• Mittwoch, 20.10.2021

    In der Schweiz gab es am 9. Oktober größere Nazidemos von Corona-Verschwörungsgläubigen. In Basel protestierten 300 bis 400 Antifas gegen den Marsch von 3.000 Rechten durch die Innenstadt. In Genf liefen 2.000 Rechte hinter einem Banner der Nazigruppe „Résistance Helvétique“. Auch am 17. Oktober gab es in allen Landesteilen rechte bis rechtsradikale Aufmärsche und eine Gegendemo in Bern von Solidarischen Bündnis.

  • Dienstag, 19.10.2021

    Die drei für Samstag, den 23. Oktober, in Leipzig geplanten Demonstrationen unter dem Motto „Alle zusammen! – Autonom, widerständig, unversöhnlich“ wurden am 18. Oktober von der Stadt verboten. Nicht nur der Sternmarsch und die Abschlusskundgebung in Connewitz, sondern auch auch „jede Form von Ersatzversammlungen“ wurde verboten. Als Vorwand für das Komplettverbot der „bundesweiten Demonstration zur Verteidigung linker Politik“ wird die Demo vom 18. September benutzt, bei der mehrere tausend Linke gegen Repression demonstrierten.

  • Montag, 18.10.2021

    In Bochum entsteht zur Zeit das Vereinsheim des neuen Chapters des Rockerclubs „Outlaws MC“. Die Rocker bauen eine Gaststätte im Bochumer Stadtteil Kornharpen um, an der es am 25. September bereits eine Schießerei gab. Nach Antifainfos ist der Nazihool Malte Bracke führendes Mitglied des Clubs. Beruflich ist Bracke Brandmeister in der südlich von Bochum gelegenenen Kleinstadt Hattingen.

  • Sonntag, 17.10.2021

    In Rom fand am 16. Oktober eine Demonstration eines breiten Antifabündnisses statt. Eine Woche zuvor nutzten Nazis der „Forza Nuova“ Coronaproteste, um ein Gewerkschaftsbüro anzugreifen. Die Antifademo richtete sich nicht nur gegen den Naziangriff und forderte ein Verbot der faschistischen Partei, sondern erinnerte auch an die Deportation nach Ausschwitz von über 1.000 römischen Juden vor 78 Jahren.
    Presse: 1 | 2 | 3

  • Sonnabend, 16.10.2021

    Am 2. Oktober fand im Hotel Monopol in Frankfurt am Main die Mitgliederversammlung der „Desiderius-Erasmus-Stiftung“ der AfD statt. Da die AfD bei der Bundestagswahl am 26. September zum zweiten Mal in den Bundestag gewählt wurde, kann die Nazi-Stiftung jetzt wie die Stiftungen der anderen Bundestags-Parteien mit staatlichen Geldern in zweistelliger Millionenhöhe rechnen. Auf fragdenstaat.de wurde dazu ein ausführliches Dossier veröffentlicht, die Bildungsstätte Anne Frank hat die Kampagne „Kein Geld für die AfD“ angestoßen und die Tagesschau berichtete über die Finanzen der „Desiderius-Erasmus-Stiftung“. Demnach erhielt die DES im Jahr 2018 etwa 122.000 Euro Spenden. Wir können ergänzen: Für das Jahr 2019 verbuchte der Schatzmeister der „Desiderius-Erasmus-Stiftung“ Spendeneingänge in Höhe von 422.884 Euro, im Jahr 2020 waren es 265.781 Euro. Am 31. Dezember 2020 betrug das Vereinsvermögen 256.542,41 Euro.

  • Freitag, 15.10.2021

    Der Köpi-Wagenplatz in Berlin wurde am 15. Oktober von 2.000 Bullen geräumt. Es gab Kämpfe, Baumbesetzungen und Polizeigewalt. Abends lief eine wütende Demonstration durch Kreuzberg, es klirrten Scheiben und es brannten Autos. In den Worten des Tagesspiegels: „Die Polizei verlor zeitweise die Kontrolle.“ Die TeilnehmerInnenzahl lag „nach Angaben der Berliner Polizei“ im „höheren vierstelligem Bereich“.
    In Hamburg demonstrierten laut Bullenangaben 650 Autonome im Schanzenviertel gegen die Räumung in Berlin. In Freiburg fuhr nachmittags ein Solikonvoi der WäglerInnen durch die Innenstadt.
    Presse: 1 | 2 | 3 | 4 | 5

  • Donnerstag, 14.10.2021

    Laut belltower.news fand vom 8. bis 10. Oktober ein Nazitreffen unter dem Titel „Thing der Titanen. Rechte Lebensführung: Zwischen Hedonismus und Askese“ statt. Veranstaltet wurde das Treffen in einem alten Bauernhaus des „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.“ in Herboldshausen an der A6 im Landkreis Schwäbisch Hall vom Heilbronner Nazisteuerberater Michael Dangel. Eingeladen waren diverse Nazikader, darunter Nicole Schneiders und Malte Redeker.

  • Mittwoch, 13.10.2021

    In Stuttgart-Stammheim wurden die Antifas Jo und Dy zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Zudem wurde den Nazis grundsätzlich das Recht auf Schmerzensgeld zuerkannt. Den beiden wird die Beteiligung an einem Überfall am 16. Mai 2020 auf die Mitglieder des Nazivereins Zentrum Automobil Ingo Thut, Jens Dippon und Andreas Ziegler vorgeworfen, die auf dem Weg zu einer Querdenkerkundgebung auf dem Cannstatter Wasen waren. Wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung sowie Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall soll Jo für vier Jahre und acht Monate und Dy für fünf Jahre und sechs Monate in den Knast, obwohl es sich bei den Opfern lediglich um Nazis handelt. Ein wesentlicher Belastungzeuge war ein Polizeispitzel, der aber in dem Prozess nicht auftrat und anonym blieb. Dubravko Mandic hatte als Nebenklageanwalt von Andreas Ziegler während des Prozesses mit absurd langen Anträgen vergeblich versucht, die Antifas als DGB-gesteuert darzustellen. Für den 23. Oktober 2021 ruft die Solidaritätskampagne „Antifaschismus ist notwendig“ um 16 Uhr am Stuttgarter Hauptbahnhof zu einer Demonstration unter dem Motto „Freiheit für alle Antifas!“ auf. Antifaschismus ist immer legitim – Freiheit für Jo und Dy!
    Bisher: 1 2 3 4 5 6 7
    Presse: 1 2 3

  • Dienstag, 12.10.2021

    Der AfD-Landesverband Baden-Württemberg veranstaltet am 13. und 14. November jeweils von 10 bis 17 Uhr in der „Pension zur Margarete“ in der Otto-Hahn-Straße 31-33 in 71069 Sindelfingen eine Schulungsveranstaltung zum Thema „Versammlungsleitung“. Referent ist das feiste Burschenschwein Christoph Basedow, das schon seit mehreren Jahren mit diesem Vortrag durch die blauen Lande tingelt. Basedow ist „Alter Herr“ der „Burschenschaft Redaria-Allemannia Rostock“ und war 2012 Sprecher der „Deutschen Burschenschaft“, bevor seine Burschenschaft 2013 aus dem Dachverband austrat. Der AfD-Nazi leitete diverse Parteitage, darunter 2016 den baden-württembergischen Landesparteitag in Kehl. Basedow arbeitet als Rechtsanwalt in der Kanzlei des AfD-Bundestagsabgeordneten Enrico Komning der „Greifswalder Burschenschaft Rugia“ und er war Fraktionsjustitiar der AfD Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem war Basedow der Gutachter, der 2019 die Absetzung des saarländischen AfD-Landesvorstands empfahl, was 2020 umgesetzt wurde.

