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Donnerstag, 01.01.2026
Auf dem jährlichen CCC-Kongress, dem 39C3, forderte nicht nur das Känguru einen digitalen Unabhängigkeitstag. Ein terrestrisches Navigationssystem für die Ostsee wurde vorgestellt, zur Zeit noch für zivile Nutzung. Einige Bugs in GnuPG wurden trotz Alter und Relevanz des Codes entdeckt. Eine neue Art des Hackens via AI-Agent wurde demonstriert. Missbrauch mit dem Deutschlandticket wurde aufgedeckt, Überwachung durch Ausländerbehörden angeprangert und zu Solidarität mit Antifas und der Roten Hilfe aufgerufen.
Liberty means responsibility. That is why most people dread it. -
Freitag, 02.01.2026
Bisher wurden von der US-Regierung finanzielle, infrastrukturelle und Einreise-Sanktionen gegen Linksradikale und Richter sowie deren Angehörige verhängt. Laut Spiegel (Archiv) sind aber weitere Personengruppen in Deutschland der Gefahr von US-Sanktionen ausgesetzt:
„Nach SPIEGEL-Recherchen erwog die US-Regierung schon vor Monaten, deutsche Staatsdiener zu bestrafen. So berichten es mehrere ehemalige US-Regierungsbeamte. Demnach ärgerte sich die Trump-Regierung derart über die Einstufung der AfD als »gesichert rechtsextremistisch« durch den Verfassungsschutz, dass man im amerikanischen Außenministerium über Einreiseverbote oder gar finanzielle Sanktionen gegen die Verantwortlichen nachdachte. Wen es konkret treffen sollte, ist nicht bekannt. Bis über eine Klage der AfD entschieden ist, ruht die Einstufung des Verfassungsschutzes.
Ähnliche Überlegungen gab es laut den ehemaligen US-Regierungsbeamten für Frankreich. Man habe im amerikanischen Außenministerium Sanktionen gegen jene Richter erwogen, die Marine Le Pen vom rechtspopulistischen Rassemblement National im Frühjahr verurteilt hatten. In erster Instanz hatte das Gericht Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Mitteln nicht nur eine Freiheits- und Geldstrafe auferlegt, sondern ihr auch verboten, bei der nächsten Präsidentschaftswahl in Frankreich anzutreten.“
Gegen den brasilianischen Richter Alexandre de Moraes nutzte die US-Regierung den Global Magnitsky Act. Das Gesetz von 2016 richtet sich eigentlich gegen „schwere Menschenrechtsverletzungen wie Folter oder außergerichtliche Hinrichtungen“ und „bedeutende Korruptionsfälle, einschließlich Bestechung und Veruntreuung“. Aber es wurde gegen De Moraes eingesetzt, weil dieser den Prozess zum Putschversuch des Trump-Verbündeten Jair Bolsonaro führte. Also kann es gegen jedeN eingesetzt werden. -
Samstag, 03.01.2026
Wir rufen zu einer antifaschistischen Demonstration gegen das Nazizentrum der „Hammerskins“ Lothringen am Samstag, 7. Februar 2026, ab 13 Uhr in Saulx-lès-Champlon auf. Bereits vor zehn Jahren berichteten Antifas über die Eröffnung der „Taverne de Thor“ in Combres-sous-les-Côtes. Auf den Staat ist im Kampf gegen Nazis kein Verlass, doch unser Kampf wird nicht von Formfehlern beendet. Notre combat est un travail manuel: venez en Lorraine !
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Sonntag, 04.01.2026
Für den 21. und 22. November 2025 lud der Freiburger Nazianwalt Dubravko Mandic zu einer „Fortbildung" im Kurhaus Baden-Baden ein. Zu den TeilnehmerInnen, die Mandic anschließend auf Fotos präsentierte, gehörten neben Vanesa Mandic und dem Bodybuilding-Influencer und Mandic-Trauzeugen Markus Hoppe vom Freiburger „Gym52“ auch Mandics Nazikanzleikollege Till Weckmüller und der Freiburger AfD-Funktionär Karl Schwarz. Vor allem aber nahmen bekannte rechtsradikale Juristen wie der Gründer der Naziregionalpartei „Freie Sachsen“ und Chemnitzer Nazianwalt Martin Kohlmann, der Ex-Dortmunder Nazi und „Freie Sachsen“-Funktionär Michael Brück und der Nazianwalt und frühere „Dritter Weg“-Kader Matthias Bauerfeind an der Nazifortbildungsveranstaltung teil. Auch Max Hülsenbeck von der „Münchner Burschenschaft Danubia“ in der „Deutschen Burschenschaft“ war einer der Teilnehmer. Hülsenbeck soll am Rand des AfD-Parteitags 2024 in Greding einen „Hitlergruß“ gezeigt haben und wird wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen im April vor Gericht stehen.
Für Hülsenbeck dürfte der Inhalt der Mandic-Fortbildungsveranstaltung besonders nützlich gewesen sein: Einer der Referenten war der Dresdner Staatsanwalt Mike Ulbricht. Er unterrichtete die versammelten Nazis zum Thema „Volksverhetzung und das Prinzip der Meinungsfreiheit“. Mike Ulbricht von der „Akademischen Jagdkorporation Hubertia Düsseldorf“ schrieb mit einem Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung an der Düsseldorfer Uni bis 2017 eine Dissertation mit gleichlautendem Titel und der These, dass der § 130 Abs. 4 StGB eine „feindstrafrechtliche Regelung“ sei und als „Gesinnungsstrafrecht das Prinzip der Meinungsfreiheit“ verletze. Bereits 2015 bewarb Matthias Helferich in einer internen Mail an seine damaligen „Bundesbrüder“ einen „Burschenschaftlichen Abend“ von Mike Ulbricht zum Thema „Das darf man jawohl noch sagen – Strafrechtliche Grenzen der Meinungsfreiheit“. Ein Mike Ulbricht tauchte in diesem Zeitraum auch im Umfeld der AfD und ein paar Jahre später dann bei der sächsischen „Jungen Alternative“ auf.
Weitere Vorträge gab es von Katrin Ulbricht zu „Cold Cases und Zahnforensik – was uns Zähne alles über den Tathergang mitteilen“ und von Oliver Chama zum Thema „Verteidigung mit Blick auf die Revision“. Chama ist Richter am Amtsgericht Ulm.
Dubravko Mandic verfügt neben seiner Kanzleiadresse in der Grünwälderstraße 1-7 in Freiburg über eine Postadresse in Leipzig in der Wittenberger Straße 15 bei Roland Ulbrich, der mittlerweile angibt, Mitglied der „Burschenschaft Dresdensia Leipzig“ zu sein. Außerdem mietet die Kanzlei Mandic „ladungsfähige Geschäftsadressen“ in „virtuellen Büros“ der Firma „Satellite Office“ in Zürich (Bahnhofstraße 10/Börsenstraße 18) und in München (Ludwigstraße 8). Im sogenannten „Ludwigpalais“ in München mieten dutzende Firmen und Kanzleien eine Briefkastenadresse inklusive Firmenschild, Telefonservice und Postweiterleitung. -
Montag, 05.01.2026
Kurz vor Weihnachten wurde das am längsten besetzte Haus Deutschlands nach 44 Jahren von der Polizei geräumt: die Villa Kunterbunt in Bochum. Am 18. Dezember 2025 mussten die Punks die 1981 besetzte und denkmalgeschützte ehemalige Direktorenvilla der „Westfälischen Drahtwerke“ verlassen.
