• Dienstag, 01.09.2015

    Im Zuge der Häufung rassistischer Angriffe in den vergangenen Tagen und Wochen gab es auch antifaschistische Gegenangriffe auf Rechte, wie zum Beispiel in Hamburg, wo am 12. September die militante Verhinderung des „Tag der deutschen Patrioten“ ansteht. In der Hansestadt wurden als „warm up“ Angriffe auf Nazis mit Farbe, Feuer und Steinen verübt. Zugleich gibt es einige lesenswerte antifaschistische Mobilisierungen, Strategievorschläge und Debatten-Ansätze: Antifaschistische Aktion | lower class magazine | radikale linke berlin | AK 36 | Siempre Antifa LE | Re:organisiert die Antifaschistische Aktion
    Hinein in die Antifaschistische Aktion!

  • Montag, 31.08.2015

    Die rassistische Mobilmachung geht in Deutschland ungehemmt weiter, während die europäischen Staaten gegen Geflüchtete aufrüsten. In der vergangenen Woche gab es praktisch jeden Tag militante Angriffe des rechten Mobs (1 2 3 4) auf Unterkünfte von Asylsuchenden in der BRD. Nach einem rassistischen Angriff und Steinwürfen auf eine Notunterkunft in Lübeck in der Nacht auf den 27. August gab es sieben Festnahmen. Wegen versuchten Mordes an einer simbabwischen Familie und weiteren 30 BewohnerInnen der AsylbewerberInnen-Unterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf bei Hameln in der Nacht zum 28. August sitzen mit Sascha Dohme, Dennis Lemke und Saskia Börger drei Verdächtige in Untersuchungshaft. In der Nacht auf den 29. August griffen Rechtsradikale eine Flüchtlingsunterkunft im sachsen-anhaltinischen Helbra mit Steinen an...

  • Sonntag, 30.08.2015

    Im Sonntag wurde an die Brandanschläge Anfang der 1990er Jahre auf die Unterkunft für Geflüchtete in der Stadtstraße und das Flüchtlingswohnheim in der Bissierstraße erinnert. Zehn Jahre später wurde 2002 ein Brandanschlag ebenfalls auf die Flüchtlingsunterkunft in der Bissierstraße verübt.

  • Sonnabend, 29.08.2015

    Auch in Baden-Württemberg wurde inzwischen ein Entwurf für ein Informationsfreiheitsgesetz vorgestellt. Allerdings sind in dem besonders restriktiven baden-württembergischen Entwurf lange Antwortfristen und einige Ausnahmeklauseln wie etwa „nachteilige Auswirkungen“ vorgesehen, dafür weder eine Gebührenobergrenze für Auskünfte noch eine Veröffentlichungspflicht für Verträge oder eine Abwägungsklausel bei Geschäftsgeheimnissen. Ausgenommen von der Auskunftspflicht sind unter anderem Hochschulen und der Verfassungsschutz.

  • Freitag, 28.08.2015

    Nach Simon Bromma und Iris Plate wurde mit Maria Böhmichen die dritte verdeckte Ermittlerin eines LKA mit Klarnamen und Adresse enttarnt. Böhmischen war unter dem Decknamen „Maria Block“ mindestens von 2009 bis 2012 in der Hamburger linken Szene aktiv und wohnt mittlerweile mit ihrem Partner und einer kleinen Tochter im Friedrichshulder Weg 81 in Hamburg-Halstenbek. Sie war hauptsächlich auf die Antira- und Antifa-Szene angesetzt. Neben der Enttarnung von Böhmischen wurde am Tag des Bromma-Prozesses auch ein Plate-Zwischenfazit veröffentlicht. Es gibt Zufälle, die gibt es gar nicht.