  • Montag, 11.10.2021

    Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat in einer Rundmail an sämtliche AfD-Mitglieder bekannt gegeben, beim nächsten Bundesparteitag der AfD nicht wieder als Bundessprecher kandidieren zu wollen. Meuthens Abschiedsmail klingt streckenweise wie ein Nachruf auf sich selbst: „Am 4. Juli 2015 wurde ich auf dem legendären Bundesparteitag in meiner Heimatstadt Essen erstmals zum Bundessprecher unserer Partei gewählt. Seither lebe und arbeite ich ohne einen Tag Unterbrechung in dieser Funktion, gebe der Partei in der Öffentlichkeit und den Medien, wie es die Funktion eines Bundessprechers ist, mein Gesicht und meine Stimme.“ Mit seinem Einknicken vor dem Naziflügel erspart Meuthen sich eine krachende Niederlage samt Gesichtsverlust auf dem Bundesparteitag, der am 11. und 12. Dezember im Rhein-Main-Congresscenter in Wiesbaden stattfinden soll.
    Auch die Presse berichtet über den Meuthen-Rückzug: 1 | 2 | 3 | 4

  • Sonntag, 10.10.2021

    Am 9. Oktober marschierten 500 Nazis durch Dortmund. Anlass war der Tod von Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt am 3. Oktober. Unter den TeilnehmerInnen waren langjährige Nazikader wie Thomas Wulff und Thorsten Heise wie auch Combat 18-Führungsfiguren wie der C18-Gründer und Europa-Chef William Browning, der Deutschland-Chef Stanley Röske und Keven Langner. Entlang der Route des Naziaufmarschs nach Dorstfeld gab es antifaschistischen Protest.
    Presse: 1 | 2
    Fotos: 1 | 2 | 3

  • Sonnabend, 09.10.2021

    Nach dem „Antisemitismus-Skandal“ bei der „Burschenschaft Normannia zu Heidelberg“ vom August 2020 sind mehrere Dutzend „Alte Herren“ ausgetreten, zuletzt Jürgen Drewes, Hartmut Jansen und Bernd Varhulik. Nun will eine Mehrheit der verbliebenen „Normannen“ mit einer Säuberungswelle auch noch jene „Alten Herren“ rauswerfen, welche die „im März diesen Jahres vom Convent beschlossenen Leitlinien“ nicht unterschrieben haben. Den „lieben Bundesbrüdern“ wurde die „traurige Nachricht“ übermittelt, „dass der Generalconvent vom 02.10.2021 folgenden Bundesbrüdern den Rat zum Austritt erteilt hat: Götz Goebel, Jürgen Goebel, Uli Lang, Reinhard Latza, Juan-Guillermo Michelsen, Thomas Winzberg, Christian Wirth“. Bei Christian Wirth handelt sich sich um den Landesvorsitzenden der AfD Saarland. Wird der „Rat zum Austritt“ im Sinne der burschenschaftlichen Paralleljustiz rechtskräftig, verwandelt er sich „binnen drei Tagen“ in die „Strafe der dauernden Entfernung“. Liebend gerne würden die Verbliebenen auch noch Klaus Goebel und Hansjörg Lang kicken, aber die sind schon zu tot, um noch einer Verhandlung beizuwohnen. Und die anderen dürften gegen ihren Rauswurf zuerst bundintern und anschließend vor ordentlichen Gerichten klagen.

  • Freitag, 08.10.2021

    Das „Institut für Staatspolitik“ (IfS) von Götz Kubitschek ist vom Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als „gesichert rechtsextreme Gruppierung“ eingestuft worden. Die Beobachtung erfolgt anderthalb Jahre nach der Einstufung der Naziorganisation in Schnellroda als „Verdachtsfall“. Für diese Erkenntnis 21 Jahre gebraucht zu haben, sagt alles über den Landesverfassungsschutz aus. Aber er ist damit immer noch schneller als der Bundesverfassungsschutz, von dem das IfS weiterhin als „Verdachtsfall“ gesehen wird.

  • Donnerstag, 07.10.2021

    Am 9. Oktober soll im österreichischen Klagenfurt eine Großveranstaltung von Burschenschaftern und anderen rechtsradikalen Korporierten stattfinden. Mit dem sogenannten „Kärntner Freiheitskommers“ wollen sie – mit einem Jahr Corona-Verspätung – den 100. Jahrestag der „Kärntner Volksabstimmung“ feiern. Auf dem Einladungsflyer heißt es in gewohnt geschichtsrevisionistischer Manier: „Die Kärtner Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 war nur möglich wegen des zuvor erfolgten Abwehrkampfes gegen die südslawischen Eindringlinge.“
    Die Korporierten-Veranstaltung beginnt um 11 Uhr mit einer Kranzniederlegung vor dem Landhaus Klagenfurt in der Ursulinengasse 2. Weiter geht es mit einem „Symposium“ zum Thema „Die bedrohte Freiheit“ von 14 Uhr bis etwa 17 Uhr im Mozartsaal im Konzerthaus, für das vier Referenten angekündigt wurden. Christian Neschwara von der „Wiener Burschenschaft Gothia“ soll über die „Bedrohung der Versammlungsfreiheit“ sprechen. Peter Unfried von der „Wiener Burschenschaft Olympia“ wird die versammelten Bändchenträger mit einem Referat über die „Bedrohung der Lehr- und Lern-Freiheit“ langweilen. Heinz-Dieter Pohl von der „Sängerschaft Tauriska zu Klagenfurt“ und der „Turnerschaft Danubia-Markomannia Wien“ will über die „Bedrohung der Meinungsfreiheit“ durch die „politische Korrektheit“ referieren. Und Bernd Stöckl von der „Landsmannschaft Viruna zu Graz“, der „Landsmannschaft Tyrol zu Innsbruck“ und der „Landsmannschaft Kärnten zu Wien“ soll einen Vortrag über die angeblich durch die Anti-Corona-Maßnahmen bedrohte Freiheit halten.
    Um 18:30 Uhr findet in der Messehalle 3 die „Chargenprobe“ statt, für welche Abordnungen von dutzenden Verbindungen aus Österreich und Deutschland erwartet werden. Um 20 Uhr soll die Großveranstaltung mit dem „Kärntner Freiheitskommers“ enden, einem ritualisierten Besäufnis im ersten Stock der Messehalle 3. Organisiert wird die Veranstaltung vom „Verband Freiheitlicher Akademiker Kärnten“.

  • Mittwoch, 06.10.2021

    Das Landgericht Osnabrück hat ein wegweisendes Urteil zum Missbrauch der „Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes“ durch die Polizei gefällt. Demnach sind Handyaufnahmen von Polizeieinätzen legal – inklusive Tonaufnahmen. „Die Beschlagnahme des dazu benutzten Handys ist daher rechtswidrig.“

  • Dienstag, 05.10.2021

    Der Dortmunder Nazi Siegfried Borchardt, genannt „SS-Siggi“, ist am 3. Oktober unter starken Schmerzen krepiert. Das Nazischwein war BVB-Hooligan der „Borussenfront“, FAP- und „Die Rechte“-Funktionär, Dortmunder Ratsherr und VS-Zuträger. Für den 9. Oktober rufen Nazis zu einer Kundgebung in Dortmund-Dorstfeld auf, wo der passionierte Schnapssäufer zuletzt wohnte. Am Ende erledigte eine antifaschistische Blutvergiftung das Kaiserschnurrbarttamarin. In seinen letzten Worten: „Hatte gestern Abend schon tierische Schmerzen im Bein. Jetzt ist es noch schlimmer geworden. Muß gleich erstmal ins Krankenhaus. Wahrscheinlich eine Thrombose. Melde mich, wenn ich näheres weiß!"

