• Dienstag, 17.10.2017

    Nach dem brutalen Bullenüberfall vom 14. Oktober vor dem Nordpol in Dortmund kommen neue Fakten ans Licht. Es ist ein Video aufgetaucht, in dem der Polizeijournalist René Werner während des Überfalls mit einem Tonfa bewaffnet den Hilfsbullen mimt und den filmenden Anwohner bedroht. Als René wieder Richtung Streifenwagen lief, kam kurze Zeit später ein ebenfalls mit einem Tonfa bewaffneter - diesmal richtiger - Bulle nach und schubste den Anwohner durch die Gegend. Das war den Bullen aber doch zuviel Engagement daher distanzierten sie sich am nächsten Tag vom bewaffneten Hilfssheriff und leiteten ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Um so wichtiger: Am 15. Oktober um 18 Uhr startet vom Freiherr-vom-Stein-Platz in Dortmund eine Demo gegen rassistische Polizeigewalt.

  • Montag, 16.10.2017

    Am Samstag, den 14. Oktober, fand in Lennestadt-Kirchhundem in Nordrhein-Westfalen das konspirativ organisierte Nazi-Kampfsport-Event „Kampf der Nibelungen“ statt. Es nahmen 500 bis 600 Nazis aus Deutschland und verschiedenen anderen Ländern teil. Die Schützenhalle, in der die Veranstaltung stattfand, war unter einem Vorwand von einem Dortmunder Nazi angemietet worden. Im Vorfeld war Hessen als Veranstaltungsregion im Gespräch, der genaue Veranstaltungsort in Nordrhein-Westfalen war den Behörden laut Polizeiangaben schon einige Stunden vor Beginn bekannt. Bis auf einige Kontrollen bei der Abreise wurde allerdings nichts gegen die Großveranstaltung der Nazischläger unternommen.

  • Sonntag, 15.10.2017

    In der Nacht auf den 14. Oktober wurde nach einer Veranstaltung zum Verbot von Indymedia linksunten im Nordpol in Dortmund vor dem Laden eine Kontrolle schwarzer Passanten durchgeführt. Die Bullen sollen einen Tatverdächtigen wegen einer Messerstecherei in einer Flüchtlingsunterkunft gesucht haben. Kurz nach der Messerstecherei wurde der mutmaßliche Täter schon in einer Wohnung gestellt. Die Kontrolle wurde von den BesucherInnen als rassistisch wahrgenommen. Nachdem diese anfingen die Kontrolle zu beobachten und kritische Fragen zu stellen holten die Bullen Verstärkung und griffen die umstehenden Menschen unvermittelt mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Hunden an. AnwohnerInnen und PassantInnen wurden massiv eingeschüchtert die diesen Angriff filmen wollten. Es wurden drei Personen in Polizeigewahrsam genommen und eine Person mit Bissverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Solidarität gegen Rassismus und Polizeigewalt!
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  • Sonnabend, 14.10.2017

    Am 7. und 8. Dezember findet die 207. Innenministerkonferenz in Leipzig (IMK) statt, da Sachsen derzeit den Vorsitz der „Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder“ innehat. Wie immer stehen weitere Einschränkungen der Freiheitsrechte auf dem Plan der Minister, aber dieses Jahr bietet sich die Demo „Kampf der inneren Sicherheit“ am 7. Dezember um 17 Uhr vor dem Leipziger Hauptbahnhof auch als Protestmöglichkeit gegen das Verbot von Indymedia linksunten an.

  • Freitag, 13.10.2017

    Die Staatsanwaltschaft Halle hat „nach sorgfältiger Prüfung der vorliegenden Erkenntnisse“ die Ermittlungen zum Mord an Oury Jalloh am 12. Oktober eingestellt. Der Flüchtling aus Sierra Leone war am 7. Januar 2005 von Bullen bei lebendigem Leib in einer Zelle in Dessau-Roßlau angezündert worden. Im Sommer 2016 war in Dippoldiswalde erneut ein Brandversuch zu den Todesumständen durchgeführt und über ein Jahr lang geheim gehalten worden. Noch immer sind die Ergebnisse nicht vollständig bekannt und werden es nach dem Willen der Staatsanwaltschaft auch nicht mehr werden.
    Presse: 1 2 3