  • Donnerstag, 27.08.2015

    Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat den Spitzeleinsatz von Simon Bromma am 26. August für rechtswidrig erklärt. Das LKA hatte den Klarnamen des Verdeckten Ermittlers nicht in die Einsatzanordnung geschrieben, so dass es keine Rechtsgrundlage für den Einsatz gab. Presse: 1 2 3 4 5 6 7 8 RDL-Bericht

  • Mittwoch, 26.08.2015

    In der Nacht auf den 26. August wurde ein Leipziger Flüchtlingswohnheim vor der unmittelbaren Eröffnung mit einem Brandsatz beworfen. In Berlin-Reinickendorf brannte heute Nachmittag eine Sporthalle am Gelände einer ehemaligen Klinik die als Notunterkunft vorgesehen war.
    Verteidigt die Geflüchteten!

  • Dienstag, 25.08.2015

    In Nauen in Brandenburg haben Nazis in den frühen Morgenstunden des 25. August eine für Geflüchtete als Notunterkunft vorgesehene Turnhalle angezündet und schwer beschädigt. Bereits in der Nacht zum 22. August war es in einem Vorort von Brandenburg an der Havel zu einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsfamilie gekommen. Niemand wurde verletzt, die Faschisten entkamen.
    Nazis haben keine Menschlickeit. Wir müssen sie vernichten.

  • Montag, 24.08.2015

    Am 24. August wurden 75 Menschen ab dem Baden-Airpark in den Balkan abgeschoben. Ein Busfahrer mit Thor-Steinar-Outfit half heute bei der Durchsetzung der Abschiebung. RDL-Beitrag

  • Montag, 24.08.2015

    In den frühen Morgenstunden des 24. August wurde ein als Flüchtlingsunterkunft vorgesehenes Haus in Weissach im Tal im Rems-Murr-Kreis angezündet. Das Gebäude, das nach einer Sanierung ab Dezember von Geflüchteten bewohnt werden sollte, brannte vollständig aus. Es gab keine Verletzten. Vor zehn und zwölf Jahren war Weissach bereits wegen rechtem Terror in den Schlagzeilen (PDF). Mindestens drei Anschläge hatte damals die Nazigruppe um Jochen Stephan, John-Paul Schwarz, Sebastian Burkhardt und Patrick Jokschas allein auf eine Weissacher Flüchtlingsunterkunft verübt, um 2004 milde Urteile für insgesamt 40 überwiegend rassistische Anschläge in der Region zu kassieren. Bereits 2005 gab es einen Angriff mit Brandsätzen auf das selbe Gebäude, das heute zerstört wurde.
    Gestern wie heute: Rems-Murr nazifrei!

  • Sonntag, 23.08.2015

    In Heidenau bei Dresden randalierten in der Nacht auf den 22. und in der Nacht auf den 23. August hunderte Nazis gegen eine behelfsmäßige Flüchtlingsunterkunft. Der rassistische Mob griff die Bullen mit Flaschen und Böllern an und versuchten Busse mit Geflüchteten zu blockieren. AntifaschistInnen stellten sich den Nazis entgegen.
    Mehr: 1 2 3 4 5 6 7

  • Sonnabend, 22.08.2015

    Am Mittag des 22. August trafen sich etwa 80 Personen auf dem Augustinerplatz zur Demo gegen staatliche Überwachung. Nach einigen Redebeiträgen zog die Demonstration mit geheimdienst- und überwachungskritischen Parolen durch die Innenstadt. Sie endete mit weiteren Redebeiträgen auf dem Augustinerplatz.

  • Sonnabend, 22.08.2015

    Im Landesverrats-Verfahren wegen der Veröffentlichung von Verfassungsschutz-Plänen zur Ausweitung der Internetüberwachung bleiben Inlandsgeheimdienst und Regierung auch nach dem Rauswurf von Generalbundesanwalt Range und der Einstellung des Verfahrens gegen netzpolitik.org in der Kritik. Auch bei der bundesweiten Demotour Freiheit statt Angst, die am Samstag, den 22. August, Station in Freiburg macht, wird neben Kritik an Überwachung von Vorratsdatenspeicherung bis Quellen-TKÜ auch zu Solidarität mit netzpolitik.org aufgerufen.

