus „einem Behördenzeugnis des Landesamts für Verfassungsschutz, das von dieser Landesbehörde erst nach dem Eingang des Vollzugs- und Ermittlungsersuchens am 17.08.2017 erstellt wurde“.

    Nach drei Jahren hat also das oberste baden-württembergische Verwaltungsgericht letztinstanzlich festgestellt, dass die KTS Freiburg am 25. August 2017 nicht hätte durchsucht werden dürfen. Denn die KTS ist kein „Vereinsheim“ von Indymedia linksunten und das beschlagnahmte Geld auch nicht „Vereinsvermögen“ eines Vereins, den das BMI überhaupt erst konstruiert hat. Der KTS-Anwalt hat nun die Herausgabe aller beschlagnahmten Gegenstände sowie des beschlagnahmten Geldes gefordert.

    Gebt die Sachen raus! Her mit der Kohle!

    KTS Freiburg

    Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch] [français]

    25 Jahre KTS Freiburg

    Communiqué der KTS vom 28.10.2019

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    Der Kampf für das Autonome Zentrum KTS begann 1994 und so hatte die KTS Freiburg vom 16. bis 26. Oktober 2019 zu in einer Jubiläumswoche und am 25. Oktober zu einer Nachttanzdemo nach Freiburg eingeladen. Während der zeitgleich zum Jubiläum stattfindenden Squatting Days vom 18. bis 29. Oktober wurde die Eigentumsfrage mehrfach ganz praktisch gestellt. Trotz Räumungen und Repression war es eine wunderschöne Woche und nicht Wenige sind in diesen Tagen mit einem Lächeln eingeschlafen.

    Während der Jubiläumswoche vom 16. bis 26. Oktober kamen weit über 1.000 Gäste, die zum Teil eine weite Anreise hatten. In den zehn Tagen wurde in der KTS ein vielfältiges und buntes Programm geboten. Es gab Vorträge, Diskussionen und Workshops zu vielen Themen der radikalen Linken, dazu jeden Tag leckeres Essen. Kulturell reichte das Angebot von Improtheater über Filmvorführungen bis zu Konzerten, die gelegentlich zu Partys wurden. Die Badische Zeitung war beeindruckt von den ganzen jungen Leuten und beschrieb die KTS zum 25. Jubiläum als immaterielles Lokalerbe – umstritten, aber akzeptiert.

    Höhepunkt der Woche war die wie immer unangemeldete Nachttanzdemo am 25. Oktober, an der wiederum rund 1.300 Menschen teilnahmen. Bei der Auftaktkundgebung wurde über aktuelle Kämpfe in Rojava und Chile informiert, die Situation Geflüchteter und das neue Polizeigesetz thematisiert und zu mehr und konsequenterem Feminismus und Antifaschismus aufgerufen. Mit zwei Soundwägen zog die Demo durch die Innenstadt bis zum Platz der Alten Synagoge. Auf dem Weg zurück zur KTS kam die Demonstration an einem leerstehenden und geraden besetzten Haus vorbei. Also fand die Abschlusskundgebung vor der besetzten Villa in der Kronenstraße 21 statt.

    Die Hausbesetzung in der Kronenstraße war auch der Höhepunkt der Squatting Days vom 18. bis 29. Oktober. Es gab drei Hausbesetzungen in einer Woche, beim zweiten Mal mit Konzert, beim dritten Mal mit 800 Leuten vorm Haus – wir leben in bewegten Zeiten. Aber drei Hausbesetzungen bedeuten leider immer noch drei Räumungen, davon zwei durch Sondereinheiten. Wir sind wütend über die Polizeigewalt auf der Straße und die teilweise erniedrigende Behandlung der Gefangenen. Zwar führt Repression zu Wut, aber eben auch zu Solidarität. Und die war in den letzten Tagen in der KTS zu spüren. Wir sagen danke für die schönen Tage und die dunklen Nächte.

    Auf die nächsten 25 Jahre!

    Autonomes Zentrum
    KTS Freiburg


    Antifaschistischer Redebeitrag bei der Auftaktkundgebung der Nachttanzdemo