• Dienstag, 17.10.2017

    Nach dem brutalen Bullenüberfall vom 14. Oktober vor dem Nordpol in Dortmund kommen neue Fakten ans Licht. Es ist ein Video aufgetaucht, in dem der Polizeijournalist René Werner während des Überfalls mit einem Tonfa bewaffnet den Hilfsbullen mimt und den filmenden Anwohner bedroht. Als René wieder Richtung Streifenwagen lief, kam kurze Zeit später ein ebenfalls mit einem Tonfa bewaffneter - diesmal richtiger - Bulle nach und schubste den Anwohner durch die Gegend. Das war den Bullen aber doch zuviel Engagement daher distanzierten sie sich am nächsten Tag vom bewaffneten Hilfssheriff und leiteten ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Um so wichtiger: Am 15. Oktober um 18 Uhr startet vom Freiherr-vom-Stein-Platz in Dortmund eine Demo gegen rassistische Polizeigewalt.

  • Montag, 16.10.2017

    Am Samstag, den 14. Oktober, fand in Lennestadt-Kirchhundem in Nordrhein-Westfalen das konspirativ organisierte Nazi-Kampfsport-Event „Kampf der Nibelungen“ statt. Es nahmen 500 bis 600 Nazis aus Deutschland und verschiedenen anderen Ländern teil. Die Schützenhalle, in der die Veranstaltung stattfand, war unter einem Vorwand von einem Dortmunder Nazi angemietet worden. Im Vorfeld war Hessen als Veranstaltungsregion im Gespräch, der genaue Veranstaltungsort in Nordrhein-Westfalen war den Behörden laut Polizeiangaben schon einige Stunden vor Beginn bekannt. Bis auf einige Kontrollen bei der Abreise wurde allerdings nichts gegen die Großveranstaltung der Nazischläger unternommen.

  • Sonntag, 15.10.2017

    In der Nacht auf den 14. Oktober wurde nach einer Veranstaltung zum Verbot von Indymedia linksunten im Nordpol in Dortmund vor dem Laden eine Kontrolle schwarzer Passanten durchgeführt. Die Bullen sollen einen Tatverdächtigen wegen einer Messerstecherei in einer Flüchtlingsunterkunft gesucht haben. Kurz nach der Messerstecherei wurde der mutmaßliche Täter schon in einer Wohnung gestellt. Die Kontrolle wurde von den BesucherInnen als rassistisch wahrgenommen. Nachdem diese anfingen die Kontrolle zu beobachten und kritische Fragen zu stellen holten die Bullen Verstärkung und griffen die umstehenden Menschen unvermittelt mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Hunden an. AnwohnerInnen und PassantInnen wurden massiv eingeschüchtert die diesen Angriff filmen wollten. Es wurden drei Personen in Polizeigewahrsam genommen und eine Person mit Bissverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Solidarität gegen Rassismus und Polizeigewalt!
    Presse: 1 2 3 4 5 6 7

  • Sonnabend, 14.10.2017

    Am 7. und 8. Dezember findet die 207. Innenministerkonferenz in Leipzig (IMK) statt, da Sachsen derzeit den Vorsitz der „Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder“ innehat. Wie immer stehen weitere Einschränkungen der Freiheitsrechte auf dem Plan der Minister, aber dieses Jahr bietet sich die Demo „Kampf der inneren Sicherheit“ am 7. Dezember um 17 Uhr vor dem Leipziger Hauptbahnhof auch als Protestmöglichkeit gegen das Verbot von Indymedia linksunten an.

  • Freitag, 13.10.2017

    Die Staatsanwaltschaft Halle hat „nach sorgfältiger Prüfung der vorliegenden Erkenntnisse“ die Ermittlungen zum Mord an Oury Jalloh am 12. Oktober eingestellt. Der Flüchtling aus Sierra Leone war am 7. Januar 2005 von Bullen bei lebendigem Leib in einer Zelle in Dessau-Roßlau angezündert worden. Im Sommer 2016 war in Dippoldiswalde erneut ein Brandversuch zu den Todesumständen durchgeführt und über ein Jahr lang geheim gehalten worden. Noch immer sind die Ergebnisse nicht vollständig bekannt und werden es nach dem Willen der Staatsanwaltschaft auch nicht mehr werden.
    Presse: 1 2 3

