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Montag, 01.12.2025
Roland Mack, der Gründer des „Europa-Parks“ in Rust, hat am 26. November bei einer Veranstaltung des „Südkuriers“ (Archiv) in der Singener Stadthalle für die AfD geworben. Als „einer der führenden Familienunternehmer im Land“ stellt sich Mack damit hinter den „Verband der Familienunternehmer“, der zu seinem „Parlamentarischen Abend“ in einer Niederlassung der „Deutschen Bank“ in Berlin erstmals auch Vertreter der „Alternative für Deutschland“ eingeladen hatte.
Die Verbandssprecherin Marie-Christine Ostermann verteidigte ihre AfD-freundliche Positionierung im Handelsblatt: „Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann sagte dem Handelsblatt, das ,Kontaktverbot‘ zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei mit dem jüngsten Parlamentarischen Abend Anfang Oktober aufgehoben worden. In mehreren Landesverbänden habe es ohnehin ,diese Art der Brandmauer noch nie gegeben‘. Dem Verband gehören 6.600 Unternehmerinnen und Unternehmer an. Für rund 180.000 Unternehmer sieht sich der Verband als Interessenvertretung.“
Nach scharfer öffentlicher Kritik am Fall der unternehmerischen „Brandmauer“ haben namhafte Firmen wie Rossmann, Vorwerk und Fritz-Cola den Familienunternehmerverband verlassen. Als Reaktion bezeichnete Osterman ihren Flirt mit den Nazis als „Fehler“: „Wir erkennen an, dass sich diese Einladung als Fehler erwiesen hat und nicht zu dem geführt hat, was wir beabsichtigt haben.“ Während selbst Unternehmen, die Gespräche mit der AfD befürworten, sich zumindest öffentlich von deren Positionen distanzieren, kämpft Roland Mack weiterhin für eine Normalisierung der AfD. -
Dienstag, 02.12.2025
Der Standard hat am 18. Oktober 2025 eine umfangreiche Recherche zu Reinhard Rade veröffentlicht. Der aus Innsbruck stammende Rade war „DDR-Beauftragter“ der rechtsradikalen REP-Partei und wurde als Söldner unter anderem im Bosnienkrieg zum Millionär. Der „kroatische Unabhängigkeitskrieg“ endete mit der extrem brutalen „Operacija Oluja“, bei der mehrere hundert serbische ZivilistInnen ermordet wurden und durch die Hunderttausende fliehen mussten.
„Rade soll laut einem Bericht des deutschen Militärgeheimdiensts (MAD) andere für den Kriegseinsatz angeworben haben. Viele Söldner kehrten vermögend zurück. ,Beute als Sold‘, titelte die Zeitschrift des österreichischen Innenministeriums im Jahr 1994.“
Ganz offen haben die Nazis ihre damaligen Plünderungen dokumentiert: „Ausländische Freiwillige, Deutsche Delf Katzig und Andreas Buder, Mitglieder der 101. HVO-Brigaden, gefilmt beim Häuserputzen, nach der Besetzung von Vučilovac (Bosanska Posavina)“. Das Wort „Häuserputzen“ ist ein Euphemismus für systematische Plünderungen ziviler Gebäude, nachdem die BewohnerInnen ermordet oder vertrieben wurden – eine Quelle von Rades Reichtum.
Nach dem Krieg ging der Marodeur und Kriegsverbrecher nach Sachsen: „Rade kaufte nach seiner Rückkehr aus Kroatien in Leipzig Immobilien, sein Umfeld stieg ins Geschäft mit ausgedienten Rüstungsgütern der Bundeswehr ein und expandierte auch ins Ausland. An seiner Seite steht bis heute eine weitere Figur des Rechtsextremismus in Österreich: Hans Jörg Schimanek junior.“
Hans-Jörg Schimaneks Bruder René Schimanek war bis vor Kurzem noch Büroleiter des österreichischen FPÖ-Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz von der „Wiener Burschenschaft Libertas“ in der „Deutschen Burschenschaft“.
„Hans Jörg Schimanek junior war in den 1990ern Führungskader in Gottfried Küssels Volkstreuer außerparlamentarischer Opposition (Vapo). Man übte Wehrsport: Ein Video zeigt, wie Schimanek das lautlose Töten von Gegnern demonstrierte. Küssel und Schimanek mussten in Haft, nach seiner Entlassung ging Schimanek zu Rade nach Ostdeutschland.