Offizieller Grund waren „Verstöße gegen brandschutzrechtliche Vorschriften“, unanfechtbar und bestätigt in zweiter Instanz durch das Oberverwaltungsgericht Münster. Zwar bot die Stadt Bochum den BewohnerInnen das Gebäude für einen symbolischen Euro zum Kauf an, aber machte gleichzeitig die kostspielige Renovierung des Gebäudes binnen drei Jahren zur Auflage:
„Der Anwalt der ehemaligen Bewohner hat auf das Angebot der Stadt, das Gebäude für einen symbolischen Euro zu kaufen – unter der Bedingung, es innerhalb von drei Jahren umfassend zu sanieren, reagiert. Dafür müssten die Käufer eine Finanzierung von einer Million Euro nachweisen.“ -
Dienstag, 06.01.2026
Am 7. Januar 2026 beginnt vor dem Amtsgericht Würzburg ein Strafprozess gegen den bayerischen AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Halemba, „Alter Herr“ der „Prager Burschenschaft Teutonia zu Würzburg“ in der „Deutschen Burschenschaft“.
Der Bayerische Rundfunk (Archiv) fasst die Vorwürfe zusammen: „Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es im Prozess um folgende Vorwürfe:
Volksverhetzung: Das genannte Lied stachele zum Hass gegen die türkischstämmige Bevölkerung an.
Nötigung: Halemba soll während der Ermittlungen auf einen früheren Mitbeschuldigten eingewirkt haben.
Versuchte Nötigung und Sachbeschädigung: Halemba soll versucht haben, auf einen Rechtsanwalt einzuwirken. Die Eingangstür der Anwaltskanzlei sei dabei leicht beschädigt worden.
Geldwäsche: Halemba soll Gelder von seinem Privatkonto auf ein Konto im Baltikum weitergeleitet haben. Es habe sich um Gelder aus Betrugstaten anderer Personen gehandelt – insgesamt ein mittlerer vierstelliger Betrag.“
Die Süddeutsche Zeitung (Archiv) hat eine Timeline der Skandale veröffentlicht, eine BR24-Reportage zeichnet ihre Normalisierung nach. -
Mittwoch, 07.01.2026
Am 22. Januar 2026 ist eine „Doppelveranstaltung: Table Talks & Lifestream“ mit Ex-AfD-MdB Joana Cotar „und weiteren Gästen“ im „Martinsbräu & Kolbenkaffee“ zu Füßen der Badischen Zeitung angekündigt. Von 17 bis 19 Uhr steht im „Martinsbräu“ am Martinstor „Networking, Austausch & Spaß“ zum Thema „Bitcoin, Freiheit, Unternehmertum“ auf dem Programm. Anschließend gibt es von 19:15 Uhr bis 20:15 Uhr im „Kolbenkaffee“ einen „Livestream mit Joana Cotar, der Bitcoin-Politikerin“ mit anschließendem „Networking bis 22:30“ Uhr.
Cotar bildet zusammen mit Frauke Petry und Thomas Kemmerich die Parteiprominenz eine komplett unbedeutenden AfD-Abspaltung mit dem Allerweltsnamen „Team Freiheit“. Joana Cotar saß von September 2017 bis November 2022 für die AfD im Bundestag und bezog noch bis März 2025 Bundestagsdiäten. Wegen Menschen wie ihr und Frauke Petry konnte die AfD das Problem werden, das sie heute ist. Thomas Kemmerich passt als Brandmauer-Ursünder ins hässliche Bild.
Wo immer klassistischer Egoismus ungeniert zelebriert wird, sind Korporierte nicht weit. In diesem Fall die „Burschenschaft Hilaritas Stuttgart“ in der „Allgemeinen Deutschen Burschenschaft“ (ADB). Ein „Alter Herr“ der „Hilaritas“ warb im November für „Team Freiheit“: „im mutigen Bestreben, ein wenig mehr javier-mileisches Freiheitsflair nach Deutschland zu holen, haben sich zwei unserer Bundesbrüder – flankiert von einigen durchaus prominenten Köpfen ehemaliger Großparteien (Kemmerich, Petry, Petrezell, Scholpp) – zum ,Team Freiheit‘ zusammengeschlossen.“
Die Veranstaltung in Freiburg wird von drei Gruppierungen organisiert: Neben der Kleinstpartei „Team Freiheit“ ist das ein Bitcoin-Stammtisch namens „Einundzwanzig Freiburg“. Dieser hat am 28. November bereits eine ähnliche Veranstaltung im „Martinsbräu“ und „Kolbenkaffee“ mit Gerd Habermann organisiert, einem der Gründer der in Freiburg gegründeten ultraneoliberalen „Hayek-Gesellschaft“. Als dritte Gruppierung tritt die „Hayek-Gesellschaft“ selbst auf.
Über dieses Milieu hat das Rechercheportal Rhein-Main Rechtsaußen in Teil 1 und Teil 2 einer Recherche berichtet. Ein Milieu, dass die Antifas als „marktradikal, sozialchauvinistisch und extrem rechts“ charakterisieren und dessen Ideologie sie „Proprietarismus“ nennen. Am 30. Oktober 2025 erschien Teil 3: Jung.Liberal.Egoistisch und am 6. Januar 2026 Teil 4: Gegen die »New World Order«.
Update: Nach der Veröffentlichung unserer Meldung wurde die Veranstaltung laut „Team Freiheit“ verschoben. -
Donnerstag, 08.01.2026
Die Stuttgarter Zeitung (Archiv) berichtete am 19. Dezember 2025 über einen Strafprozess vor dem Amtsgericht Böblingen „gegen fünf Anhänger der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB), die sich im Mai 2023 am Sindelfinger Mercedes-Werk einer gemeinschaftlichen Volksverhetzung schuldig gemacht haben“.
Die Nazis wurden in erster Instanz verurteilt: „Das Amtsgericht Böblingen verurteilte drei der fünf Angeklagten zu jeweils sechs Monaten Haft auf Bewährung. Zusätzlich erhielten sie Geldstrafen von jeweils 2000 Euro zugunsten des Seehauses in Leonberg. Die zwei übrigen müssen 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.“
Einer der Anwälte ist Till Weckmüller, inzwischen Freiburger Nazianwalt aus der Kanzlei von Dubravko Mandic: „Der Anwalt bestätigt gegenüber unserer Zeitung seine Teilnahme bei der ,1. Erzgebirger Fight Night‘ im Mai 2025, einem Kampfsportevent, zu dem laut Medienberichten auch Personen aus dem rechtsextremen Milieu gingen“.