  • Sonnabend, 22.08.2015

    Seit dem 20. August finden am Bodensee ein Camp und Aktionstage statt, bei denen der Zusammenhang zwischen der lokalen Rüstungsindustrie und Flucht aufgezeigt werden soll. Bei einer Demo in Konstanz und Kundgebungen vor zahlreichen Rüstungsfirmen rund um den Bodensee mussten einzelne Waffendealer ihre Betriebe stillegen. Kein Mensch flieht ohne Grund!
    Beitrag bei Radio Dreyeckland: mp3

  • Freitag, 21.08.2015

    Vier Tage nach der Demo gegen Spitzel am Samstag, den 22. August in Heidelberg beginnt am Mittwoch, den 26. August der Prozess wegen des Spitzeleinsatzes vor mehr als vier Jahren. Auch der Heidelberger Stura fordert die Aufklärung des Spitzelskandals um Simon Bromma. Der Prozess beginnt um 10 Uhr am Verwaltungsgericht Karlsruhe, Röntgenstraße 2a. Vor dem Gerichtsgebäude findet vor Prozessbeginn eine Kundgebung statt.
    Presse: 1 2

  • Donnerstag, 20.08.2015

    Am 12. März 2014 wurde bei Razzien in Flensburg auch der anarchistische Versand black mosquito durchsucht. Das Verfahren war von Anfang ein offensichtlich eine Farce, da nach Aufklebern mit der Aufschrift „Fol­low the Cops Back Home“ gesucht wurde, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eine Aufforderung zu Straftaten darstellen. Erst jetzt wurde das Verfahren eingestellt, obwohl bei der Razzia nicht einmal die inkriminierten Aufkleber gefunden wurden.

  • Mittwoch, 19.08.2015

    Im September 2014 ging der Neubau des thüringischen Landeskriminalamts in Erfurt baden. Damals stand in den Kellerräumen auf 3.000 m² das Wasser zehn Zentimeter hoch. Noch immer rätseln die ExpertInnen, ob die 800.000 Euro Sachschaden wenige Wochen vor dem geplanten Einzug der Bullen durch Zufall entstanden sind oder durch Hass.

  • Dienstag, 18.08.2015

    Das Bündnis gegen Abschiebung Mannheim ruft für Donnerstag, den 20. August, um 18 Uhr, zur antirassistischen Kundgebung auf dem Paradeplatz auf. Die Aktion steht unter dem Motto: “Sich mit Geflüchteten solidarisieren – zusammen mit ihnen ihre staatliche Diskriminierung und Repression bekämpfen!”
    Say it loud, say it clear: Refugees are welcome here!

  • Montag, 17.08.2015

    Am Abend des 15. August drangen Bullen in die Räume des Kurdischen Kulturvereins in Freiburg ein und störten die Theaterprobe einer Jugendgruppe auf der Suche nach Plastikgewehren. Radio Dreyeckland hat ein Interview mit Vereinssprecherin Hamit Bayram geführt.
    RDL-Bericht

  • Montag, 17.08.2015

    Peinliche Vorfälle wie die spektakuläre Versenkung eines Funkstreifenwagens im Rhein vor zwei Jahren würden die berüchtigten Bad Säckinger Bullen und deren Vorgesetzte (1 2 3) am liebsten ganz schnell vergessen machen. Über Wochen und für zehntausende Euro suchten damals Spezialeinsatzkräfte nach der Bullenkarre, um sie schließlich für „unwiederbringbar verschwunden“ zu erklären. Ausgerechnet ein Schweizer Hobby-Taucher fand das verreckte Wrack nun am naheliegendsten Standort: dem tiefsten. Und den Provinz-Sheriffs aus Bad Säckingen steht schon wieder ein neues Abenteuer bevor: Die Bergung einer verrosteten Bullenkarre voll Diesel aus der Tiefe des Rheins und die juristische Auseinandersetzung mit Landrats- und Naturschutzbehörden.