  • Donnerstag, 12.10.2017

    Baden-Württemberg verschärft unter CDU-Innenminister Thomas Strobl massiv das Polizeigesetz des Landes. Der Entwurf sieht vor, dass „neue präventiv-polizeiliche Befugnisse zur Telekommunikations-überwachung (TKÜ) sowie zur Quellen-TKÜ“ eingeführt werden und per „Videoüberwachung gewonnene Bilder anhand bestimmter Verhaltensmuster“ automatisiert ausgewertet werden sollen. Dahinter verbirgt sich der Einsatz von Schadsoftware zum Hacken von Rechnern und Mobiltelefonen von BürgerInnen, sogenannten „Trojanern“, auch bei Alltagskriminalität sowie die automatisierte Auswertung personenbezogener Daten wie Bewegungsabläufe oder Gruppenbildung anhand von Videoaufnahmen von bereits vorhandenen Überwachungskameras. Kretschmann gibt derweil unverfroren den verfassungsfeindlichen Steigbürgelhalter eines kommenden, totalitären Staates: „Wir gehen an die Grenze des verfassungsmäßig Machbaren.“

  • Mittwoch, 11.10.2017

    In Freiburg gibt es seit dem 11. Oktober einen „kommunalen Vollzugsdienst“. Also städtische Bullen, die gegen „Wildpinkeln, aggressives Betteln, Müllablagern oder Nächtigen auf Straßen“ vorgehen sollen. Mit anderen Worten: Die elf Machos – es wurde ausschließlich Männer eingestellt – sollen schikanieren, traktieren und vertreiben.

  • Dienstag, 10.10.2017

    In den Kantonen Basel-Stadt und Zürich wurden am 5. Oktober fünf Wohnungen von Linken durchsucht. Die Durchsuchgen richteten sich gegen die Proteste gegen den Abschiebeknast Bässlergut an der schweizerisch-deutschen Grenze, der um einen Bereich für den Strafvollzug erweitert werden soll. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen und verhört, außerdem wurde ihnen DNA entnommen. Ihnen wird Landfriedensbruch bei einer Demonstration im Mai 2017 gegen den Erweiterungsbau des Bässlergut-Knasts sowie Sachbeschädigung vorgeworfen.

  • Montag, 09.10.2017

    In Seibranz in Baden-Württemberg an der Grenze zu Bayern, zwischen Bad Wurzach und Leutkirch im Allgäu, versammelten sich am 7. Oktober rund 250 Nazis zu einem Konzert anlässlich des 15jährigen Bestehens der Nazigruppe „Voice of Anger“. Da das klandestin organisierte Nazikonzert dann doch wie so oft im Vorfeld bekannt wurde, gab es Vorkontrollen und sogar antifaschistischen Protest im tiefsten Allgäu. Wenige Tage zuvor war der Nazigruppe vom Bundesgerichtshof die ehemalige Gartenschänke bei Memmingen zugesprochen worden.
    Presse: 1 2 3 4 5 6 7

  • Sonntag, 08.10.2017

    Das baden-württembergische Innenministerium hat sich aufgerafft, uns asoziale Zecken aus unserem linksversifften Milieu zu befreien. Ab 2019 soll es nach dem verbrieften großartigen bundesweiten Erfolg endlich das lang erwartete „Aussteigerprogramm für Linksextremisten“ auch im Ländle geben. Für ausstiegswillige Linke gibt es vor ihrem Anruf nur die entscheidende Frage zu klären: Missionar oder Verkehrsschaden?

  • Sonnabend, 07.10.2017

    Die CDU fragt in einer Großen Anfrage zu „Linksextremismus in Baden-Württemberg“ unter der Rubrik „Strafverfolgung“ die eigene Landesregierung: „Erachtet sie es als rechtlich zulässig oder regelbar, bei Verurteilung wegen der Beteiligung an den gewalttätigen Ausschreitungen wie in Hamburg zur Zeit des G20-Gipfels als Nebenfolge der Tat den Widerruf des Bescheides auf Gewährung von Leistungen nach Sozialgesetzbuch (SGB) II ganz oder teilweise auch mit Wirkung für die Vergangenheit vorzusehen?“ Die CDU schlägt hier einen sogar rückwirkenden Hartz4-Entzug als Strafe vor, was nicht anderes ist als Armut als Waffe gegen die Bevölkerung einzusetzen. Außerdem greift die CDU Studierendenvertretungen und Autonome Zentren mit ihrer Anfrage an.