  • Donnerstag, 12.10.2017

    Baden-Württemberg verschärft unter CDU-Innenminister Thomas Strobl massiv das Polizeigesetz des Landes. Der Entwurf sieht vor, dass „neue präventiv-polizeiliche Befugnisse zur Telekommunikations-überwachung (TKÜ) sowie zur Quellen-TKÜ“ eingeführt werden und per „Videoüberwachung gewonnene Bilder anhand bestimmter Verhaltensmuster“ automatisiert ausgewertet werden sollen. Dahinter verbirgt sich der Einsatz von Schadsoftware zum Hacken von Rechnern und Mobiltelefonen von BürgerInnen, sogenannten „Trojanern“, auch bei Alltagskriminalität sowie die automatisierte Auswertung personenbezogener Daten wie Bewegungsabläufe oder Gruppenbildung anhand von Videoaufnahmen von bereits vorhandenen Überwachungskameras. Kretschmann gibt derweil unverfroren den verfassungsfeindlichen Steigbürgelhalter eines kommenden, totalitären Staates: „Wir gehen an die Grenze des verfassungsmäßig Machbaren.“

  • Mittwoch, 11.10.2017

    In Freiburg gibt es seit dem 11. Oktober einen „kommunalen Vollzugsdienst“. Also städtische Bullen, die gegen „Wildpinkeln, aggressives Betteln, Müllablagern oder Nächtigen auf Straßen“ vorgehen sollen. Mit anderen Worten: Die elf Machos – es wurde ausschließlich Männer eingestellt – sollen schikanieren, traktieren und vertreiben.

  • Dienstag, 10.10.2017

    In den Kantonen Basel-Stadt und Zürich wurden am 5. Oktober fünf Wohnungen von Linken durchsucht. Die Durchsuchgen richteten sich gegen die Proteste gegen den Abschiebeknast Bässlergut an der schweizerisch-deutschen Grenze, der um einen Bereich für den Strafvollzug erweitert werden soll. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen und verhört, außerdem wurde ihnen DNA entnommen. Ihnen wird Landfriedensbruch bei einer Demonstration im Mai 2017 gegen den Erweiterungsbau des Bässlergut-Knasts sowie Sachbeschädigung vorgeworfen.

  • Montag, 09.10.2017

    In Seibranz in Baden-Württemberg an der Grenze zu Bayern, zwischen Bad Wurzach und Leutkirch im Allgäu, versammelten sich am 7. Oktober rund 250 Nazis zu einem Konzert anlässlich des 15jährigen Bestehens der Nazigruppe „Voice of Anger“. Da das klandestin organisierte Nazikonzert dann doch wie so oft im Vorfeld bekannt wurde, gab es Vorkontrollen und sogar antifaschistischen Protest im tiefsten Allgäu. Wenige Tage zuvor war der Nazigruppe vom Bundesgerichtshof die ehemalige Gartenschänke bei Memmingen zugesprochen worden.
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  • Sonntag, 08.10.2017

    Das baden-württembergische Innenministerium hat sich aufgerafft, uns asoziale Zecken aus unserem linksversifften Milieu zu befreien. Ab 2019 soll es nach dem verbrieften großartigen bundesweiten Erfolg endlich das lang erwartete „Aussteigerprogramm für Linksextremisten“ auch im Ländle geben. Für ausstiegswillige Linke gibt es vor ihrem Anruf nur die entscheidende Frage zu klären: Missionar oder Verkehrsschaden?

  • Sonnabend, 07.10.2017

    Die CDU fragt in einer Großen Anfrage zu „Linksextremismus in Baden-Württemberg“ unter der Rubrik „Strafverfolgung“ die eigene Landesregierung: „Erachtet sie es als rechtlich zulässig oder regelbar, bei Verurteilung wegen der Beteiligung an den gewalttätigen Ausschreitungen wie in Hamburg zur Zeit des G20-Gipfels als Nebenfolge der Tat den Widerruf des Bescheides auf Gewährung von Leistungen nach Sozialgesetzbuch (SGB) II ganz oder teilweise auch mit Wirkung für die Vergangenheit vorzusehen?“ Die CDU schlägt hier einen sogar rückwirkenden Hartz4-Entzug als Strafe vor, was nicht anderes ist als Armut als Waffe gegen die Bevölkerung einzusetzen. Außerdem greift die CDU Studierendenvertretungen und Autonome Zentren mit ihrer Anfrage an.