  • Meldungen als Newsletter

  • RSS Meldungen

  • RSS Artikel

    Der Kasseler Michel Friedrich will in den nächsten Tagen zwei halbautomatische Pistolen vom Kaliber 9 mm samt zugehöriger Munition an Alexander Gorges verkaufen. Beide Nazis kennen sich seit Jahren und gehören zum Netzwerk von „Combat 18“ in Deutschland. Wir veröffentlichen die Details kurz vor dem Zustandekommen des Waffendeals, um die weitere Verbreitung von Schusswaffen unter Nazi-Terroristen zu behindern.

    Die konkreten Planungen für Kauf der Pistolen begannen am 20. Juni 2015. An diesem Abend bekam Gorges von Friedrich die ersten Details des Waffendeals mitgeteilt: „Para 9mm. 1600 soviele du willst....mit muni. .wird noch geklärt wieviele jeweils dabei sind. Haken...Vorkasse ..weil dann einfuhr erst“. Friedrich offerierte also eine beliebige Anzahl Pistolen vom NATO-Standardkaliber 9 mm Parabellum für 1.600 Euro pro Stück samt Munition. Er forderte Vorkasse, da erst dann die Waffen per Mittelsmann im Ausland bestellt würden. Daraufhin äußerte Gorges Bedenken: „Also kann auch sein das die nicht kommt wenn der gepackt wird ? Und wie schnell kommt die ?“ Friedrich versuchte die Bedenken zu zerstreuen und Gorges zum Kauf von möglichst vielen Waffen zu bewegen: „Doch das gibt ne garantie das die ankommen....zwischen zwei und fünf tagen. Je mehr desto besser. ..weil für eine is die fahrt halt immer zu Risiko haft“. Gorges bestellte „2 bis 3“ Pistolen und Friedrich lockte mit weitergehenden Waffendeals für den Fall eines erfolgreichen Geschäfts: „Kein Problem. ..wenn die klappen kann man auch über was anderes reden ;-)“

    Der Geldtransfer sollte per Briefpost stattfinden, da sowohl eine Banküberweisung als auch eine Bezahlung per Western Union von den beiden Nazis als zu unsicher verworfen wurde: „Per Post is das beste. ..da gibt’s keinen Nachweis. Hier schon mal meine Adresse: Michel Friedrich, Simmershäuserstr. 102 D, 34125 Kassel“. Am 25. Juli bestellte Gorges schließlich die Waffen: „2 Stück Geld geht Moin raus sobald ich nen Preis hab ich weiß ner mehr genau was es war“. Friedrich nannte erneut als Summe „Einssechs. ..pro...“ und Gorges kündigte den Versand des Geldes für den 27. Juli an: „Ok alles pack ich heute ein und Montag bringt die Frau es weg !“. Friedrich bestätigte noch einmal den Deal: „Ok. ..wenn es da is kann ich bestellen”. Mindestens eine der Waffen will Gorges mit einem Aufschlag von 100 Euro für 1.700 Euro in Nazikreisen weiterverkaufen.

    Michel Friedrich, geboren am 12.06.1985 in Meiningen, trägt auf seiner Brust ein Tattoo, das einen schießenden Soldaten mit dem Leitspruch von „Combat 18“ zeigt: „Mögen sie uns hassen, solange sie uns fürchten“. Auf seinem Bauch steht groß eintätowiert „Sturm 18“, der Name einer Kassler Kameradschaft, deren Gründungsmitglied Friedrich war. Die Worte „Blut“ und „Ehre“ auf seinen Waden erinnern an die Inschrift auf den Fahrtenmessern der Hitlerjugend, die namensgebend für das Nazinetzwerk „Blood and Honour“ war.

    Seit seiner Jugend ist Friedrich als Hooligan und rassistischer Gewalttäter bekannt. Er ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Bereits im Sommer 2012 wurde er wegen seiner Mitgliedschaft bei den „Bandidos“ Kassel in der Presse als Bindeglied zwischen Naziszene und organisierter Kriminalität dargestellt. Insbesondere wegen seiner Aussage, die beiden NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos bei Konzerten gesehen zu haben, steht er im Fokus von Presse und antifaschistischer Recherche. Friedrich meinte sich zu erinnern, Uwe Mundlos möglicherweise bei einem von ihm mitveranstalteten Konzert am 18. März 2006 in Kassel gesehen zu haben. Das Konzert soll anlässlich des 30. Geburtstags des „Sturm 18“-Mitbegründers Stanley Röske im damaligen Clubhaus der „Bandidos“ in der Wilhelm-Speck-Straße 13 in Kassel stattgefunden haben.