  • Montag, 04.10.2021

    Am Morgen des 21. September wurde die Druckrei MM büro-marketing in der Landsberger Straße 253 in Berlin-Mahlsdorf von Antifas mit Hämmern, Sprühdosen, Farbgläsern und drei Feuerlöschern gefüllt mit Pulver und Farbe angegriffen. Die Druckerei der Inhaberin Alexandra Menges druckt für die Berliner AfD seit geraumer Zeit Plakate her und nun wurde ihr Gewinn aus den Nazigeschäften geschmälert.
    Das Zentrum für politische Schönheit hat der AfD im Bundestagswahlkampf fünf Millionen Flyer abgenommen. Die AktivistInnen gaben sich als seriösen „Flyerservice Hahn“ aus und wurden von der AfD mit der Verteilung der Flyer beauftragt. Viele faule AfD-Ortsverbände erlagen den Kaum-zu-glauben-Niedrigpreisen, vertrauten der fachkundigen Biederkeit und entsorgten so schnell und einfach 72 Tonnen Nazimüll.

  • Sonntag, 03.10.2021

    In Berlin haben am 2. Oktober über 1.000 Linke gegen die geplante Räumung des Køpi-Wagenplatzes am 15. Oktober demonstriert. Der Wagenplatz im 2.600 m² großen Garten der 1990 besetzten Køpi in der Köpenicker Straße 137 wurde 2013 an die Startezia GmbH in Moers verkauft. Im Juni hatte das Landgericht Berlin die Räumung angeordnet, die nun durchgesetzt werden soll.
    Presse: 1 2 3 4

  • Sonnabend, 02.10.2021

    Die linke Aktivistin Kate Wilson hat die Londoner Metropolitan Police erfolgreich vor dem britischen Sondergericht Investigatory Powers Tribunal verklagt. Das Gericht erkannte die mindestens zehn intimen Beziehungen des Undercover-Bullen Mark Kennedy unter falscher Identität als sexuellen Missbrauch an. Insgesamt geht es um mindestens 27 Fälle, in denen die Met-Führung unter dem Motto „Don’t ask, don’t tell“ sexuellen Missbrauch durch ihre Undercover-Bullen akzeptierten und damit legitimierten. In mindestens zwei Fällen zeugten Bullen unter ihrer Tarnidentität Kinder. Außerdem urteilte das Gericht, dass die Polizei Kates „Recht auf ein Leben frei von unmenschlicher und erniedrigender Behandlung“, ihr „Recht auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit“ sowie ihr „Recht auf ein Privat- und Familienleben“ gemäß der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzt hat. Kate wurde von mindestens sechs verdeckten Ermittlern bespitzelt.
    Bisher: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21
    Presse: 1 2 3 4 5

  • Freitag, 01.10.2021

    Auf Pixelarchiv wurden Fotoserien vom diesjährigen „Burschentag“ der „Deutschen Burschenschaft“ in Seebach und Eisenach veröffentlicht. Einer der Teilnehmer des Burschentags war Rudolf „Ruzi“ Schwarz, der inzwischen in einer albtraumhaften Neubau-Protzvilla im Blockhaus-Stil im Franz-Mary-Weg 2 in 79415 Bad Bellingen wohnt. Der Faschist Schwarz trägt den Biernamen „Ruzi“ und fährt passend zu seiner Karriere bei VW einen T-Roc SUV mit dem Kennzeichen WOB-DJ 157.
    Die auf dem „Burschentag“ zur nächsten Vorsitzenden des Naziburschen-Dachverbands gewählte „Alte Hallesche Burschenschaft Rhenania-Salingia zu Düsseldorf“ wird im Wintersemester 2021/2022 von Christoph Kayser (stud. chem.), Jeremy Franosch (stud. soz.), Marco Decker (stud. chem.) und Patrick Audesirk (ref. jur.) repräsentiert. Die „Rhenania-Salingia“ will am 13. und 14. November einen „Heldengedenktag in Langemarck“ veranstalten. Im belgischen Langemark scheiterte am 10. November 1914 ein Durchbruchsversuch der deutschen Truppen. Die Naziburschen verklären die tausenden Toten und insbesondere die dort gestorbenen ultranationalistischen studentischen Kriegsfreiwilligen bis heute zu heldenhaften Märtyrern, die sich mit dem „Deutschlandlied“ auf den Lippen für Deutschland geopfert haben sollen. Jedes Jahr werfen die deutschen Naziburschen – teilweise begleitet von flämischen „Kameraden“ – auf dem deutschen Soldatenfriedhof Kränze ab.

  • RSS Meldungen

  • RSS Artikel

    Updates zum Communiqué.

    Am Samstag, den 12. Juni, hat um 18 Uhr eine rassistische Hetzjagd in Freiburg stattgefunden. Ein 36-jähriger Lette wurde am Ende von einem Dutzend Männern über mindestens eine halbe Stunde massiv rassistisch beleidigt, mit dem Tode bedroht, körperlich attackiert und durch die Straßen gejagt. Dutzende Menschen wurde ZeugInnen des Vorfalls, rund 30 Menschen wurden erfolglos persönlich um Hilfe gebeten, nicht einmal die Polizei wurde gerufen. Als sich das Opfer schließlich in eine Tankstelle retten konnte und von dort selbst die Polizei rief, verbrüderten sich bei der anschließenden Polizeikontrolle zwei Polizisten mit dem Haupttäter. Die Hetzjagd fand keine zwei Kilometer entfernt und nur knapp zwei Stunden nach dem faschistischen Pfeffer- und Messerangriff von AfD-Stadtratskandidat Robert Hagerman statt, bei dem er vier Menschen verletzte.

    JPEG - 1.6 MB
    Rassistische Hetzjagd am 12.06.2021 in Freiburg

    Der Antifa war auf dem Heimweg aus dem Stühlinger nach Haslach. Der Stühlinger ist ein sehr lebendiger, innenstadtnaher Stadtteil von Freiburg während Haslach eher ein ArbeiterInnenquartier war und ist. Es war Samstag Abend um sechs Uhr am zweiten Spieltag der Fußball-EM und es war fast 28 Grad warm. Der Antifa ging stadtauswärts die Eschholzstraße hinunter und traf an der roten Ampel Eschholzstraße/Ferdinand-Weiß-Straße auf eine Gruppe von fünf betrunkenen Männern. Sie waren wie er in Richtung Ochsenbrücke unterwegs und vertrieben sich die Wartezeit auf die grüne Ampel damit, sich in den Schwitzkasten zu nehmen und dumme Sprüche zu reißen. Die rassistische Gruppe bestand zuerst aus fünf Personen:

    Man wird ja wohl noch fahnden dürfen

    (Täter 1) war der Rädelsführer der Gruppe und ist laut Aussage von (Täter 8) Polizist. Es ist völlig unklar, wie glaubwürdig die Aussage von (Täter 8) ist, aber die Verbrüderungsszene bei der Polizeikontrolle am Ende spricht zumindest für eine Freundschaft von (Täter 1) mit zwei Polizisten. Er ist ca. 50-55 Jahre alt, mit ca. 160-165 cm eher klein, trägt einen dichten, grauen Vollbart, etwa 3-4 cm lang. Früher hatte er mal dunkle Haare, aber die sind mittlerweile grau und vor allem wenige, deshalb trägt er Glatze. Er hat braune Augen und gebräunte Haut und spricht badischen Dialekt. Er trug ein schwarzes T-Shirt mit weißen Motiven, das er vier Mal zur Einschüchterung auszog, genau wie seinen Ehering, den er sich zwei Mal mit großer Geste abstreifte und wegsteckte. Dennoch wirkte er nicht besonders sportlich. Er trug graue Shorts und unauffällige, helle Schuhe. Er war betrunken, aber nicht volltrunken, schwulenfeindlich, dabei nicht besonders laut, aber extrem aggressiv. Er hat mehr als vierzig Mal gesagt, dass er sein Opfer erschießen werde.