  • Freitag, 06.10.2017

    Die Crew des Nazischiffs „C-Star“ ist ausgehungert, mittellos und in einem körperlich desaströsen Zustand in Katalonien eingetroffen, nachdem die „Identitären“ um Martin Sellner und Patrick Lenart wie Ratten das Schiff verlassen hatten. Die Behörden erlaubten der Crew aus Sri Lanka aus humanitären Gründen in den Hafen von Barcelona einzulaufen. Damit ist das großspurig angekündigte, internationale, flüchtlingsfeindliche Projekt der „Identitären Bewegung“ gescheitert.
    Bisher: 1 2 3

  • Donnerstag, 05.10.2017

    In Tettnang bei Friedrichshafen am Bodensee wurde in der Nacht auf den 1. Oktober eine noch nicht bezogene Flüchtlingsunterkunft angezündet und damit 50.000 Euro Sachschaden verursacht. Es wurde Brandbeschleuniger im Eingangsbereich des dreigeschossigen Neubaus in der Narzissenstraße verschüttet und angezündet. Bereits in der Nacht zurvor war versucht worden, die Fassade des Gebäudes anzuzünden. Bisher ist nicht bekannt, wer die Brandstiftung verübte.
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  • Mittwoch, 04.10.2017

    Am 7. Oktober soll in Budapest ein vom ungarischen „Chapter“ der „Hammerskins“ organisiertes und als „European Hammerfest“ beworbenes Nazikonzert stattfinden. Auftreten sollen die Bands „Brainwash“, „Verszerzödes“, „Oi-Kor“ und „Jogos Önvedelem“. Der Eintritt kostet 2.500 Ungarische Forint, als Veranstaltungsort wird das „Kék Yuk / Blue Hell“ in der Fényes Adolf utca 28 beworben. Am selben Tag ist auch für Süddeutschland ein Nazikonzert geplant. Hier sollen die Bands „Kommando Skin“, „Faustrecht“, „Stonehammer“ und „Kodex Frei“ auftreten.

  • Dienstag, 03.10.2017

    Nachdem der Oktober in der KTS mit einem fulminanten Partywochenende mit hunderten BesucherInnen für die gute Sache begonnen hat, ist der Rest des Monats gestopft voll mit weiteren Veranstaltungen. Am 4. Oktober wird zur VoKü auf der neuen Leinwand im Café ((i)) the film gezeigt und am 6. Oktober wird eine Infoveranstaltung zu autonomen Plakaten stattfinden, die am kommenden Wochenende in der KTS zu sehen sein werden. Neben Folk- und Hardcore-Konzerten und gibt es weitere Infoveranstaltungen. Unter anderem wird am 18. Oktober über den aktuellen Stand der Repression gegen Indymedia linksunten und die KTS berichtet sowie über (un-)solidarischen Umgang in der linken Szene informiert und diskutiert.

  • Montag, 02.10.2017

    Günter Halm, Vorsitzender der „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger”, ist endlich tot. Das Nazischwein wird am 6. Oktober um 14 Uhr in Bad Münder verscharrt. Noch Anfang 2017 trat Halm bei einer Veranstaltung der Pforzheimer Nazigruppierung „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ auf. Seit dem 12. Mai 2004 ist in der Landesgruppe Berlin die Reservistenkameradschaft 14 der Bundeswehr nach „Günter Halm“ benannt. Seine Frau Regine Halm ist weiter als Nazi aktiv, wird sich aber hoffentlich genauso wie die noch knapp 20 lebenden Ritterkreuzträger demnächst zu ihrem Gatten gesellen.

  • Sonntag, 01.10.2017

    Die Nazigruppe „Europäische Aktion“ um Bernhard Schaub und Axel Schlimper hat sich mit einem erst jetzt veröffentlichten „Sitzungsbeschluss vom 10. Juni 2017“ aufgelöst. Als Grund für die Auflösung gab Rigolf Hennig nicht etwa interne Streits oder Angst vor einem Verbot an, sondern behauptete, dass „jedwede weitere Arbeit [...] sich lediglich darauf beschränken [würde], bereits Gesagtes immer wieder neu aufzuwärmen“.
    Mögen sie auf immer schweigen.