    Friedrich soll am 18. März 2006 als Mitglied der „Streetfighting Crew“ der Dortmunder „Combat 18“-Band „Oidoxie“ für die Security bei diesem Konzert verantwortlich gewesen sein. Knapp drei Wochen später, am 6. April 2006, wurde Halit Yozgat in seinem Internetcafé in der Holländischen Straße 82 in Kassel mit der Česká CZ 83 des NSU ermordert. Der Verfassungsschützer Andreas Temme befand sich zu diesem Zeitpunkt in Yozgats Internetcafé. Temmes V-Mann Benjamin Gärtner war gut mit Michel Friedrich alias „Leihgabe“ bekannt und berichtete seinem V-Mann-Führer regelmäßig über dessen Aktivitäten, von der „Deutschen Partei“ bis zu „Sturm 18“. Andreas Temme wiederum sprach bei seiner Zeugenaussage im April 2014 in München nur von „Randerkenntnissen“ im Zusammenhang mit „Sturm 18“.

    Die Überschneidungen zwischen „Sturm 18“ aus Kassel und der „Streetfighting Crew“ um Marko Gottschalk aus Dortmund sind gut dokumentiert, ebenso die terroristischen Umtriebe von Mitgliedern der „Streetfighting Crew“ wie Robin Schmiemann und Sebastian Seemann. Auch aus anderen Quellen geht die enge Verbindung zwischen „Sturm 18“ und der „Streetfighting Crew“ hervor. So schrieb der wegen Verstoß gegen das Waffengesetz mehrere Jahre lang inhaftierte und aktuell wegen Drohbriefen an die Rote Hilfe unter Bewährung stehende Mario Messerschmidt am 27.02.2015 über Stanley Röske:

    „Für mich ist er [Anm.: Stanley Röske] kein Kamerad und dafür hat er mir einst sehr deutlich den Beweis geliefert, als ich nämlich meinen Führerschein opferte, er war der Fahrer, ich nahm es nach Absprache mit allen Beteiligten (Lev [Anm.: Mario „Leverkusener“ von Sturm 18], Leihgabe [Anm.: Michel Friedrich], Stanley und noch eine Person aus Thüringen) auf meine Kappe. Die anderen wollten für "alle mir entstehenden Kosten" aufkommen. Was so nie geschah. Bei der Gründung der Oidoxie Streetfighting Crew in Dortmund sollte mir Stanley eigentlich 200 Taler (Ratenweises abzahlen) übergeben, stattdessen erschien es Stanley wichtiger das Geld für seine Tättowierungen zu investieren. Das war ein Grund, warum ich aus der Crew sofort wieder ausgetreten bin. Ich führte damals über meine Gründe ein kurzes Gespräch mit Gottschalk (weiß aber nicht ob dieser sich noch daran erinnert, liegt ja schon etwas zurück) und dass ich einigen Leuten schlichtweg nicht mehr vertrauen kann. Hin und wieder schickte Stanley dann "Düse" [Anm.: Danyel Huth] vor um mich auszuhorchen und als ich endlich handlungsfähig war (ich glaube, du weißt was ich damit sagen will...) und Düse schöne Grüße an Stanley und Co. ausrichten ließ ... erst da konnte er auf einmal etwas zahlen.“

    Mario Messerschmidt soll bei dem von Michel Friedrich mitorganisierten Konzert am 18. März 2006 ebenfalls anwesend gewesen sein und dort ein T-Shirt mit der Aufschrift „Sturm 18 Thüringen“ getragen haben. Bei einer Lichtbildvorlage will Michel Friedrich Uwe Böhnhardt von einem gemeinsamen Besäufnis in Thüringen wiedererkannt haben und empfahl, für Details bei Mario Messerschmidt nachzufragen. Messerschmidt ist ein alter Bekannter von Alexander Gorges.