    (Täter 2) war der zweite Rädelsführer der Gruppe. Er ist ca. 35-40 Jahre alt, ca. 170-175 cm groß, schlank, muskulös und sportlich. Wie viele der Täter hatte er einen (kurzen) Undercut, der im angelsächsischen Sprachraum auch „Hitler Youth haircut“ genannt wird: Haare an den Seiten kurz und oben etwas länger. Er hatte dunkle Augen und dunkles Haar, hatte helle Haut und trug weiß: Ein weißes T-Shirt, weiße Shorts, weiße Socken und weiße Schuhe. Er war ebenfalls betrunken, aber nicht volltrunken, ebenfalls sehr aggressiv und laut. Trotz seines aggressiven Auftretens – er hat ebenfalls sein T-Shirt ausgezogen und „Schlag zu, ich bringe dich um!“ gerufen – wirkte er in seiner Schläger-Pose doch lächerlich.

    (Täter 3) war der lauteste und betrunkenste „Ausländer raus!“-Gröler der Gruppe. Er war höchstens 40 Jahre alt, ca. 170-175 cm groß, hatte gelb-grün-braune Augen, etwa 4-5 cm lange braune Haare und einen durchschnittlichen Körperbau. Er trug eine normal herum getragene, aber hochgestellte, weiße Baseball-Cap, ein weißes T-Shirt mit schwarzen Motiven und helle Shorts. Er war sehr aggressiv, auch er hat mit Mord gedroht: „Ich bringe dich um!“. Er ist mit (Täter 1) verschwunden, kurz bevor die Bullen kamen.

    (Täter 4) war der ruhigste Mann der Gruppe. Er ist ca. 40 Jahre alt, ca. 175 cm groß, hat blaue Augen und einen blonden Undercut und ist leicht übergewichtig. Er trug eine kleine, runde Brille aus Metall, ein hellblaues T-Shirt, blaue, lange Jeans und braune Schuhe. Er hat (Täter 1), (Täter 2) und (Täter 3) mehrfach beschwichtigt und zurückgehalten. Er hat weder gedroht, noch geschlagen, und stand oft am weitesten vom Geschehen weg.

    (Täter 5) blieb weitestgehend im Hintergrund. Er ist ca. 40 Jahre alt, ca. 180 cm groß, hatte mit etwa 3 cm sehr kurze Haare und war schlank, aber nicht sportlich. Er trug ein schwarzes T-Shirt mit weißen Motiven und längere Jeans. Er hat zwar mehrfach von hinten geschrien, aber nicht gedroht und kam auch nicht in die Nähe des Opfers.

    JPEG - 4 MB
    (Ort A) einige Tage später

    „Ausländer raus!“

    Auf Höhe der BAR am Funkeneck überholte der Antifa die Gruppe. Alle fünf schauten ihn an und sahen einen 36-jährigen, sportlichen Mann mit Irokesen-Haarschnitt und Piercing, der nicht ihrer Definition von „Deutscher“ entsprach. Die Gruppe wurde leiser und plötzlich stimmten erst zwei, dann mindestens drei den Sprechgesang „Ausländer raus!“ an. Nachdem der Antifa realisiert hatte, dass er gerade am helllichten Tag mitten in Freiburg von einer Gruppe Rassisten beleidigt wird, blieb er stehen und fragte die Gruppe: „Ja, ich bin Ausländer. Und wo soll ich hingehen?“ Erst (Täter 3), dann (Täter 2) und (Täter 1) riefen „Ausländer verschwinde!“

    Der Antifa lief weiter in Richtung Haslach und sagte den Rassisten, dass er dort wohne und jetzt nach Hause gehe. Mittlerweile waren die sechs Personen vor dem Hochhaus in der Escholzstraße 100, bei (Ort A). Hier fragte der Antifa zum ersten Mal fünf Menschen um Hilfe. Zuerst signalisierte er zwei Fahrradfahrern langsamer zu werden und bat sie, die Polizei zu rufen. Sie bremsten jedoch nicht ab und fuhren weiter.

    Dann rief der Antifa „Alerta, alerta, antifascista“, um auf die Situation aufmerksam zu machen und einen Kampf zu vermeiden, was aber lediglich die Rassisten reizte. (Täter 1) sagte zum ersten Mal an diesem Tag: „Ich erschieße dich!“ Diesen Satz hat (Täter 1) mit leichten Abwandlungen mindestens 40 Mal während der Hetzjagd gesagt. Der Antifa hat (Täter 1) gefragt, wie und wann er ihn umbringen wolle und erhielt als Antwort „Wenn ich dich nächste Woche in Haslach treffe, dann erschieße ich dich!“

    Also sprach er einen an der roten Ampel wartenden etwa 40-50 Jahre alten Mann in voller Fahrradmontur mit Rennrad, eine knapp 30-jährige Frau mit Rock und Hollandrad und einen Fahrradfahrer mittleren Alters direkt und persönlich an: „Ich habe kein Handy, können sie bitte die Polizei rufen, ich wurde mit dem Tode bedroht und mit „Ausländer raus!" rassistisch beleidigt.“ KeineR der Angesprochenen hat reagiert.

    JPEG - 3.2 MB
    Fließender Verkehr auf der Ochsenbrücke

    Eine Frage der Ehre

    Auf der Ochsenbrücke fand der wohl skurrilste Teil dieses an unglaublichen Ereignissen nicht armen Tages statt. (Täter 2) zog sein T-Shirt aus und drohte dem Antifa aggressiv mit Schlägen („Ich bringe dich um, schlag zu, komm!“) und wurde von (Täter 4) beschwichtigt. Der Antifa sagte, dass (Täter 1) Abstand halten und nicht in seine Nähe kommen solle. Dann zog auch (Täter 1) sein T-Shirt aus und drohte wie (Täter 3), den Antifa zu verprügeln. Der Antifa versuchte mit „dann aber unten am Fluss, 1:1 und nacheinander“ wenigstens eine Chance gegen die fünf auszuhandeln, aber das wollten die deutschen Rassisten dann doch nicht. In den Worten von (Täter 1): “Nächste Woche erschieße ich dich.“

    Insgesamt war die Gruppe etwa 5-8 Minuten auf der Brücke. Während dieser Zeit hat der Antifa mehrere FahrradfahrerInnen in Richtung Haslach erfolglos angesprochen, was von drei PassantInnen in Richtung Stadt beobachtet wurde. Er sprach einen 30-jähriger Mann mit dunklen Haaren und Mittelscheitel, schwarzem T-Shirt und kleiner, grauer Weste und eine ca. 1,50 cm große Teenagerin und noch eine dritte Frau an. Alle drei sind einfach weitergegangen, ohne ihn weiter zu beachten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Antifaschist bereits rund ein Dutzend Personen um Hilfe gebeten, aber niemand griff ein. Er hatte explizit darum gebeten, die Polizei zu rufen, aber niemand rief an. Unseres Wissens nach ist niemand auch nur stehen geblieben, um den rassistischen Angriff zu beobachten.