Weckmüller hatte für einen Skandal gesorgt, als er zur Eröffnung des Prozesses Horst Mahler zitierte und die Staatsanwaltschaft Stuttgart mir einer kommenden AfD-Regierung bedrohte: „Für solche Staatsanwälte schämt man sich. Es kann sein, dass Sie bei einem Regierungswechsel mal überprüft werden.“ -
Freitag, 09.01.2026
Beim Fallschirmjägerregiment 26 der Bundeswehr im rheinland-pfälzischen Zweibrücken haben einige Soldatinnen Skandale aufgedeckt, darunter Nazisoldaten auf Drogen, die Frauen ihre Vergewaltigungsphantasien erzählen. Mehrere Soldatinnen des Fallschirmjägerregiments meldeten sich im Juni 2025 beim Amt des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages. Gegen 55 Soldaten wird ermittelt, einige wenige wurden bereits entlassen.
Es sind immer wieder Luftlandeeinheiten wie in Zweibrücken oder Calw, die „Elitetruppen“, die Jahr um Jahr um Jahr um Jahr für Naziskandale und sexistische Angriffe sorgen. Das ist kein Zufall: Ihre Tradition reicht nur bis zur Wehrmacht, vorher gab es noch keine Fallschirmjäger. Sie gehörten neben den Gebirgsjägern zu den skrupelosesten und brutalsten Einheiten der Wehrmacht. Das hat sich bis heute nicht geändert.
Presse: Pfälzischer Merkur | Frankfurter Allgemeine Zeitung (Archiv) | Spiegel (Archiv) | Spiegel | taz | Tagesschau | Saarbrücker Zeitung -
Samstag, 10.01.2026
Die AfD will am 11. Februar im Bürgerhaus in Freiburg-Zähringen eine Wahlkampfveranstaltung durchführen, Einlass soll ab 18 Uhr sein. Neben Markus Frohnmaier sollen dort die beiden AfD-Hetzer Karl Schwarz und Sebastian Ruth auftreten, die bei der Landtagswahl für die Wahlkreise Freiburg II und Freiburg I antreten. Ruth bewirbt die Veranstaltung mit der Parole „Alles für Baden-Württemberg“, eine direkte Bezugnahme auf die SA-Losung „Alles für Deutschland“.
Nie wieder Faschismus! -
Sonntag, 11.01.2026
Am Mittwoch, dem 7. Januar, wurde die 37-jährige Renee Nicole Good vom ICE-Agenten Jonathan Ross mit mehreren Schüssen in ihrem Auto in Minneapolis getötet, wie mehrere Videos zeigen. Die paramilitärische US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) macht seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vermehrt rassistische Razzien, um illegale EinwandererInnen festzunehmen, die zuvor mit Hilfe von Palantir zum Ziel wurden. Dabei setzen die Vollzugsbeamten häufig massive Gewalt und Schusswaffen ein. Auch gegen Good, eine weiße US-Bürgerin, die sterben musste, weil sie sich ICE in den Weg gestellt hat. Trump’s Vizepräsident JD Vance spricht nun volle Immunität für den Mörder aus und spricht von Notwehr. Das FBI hat an Stelle der lokalen Polizeibehörden die Ermittlungen übernommen. Der Tatort liegt bizarrerweise weniger als zehn Meilen entfernt von dem Ort, an dem George Floyd 2020 ermordet wurde.
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Montag, 12.01.2026
Es gibt so etwas wie „gefühlte Jurakenntnisse“. Einen „Allerweltssinn für Gerechtigkeit“. Ein Fall von „so etwas ist in Deutschland natürlich verboten“. Bei dem neun von zehn zufällig angetroffenen Personen ziemlich wahrscheinlich zustimmen würden. Zum Beispiel, wenn ein Polizeibeamter jemandem Gras unterschiebt, der eigentlich keine Drogen dabei hatte, damit die Polizei das bei der Person gefundene Geld einziehen kann und die Person anschließend wegen Drogenhandels verurteilt wird.
In Mannheim ist das nicht strafbar, wie LTO schreibt: „Das Amtsgericht (AG) Mannheim hat einen Polizisten vom Vorwurf der Verfolgung Unschuldiger durch Amtsträger freigesprochen. Der Beamte hatte einem Beschuldigten Marihuana untergeschoben und damit Beweise manipulieren wollen. [...]
Weil die Beamten keine Betäubungsmittel bei der Kontrolle gefunden hatten, erschwerte das sowohl die Einziehung des aufgefundenen Bargelds als auch den Nachweis der Gewerbsmäßigkeit des Drogenhandels, den die Polizisten bei dem in Gewahrsam genommenen Mann vermuteten. Der Einsatzleiter versuchte daher zunächst, zwei seiner Kollegen von der Idee zu überzeugen, dem Durchsuchten Marihuana ,zuzustecken‘ und dies im Durchsuchungsvermerk aufzunehmen.
Dann legte er eigenmächtig fünf Tüten mit Cannabis im Gesamtgewicht von 4,55 Gramm zu den bei der Durchsuchung asservierten Gegenständen. Erst als die Kollegen das Marihuana auffanden und dem Vorgehen des Einsatzleiters widersprachen, gab dieser seinen Versuch auf, den Durchsuchten auf diese Weise nachträglich zu belasten.“
In Mannheim gilt in der Drogenjustiz der Grundsatz der Beweislastumkehr: Im Zweifel trifft es schon die Richtigen.
„Das Gericht verneinte nun eine Strafbarkeit des Polizeibeamten. Es stellt zwar ausdrücklich fest, dass der Beamte eine vorsätzliche und rechtswidrige Diensthandlung in Form einer Beweismanipulation begangen habe. Doch der Tatbestand der Verfolgung Unschuldiger durch Amtsträger sei schon objektiv nicht erfüllt, denn bei dem Festgenommenen habe es sich unter Zugrundelegung des ,In dubio pro reo‘-Grundsatzes nicht um einen ,Unschuldigen‘ im Sinne der Norm (§344 StGB) gehandelt.
Es könne nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Festgenommene des gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln schuldig gemacht hat. Bei der konkreten Kontrolle sei zwar kein Betäubungsmittel bei ihm gefunden worden, er sei aber einschlägig vorbestraft. Bei dem Durchsuchten handele es sich damit nicht um einen ,Unschuldigen‘, entsprechend seien auch grobe Verfahrensverstöße wie die Beweismanipulation nicht mehr tatbestandsmäßig.
Dies gelte auch dann, wenn die Verfolgung des mutmaßlichen Dealers auf nicht vorliegende Tatsachen gestützt wird oder wenn die manipulierten Beweise zu einer strengeren Strafzumessung führen.“ -
Dienstag, 13.01.2026
Südthüringens bekanntestem Neonazi Tommy Frenck wurde am 9. Januar 2026 vor dem Amtsgericht Meiningen der Prozess gemacht. Anlass war seine Steuerschuld aufgrund der Organisation eines Nazigroßkonzerts am 15. Juli 2017 im südthüringischen Themar,
Vor achteinhalb Jahren kamen rund 6.000 Nazis nach Themar. Sie bezahlten jeweils 35 Euro Eintritt, die Frenck teilweise dreist als Spenden verbuchte. Er hatte in seiner Steuererklärung nur 308.904 Euro Umsatz angegeben, während das Finanzamt 630.710 Euro errechnete. Erst sollte Frenck 141.000 Euro hinterzogen haben, nach einer Nachrechnung dann symbolische 88.000 Euro.