  • Freitag, 06.10.2017

    Die Crew des Nazischiffs „C-Star“ ist ausgehungert, mittellos und in einem körperlich desaströsen Zustand in Katalonien eingetroffen, nachdem die „Identitären“ um Martin Sellner und Patrick Lenart wie Ratten das Schiff verlassen hatten. Die Behörden erlaubten der Crew aus Sri Lanka aus humanitären Gründen in den Hafen von Barcelona einzulaufen. Damit ist das großspurig angekündigte, internationale, flüchtlingsfeindliche Projekt der „Identitären Bewegung“ gescheitert.
    Bisher: 1 2 3

  • Donnerstag, 05.10.2017

    In Tettnang bei Friedrichshafen am Bodensee wurde in der Nacht auf den 1. Oktober eine noch nicht bezogene Flüchtlingsunterkunft angezündet und damit 50.000 Euro Sachschaden verursacht. Es wurde Brandbeschleuniger im Eingangsbereich des dreigeschossigen Neubaus in der Narzissenstraße verschüttet und angezündet. Bereits in der Nacht zurvor war versucht worden, die Fassade des Gebäudes anzuzünden. Bisher ist nicht bekannt, wer die Brandstiftung verübte.
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  • Mittwoch, 04.10.2017

    Am 7. Oktober soll in Budapest ein vom ungarischen „Chapter“ der „Hammerskins“ organisiertes und als „European Hammerfest“ beworbenes Nazikonzert stattfinden. Auftreten sollen die Bands „Brainwash“, „Verszerzödes“, „Oi-Kor“ und „Jogos Önvedelem“. Der Eintritt kostet 2.500 Ungarische Forint, als Veranstaltungsort wird das „Kék Yuk / Blue Hell“ in der Fényes Adolf utca 28 beworben. Am selben Tag ist auch für Süddeutschland ein Nazikonzert geplant. Hier sollen die Bands „Kommando Skin“, „Faustrecht“, „Stonehammer“ und „Kodex Frei“ auftreten.

  • Dienstag, 03.10.2017

    Nachdem der Oktober in der KTS mit einem fulminanten Partywochenende mit hunderten BesucherInnen für die gute Sache begonnen hat, ist der Rest des Monats gestopft voll mit weiteren Veranstaltungen. Am 4. Oktober wird zur VoKü auf der neuen Leinwand im Café ((i)) the film gezeigt und am 6. Oktober wird eine Infoveranstaltung zu autonomen Plakaten stattfinden, die am kommenden Wochenende in der KTS zu sehen sein werden. Neben Folk- und Hardcore-Konzerten und gibt es weitere Infoveranstaltungen. Unter anderem wird am 18. Oktober über den aktuellen Stand der Repression gegen Indymedia linksunten und die KTS berichtet sowie über (un-)solidarischen Umgang in der linken Szene informiert und diskutiert.

  • Montag, 02.10.2017

    Günter Halm, Vorsitzender der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger”, ist endlich tot. Das Nazischwein wird am 6. Oktober um 14 Uhr in Bad Münder verscharrt. Noch Anfang 2017 trat Halm bei einer Veranstaltung der Pforzheimer Nazigruppierung „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ auf. Seit dem 12. Mai 2004 ist in der Landesgruppe Berlin die Reservistenkameradschaft 14 der Bundeswehr nach „Günter Halm“ benannt. Seine Frau Regine Halm ist weiter als Nazi aktiv, wird sich aber hoffentlich genauso wie die noch knapp 20 lebenden Ritterkreuzträger demnächst zu ihrem Gatten gesellen.

  • Sonntag, 01.10.2017

    Die Nazigruppe „Europäische Aktion“ um Bernhard Schaub und Axel Schlimper hat sich mit einem erst jetzt veröffentlichten „Sitzungsbeschluss vom 10. Juni 2017“ aufgelöst. Als Grund für die Auflösung gab Rigolf Hennig nicht etwa interne Streits oder Angst vor einem Verbot an, sondern behauptete, dass „jedwede weitere Arbeit [...] sich lediglich darauf beschränken [würde], bereits Gesagtes immer wieder neu aufzuwärmen“.
    Mögen sie auf immer schweigen.