    Mittlerweile waren die sechs Personen an der Ecke Eschholzstraße/Haslacher Straße bei (Ort B) und der Antifa wurde fortwährend rassistisch und sexistisch beleidigt und bedroht. Er musste mehrfach weglaufen und die Situation wurde immer gefährlicher. Dann kam von hinten eine Gruppe von sechs bis zehn Männern, die er ansprach und um Hilfe bat: „Die haben mich angegriffen und „Ausländer raus!“ gerufen! Bitte rufen Sie die Polizei!" Statt ihm zu helfen, liefen (Täter 6) und (Täter 7) aus der größeren Gruppe auf den Antifa zu, schrien ihn an und bedrohten ihn. Nach etwa einer Minute drohten sie mit erhobenen Fäusten. Schnell wurde klar, dass sich beide Gruppen kannten und spontan beschlossen, gemeinsam Jagd auf den Ausländer zu machen. Zur zweiten Gruppe gehörten:

    Das rassistische Dutzend

    (Täter 6) war einer der Rädelsführer der zweiten Gruppe und kannte (Täter 1) gut. Er ist ca. 50 Jahre alt und ca. 165-170 cm groß, ist sportlich, hat dunkelbraune Augen und Haare sowie badische dunklere Haut und er hatte die Haare schön, ohne Frage die beste Frisur von allen, Undercut, etwa 10 cm lang. Er trug ein grünes T-Shirt und grüne Shorts. Er war sehr aggressiv und hat mehrfach die Fäuste gezeigt: „Verschwinde oder ich bring dich um!“

    (Täter 7) kannte ebenfalls (Täter 1) und war in der schlechtesten körperlichen Verfassung von allen. Er ist ca. 55 Jahre alt, wobei das Alter bei Alkoholikern schwer zu schätzen ist, ca. 170-175 cm groß, hat sehr helle Haut, grün-braune Augen und dunkle mit grauen Haaren. Er trug ein langärmliges schwarzes Hemd und graue Shorts. Er trat sehr bedrohlich auf.

    (Täter 8) war der ruhigste Mann in der zweiten Gruppe und hat wie (Täter 4) mäßigend auf die anderen Täter eingewirkt. Er hat insbesondere (Täter 1) und (Täter 6) beschwichtigt. Er ist ca. 40 Jahre alt, ca. 180 cm groß und leicht übergewichtig, hat kurze, schwarze Haare, wie so viele andere einen Undercut, hat dunkle Augen und trägt eine eckige Brille mit dunklem Gestell mit einer hohen Dioptrien-Zahl. Er trug ein graues T-Shirt und Shorts. Er war weder bedrohlich noch beleidigend. Er hat mehrfach behauptet, dass (Täter 1) ein Polizist sei und es besser wäre (Täter 1) in Ruhe zu lassen, weil (Täter 1) betrunken sei.

    (Täter 9) hat zugeguckt und weder bedroht noch beleidigt. Er war ca. 40-50 Jahre alt, war mit ca. 190 cm auffällig groß, hatte dunkelblonde Haare und trug ein braunes T-Shirt und Khaki-farbene Shorts.

    (Täter 10) ist ein älterer Mann, der den Antifaschisten zwar mit „Na und, was???“ angeranzt, aber nicht beleidigt hat. Er ist ca. 50-60 Jahre alt, ca. 175 cm groß, hatte graue Haare und dunkle Augen.

    (Täter 11) ist ein sehr schlanker, junger Mann, ca. 30 Jahre alt und ca. 170 cm groß mit schwarzen Haaren und dunklen Augen. Er war distanziert, hat nicht bedroht, aber auch nicht geholfen. Er hat sich wie alle Täter nicht von der Gruppe entfernt und damit den rassistischen Mob gebildet, ohne den es keine rassistische Hetzjagd gegeben hätte.

    Es fehlen noch Täterbeschreibungen von zwei bis vier oder sogar sechs weiteren Tätern. Somit beläuft sich die Gesamtzahl der Täter auf mindestens 13 Männer.

    JPEG - 3.2 MB
    (Ort B) einige Tage später

    Wenn Gefahr, dann Polterabend

    Der Angriff spielte sich am helllichten Tag quer gegenüber der Schwarzwaldmilch ab. Mindestens fünf Ampelphasen lang fuhren Autos in beide Richtungen und niemand reagierte auf die Hilferufe. Die einzige Reaktion von Autofahrern ereignete sich, als der Antifaschist erneut „Alerta, alerta, antifascista!" rief. Ein Mann in einem weißen Achselshirt, mit einer grauen Baseball-Cap, schlank, blaue Augen, blonde Haare, rief vom Beifahrersitz eines kleineren, grauen Kombis: „Wenn ich dich sehe, bringe ich dich um!“ Unterdessen kamen drei bis vier Fahrräder aus Richtung Stadt und mehr als fünf Personen gingen zu Fuß in Richtung Stadt. Alle wurden angesprochen und um Hilfe gebeten, niemand hat reagiert.

    Während der mehrminütigen Angriffe an der Kreuzung Eschholzstraße/Haslacher Straße waren (Täter 6), (Täter 7), (Täter 1), (Täter 2) und (Täter 3) tonangebend. Die Situation war sehr belastend für den Antifaschisten, da er sich einerseits mit mehr als einem Dutzend aggressiven, betrunkenen Rassisten körperlich konfrontiert sah und andererseits keinerlei Hilfe von Dritten bekam – ganz im Gegenteil. Er nahm daraufhin zwei Teller aus einer „zu verschenken“-Kiste auf dem Gehweg und warf sie vor sich auf den Boden.

    Diese Aktion führte dazu, dass eine ältere Frau, bestimmt über 70 Jahre alt, mit grau-weißen Haaren auf einem Fahrrad anhielt. Sie hat blaue Augen, einen Seitenscheitel, sieht gepflegt und fit aus und ist ca. 165-170 cm groß. Auch sie bat der Antifaschist um Hilfe: „Bitte rufen Sie die Polizei an, die bedrohen mich, die haben „Ausländer raus!“ gerufen.“

    Die rassistische Hetzjagd dauerte nun schon 15-20 Minuten und der Antifa musste sich zunehmend gegen direkte, körperliche Angriffe wehren. (Täter 6) schlug ihm auf seine ausgestreckten Hände. Die Frau beobachtete die Szene und intervenierte als erste Person für den Antifaschisten: „Lasst mal den Jungen, lauft weiter!“ Die Frau stand zwischen drei der Männer und hat dann ihr Rad weggeschoben.

    JPEG - 2.6 MB
    (Ort C) einige Tage später

    Hetzjagd durch Freiburgs Straßen

    Als (Täter 6) erneut zuschlagen wollte, konnte der Antifaschist sich wehren und lief anschließend in Richtung Stadt auf westlicher Seite über die Ochsenbrücke. (Täter 2) nahm die Verfolgung auf. Ihm folgte mit Abstand (Täter 1). Der Antifa lief am Ende der Brücke quer über die Fahrbahn durch den fließenden Verkehr Richtung E-Werk, die Autos vom Zubringer hatten grün. Niemand hat angehalten, niemand hat Hilfe geholt. Der Antifaschist wurde weiter von (Täter 6) und (Täter 1) verfolgt, weit dahinter kam (Täter 8).

    Vor dem Jugendzentrum „LetzFetz“ stiegen drei junge Männer, ca. 17-18 Jahre alt mit schwarzen Haaren und nahöstlichem Aussehen aus einem schwarzen Taxi aus. Der Mann auf dem Vordersitz war ca. 180 cm groß, hatte einen guten Körperbau und trug schwarze Kleidung. Hinten saßen ein jüngerer mit Baseball-Cap und weißem T-Shirt und der Dritte der Gruppe. Diese drei hielten später (Täter 6) zurück.