  • Sonnabend, 30.09.2017

    In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die einst 18-köpfige AfD-Fraktion nach dem Arppe-Skandal zerlegt. Nach Arppes Abgang folgte die Abspaltung der Landtagsabgeordneten Bernhard Wild, Christel Weißig, Ralf Borsche und Mathias Manthei aus der AfD-Fraktion. Die Abgeordneten gründeten eine neue Fraktion unter dem Namen „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“. Als Grund für ihren Austritt gaben sie mangelnde Distanz der AfD zu Gewalt und Rechtsradikalismus an.

  • Freitag, 29.09.2017

    In der Nacht auf 19. September wurden in der Jourdan-Kaserne der Gendarmerie Mobile in Limoges fünf Bullenkarren abgefackelt. Zu dem Brandanschlag bekannten sich „Ex-Gendamen der Einheit 41/2 der Gendarmerie Mobile“ auf Indymedia Nantes und Indymedia Grenoble. Daraufhin hat das staatliche „Zentralbüro des Kampfes gegen die Kriminalität im Zusammenhang mit Informationstechnologien und Kommunikation“ die Indyseiten aufgefordert, das BekennerInnenschreiben zu löschen. Begründung: Provokation von Terrorakten oder Billigung solcher Akte“. Indymedia Grenoble hat daraufhin ein Communiqué veröffentlicht, in dem sie die geforderte Zensur in einen Zusammenhang mit dem Verbot von Indymedia linksunten setzen.

  • Donnerstag, 28.09.2017

    Beim zweiten Verhandlungstag im Altermedia-Prozess in Stuttgart-Stammheim wurde klar, dass die Angeklagten alles zugeben werden, was die Ermittlungsbehörden sowieso schon wissen – und das ist ziemlich viel. Es wurde reihenweise aus Mails zitiert und Statistiken von Moderationstätigkeiten angeführt. Die als Rädelsführerin einer kriminellen Vereinigung angeklagte Jutta „Polaris“ Valentin outete sich als Partnerin des Naziterroristen Meinolf Schönborn. Der war auch selbst kurzzeitig im Publikum, bis er von den Nazianwälten aufgefordert wurde den Saal zu verlassen, da er als Zeuge in Frage komme. Valentin berichtete nicht nur lang und breit von ihrem ziemlich langweiligen Leben, sondern auch von Jörg Lange, der 2012 in einer von Schönborn als Nazizentrum vorgesehenen Pension tot aufgefunden wurde. Valentins schönste Räuberpistole: Ralph Kästner habe ihr gesagt, dass er über alte DDR-Kontakte zu russischen Geheimdienstkreisen erfahren habe, dass Israel hinter den Drohmails an Altermedia stecke. Den vorsitzenden Richter wiederum empörte sehr, dass Ralph Kästner 130hosting.net betrieb.

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    Filmvorführung „The Antifascists“

    Donnerstag, 16.11.2017, 20 Uhr, KTS Freiburg

    SE/GR 2017, 75 min | Original With English Subtitles | Regie: Patrik Öberg & Emil Ramos | Produktion: AEAAEA

    Ein schwedisch-griechischer Dokumentarfilm über den Rechtsruck in Europa und über die Menschen, die sich den Nazis in den Weg stellen. Wer sind »die« Antifaschist*innen und was ist Antifaschismus? Diesen Fragen wird anhand bestimmter Ereignisse der letzten Jahre in Griechenland und Schweden nachgegangen. Der Film zeigt den Aufstieg der faschistischen Partei »Goldene Morgenröte« (»Chrysi Avgi«), die für zahlreiche Morde in Griechenland verantwortlich ist, er behandelt den Mordanschlag auf den linken Fußballfan Showan Shattak in Malmø und lässt den inhaftierten Antifaschisten Joel zu Wort kommen. Joel sitzt seit 2013 im Gefängnis in Schweden, da er an der Verteidigung einer antifaschistischen Kundgebung beteiligt war. Die Angreifer gehörten der »Nordischen Widerstandsbewegung« (Nordiska Motståndsrörelsen) an, die derzeit als größte und gefährlichste Naziorganisationen in Schweden gilt. »The Antifascists« beleuchtet die Motivation und die Arbeit antifaschistischer Gruppen und hält die Zuschauer*innen dazu an, gängige Vorstellungen vom »Antifaschismus« zu hinterfragen.