    Alexander Gorges, geboren am 7. Mai 1982 in Leinefelde, lebt aktuell bei seiner derzeitigen Freundin Anna Stegmair in der Sommerstrasse 4a in 86444 Affing bei Augsburg. Gorges rückte im Nachgang des „Blood & Honour“-Konzerts am 19. April 2014 im Elsass erstmalig in den Fokus antifaschistischer Veröffentlichungen. Er begann seine Nazikarriere in Duderstadt und noch immer pflegt er Kontakt zu dortigen „Kameraden“ wie Fabian Schwedhelm, mit dem er kürzlich nach Spanien flog und unter anderem Saragossa besuchte. Nach seinem Wegzug aus Duderstadt war Gorges in Dortmund und Zürich in „Combat 18“- und „Blood & Honour“-Kreisen aktiv.

    Die „Combat 18“-Szene ist geprägt von Konkurrenzdenken und offenen Feindschaften. Stanley Röske, der sich im Mai 2014 gemeinsam mit anderen Nazis für Schießübungen in den Niederlanden aufgehalten haben soll, erhob gemeinsam mit Jonas Käufler im Nachgang des Konzerts im Elsass schwere Vorwürfe gegen Gorges. Dieser hätte die Konzerteinnahmen veruntreut und anmaßend ein ihm nicht zustehendes Logo getragen. Zudem gilt Gorges in den mit ihm zerstrittenen Teilen der „Combat 18“-Szene nach wie vor als Spitzel und V-Mann. Patrick de Bruin aus den Niederlanden wurde bei einem Nazi-Event in Dortmund-Dorstfeld sogar körperlich angegriffen, als er zu erkennen gab, mit Gorges zu sympathisieren. Gorges wiederum sprach davon, dass der Emmendinger Nazi Philipp Mang bei dem Konzert im Elsass 1.800 Euro gestohlen hätte. In internationalen Zusammenhängen stellt sich Gorges nach wie vor als „Blood & Honour“ Deutschland und als „Combat 18“ dar. Er handelt weiterhin mit Nazimusik und -shirts und pflegt in diesem Zusammenhang regen Kontakt mit dem Berliner David Halwass, der auch indizierte Musik vertreibt. Nach diversen Bandmitgliedschaften, unter anderem bei „Oidoxie“ aus Dortmund, ist Gorges inzwischen bei Nazibands wie „Bloodline“ oder der Schweizer „Blood & Honour“-Band „Amok“ aktiv. Der „Amok“-Sänger Kevin Gutmann soll Anführer einer Nazibande gewesen sein, die am 4. Juli in Zürich einen orthodoxen Juden angegriffen hat. Die Naziband „Amok“ plant für den 1. August einen Auftritt in der Schweiz.

    Wie im Falle des Nazi-Bombenbauers Thomas Baumann zeigt sich wieder einmal, dass autonome antifaschistische Recherche notwendig ist, um terroristische Bestrebungen und Bewaffnung von Nazis zu sabotieren.

    Autonome Antifa Freiburg


    Communiqué und Reaktionen auf Indymedia linksunten

    Ciné Dimanche: Als die Deutschen vom Himmel fielen

    Sonntag, 13.09.2015, 20 Uhr, KTS Freiburg

    Am Sonntag, den 13. September, zeigen wir um 20 Uhr den Kreta-Film „Als die Deutschen vom Himmeln fielen“. Der Film erzählt vom Widerstand der Bevölkerung Kretas gegen die deutschen Truppen, die im Mai 1941 die Mittelmeerinsel angriffen. Für die Frauen, Männer und Kinder war es ein Kampf um Freiheit, gegen die Vernichtung ihrer Angehörigen und die Zerstörung der Dörfer.