    Der Antifaschist stieg vorne auf der Beifahrerseite in das Taxi ein. Der Taxifahrer sah alt aus, war aber vermutlich jünger, ca. 40 Jahre alt. Er war ca. 175 cm groß, schlank, hatte einen sehr kurz geschorenen Undercut und graue Haare. Er trug eine schwarze Hose und ein schwarzes T-Shirt und fuhr einen schwarzen Kombi. Der Antifa bat den Taxi-Fahrer um Hilfe: „Bitte rufen Sie die Polizei, ich werde angegriffen" Die Antwort: „Ich habe kein Handy dabei.“ - „Dann fahren Sie schnell los!“ - „Warum?“ - „Weil ich es eilig habe!“ Die Ampel war zwar rot, aber es stand kein weiteres Fahrzeug vor dem Taxi, doch der Taxifahrer fuhr nicht los. In diesem Moment schlug (Täter 6) mit voller Wucht durchs geöffnete Beifahrerfenster des Taxis zum Kopf des Antifaschisten. Diese konnte sich wegdrehen, so dass der Schlag ihn verfehlte. Der Taxifahrer saß während des Schlags auf dem Fahrersitz.

    Der Antifaschist stieg daraufhin aus dem Taxi aus und musste sich erneut gegen einen Angriff von (Täter 6) wehren. Es kam zu einer Schlägerei, nach der (Täter 6) von den drei Jungen, die zuvor aus dem Taxi ausgestiegen waren, zurückgehalten wurde. Der Antifaschist überquerte die vielbefahrene Eschholzstraße Richtung BAR am Funkeneck. Dort wurde er erneut von (Täter 1) bedroht, der schnellen Schrittes auf ihn zu kam: „Ich bringe dich um, du Schwuchtel!“. Ihm folgte mit Abstand (Täter 8). Vor der BAR am Funkeneck gegenüber (Ort C) hat ein gepflegter, fülliger, mittelalter, mittelgroßer Mann mit gut frisierten blonden seitengescheitelten Haaren in einem weißen Achselshirt mit einem ca. 5-6 Jahre alten Kind gefilmt, wie (Täter 1) mit nacktem Oberkörper auf den Antifa zurennt und ihn mit Mord bedroht.

    Der Antifaschist lief zurück auf die Straße auf die Mitte der Fahrbahn, als eine Frau mit hochgesteckten Haaren mit grüner Hose und einem kleinen, blauen Hemd, die mit ihrem Kind unterwegs war, verbal eingriff. Sie fragte: „Warum machen Sie das? Warum muss mein Kind das mit ansehen?“ Der Antifaschist rief ihr zu, sie solle bitte die Polizei rufen. Während des Angriffs saßen Gäste im Biergarten der Bar. Niemand hat geholfen, niemand hat Hilfe geholt.

    Weitere rassistische Angriffe

    Währenddessen hat (Täter 8) (Täter 1) zurückgehalten und (Täter 1) ging wieder zurück nach Haslach über die Ochsenbrücke. Der Antifaschist lief ebenfalls wieder nach Haslach, denn er wollte ja nach Hause. So kam es, dass er neben (Täter 8) lief, der versuchte, Schadensbegrenzung zu betreiben. Er sagte über (Täter 1): „Lass ihn in Ruhe, er ist ein Polizist, er ist betrunken. Geh weg in Richtung Stadt.“ (Täter 8) wiederholte mehrfach die Behauptung, dass (Täter 1) Polizist sei. Auf seine Beschwichtigungsversuche und die ausgestreckte Ghetto-Faust mit „Alles gut, alles gut“-Gebrabbel, antwortete der Antifaschist: „Nichts ist gut.“

    JPEG - 3.1 MB
    (Ort D) einige Tage später

    Kaum zurück an der Kreuzung vor der OMV-Tankstelle (Ort B), wurde der Antifa sofort wieder von (Täter 1) bedroht, inklusive T-Shirt ausziehen und Ehering abstreifen: „Ich bringe dich um du Schwuchtel. Ich erschieße dich nächste Woche in Haslach.“ Daraufhin lief der Antifa zur Tankstelle (Ort D) und wurde von (Täter 1), (Täter 2) und (Täter 3) verfolgt, dahinter (Täter 7). An der Tankstelle stand ein Mann mit einem Großroller, ca. 180-185 cm groß, lange braune Haare zum Zopf gebunden, mit einem dunkelblauen Hemd, drei Jungen in einem dunklen Auto, während der Vierte gerade bezahlte und ein Paar, das gerade tankte. Alle wurden angesprochen und um Hilfe gebeten, niemand hat reagiert. Auch als der Antifa direkt zu den drei Jungen im Auto ging und sie bat, die Polizei zu rufen, war die Antwort lediglich: „Kein Handy“.

    Schließlich lief der Antifaschist in die Tankstelle und bat die Kassiererin, die Polizei zu rufen. Diese reichte ihm ein Telefon, so dass am Ende der Antifa selbst die Polizei rief. Die OMV-Tankstelle hat mittlerweile bestätigt, dass von der Tankstelle aus am letzten Wochenende die Polizei gerufen wurde. Sowohl die OMV-Tankstelle als auch die Freie Tankstelle auf der Stühlinger-Seite haben bestätigt, dass die Polizei die Videoaufzeichnungen der Tankstellen geholt haben.

    Das Gespräch mit der Polizei dauerte 2:18 Minuten und der Antifa konnte währenddessen beobachten, wie die Täter in Richtung Feuerwehr flüchteten. Das teilte er der Polizei auch mit und lief dann in Richtung Feuerwehr, um die Täter nicht entkommen zu lassen.

    JPEG - 3 MB
    (Ort E) einige Tage später

    Kein Freund, kein Helfer

    Die Rassisten hatten sich in verschiedene Richtungen entfernt. (Täter 2), (Täter 4), (Täter 5), (Täter 7) und (Täter 9) versteckten sich gegenüber der Feuerwehr hinter einer Hecke in der Kleingartensiedlung an (Ort E). (Täter 10), (Täter 11) und (Täter 8) standen offen sichtbar auf der Seite der Feuerwehr und (Täter 1), (Täter 3) und (Täter 6) waren verschwunden.

    Der erste Polizeiwagen wurde von dem Antifa herangewunken, in dem eine mindestens 40-jährige Polizistin, mit schwarzen, zum Zopf zusammengebundenen Haaren und ein ca. 30-35 Jahre alter Polizist, ca. 190 cm groß, blau-grüne Augen, dunkelblonde, kürzere Haare, saßen. Der Antifaschist sagte, dass er es gewesen sei, der die Polizei gerufen habe, erklärte die Situation und erzählte von den „Ausländer raus!“-Rufen.

    Insgesamt waren acht PolizistInnen mit drei Streifenwagen und einem Polizeibus vor Ort. Bei der Kontrolle wurden die Personalien von mehreren Rassisten und die des Antifas aufgenommen, Taschen wurden kontrolliert und Alkoholtests gemacht. Der Antifa war empört, dass ihn zwar nicht alle, aber viele der PolizistInnen wie einen Täter behandelten.

    Der Antifa gab der Polizei noch vor Ort entscheidende Hinweise für die Ermittlungen. Er sagte, dass (Täter 8) den (Täter 1) kenne und die Polizei (Täter 8) nach (Täter 1) fragen solle, was sie nicht taten.