Allerdings wurde das Strafverfahren direkt am ersten Tag eingestellt, weil Frenck bereits wegen Steuerhinterziehung in diesem und anderen Fällen 130.000 Euro unter Vorbehalt abgestottert hatte. Sein Verfahren wurde gegen die Auflage einer Zahlung von weiteren 10.000 Euro binnen eines halben Jahres eingestellt. Frencks Verteidiger war der Nazianwalt Andreas Wölfel von der „Burschenschaft Thessalia Prag zu Bayreuth“ in der „Deutschen Burschenschaft“.
Presse: MDR | Thüringer Allgemeine | BILD -
Mittwoch, 14.01.2026
Nach LTO, taz und FR hat nun auch die FAZ (Archiv) über das Duell in Marburg berichtet. Allerdings hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung nicht wirklich irgendwelche Neuigkeiten zu berichten und außerdem so ihre Probleme mit Quellen im korporierten Milieu. So mussten wir als Quelle dienen:
„Bei der Wiedergabe des Geschehens ist der Konjunktiv geboten, denn keiner der angeblich Involvierten hat auf die Bitten der F.A.Z. um Stellungnahme reagiert – weder die beiden betreffenden Studentenverbindungen noch die Dachverbände, denen sie angehören. Die einzige schriftliche Quelle zur Vorgeschichte des Ganzen ist ein Brief, den die Autonome Antifa Freiburg im Internet veröffentlicht hat. Was dieser Brief ausgelöst haben soll, ist der F.A.Z. durch Hörensagen bekannt.“
Der FAZ-Artikel versucht die „Pro Patria-Suite“ in Marburg zu bagatellisieren und zitiert dafür den Pressesprecher des „Coburger Convents“ Martin Vaupel. Aus Vaupels Text „Coburger Pfingstkongress – Gestern und heute“, welche in der letzten halbwegs unbeschwerten Ausgabe 01/2023 des CC-Magazins erschien, stammt das Zitat in dem FAZ-Text:
„Die Marburger Landsmannschaft wiederum ist Mitglied im Coburger Convent, der sich 2023 nach einer PP-Suite zwischen zwei Verbindungen in Erlangen zu dem Thema geäußert hat: Solche Fechtfolgen seien keine ,Ehrenhändel‘ und damit auch kein ,Duell‘, vielmehr wie die Bestimmungsmensur ein ,Sport, der festen Regeln folgt‘.“
Als Expertin befragt die FAZ außerdem „Sozialwissenschaftlerin Sarah Schmidt“, welche „die Position der Dachverbände“ kenne. Zu der „Pro Patria-Suite“ zwischen dem „Corps Hasso-Nassovia Marburg“ im „Kösener Senioren-Convents-Verband“ (KSCV) und der „Landsmannschaft Hasso-Borussia Marburg“ im „Coburger Convent“ (CC) befragt, gibt die Expertin ihre Außensicht zu Protokoll: „Eine Pro-Patria-Suite ist aus meiner Außensicht ein außergewöhnlicher Vorgang“. Aus unserer Innensicht hingegen ist eine „Pro-Patria-Suite“ ein ziemlich gewöhnlicher Vorgang, der in Deutschland an nahezu jedem Wochenende stattfindet. Wie wohl die Innensicht der Expertin aussieht?
Die FAZ weiß über Sarah Schmidt zu berichten, dass die „Sozialwissenschaftlerin der Frankfurter Universität [...] sich schon länger mit Studentenverbindungen“ befasse. „2023 hat sie für eine Studie mehr als 3000 Korporierte befragt; die Ergebnisse will sie demnächst als Buch veröffentlichen.“
Sarah Schmidt ist selbst nicht korporiert. Aber ihr Ehemann Olaf Schmidt ist „Alter Herr“ der „Straßburger Turnerschaft Alsatia zu Frankfurt am Main“ im „Coburger Convent“. Am 10. Oktober 2022 warb Olaf Schmidt in einer Facebook-Diskussion im TraMiZu-Forum zum Thema: „Forschungsprojekt zu Studentenverbindungen“ im Namen seiner Angetrauten noch einmal um Teilnehmer an ihrer Studie:
„Hoher Zoo,
ich möchte an dieser Stelle noch einmal auf das Forschungsprojekt meiner Ehefrau im Rahmen ihrer Habilitation hinweisen. Was ist zu tun? Ausfüllen eines Online-Fragebogen, Dauer ca. 20 Min. Wer kann helfen? Alle Korporierten – besonders Mitglieder von Damen- und gemischten Verbindungen sind bei den Antworten noch unterrepräsentiert. Was habe ich davon? Da die Motvationslage, einer studentischen Korporation anzugehören, wissenschaftlich nicht adäquat untersucht wurde, ist zu erwarten, dass die Ergebnisse für die Keile von großem Wert sein werden. Vielen Dank!
Forschungsprojekt zu Studentenverbindungen
Mein Name ist Dr. Sarah Schmidt, ich bin Wissenschaftlerin an der Goethe-Universität Frankfurt und setze aktuell ein Forschungsvorhaben zu Studentenverbindungen im deutschsprachigen Raum um. Dazu bitte ich um Ihre Unterstützung! Das Forschungsvorhaben trägt den Titel ,Mythos Studentenverbindung – ein außergewöhnlicher Lernort?‘ und will eine repräsentative Befragung von Korporierten durchführen und auswerten. Da es bisher keine wissenschaftliche fundierte und politisch unvoreingenommene Forschung gibt, denen Korporierte selbst als ,Untersuchungsgegenstand‘ zugrunde liegen, ist es mir ein Anliegen, möglichst viele Aktive und Hohe Damen bzw. Alte Herren zu erreichen, um bisher unbelegte Vorurteile zu widerlegen. Persönlich bin ich mit dem Thema Studentenverbindungen vertraut und finanziere dieses Forschungsprojekt privat.