    JPEG - 534.2 kB

    Doch die Erzählungen offenbaren auch die Konflikte, die sich während der Besatzungszeit innerhalb des Widerstandes an der Frage der politischen Zukunft des Landes entzündeten und unter Einflußnahme der Alliierten und der deutschen Truppen im Bürgerkrieg mündeten. Den Erzählungen der griechischen Protagonisten folgend greift der Film eine weitere Spur auf. An 1941 errichteten Ehrenmälern pflegen Wehrmachtsveteranen im Schulterschluss mit Bundeswehrsoldaten ihre Geschichtsschreibung: Es ist der Mythos von mutigen und opferbereiten Soldaten, die der Pflicht der Vaterlandsverteidigung gefolgt seien.

    Die Veranstaltung wird organisiert von der Autonomen Antifa Freiburg und dem Referat für Politische Bildung des StuRa Uni Freiburg.

    JPEG - 483 kB

    Auch aktuell reden viele von angeblichen „Tricks“ und Versäumnissen der griechischen Regierung sowie den griechischen Schulden. Doch in Wirklichkeit ist Deutschland der größte Schuldner in Europa und hat es mit beispielloser Raffinesse bis heute geschafft, sich aus der Verantwortung für seine Geschichte zu schleichen.

    Sofortige Entschädigung aller griechischen NS-Opfer!

    Es ist paradox. Griechenland braucht Geld. Dabei hat es Guthaben. Das Guthaben liegt in Deutschland und – als deutsches Staatseigentum im Ausland – in verschiedenen (europäischen) Ländern. Deutschland schuldet Griechenland seit circa 70 Jahren eine Summe, die aktuell vom griechischen Parlament auf 278,7 Milliarden Euro beziffert worden ist. Es handelt sich zum einen um die Zahlungsverpflichtungen der auf der Pariser Reparationskonferenz von 1946 festgelegten Reparationen. Zum anderen schuldet Deutschland Griechenland außerdem die Rückzahlung der sogenannten „Zwangsanleihe“ von 1942.

    Völlig unabhängig von Reparationen und Zwangsanleihe schuldet Deutschland Entschädigung für die während der Besatzung begangenen NS-Massaker, denen mindestens 30.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

    Die Überlebenden und Angehörigen des griechischen Dorfes Distomo, das in jährlichen Zeremonien bis heute der 218 Opfer des NS-Massakers vom 10. Juni 1944 gedenkt, klagten in Griechenland 1995 eine Entschädigungssumme von 28 Millionen Euro ein.

    Der AK-Distomo unterstützt seit 2001 aktiv und politisch die Entschädigungsforderungen der NS-Überlebenden aus Distomo/Griechenland. Ein Vertreter des AK-Distomo wird einen Fotobericht von der diesjährigen Reise vortragen, den aktuellen Stand des Verfahrens der Zwangsvollstreckung gegen deutsches Eigentum erläutern und die Planungen für politische Aktionen zum Gedenktag 2016 vorstellen.

    Die Veranstaltung wird organisiert von der Autonomen Antifa Freiburg und dem Referat für Politische Bildung des StuRa Uni Freiburg.


    Hintergrundartikel im Antifaschistischen Infoblatt:

    Kreta – die meisten Deutschen verbinden mit dem Namen nicht mehr als eine Urlaubsinsel im Mittelmeer. Heutzutage ist wenig bekannt, dass die deutsche Wehrmacht mit der Invasion vom 20. Mai 1941 eine vier Jahre währende Besatzung der Insel begann. Die deutschen Soldaten – insbesondere die Spezialeinheiten der Fallschirmjäger und der Gebirgsjäger – verübten grausame Massaker an der Zivilbevölkerung und brannten aus Rache für den Widerstand der kretischen Widerstandsbewegung Andartiko gegen den deutschen Überfall ganze Ortschaften nieder.

    JPEG - 3.3 MB

    Das Autonome Medienkollektiv Kreta hat sich anlässlich der Jubiläumswoche eines anarchistischen Squats in Heraklion auf die Spuren der Vergangenheit begeben und Interviews mit Überlebenden geführt. Kein Vergessen, kein Vergeben!

    Medienkollektivartikel auf deutsch und englisch