  • Sonnabend, 30.09.2017

    In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die einst 18-köpfige AfD-Fraktion nach dem Arppe-Skandal zerlegt. Nach Arppes Abgang folgte die Abspaltung der Landtagsabgeordneten Bernhard Wild, Christel Weißig, Ralf Borsche und Mathias Manthei aus der AfD-Fraktion. Die Abgeordneten gründeten eine neue Fraktion unter dem Namen „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“. Als Grund für ihren Austritt gaben sie mangelnde Distanz der AfD zu Gewalt und Rechtsradikalismus an.

  • Freitag, 29.09.2017

    In der Nacht auf 19. September wurden in der Jourdan-Kaserne der Gendarmerie Mobile in Limoges fünf Bullenkarren abgefackelt. Zu dem Brandanschlag bekannten sich „Ex-Gendamen der Einheit 41/2 der Gendarmerie Mobile“ auf Indymedia Nantes und Indymedia Grenoble. Daraufhin hat das staatliche „Zentralbüro des Kampfes gegen die Kriminalität im Zusammenhang mit Informationstechnologien und Kommunikation“ die Indyseiten aufgefordert, das BekennerInnenschreiben zu löschen. Begründung: Provokation von Terrorakten oder Billigung solcher Akte“. Indymedia Grenoble hat daraufhin ein Communiqué veröffentlicht, in dem sie die geforderte Zensur in einen Zusammenhang mit dem Verbot von Indymedia linksunten setzen.

  • Donnerstag, 28.09.2017

    Beim zweiten Verhandlungstag im Altermedia-Prozess in Stuttgart-Stammheim wurde klar, dass die Angeklagten alles zugeben werden, was die Ermittlungsbehörden sowieso schon wissen – und das ist ziemlich viel. Es wurde reihenweise aus Mails zitiert und Statistiken von Moderationstätigkeiten angeführt. Die als Rädelsführerin einer kriminellen Vereinigung angeklagte Jutta „Polaris“ Valentin outete sich als Partnerin des Naziterroristen Meinolf Schönborn. Der war auch selbst kurzzeitig im Publikum, bis er von den Nazianwälten aufgefordert wurde den Saal zu verlassen, da er als Zeuge in Frage komme. Valentin berichtete nicht nur lang und breit von ihrem ziemlich langweiligen Leben, sondern auch von Jörg Lange, der 2012 in einer von Schönborn als Nazizentrum vorgesehenen Pension tot aufgefunden wurde. Valentins schönste Räuberpistole: Ralph Kästner habe ihr gesagt, dass er über alte DDR-Kontakte zu russischen Geheimdienstkreisen erfahren habe, dass Israel hinter den Drohmails an Altermedia stecke. Den vorsitzenden Richter wiederum empörte sehr, dass Ralph Kästner 130hosting.net betrieb.

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    Nach dem vereinsrechtlichen Verbot der Internetplattform linksunten.indymedia.org durch das Bundesinnenministerium (BMI) haben die als vermeintliche Betreiber verorteten Betroffenen der polizeilichen Maßnahmen nun rechtliche Schritte eingeleitet. Seit heute sind bei dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) Klagen gegen das Konstrukt eines Vereins bzw. dessen Verbot sowie bei dem Verwaltungsgericht (VG) Freiburg diverse Beschwerde gegen die Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen anhängig.