Die Daten werden selbstverständlich anonym behandelt, Rückschlüsse auf einzelne Personen werden in keinem Fall möglich sein. Sehr gerne stelle ich Ihnen die Ergebnisse der Befragung – bei ausreichendem Rücklauf auch sehr detailliert – zur Verfügung. Ich gehe davon aus, dass der Erkenntnisgewinn groß ist und die Daten u.a. für das Keilen neuer Mitglieder genutzt werden könnte.“
Die Reaktion der versammelten korporierten Öffentlichkeit war angesichts der in Aussicht gestellten „Keilhilfe“ wenig überraschend wohlwollend. Sehr viele „Zooinsassen“ haben an der „Studie“ teilgenommen und weitere Korporierte dazu motiviert. (Nur Ties Reese erntete 13 wiehernde Smileys für seinen Beitrag: „Wesentlich zu neugierig.“ Im Rückblick ist das höchst ironisch.) Martin Vaupel kommentierte wörtlich und vollkommen unironisch:
„Mann kann diese Studie ohne Bedenken unterstützen und die Ergebnisse werden am Ende den Korpoprationen auch auf Wunsch zur Verfügung gestellt. Das Vorhaben wird auch vom Vorstand des AHCC e.V. gebilligt und unterstützt!“
Thierry Jean Ruch, langjähriger Mitarbeiter an der Professur für Informationsmanagement der Georg-August-Universität Göttingen und „Alter Herr“ der „KStV Winfridia Göttingen“ im „Kartellverband“, hatte einen Einwand:
„Huh! Wenn in der Einleitung bereits steht ,ist es mir ein Anliegen, möglichst viele Aktive und Hohe Damen bzw. Alte Herren zu erreichen, um bisher unbelegte Vorurteile zu widerlegen‘, dann ist schon an der Stelle die Methodik kaputt, wenn klar und explizit ist, dass das Ergebnis ,widerlegen‘ sein soll (unabhängig davon, welche Daten reinkommen).“
Olaf Schmidts damalige Antwort an Thierry Jean Ruch über die heutige FAZ-„Expertin“ Sarah Schmidt:
„Ich habe Deinen Einwand weitergeleitet. Hier die Antwort meiner Frau:
Ja, wahrscheinlich gibt es bei meiner Forschungsfrage und der Motivation eine positiven Bias. Allerdings bin ich empirische Sozialforscherin und damit den Daten ,verpflichtet‘. Wenn meine Daten also sagen, dass ihr alle rechtsradikale, saufende Frauenhasser seid (was ich eben nicht glaube), dann würde ich das auch so veröffentlichen.
Jeder Forscher hat ja ein spezifisches Interesse an ,seinem‘ Gegenstand, sonst würde er das nicht befolgen. Und manchmal ist der Wunsch, bereits vorhandene Ergebnisse zu widerlegen, Ausgangspunkt, aber nicht Ergebnis…
Ich könnte jetzt noch aus der Philosophie her argumentieren, aber das würde hier zu weit führen.“ -
Mittwoch, 14.01.2026
Wir haben am 14. Januar 2026 ein Communiqué mit dem Titel „Der Kampf geht weiter“ veröffentlicht. Anlass ist die gerichtliche Feststellung, dass die zweiten linksunten-Razzien am 02.08.2023 in Freiburg wegen der Erstellung des linksunten-Archivs rechtswidrig waren. Der Beschluss des Landgerichts vom 30.12.2025 ist eine Folge des BVerfG-Urteil vom 03.11.2025 zur RDL-Repression, mit dem die RDL-Razzien vom 17. Januar 2023 für rechtswidrig erklärt wurden. Wie auch immer, das Archiv bleibt erhalten:
linksunten.indymedia.org
Presse: SWR/Tagesschau | Netzpolitik | taz | RDL 1 | RDL 2 | nd | Heise (en) | MMM | LTO -
Donnerstag, 15.01.2026
In Konstanz wurde der IB-Nazi Dominik Böhler am 13. Dezember 2025 in den AfD-Kreisvorstand gewählt, wie „Konstanz für Demokratie“ durch eine Pressemitteilung vom 07.01.2026 bekannt machte. Nach einem Bericht des SWR am 13.01.2026 trat Böhler noch am selben Tag aus der AfD aus, wie der SWR am 14.01.2026 berichtete.
Mit Böhler hatte die „Alternative für Deutschland“ trotz eines eigenen Unvereinbarkeitsbeschlusses einen „einschlägig bekannten Aktivisten“ der „Identitären Bewegung“ nicht nur aufgenommen, der Konstanzer „IB-Ortsgruppenleiter“ wurde sogar in den Kreisvorstand gewählt. Seit September 2025 war Dominik Böhler zudem Pressesprecher der AfD Konstanz.
Allerdings hatte Dominik Böhler bei seinem AfD-Parteieintritt seine IB-Mitgliedschaft verschwiegen. Er kam einem Parteiausschluss durch Austritt zuvor. -
Freitag, 16.01.2026
Bei den antifaschistischen Protesten gegen die Gründungsveranstaltung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ am 29. November 2025 in Gießen kam es zu einer Provokation durch einen AfD-Bundestagsabgeordneten. Die taz schrieb am 22. Dezember:
„Es war eine kurze Szene, die innerhalb der extrem rechten AfD seit Wochen dafür genutzt wird, sich wieder einmal als Opfer darzustellen: Der Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt und mindestens ein weiterer Parteifreund prügelten sich auf dem Weg zur Gründungsversammlung der AfD-Jugend mit Gegendemonstrant*innen.“
Aber der anschließend von den Nazis medial ausgeschlachtete Videoclip zeigte lediglich die Folgen einer Attacke, die von den Nazis ausging:
„Die AfDler seien am noch recht frühen Morgen überraschend am Rand der einzigen zugelassenen Gegenkundgebung auf der Westseite der Lahn aufgetaucht – und hätten sich alles andere als unauffällig verhalten. ,Sie wollten gesehen werden und provozieren‘, so drückt es einer der Gegendemonstrant*innen aus. Und auch die Gewalt sei von ihnen ausgegangen.
Zwei Frauen, die sich den AfDlern zuerst in den Weg gestellt hätten, seien von diesen umstandslos attackiert worden. Ein Begleiter Schmidts habe einer Frau in gelber Warnweste, die mit ihrem Fahrrad unterwegs gewesen sei, sein Knie in den Bauch gerammt. Und als sie daraufhin nach vorne eingeknickt sei, habe er mit dem Ellenbogen auf ihren Kopf geschlagen. Die andere Frau sei von Schmidt selbst geschubst worden.“
Das Recherchekollektiv „Stadt, Land, Volk“ veröffentlichte am 23. Dezember neben Julian Schmidt die Namen von zwei weiteren Tätern: Tobias Sommavilla und Nick Schmittberger. Beide sind Mitglied im Vorstand der AfD Marburg-Biedenkopf. Für die restlichen Täter läuft ein antifaschistischer Fahndungsaufruf:
„Die AfD’ler kamen zu sechst als Gruppe aus Marburg gemeinsam nach Gießen, mindestens vier waren an ihrer gewaltsamen Aktion beteiligt. Um die Täter zu identifizieren bzw. um weiterführende Informationen zu ihnen zu erhalten, benötigen wir antifaschistische Mithilfe: Wer kann uns etwas zu folgenden Personen sagen?“ -
Samstag, 17.01.2026
Nachdem der Roten Hilfe Mitte Dezember 2025 die Bankkonten gekündigt wurden, gab es Proteste gegen die GLS-Bank und die linke Rechtshilfeorganisation mit Sitz in Göttingen reichte Klage gegen die Göttinger Sparkasse ein. Am 16. Januar 2026 erließ das Landgericht Göttingen eine einstweilige Verfügung, welche die Sparkasse zur vorläufigen Fortführung des Kontos bis zu einer endgültigen Entscheidung in einem möglichen Hauptverfahren zwingt.
Ursprünglich hatte die Göttinger Sparkasse das Konto mit Wirkung zum 9. Februar gekündigt und dabei einen möglichen „Reputationsschaden“ angeführt, der nun eingetreten sein dürfte. Denn als weiteren Grund gab die Bank ausgerechnet vorauseilenden Gehorsam gegenüber der US-Administration an. Das dürfte den Ruf wohl beschädigen in Zeiten, in denen der Antiamerikanismus fröhliche Urständ feiert und drei Viertel der Deutschen der Meinung sind, dass Deutschland den USA nicht vertrauen dürfe.