    Vor dem Film wird es ab 20:00 Uhr einen inhaltlichen Input geben, bei dem Aktivist*innen über die Situation in Schweden und Griechenland berichten werden.

    [english]

    A Swedish-Greek documentary film about the legal pressure in Europe and the people who stand up against the new wave of Nazis. Who are actually the antifascists and what does it antifascism really stand for? This question is examined in the light of certain events in the recent years in Greece and Sweden. The film investigates the rise of the fascist party »Golden Dawn« (»Chrysi Avgi«), which is responsible for numerous murders in Greece in addition to the attempted murder of the left-wing football activist Showan Shattak in Sweden and the imprisonment of antifascist Joel. Joel has been in jail since 2013 after the defended a rally against Nazis. The attackers belonged to the »Nordic Resistance Movement« (»Nordiska Motståndsrörelsen«) which is regarded as the largest and most dangerous Nazi organization in Sweden. »The Antifascists« tried to track the history along with the theoretical background of antifascism and shows what it really means to be an antifascist.

    Before the film, there will be an input from 8pm onwards, where activists will report on the situation in Sweden and Greece.

    Gegen die Kriminalisierung linker Medien!

    Eine gemeinsame Erklärung vom 30.09.2017 gegen das Verbot der Medienplattform Indymedia linksunten

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    Am 14. August 2017 verbot der Bundesinnenminister die Internetplattform linksunten.indymedia.org. Zuvor hatte der Verfassungsschutz die Internetseite zum „Sprachrohr für die gewaltorientierte linksextremistische Szene“ erklärt, um hierfür eine Begründung zu liefern. Das letztlich am 25. August vollzogene Verbot ist ein Akt der Zensur und ein Angriff auf die Medienfreiheit. Das kann und darf so nicht hingenommen werden.

    Die Verbotsverfügung - ein politischer Angriff

    In der Pressemitteilung vom 25. August erklärte der Bundesinnenminister „Wir gehen konsequent gegen linksextremistische Hetze im Internet vor“ und bezog sich dabei auf die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg. Zu keinem Zeitpunkt wurde jedoch die Löschung einzelner Inhalte auf der Plattform versucht, sondern das komplette Portal kriminalisiert. linksunten.indymedia.org fungierte als Veröffentlichungsplattform für unterschiedlichste Aufrufe, Dokumentationen und Debatten der gesamten Linken. Das Verbot ist also ein gezielter Schlag gegen die gesamte Linke, der nicht zuletzt in das nach rechts offene Wahlkampfkalkül eines Ministers passt, der bereits für zahlreiche überwachungsstaatliche Verschärfungen und eine Aufrüstung des Repressionsapparates verantwortlich zeichnet.

    Der Verfassungsschutz - vom Bock zum Gärtner

    Besonders brisant im Kontext des Verbotes der Medienplattform Indymedia linksunten ist die Beteiligung des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Nicht zuletzt im Rahmen der Ermittlungen gegen die Naziterroristen des NSU wurde offensichtlich, dass es sich, vorsichtig ausgedrückt, um eine intransparent arbeitende Behörde handelt, die de facto keiner demokratischen Kontrolle unterliegt. Als Legitimationsbasis für ein Verbot von linksunten.indymedia lieferte das BfV eine Collage von Versatzstücken von auf der Seite veröffentlichten Texten. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund fragwürdig, dass die Behörde ein hohes Eigeninteresse an der Abschaltung der Webseite besaß. So wurden auf linksunten.indymedia zahlreiche kritische Recherchen über die Verstrickungen des Verfassungsschutzes in die rechte Szene oder über deren geheimdienstliche Praxis gegen die Linke veröffentlicht.