    Das BMI hatte am Freitag, den 25.08.2017, die Wohnungen von als Vereinsmitglieder bezeichneten Personen durchsuchen lassen und ihnen zeitgleich eine Verbotsverfügung für den angeblich existierenden Verein linksunten.indymedia.org zugestellt. Die Klagen vor dem dafür unmittelbar zuständigen BVerwG richten sich nun einerseits gegen die Feststellung, dass linksunten.indymedia.org ein Verein ist, der vereinsrechtlich verboten werden kann, und andererseits gegen die Zuordnung der Klägerinnen und Kläger zu diesem Verein. „Aus den uns bislang vorliegenden Unterlagen ist nicht ersichtlich, wie das Bundesinnenministerium die Einordnung von linksunten.indymedia.org als Verein belegen will geschweige denn was die Betroffenen der Durchsuchungen damit zu tun haben sollen“, so Rechtsanwalt Sven Adam aus Göttingen, der einen der Kläger rechtlich vertritt. „Die Klageverfahren und die enthaltenen Akteneinsichtsanträge sollen daher auch bei der Aufklärung der Frage dienen, ob das Bundesinnenministerium das Vereinsrecht missbraucht, um sich eines unliebsamen Nachrichtenportals zu entledigen, welches selbst gar keine Straftatbestände erfüllt hat“, so Adam weiter.

    Vor dem VG Freiburg sind zusätzlich Beschwerden gegen Durchsuchungsbeschlüsse des Gerichts erhoben und Anträge auf Feststellung der Rechtswidrigkeit der Beschlagnahme persönlicher Gegenstände der Betroffenen gestellt worden. „Auch in diesen Verfahren wurde zunächst Akteneinsicht beantragt. Ziel dieser Verfahren ist auch hier die Aufarbeitung dieses offensichtlich mit heißer Nadel gestrickten Maßnahmenbündels und vor allem die schnelle Herausgabe der persönlichen Habe der Betroffenen“, stellt die Freiburger Rechtsanwältin Angela Furmaniak zu diesen Verfahrensschritten fest.

    Frankfurt | Freiburg | Göttingen | Jena, den 30.08.2017

    Kulturtreff in Selbstverwaltung (KTS) leitet rechtliche Schritte gegen Durchsuchung der KTS-Räumlichkeiten ein

    Pressemitteilung der KTS-Anwältin vom 30.08.2017 anlässlich der Durchsuchung des Kulturzentrums KTS am 25.08.2017

    Der von den Durchsuchungen im Rahmen des Verbots von linksunten.indymedia.org betroffene Kulturtreff in Selbstverwaltung (die KTS) in Freiburg fordert von den Verantwortlichen eine Erklärung über die Durchsuchung seiner Räumlichkeiten und die Beschlagnahme von Inventar und Geld. Benachrichtigung an den Trägerverein und Mieter der Räumlichkeiten bis heute nicht erfolgt.

    Am 25.08.2017 waren Beamte des LKA Baden-Württemberg im Auftrag des Bundesinnenministeriums und auf Grundlage eines Sicherstellungsbescheides des Regierungspräsidums Freiburg in die Räumlichkeiten der KTS eingedrungen und haben dort ein Bild der Zerstörung hinterlassen. Betroffen waren sämtliche Räume der KTS, auch solche, zu denen nur berechtigte Personen Zugang haben (z.B. Büro des Trägervereins, Siebdruckwerkstatt). Die Türen wurden gewaltsam geöffnet und diverse Tresore, ebenfalls mit nur eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten, aus den Wänden gerissen. Beschlagnahmt wurden vor allem Unterlagen des Trägervereins der KTS, Getränkekassen und sämtliche Ausstattung an Technik. Letzteres insbesondere im offenen Internetcafé, welches auch gern von Geflüchteten genutzt wird.

    Dem Trägerverein ist bis heute von offizieller Seite keine Durchsuchungsanordnung zugestellt worden. Es gab noch nicht einmal Bemühungen, den Vorstand über die Vorgänge in den von der Stadt Freiburg seit 1998 gemieteten Räumlichkeiten zu informieren. Stattdessen wurde die Durchsuchung ohne die Anwesenheit von Zeuginnen oder Zeugen durchgeführt. Obwohl die Beamten des LKA in Begleitung einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit einen Nutzer im Haus antrafen, wurde kein Versuch einer Erklärung unternommen, ein Durchsuchungsbeschluss wurde nicht vorgelegt. Der betroffenen Person wurde der Zugang zum Haus untersagt und ohne Begründung ein Platzverweis erteilt.

    Das Regierungspräsidium Freiburg teilte auf telefonische Bachfrage mit, dass eine entsprechende Verfügung vorgelegen habe, die jedoch nicht an die Mieterin der KTS adressiert sei. Da das Regierungspräsidium eine kurzfristige Überlassung der Verfügung abgelehnte, wurde zwischenzeitlich entsprechender Antrag beim Verwaltungsgericht Freiburg eingereicht. Zu telefonischen Auskünften war das Verwaltungsgericht nicht bereit.