Presse: Tagesschau | Süddeutsche | taz | HAZ (Archiv) -
Sonntag, 18.01.2026
Am 13. Januar 2026 wurden geplante Plakatieraktionen des AfD Kreisverbands Emmendingen zur baden-württembergischen Landtagswahl am 8. März geleakt. Die Veröffentlichung enthält die Nazinamen und Plakatierorte im Freiburger Umland nach Name und nach Ort aufgeschlüsselt. Außerdem wurden Zeit und Ort zum gemeinsamen Plakatieren veröffentlicht, nämlich am 17. Januar um 13 Uhr bei Franz Fröhlich, Forchheimerstraße 6, 79359 Riegel, wo die AfD-Plakate gelagert wurden. Daraufhin haben die Nazis die Aktionen abgesagt:
„Liebes Plakatier Team,
der Staatsschutz hat uns vorgewarnt, dass unser Arbeitseinsatz am Samstag geleakt (nicht autorisierte Veröffentlichung von Informationen) wurde. Die Einladung wurde 1 zu 1 auf der Internetseite der Antifa (de.indymedia.org) gepostet.
Deshalb haben wir uns entschlossen diesen Arbeitseinsatz abzusagen. Ein neuer Termin und Ort werden zur gegebenen Zeit bekannt gegeben. Unsere Plakate haben wir an einen neuen, sicheren Ort umgelagert.
Mit freundlichen Grüßen
Rolf Heckmann“ -
Montag, 19.01.2026
Vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Würzburg hat der Prozess gegen den 24-jährigen Nazi Daniel Halemba begonnen. Der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete und „Alte Herr“ der „Prager Burschenschaft Teutonia zu Würzburg“ in der „Deutschen Burschenschaft“ lässt sich von dem Freiburger Nazianwalt Dubravko Mandic sowie den Rechtsanwältinnen Isabella Sanna und Isabell Körner verteidigen.
Die meisten BelastungszeugInnen in dem Prozess schützten Erinnerungslücken vor oder bagatellisierten die Delikte, die Angeklagten schweigen und mindestens eine wichtige Zeugin wurde vergessen zu laden. Die Anklage lautet auf Geldwäsche, Volksverhetzung, Nötigung, Sachbeschädigung. Der Vorwurf der Geldwäsche bezieht sich dabei auf einen Geldtransfer von 4.000€ aus Betrügereien eines Dritten ins Baltikum, die über Halembas Konto liefen.
Bei Halembas 21. Geburtstagsfeier „auf dem Haus“ der „Burschenschaft“ soll in der Nacht auf den 19. Juli 2022 das „Landser“-Lied „Wacht an der Spree“ gespielt worden sein, was die Staatsanwaltschaft als Volksverhetzung wertet. Ein weiterer Vorwurf der Volksverhetzung wurde bereits im Vorfeld fallengelassen: Halemba hatte Heinrich Himmels SS-Sexbefehl über sein Bett gehängt, so dass dieser erst durch die Berichterstattung über die Razzien für die Öffentlichkeit sichtbar wurde.
Bei der Razzia „auf dem Haus“ der „Teutonia“ wurde auch Halembas USB-Stick beschlagnahmt, auf dem sich das auf der Geburtstagsfeier abgespielte „Landser“-Lied befand. Auf dem „sind unfassbar viele Dateien drauf, Goebbels-Reden und sonst was“, sagte die Vorsitzende Richterin Gudrun Helm am zweiten Prozesstag.
Im April 2023 habe Halemba den ehemaligen Präsidenten des AfD-Landesschiedsgerichts Thomas Bayer bedroht, damit dieser ein Parteiausschlussverfahren gegen eine AfD-Konkurrentin nicht einstelle. Bayer wiederum verteidigt in dem Verfahren Harald Dresel, ist also im Prozess gleichzeitig Zeuge und Verteidiger. Bayer kandidiert bei der schlecht vorbereiteten bayerischen Kommunalwahl am 8. März 2026 auf Platz 4 der AfD-Liste für den Würzburger Stadtrat, der ebenfalls als Zeuge aussagende André Lihl auf Platz 3 und Halemba ist Spitzenkandidat.
Während der Strafermittlungen habe Halemba zusammen mit Dresel im Oktober 2023 einen anderen „Burschenschafter“ der „Teutonia“ und damals Mitbeschuldigten drei Tage vor dessen Zeugenvernehmung durch die Staatsanwaltschaft eingeschüchtert, damit dieser nicht gegen sie aussage. Harald Dresel lässt sich außerdem von Markus Berthold und Matthias Bauerfeind verteidigen.
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Dienstag, 20.01.2026
Im Frühsommer 2025 haben wir unsere Recherchen zu einer rechtsradikalen Historikerclique am Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der Uni Würzburg veröffentlicht: „Alte neurechte Schule“, „Die schützende Hand“ und „Reine schwarze Lehre“. Für diese Recherchen haben wir mit einer Gruppe Würzburger Studis zusammengearbeitet. Die Gruppe hat im Januar 2026 eine antifaschistische Flugschrift verfasst, die wir veröffentlichen: „Der Würzburger Lehrstuhl für rechtsradikale Neueste Geschichte“.
Es wird Zeit, dass der rechtsradikalen Propaganda von Peter Hoeres, Benjamin Hasselhorn, Nicholas Nedzynski, Hubertus Knabe und Henning Saßenrath (von der „KDStV Gothia Würzburg“ im „Cartellverband“) vehement widersprochen wird. Wir dürfen die Universitäten nicht den Nazihistorikern überlassen, denn wer die Vergangenheit kontrolliert, der kontrolliert die Zukunft. -
Mittwoch, 21.01.2026
Die taz hat am 16. Januar 2026 über einen frauen- und transfeindlichen Richter aus Osnabrück berichtet: „Der Präsident des Verwaltungsgerichts Osnabrück kommt aus dem niedersächsischen Rinteln, ist 60 Jahre alt, Vorsitzender des Verbands der niedersächsischen Verwaltungsrichter und Honorarprofessor an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover: Gert Armin Neuhäuser. […] Er ist Vorsitzender der Fraktion „Rintelner Interessen“ im Stadtrat von Rinteln.“
Der Richter habe über Jahre erst als „profdrgan“ (für „prof[essor] dr g[ert] a[rmin] n[euhäuser]) und später dann als „profdrcn“ in Internetforen Frauen und Transpersonen sexistisch und vulgär beleidigt. Die taz weist anhand zahlreicher Indizien akribisch nach, dass die Online-Identität des misogynen Hetzers mit jener des biederen Verwaltungsrichters übereinstimmt. Der Fall erinnert frappierend an den Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts Gera: Bengt Fuchs. Dessen Onlinehetze fand in Korporiertenforen statt, wie wir im Sommer 2024 in einem Communiqué aufdeckten.