    Am Ende der Kontrolle, nachdem er bereits alles zurückerhalten hatte, entdeckte der Antifaschist (Täter 1) am zweiten Querweg in der Staudingerstraße, der sich dort versteckt hatte und die Polizeikontrolle beobachtete. Der Antifa wies die PolizistInnen darauf hin, dass der Haupttäter sich an (Ort F) befinde und forderte sie auf (Täter 1) festzunehmen. Doch die Polizei machte keine Anstalten, (Täter 1) auch nur zu kontrollieren. Also lief der Antifaschist in Richtung (Täter 1) und ignorierte die Aufforderungen der Polizei stehen zu bleiben.

    JPEG - 4 MB
    (Ort F) einige Tage später

    Zwei Polizisten in dem Polizeibus verfolgten den Antifa durch die Staudingerstraße. Der erste der beiden Polizisten war ca. 170 cm groß, mit kleinen, eng zusammenstehenden Augen und einem guten Körperbau. Er wirkte fit, mit fast grauen Haaren und Undercut und hatte mindestens drei schwarze Tattoos, Bildmotive, keine Schrift, verteilt auf beiden Unterarmen. Der andere Polizist war auffällig schlank, ca. 180-185 cm groß, mit schwarzen, kurzen Haaren, die ca. 2-3 cm lang waren und sehr auffälligen dunkelblauen Augen. Beide Polizisten trugen Schutzwesten. Als die beiden Polizisten zu (Täter 1) kamen, begannen der tättowierte Polizist und (Täter 1) zu grinsen und der Polizist ging zu (Täter 1). Der tättowierte Polizist legte seinen linken Arm um (Täter 1) und die beiden lächelten sich an. Es war offensichtlich, dass auch der zweite Polizist (Täter 1) kannte. Der Antifaschist wurde anschließend weggeschickt und (Täter 1) konnte weiter die Kontrolle beobachten.

    Auf die Beschwerden des Antifas gegenüber einem anderen Polizisten an (Ort E), wie es sein könne, dass der rassistische Haupttäter jetzt unbehelligt am Rande stehen könne, kamen Antworten mit verschränkten Armen wie „Wollen Sie uns sagen, wie wir unsere Arbeit zu machen haben?“, „Was ist mit dem Teller, der kaputt gegangen ist?“ und „Sie haben die Männer provoziert und „Scheiß Nazis“ genannt. Wissen Sie eigentlich, dass das eine Beleidigung ist?“ Und: „Gegen Sie liegen auch Anzeigen vor, gehen Sie jetzt nach Hause, sie bekommen dann Post von uns.“

    PNG - 2.9 MB
    Wer kennt diesen Mann?

    Zum Jagen tragen

    Bei der Polizeikontrolle waren acht PolizistInnen anwesend. Nur ein Polizist hatte Tattoos an seinen Unterarmen. Dieser Polizist kennt (Täter 1). Es dürfte also nun eine leichte kriminalistische Fingerübung für die Freiburger Polizei sein, den Haupttäter der rassistischen Hetzjagd zu ermitteln. Allerdings ist unser Vertrauen sowohl in den Ermittlungseifer als auch in die Fähigkeiten der Freiburger Polizei nach einschlägigen Erfahrungen in der Vergangenheit begrenzt. Was ist auch von einer Polizei zu erwarten, die nach „Ausländer raus!“-Rufen eines rassistischen Mobs keine Pressemitteilung veröffentlicht?

    PNG - 272.5 kB
    Polizeipropaganda der Freiburger Polizei vom 16.06.2021

    Obwohl die beiden rechtsradikalen Angriffe am 12. Juni in Freiburg keinen direkten Zusammenhang haben dürften, weisen sie doch einige Parallelen auf. In beiden Fällen wurde Linke von Rechtsradikalen angegriffen. In beiden Fällen machten die Opfer durch Scherbengeklirr auf sich aufmerksam (die beiden von Hagerman angegriffenen Antifas hatten Cola-Flaschen auf den Boden fallen lassen). Erst danach griffen in beiden Fällen als Erste ältere, unbeteiligte PassantInnen ein und kamen den Antifas zu Hilfe.

    Aber sie weisen auch starke Unterschiede auf. Robert Hagerman ist in der AfD organisiert und im Querdenker-Spektrum zu Hause, während die Ochsenbrücken-Rassisten vermutlich zusammen saufen und Fußball gucken waren. Während (Täter 1) von Erschießen redete und mit bare knuckles poste, setzte Hagerman Pfeffergel und Messer ein. Hagerman ist ein Außenseiter wohingegen der rassistische Mob zum Großteil aus Kollegen und Ehemännern bestand. Besonders auffällig jedoch ist die vollständige Ignoranz so vieler vermeintlich Unbeteiligter gegenüber rassistischer Gewalt im oben geschilderten Fall.

    Zwei rechtsradikale Angriffe an einem Tag und die massenhafte Verweigerung von Hilfe in der Not vor rassistischen Übergriffen widersprechen fundamental dem Freiburger Selbstverständnis einer liberalen Stadt. Wieder einmal hat sich eine besoffene Männerbande nach einem Fußballspiel zusammengerottet und Straftaten gegen Linke verübt. Denn nichts hat die Rassisten so aufgebracht wie das offensive „Alerta, alerta, antifascista!“ ihres Opfers, das sich, obwohl allein, nicht in seine Opferrolle gefügt hat.

    Aus einer ähnlichen Stimmung heraus wurde 2012 von Faschisten ein Brandanschlag auf das besetzte Haus in der Gartenstraße 19 in der Freiburger Innenstadt verübt. Auch damals waren die ersten Reaktionen von Polizei und Badischer Zeitung wie im Falle des Messerangriffs am 12. Juni in Freiburg empörend verharmlosend. Die Polizei hat in ihrer von der Staatsanwaltschaft autorisierten Pressemitteilung ausschließlich Hagermans Lügen kolportiert. Wir sind froh, dass sich die Verletzungen des Ersthelfers durch Hagerman als weniger schlimm herausgestellt haben, als von ZeugInnen vor Ort beobachtet. Aber deshalb Hagermans Messerangriff zu verharmlosen und zu relativieren kann sich nur ein Lokalblatt erlauben, das gleichzeitig Monopolblatt ist. Es ist keine „Provokation“ einen Faschisten einen Faschisten zu nennen, sondern das Gebot der Stunde.

    Schaut nicht weg! Holt Hilfe! Greift ein!

    Autonome Antifa Freiburg


    Korrekturen:
    In einer früheren Version des Communiqués schrieben wir, dass der Kassierer dem Antifaschisten in der OMV-Tankstelle ein Handy gab. Tatsächlich jedoch gab die Kassiererin ihm ein Telefon.
    Wir haben das Alter des Antifaschisten zuerst mit 35 angegeben, tatsächlich jedoch war er bereits 36 Jahre alt.

    Updates zum Communiqué.

    Am 12.06.2021 gegen 17 Uhr hat der Faschist, „Querdenker“ und AfD-Gemeinderatskandidat Robert Hagerman in Freiburg einen Mann mit einem Messer verletzt. Der Mann hatte Zivilcourage gezeigt und als Ersthelfer zwei junge AntifaschistInnen versorgt, die Hagerman zuvor niedergepfeffert hatte. Der Verletzte wurde mit einer tiefen und langen Schnittverletzung knapp unterhalb der Brust ins Krankenhaus gebracht. Hagerman wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen. Die Mindeststrafe für versuchten Totschlag beträgt fünf Jahre Knast.