    „Die bisher unterbliebene Anordnung gegen den Trägerverein und Mieter der KTS ist ein grober Grundrechtsverstoß. Auch die formalen Mängel der Durchsuchung sind für sich schon bemerkenswert. Aber die konkrete Durchführung der Durchsuchung ohne Zeugen, der Umfang der Zerstörungen und die wahllose Beschlagnahme jeglicher Infrastruktur legt nahe, dass es hier nicht um das Verbot von linksunten.indymedia.org ging, sondern um einen Angriff auf ein linkes Kulturprojekt“ stellt Rechtsanwältin Katja Barth fest, die die rechtliche Vertretung des Betreibervereins der KTS übernommen hat. Für den 09.09.2017 gibt es einen Aufruf zur Demonstration für Pressefreiheit und den Erhalt linker Zentren.

    Für Rückfragen steht Rechtsanwältin Katja Barth zur Verfügung:

    Rechtsanwältin Katja Barth
    Möslestr. 1, 79117 Freiburg
    Tel.: 0761-70336-0
    Fax: 0761-70336-36
    http://www.anwalt-freiburg.de


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    KTS-Pressemitteilung

    Hamburg brennt für unsere Herzen

    Communiqué vom 23.07.2017

    Der G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg ist medial gescheitert. Für einen kurzen Moment der Revolte wurde das Gewaltmonopol des Staates trotz eines bis dato unerhörten Polizeiaufgebots in Frage gestellt. Seither versuchen Politik und Presse die zugrunde liegenden gesellschaftlichen Konflikte zu kaschieren und die militanten Proteste zu delegitimieren. Doch der subversive Charme der Bilder des Widerstands widersetzt sich der Entpolitisierung. Die Plünderung eines Ladens ist der kollektive Bruch mit dem Recht auf Eigentum. Kein Steinwurf auf die Polizei war jemals unpolitisch.

    Der Diskurs über die Gewalt beim Gipfel ist voller Heuchelei. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und sein Innensenator Andy Grote erdreisten sich, die Polizeigewalt während des Gipfels als „Denunziation“ zu bagatellisieren. Während bei der Polizei schon als verletzt gilt, wer zu dumm ist, ausreichende Mengen Wasser zu trinken, werden die hunderten Verletzten und dutzenden Schwerverletzten auf Seiten der Protestierenden ausgeblendet. Kein Wort zu den Knochenbrüchen durch Polizeiknüppel, zu den Schmerzen durch Reizgas und Wasserwerfer, zu den psychischen Misshandlungen im G20-Knast. Stattdessen bekommen die Schlägertrupps in Uniform in Bayern Sonderurlaub und in Hamburg Freikarten für die Elbphilharmonie.

    Als Rache für den erlittenen Kontrollverlust fordern bürgerliche Rechte und Rechtsradikale nach dem G20-Gipfel die Opferung von Sündenböcken. Sie sehen die Zeit gekommen, endlich ihre alte Forderung nach Schließung linker Zentren wie der Roten Flora in Hamburg, der Rigaer Straße in Berlin und dem Conne Island in Leipzig durchzusetzen. Noch ziert sich die SPD über das hingehaltene Stöckchen zu springen. Doch der Wahlkampf zur Bundestagswahl im September lässt befürchten, dass sich die Sozialdemokratie auf das besinnt, was sie schon immer vorrangig auszeichnete: Der Wille zum Verrat.

    Nüchtern betrachtet ist die mediale Empörung über die abgefackelten Autos an der Waterkant ein Spezifikum deutscher Spießigkeit. Wenige Tage nach dem „Bürgerkrieg“ in Hamburg wurden an einem ganz normalen Nationalfeiertag in Frankreich 900 Autos angezündet. Statt des hanseatisch kleinkrämerischen „Ganz Hamburg hasst die Polizei!” heißt es dort sympathisch kosmopolitisch:

    Tout le monde déteste la police !

    Autonome Antifa Freiburg


    Communiqué auf Indymedia linksunten