Update: Am 21. Januar berichtet die taz, dass Neuhäuser aufgrund des Drucks als Vorsitzender des Verbandes der niedersächsischen Verwaltungsrichter und Verwaltungsrichterinnen (VNVR) zurückgetreten ist. Richter ist er immer noch. -
Donnerstag, 22.01.2026
Die Neue Presse Coburg (Archiv) berichtete am 15. Januar 2026 über den Streit um das Gedenken an die Täter des Albertinums: „Denkmal an Coburger Gymnasium: Name des Bücherverbrenners bleibt erhalten“.
Jenes Denkmal besteht aus zwei Gedenksteinen für die Kriegstoten unter den Lehrern und Schülern des Gymnasiums der Jahre 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945. Sie stehen nah beieinander auf dem Salvatorfriedhof, der als Pausenhof des Albertinums genutzt wird. Der erste Name auf dem größeren der beiden Steine ist der von Franz Heimberger, Coburger Bücherverbrenner der ersten Stunde:
„Die Liste führt der ehemalige Rektor an, der als Gruppenführer der Hitlerjugend 1933 für die ersten Bücherverbrennungen in Coburg verantwortlich war und später rigoros das Bildungssystem der Nationalsozialisten in Coburg umsetzte: Oberstudienrat Franz Heimberger. Das neue System zog unter anderem den Ausschluss aller jüdischen Kinder aus Coburger Schulen nach sich.
Franz Heimberger, so lässt sich nach dem Stand der heutigen Forschung festhalten, war unter den Nationalsozialisten in Coburg keine kleine Nummer, sondern vom NS-System überzeugt und hat sich damit an den Verbrechen aktiv beteiligt. Die Antifa Freiburg hat in einem Communiqué ,Coburgs korporierte Schüler‘ vor dem Pfingstkongress offen gelegt, dass die Schülerverbindung ,Ernesto-Albertina‘ in den Sommerferien wahrscheinlich bis ins Jahr 2019 Totengedenken vor den Steinen abgehalten hat – was auch Schulleiter Martin Kleiner nicht ahnte, der erst 2022 seinen Dienst am Albertinum angetreten hat.“
Die Neue Presse Coburg (Archiv) hatte am 5. Juni 2025 im Rahmen der dreijährigen Antifakampagne gegen den „Coburger Convent“ (CC) unser Communiqué vom gleichen Tag aufgegriffen. Die Gedenksteine sollen nun durch Infotafeln kontextualisiert werden, auch wenn manche sie lieber entfernt sähen:
„Schulleiter Kleiner sagt bis heute: Er hätte die Steine lieber nicht hier. ,Je nachdem, wie die Infotafeln gestaltet werden, wäre das aber eine Kompromisslösung.‘ Auch die Antifa kritisierte in ihrem Communiqué, dass die Ernesto-Albertina nicht den Opfern, sondern der Täter gedacht hätte. Die Steine stehen außerdem nicht schon immer an dieser Stelle: Sie wurden vom ehemaligen Ernst-Albert-Seminar am Glockenberg auf Geheiß der Schulleitung und der Ernesto-Albertina 1959 dorthin versetzt, hat Robert Gresser von der Schülerverbindung vor dem Pfingstkongress erklärt.“
Der Stadtheimatpfleger Christian Boseckert, Nachfolger von Hubertus Habel und einer der Protagonisten sowohl unseres Communiqués als auch der Coburger Herbstdebatte, wird bei der Erstellung der Infotafeln wegen Befangenheit keine Rolle spielen:
„Doch die geschichtliche Aufarbeitung sollten [Habels] Meinung nach andere übernehmen. ,Der Stadtheimatpfleger ist in diesem Fall befangen.‘ Habel kritisiert Boseckerts – in diesem Fall – Doppelfunktion als Heimatpfleger und Vorsitzender der Alten Herren der Ernesto-Albertina. Jener Schülerverbindung, die an den Steinen Totengedenken abgehalten hat, wie bereits im vorangegangenen Artikel vonseiten der Verbindung bestätigt wurde.
Habel wünscht sich, dass weitere Recherchen und die möglichen Infotafeln beispielsweise von einem P-Seminar des Albertinums übernommen werden. Das sei durch die Entscheidung des Stadtrats auch so festgelegt, erklärt der Pressesprecher der Stadt Coburg, Louay Yassin: ,Mit dem Stadtratsbeschluss vom 18. Dezember 2025 ist die Tätigkeit des Stadtheimatpflegers im Rahmen dieses Projekts beendet. Die Federführung wurde auf das Amt für Schulen, Kultur und Bildung übertragen. Dies ergibt sich aus der dort festgelegten Zuständigkeit.‘“ -
Freitag, 23.01.2026
In Rom haben zum Jahrestag der Acca-Larentia-Attentate am 7. Januar wie jedes Jahr (z.B. 2018 und 2024) wieder hunderte Faschisten in Reih’ und Glied den „Saluto romano“ gezeigt. Doch etwas war anders: In der Nacht vor der diesjährigen Veranstaltung am 4. Januar wurden vier Faschisten der „Gioventù Nazionale“, der Jugendorganisation der „Fratelli d’Italia“ von Giorgia Meloni, in der Nähe eines Supermarkts in der Via Tuscolana während des Plakatierens für die Veranstaltung angegriffen.
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Samstag, 24.01.2026
In Bremen wurde der Spitzel Dîlan Seyyid Alo enttarnt. Seyyid Alo arbeitete für das Bremer Landesamt für Verfassungsschutz und hat seit Ende 2017 die Bremer Ortsgruppe der Interventionistischen Linken (IL) ausspionierte:
„Durch Zufall erhielten wir den Hinweis auf Gespräche zwischen Dîlan und dem Verfassungsschutz. In einem Konfrontationsgespräch hat Dîlan zugegeben, für den Bremer Verfassungsschutz als V-Mann zu arbeiten.
Das Konfrontationsgespräch überrumpelte ihn und traf ihn unvorbereitet. Er erzählte, dass er alle zwei bis vier Wochen in oft mehrstündigen Gesprächen mit dem Verfassungsschutz gesprochen hat. Diese Gespräche haben meistens außerhalb Bremens stattgefunden und ihr Ziel war es, Informationen über Personen, Strukturen und Aktionen an den VS weiterzugeben.
Laut seiner Aussage war die Interventionistische Linke Bremen der primäre Fokus, aber es wurden auch andere Teile der radikalen Linken aus Bremen und überregional von ihm bespitzelt. Nach Dîlans Aussage wurde er 2017 zum ersten Mal von den Repressionsbehörden kontaktiert und in mehreren Gesprächen unter Druck gesetzt, um zum Informanten zu werden.