    JPEG - 2.1 MB
    Robert Hagerman

    Die Tat fand in unmittelbarer Nähe von Hagermans Wohnort in der Langemarckstraße 86A statt. Die Straßennamen des Freiburger Stadtteils Unterwiehre stammen größtenteils aus der NS-Zeit und sind seit vielen Jahren umstritten. Die Nazis wählten Namen wie Langemarckstraße in Anlehnung an die Erste-Weltkriegsschlacht 1914 oder Skagerrakstraße wegen der Seeschlacht 1916, um die verstorbenen „Helden“ zu ehren. Trotz dieser Kritik wird dieser Teil der Unterwiehre immer noch „Heldenviertel“ genannt, die NS-belasteten Straßennamen wurde bisher nicht umbenannt.

    Hagerman und die beiden AntifaschistInnen trafen aus unterschiedlichen Richtungen kommend in der Skagerrakstraße/Ecke Matthias-Erzberger-Straße aufeinander. Die beiden AntifaschistInnen erkannten Hagerman auf der anderen Straßenseite und beschimpften ihn als Faschisten. Hagerman reagierte wie so oft, indem er sein Handy zückte, um „Beweisvideos“ zu drehen. Die beiden AntifaschistInnen entfernten sich in nördliche Richtung und gingen die Matthias-Erzberger-Straße entlang. Hagerman nahm die Verfolgung auf und filmte die ganze Zeit.

    An der Kreuzung Matthias-Erzberger-Straße/Ecke Weddingenstraße hielten die AntifaschistInnen an. Hagerman kam bedrohlich nahe und sagte, dass er die beiden wegen Beleidigung anzeigen wolle. Die AntifaschistInnen wollten nicht weiter gefilmt werden und hielten ihre Hände vor Hagermans Handy. Daraufhin holte Hagerman ein größeres Pfeffergel hervor und setzte es mehrfach aus direkter Nähe gegen die beiden AntifaschistInnen ein. Beide versuchten zu entkommen, wurden aber von Hagerman weiter mit Pfeffergel attackiert.

    Bei der Flucht ließen die AntifaschistInnen ihre Cola-Glasflaschen zu Boden fallen, wodurch AnwohnerInnen auf das Geschehen aufmerksam wurden. Ein Auto kam aus der Matthias-Erzberger-Stichstraße von Norden auf die Kreuzung zu und hielt an. Der 61 Jahre alte Fahrer des Wagens stieg aus, eilte den verletzten AntifaschistInnen zu Hilfe und versorgte sie mit Wasser. Seine etwas jüngere Begleiterin wartete im Auto. Hagerman hatte weiter Handy und Pfeffergel in der Hand und machte keine Anstalten, die beiden verletzten AntifaschistInnen in Ruhe zu lassen.

    Mittlerweile wurde das Tatgeschehen durch mehrere AnwohnerInnen beobachtet. Der Ersthelfer stellte sich Hagerman in den Weg, welcher die AntifaschistInnen verfolgen wollte. Er fragte Hagerman empört, warum er Jugendliche angreife. Nach einem Wortgefecht holte Hagerman ein Messer hervor, was er trotz lauter und eindeutiger Aufforderung nicht weglegte. Dann hat Hagerman den Ersthelfer geschnitten.

    Nach der notärztlichen Erstversorgung vor Ort wurde der stark blutende Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Auch seine Beifahrerin musste medizinisch versorgt werden, da sie von Hagerman mit Pfeffergel angegriffen worden war.

    Robert Hagerman ist 39 Jahre alt und seit vielen Jahren als Nazi in Freiburg aktiv. Schon während des zweiten Stechprozesses 2013 saß er im Publikum. Am 01.10.2011 hatte der Nazi Florian Stech auf einem Pendlerparkplatz in Riegel am Kaiserstuhl einen Antifaschisten mit seinem Auto angefahren. Er wurde trotzdem in zwei Prozessen freigesprochen.

    JPEG - 2.1 MB
    Robert Hagerman als AfD-Redner am 02.05.2020 in Freiburg

    Hagerman filmt und provoziert häufig am Rande linker Demonstrationen, macht aktiv Anti-Antifa-Arbeit und hält öffentlich Nazireden. Seit Beginn der Corona-Pandemie nimmt er regelmäßig an Aufmärschen und Autokorsos der Coronaleugner teil. Er ist AfD-Aktivist und hat 2019 bei den Wahlen zum Freiburger Gemeinderat für die AfD kandidiert.

    Während dieses Wahlkampfes kam es zu einem AfD-Angriff auf Linke am 16.05.2019 in Freiburg. Damals hatten Dubravko Mandic und Robert Hagerman in einem Hinterhalt auf der Kaiserstuhlbrücke an der Freiburger Messe gewartet und zwei Linke festgehalten, die sich an den AfD-Wahlplakaten zu schaffen machen wollten. Als sich ein zufällig vorbeikommender Fahrradfahrer in das Geschehen einmischte, wurde er von Mandic mit Pfefferspray und von Hagerman mit einer Metallzange angegriffen. Hagerman schlug dem Fahrradfahrer mit voller Wucht gegen den Kopf, traf aber zum Glück nur den Fahrradhelm.

    In der Folge wurde Mandic nach drei Prozesstagen am 15.12.2020 vom Amtsgericht Freiburg wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Das Strafmaß war die Mindeststrafe: Sechs Monaten Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Mandic Berufung eingelegt hat. Hagermans Prozess wurde am ersten Prozesstag abgetrennt, weil seine Nazianwältin Nicole Schneiders nicht aufgetaucht war. Hagerman sollte in Mandics Prozess auf Initiative von Mandics Anwalt Jochen Lober als Zeuge geladen werden. Schneiders bemühte sich vergeblich um Beiordnung als Zeugenbeistand, was sie mit Hagermans Autismus begründete.

    Vor Gericht werden Nazis für ihre Gewalttaten auch in Freiburg bisher kaum zur Rechenschaft gezogen. Florian Stech wurde zweimal freigesprochen. Obwohl Hagerman das Beweisvideo des Angriffs auf der Kaiserstuhlbrücke an Dubravko Mandic übergab, der es dem Staatsschutz frei Haus lieferte, wurde Mandic lediglich zur Mindeststrafe verurteilt. Hagermans Prozess steht noch aus, aber irgendein deutscher Jurist wird ihm schon Rosen auf den Weg streuen.

    Es gibt auffällige Parallelen zwischen beiden Angriffen am 16.05.2019 und am 12.06.2021. Beide Male haben AfD-Nazis in Freiburg am helllichten Tag auf offener Straße Menschen angegriffen und teils lebensgefährlich verletzt. Die Nazis waren jeweils mit Pfefferspray bewaffnet und Hagerman führte eine potenziell tödlichen Waffe. Beide Male intervenierte eine mutige unbeteiligte Person gegen die Selbstjustiz der Nazis und wurde daraufhin selbst zum Opfer von Nazigewalt.

    Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!

    Autonome Antifa Freiburg


    Korrekturen:
    In der ersten Version des Communiqués haben wir geschrieben, dass der Ersthelfer „niedergestochen“ worden sei und er eine „Stichverletzung im Bauchbereich“ erlitten habe. Wie sich später herausstellte, hat Hagerman den Ersthelfer eine 4cm lange und 1cm tiefe Schnittwunde knapp unterhalb der Brust beigebracht. Wir haben das Communiqué entsprechend korrigiert.
    Außerdem stellte sich später heraus, dass Hagerman nicht nur die Begleiterin des Ersthelfers mit Pfefferspray verletzt hat, sondern auch dem Ersthelfer zweimal Pfeffergel ins Gesicht sprühte, bevor er ihn mit dem Messer verletzte. Wir haben das im Communiqué nicht ergänzt, weil es zum Veröffentlichungszeitpunkt noch nicht bekannt war.