    Die Betreibervereinigung - ein juristisches Konstrukt

    Das Verbot von Medien fällt eigentlich nicht in die Zuständigkeit des Innenministers. Deshalb wurde kurzerhand ein Verein konstruiert, der hinter linksunten.indymedia stecke und so verboten werden konnte. Eine Medienplattform wurde über das Vereinsgesetz kriminalisiert. Dieses Vorgehen ist nicht nur juristisch unzulässig, es ist auch ein Türöffner zur künftigen willkürlichen Kriminalisierung unbequemer Medien. Hinter jeder Internetseite u.a. kann ein Verein konstruiert werden, über dessen Verbot nichts anderes als Medienzensur betrieben wird.

    Solidarität - mit Indymedia linksunten!

    Die Kriminalisierung von Indymedia linksunten ist zunächst ein Angriff gegen die gesamte Linke. Sie ist darüber hinaus ein Versuchsmodell, wie gegen unbequemen unabhängigen Journalismus vorgegangen werden kann. Es liegt an uns, Öffentlichkeit und politischen Druck zu erzeugen und diesen Angriff gemeinsam zu beantworten.

    Wir fordern die sofortige Aufhebung der Verbotsverfügung gegen linksunten.indymedia.org!

    Eine gemeinsame Erklärung von:

    Organisationen: ...resist! Saarbrücken | 17grad - Medien für den Rest (Hamburg/München) | AGIF - Föderation der Arbeitsmigrant/innen in Deutschland | Anatolische Föderation e.V | Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart & Region (AABS) | Antikapitalistische Linke München al[m] | Auf der Suche - Anarchistische Gruppe Nürnberg | Autonome Antifa Freiburg | Bunte Hilfe Marburg | Deutsche Kommunistische Partei (DKP) | Die Linke KV Stuttgart | ea freiburg | Ermittlungsausschuss Berlin | Ermittlungsausschuss Hamburg | Ermittlungsausschuss Wendland | FDJ-Gruppe Nürnberg | Florakreis Würzburg | Freiheitskomitee für Musa Asoglu | Infoladen Salzburg | Infoladengruppe Tübingen | Initiative Bayerischer Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger e.V. | Initiative Klassenkampf (Stuttgart) | Initiative | Kurdistan Solidarität Stuttgart | Internationale Sozialistische Organisation (ISO) | Interventionistische Linke | IPAI (International Platform Against Isolation) | Kalenderredaktionskollektiv Kalinka-M.org | Kurdistan Solidaritäts-Komitee Kiel | LabourNet Germany | linksjugend [‚solid] | marxistische linke e.V. | Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen (Berlin & Hamburg & Magdeburg) | Netzwerk München, Betriebe und Projekte in Selbstverwaltung e.V. | North East Antifa (NEA) | Offenes Antifa Treffen Mannheim | Öku-Büro | organsierte autonomie | rechtshilfe salzburg | Redaktion ak - analyse & kritik | Redaktion des Gefangenen Info | Redaktion Graswurzelrevolution | Revolutionäre Aktion Stuttgart (RAS) | Roja (Revolutionär organisierte Jugendaktion) | Rojava Solidarity Tübingen | Rote Hilfe e.V. | SDAJ Bundesvorstand | Solidaritätskomitee für Grup Yorum | SoZ-Redaktion | Stuttgart gegen Rechts | Tayad Komitee | Trotz Alledem | verdi bezirkserwerslosenausschuß nürnberg | Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kreisvereinigung Esslingen; Einzelpersonen: Karin Petzsch | Lydia Trüten (IG Metall-Vertrauensfrau) | Susanne Dorer | Thomas Trüten (IG Metall Vertrauensmann, Blogger, linksunten Autor) | Tobias Pflüger (Stellvertretender Vorsitzender DIE LINKE und Vorstand Informationsstelle Militarisierung) | Uli Gellermann (Herausgeber der RATIONALGALERIE)

    Kontakt über bundesvorstand@rote-hilfe.de


    Spendenkonto

    Für die Klagen gegen das Verbot und die Unterstützung der Betroffenen

    Empfänger: Rote Hilfe OG Stuttgart

    IBAN: DE66 4306 0967 4007 2383 13

    BIC: GENODEM1GLS

    Stichwort: linksunten