Es flossen regelmäßig größere Mengen Bargeld. Den genauen Betrag über die gesamte Zeit kennen wir nicht. Unsere Recherche hat ergeben, dass es sich um monatlich mindestens 500€, wahrscheinlich aber um höhere Beträge gehandelt hat. Mit diesem Geld hat Dîlan zeitweise einen erheblichen Teil seines Lebensunterhalts bestritten.“
In Göttingen wurde 2018 der Spitzel Gerrit Greimann in der IL enttarnt. Die Enttarnung führte damals zum Rücktritt der niedersächsischen Verfassungsschutzpräsidentin Maren Brandenburger. -
Sonntag, 25.01.2026
Am 22. Januar 2026 hat die Neue Presse Coburg unter dem Titel „Antifa stellt ,erfolgreiche Kampagne‘ ein“ einen Artikel über das Ende unserer dreijährigen Kampagne gegen den „Coburger Convent“ (CC) in den Jahren 2023, 2024 und 2025 veröffentlicht:
„In beinahe jedem Artikel, der in den vergangenen drei Jahren zum Pfingstkongress des Coburger Convents und darüber hinaus erschienen ist, musste die Redaktion vorwegnehmen: Ja, jedem ist bewusst, dass es sich bei der Antifa um eine linksextreme, politische, auferparlamentarische Vereinigung handelt, die eigene Ziele verfolgt und deutschlandweit den Schüler- und Studentenverbindungen den Kampf angesagt hat.
Andererseits, das lässt sich auch rückblickend sagen, hat die Antifa Freiburg mit ihren Communiqués, die sie an Redaktionen versandt und damit in der Öffentlichkeit gestreut hat, Eruptionen in den Reihen der Korporierten ausgelöst. Hervorgerufen durch geleakte Mails, die wahrscheinlich auf nicht legalem Weg in den Veröffentlichungen der Antifa gelandet sind, die außerdem nie einen Verfasser namentlich genannt hat.“
Die Rolle der Medien in der Antifakampagne beschreibt die Coburger Zeitung wie folgt:
„Den Medienhäusern unterlag es, die Informationen aus den Communiqués einem Faktencheck zu unterziehen und die namentlich genannten Betroffenen zu den Vorwürfen zu befragen. Am Ende, so deutlich muss es gesagt werden, haben sich entscheidende Passagen aus den durchgestochenen Informationen bewahrheitet und gerade im Jahr 2023 eine gewisse Sprengkraft entwickelt“.
Wir machten „selbst keinen Hehl daraus, dass die vergangenen drei Jahre eine gezielte Kampagne gegen den politischen Feind waren“. Doch der CC traut dem Frieden nicht, der Esel geht nur einmal aufs Eis. Was daran liegen könnte, dass die Überschrift des Neue Presse-Artikels tatsächlich unzulässig verkürzt ist, denn nur wir haben unsere Kampagne beendet. Die Coburger Antifas machen weiter wie bisher und wir helfen, wo wir können. -
Montag, 26.01.2026
Die Welt hat am 25. Januar ein Interview mit Matthias Stickler veröffentlicht. Stickler ist Leiter des „Würzburger Instituts für Hochschulkunde“ (IfH) und „Alter Herr“ der „KDStV Gothia-Würzburg“ sowie der „KAV Capitolina-Rom“ im „Cartellverband“. Außerdem ist Matthias Stickler außerplanmäßiger Professor am Lehrstuhl für Neueste Geschichte der Uni Würzburg. Lehrstuhlinhaber: Peter Hoeres.
Stickler beschreibt das IfH als „einzigartig“:
„Es besitzt vermutlich den größten Bestand an studenten- und universitätsgeschichtlichen Zeitschriften in Deutschland. Daneben haben wir eine Bibliothek mit 42.000 Bänden und diverse Archiv- und Sammlungsbestände: Gläser, Krüge, Porzellane, Pfeifenköpfe, akademische Waffen, Fahnen, Textilien, Grafiken, ungebundene Druckwerke, Fotografien, Couleurkarten (spezielle Postkarten von Verbindungen, Anm. d. Red.). Vieles davon sind Leihgaben, etwa von Kösener und Weinheimer Corps oder vom Coburger Convent der Landsmannschaften und Turnerschaften.“
Das Institut ist zum Teil steuerfinanziert, was Stickler kleinredet:
„Die Vorgeschichte des Instituts reicht bis in Zwischenkriegszeit zurück, in seiner gegenwärtigen Form besteht es an der Universität Würzburg seit 1954, um die vorhandenen Bestände für die Forschung nutzbar zu machen und in einem gewissen Umfang auch selbst Forschung zu betreiben. Das IfH ist seit 2006 ein sogenanntes An-Institut, es ist damit zwar Teil der Universität, wird aber überwiegend nicht durch universitäre Mittel finanziert. Getragen wird es durch den Trägerverein ,Deutsche Gesellschaft für Hochschulkunde‘ (DGfH), der Spenden und Mitgliedsbeiträge generiert, und durch die Einwerbung von Drittmitteln. Die Geschichte des IfH und seiner Vorläufer wurde im Rahmen einer 2023 erschienenen Dissertation erforscht, die über unsere Homepage zugänglich ist.“
Und was steht in der Dissertation über die NS-Zeit des Vereinigung? Was haben die Herren „Studentenhistoriker“ 1933 so gemacht?
„Ostern 1933 fand in Würzburg der zehnte deutsche Studentenhistorikertag statt. Wie schon in den Vorjahren wurde der Veranstaltung auch seitens der städtischen Führungsschichten größeres Interesse entgegengebracht. Die Studentenhistoriker, bereichert durch das örtliche Publikum, tagten auf den Häusern verschiedener Würzburger Verbindungen, der Eröffnung der Veranstaltung ging ein Empfang im Rathaus und die Begrüßung durch den neuen nationalsozialistischen Oberbürgermeister Theo Memmel voraus.“
In dem Springer-Artikel nennt Stickler einen Grund der Straffreiheit der „Bestimmungsmensur“: Da es keine Duelle mehr gegeben habe, sei sie nicht mehr als Vorbereitungshandlung auf solche gewertet worden. Nur werden in Deutschland und Österreich auch heute noch andauernd Duelle gefochten, auch wenn sie „Persönliche Contrahagen“, „Pro Patria-Suiten“ oder „freundliche Fechtfolgen“ genannt werden:
„Generell beginnt im 19. Jahrhundert eine Domestizierung des Schlagens, indem die Bestimmungsmensur eingeführt wird. Jetzt geht es um verabredete Zweikämpfe, ums Kräftemessen. Duelle gibt es noch bis in die 1930er-Jahre, doch die Bestimmungsmensur wird immer wichtiger. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die wieder entstandenen schlagenden Verbände endgültig vom Duell verabschiedet. Das hat dann auch dazu geführt, dass die Bestimmungsmensur vom Bundesgerichtshof für straffrei erklärt wurde. Denn zuvor galt die Rechtsprechung des Reichsgerichts in Leipzig, wonach die Bestimmungsmensur strafbar ist, weil sie zur Vorbereitung eines Duells dient. In dem Moment, wo es kein Duell mehr gab, fiel diese Begründung weg. Und deswegen ist die Mensur seit dem BGH-Spruch von 1953 straffrei.“ -
Dienstag, 27.01.2026
Am 17. Januar 2026 wurde das Privatauto von Sebastian Weber mit dem Kennzeichen L-W2606 in Leipzig entglast und geplättet. Unter dem Label „Weichreite TV“ streamt der Nazi seit Jahren von linken und rechten Demos. Die antifaschistische Aktion fand am Rand einer antilinken Demonstration propalästinensischer Gruppen durch den Leipziger Stadtteil Connewitz statt.