Dort schlossen offenbar Schimaneks Söhne an das Werk ihres Vaters an. Im November 2024 wurden sie als Mitglieder der ,Sächsischen Separatisten’ verhaftet. Die deutsche Bundesanwaltschaft hat Ende August wegen Rechtsterrorismus Anklage eingebracht.“
Für Militärübungen von Naziterroristen wie den „Sächsischen Separatisten“ hat Reinhard Rabe Teile der kroatischen Insel Šipan nordwestlich von Dubrovnik gekauft, auf der sich noch Verteidigungsanlagen wie Kasernen und Tunnel der Nazis aus dem Zweiten Weltkrieg befinden:
„Im Sommer 2021 waren die nun angeklagten Jörg und Jörn Schimanek, dessen Freundin sowie zwei Freunde unterwegs zur Insel. Zur Vorbereitung des Trips teilte Jörn Schimanek eine Packliste. Auf ihr: Tarnkleidung, ,basic tools‘, Stiefel, Isomatte, Schlafsack, Tarp (Plane) und Paracord (Seil). Die Einwohner der Insel wollen auch französisch sprechende Männer beobachtet haben, die bei Rade zu Gast waren.“
Rade und sein deutsches Umfeld schaffen so eine abgeschottete Ausbildungsstätte für europäische Nazis – weit weg von deutschen Waffengesetzen:
„Fakt ist, dass das Umfeld von Rade Immobilien und Grund auf der Insel kauft. Zunächst ein Haus, dann 2018 das wichtigste Hotel der Insel. Als Käufer scheint die Hotel Šipan GmbH auf. Als deren Gesellschafter eingetragen sind Rades Ehefrau [Ines Große] – eine Juristin – sowie ein weiterer Deutscher.
Später übernimmt die ,Getränkefirma‘ Ombla-Ragusa das Hotel, auch dieses Unternehmen ist auf Rades Ehefrau eingetragen. Direktor des Hotels mit über 75 Zimmern und 132 Betten ist Julius [Fritz] aus Bad Tölz, der sich in Rades Umfeld bewegt.“ -
Mittwoch, 03.12.2025
Das Erlanger Kulturzentrum „E-Werk“ hat der „Burschenschaft Germania Erlangen“ die Nutzung des „Redoutensaals“ untersagt. Das findet die „Junge Union“ in Erlangen nicht so gut, denn das „E-Werk“ wird zu einem Viertel mit öffentlichen Geldern gefördert – nicht jedoch der „Redoutensaal“. Die JU spricht von „politischer Willkür“, doch das ist einigermaßen unverständlich. Die Entscheidung, mit einem „pflichtschlagenden“ Männerbund, dessen „Burschen“ 2023 fast zwei andere Korporierte erschlagen hätten, keine Geschäftsbeziehungen einzugehen, ist das genaue Gegenteil von Willkür. Das sieht auch Oberbürgermeister Florian Janik so, der auf die Unabhängigkeit des soziokulturellen Zentrums hinwies.
Die „Germania“ wollte 2026 in dem Saal ihr „200. Stiftungsfest“ feiern. Darin eingeschlossen: Die Verbrechen der „Germanen“ im „Freikorps Epp“ und im „Freikorps Oberland“ sowie ihre Beteiligung am Holocaust als „Kameradschaft Wilhelm Gustloff“. Schlechte Verlierer, die sie sind, haben die Burschenschafter einen Hilferuf geschickt – an den Oberbürgermeister und alle Stadtratsfraktionen (außer der AfD). Geantwortet haben nur der OB (abschlägig) und die CSU (affirmativ). Keiner in Erlangen will der „Burschenschaft“ Räume vermieten, niemand (außer der CSU und der AfD) mag sie: So sieht gesellschaftliche Isolation aus. -
Donnerstag, 04.12.2025
Der Bundesgerichtshof entscheidet bis zum 26. Januar 2026 darüber, ob die Nazigruppe „Knockout 51“ aus Eisenach nicht nur eine kriminelle, sondern auch eine terroristische Vereinigung war. Für lediglich kriminell hielt das Oberlandesgericht Jena in seinem Urteil vom April 2025 die Gruppe, obwohl die Nazis gezielt Notwehrsituationen schaffen wollten, um Antifas zu ermorden. Als Nazianwälte traten Steffen Hammer (Komponist des NSU-Soundtracks), Andreas Wölfel („Alter Herr“ der „Burschenschaft Thessalia Prag zu Bayreuth“ in der „Deutschen Burschenschaft“) sowie Benedict Heiermann auf.
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Freitag, 05.12.2025
Die Politgruppe Zentrum für Politische Schönheit erinnert mit einem CDU-Denkmal an den Mord an Walter Lübcke am 2. Juni 2019. Genau sechseinhalb Jahre nach dem Nazimord wurde am 2. Dezember 2025 vor der Berliner CDU-Zentrale eine per Crowdfunding finanzierte Bronzestatue von Lübcke aufgestellt: „Gestiftet von der deutschen Zivilgesellschaft“.
Mit der Aktion, welche die CDU leicht erwartbar schwer getroffen hat, will die Gruppe gegen die Zusammenarbeit von CDU und AfD protestieren. Denn Walter Lübckes Mörder Stephan Ernst war AfD-Spender: „Demokratien werden nicht gestürzt. Sie werden verraten: Nur durch den Schulterschluss zwischen Konservativen und Nazis konnte der Rechtsextremismus in Deutschland die Macht an sich reißen. So war es damals. So kommt es wieder.“
Es ist allgemein bekannt, dass sich in der Partei der geldgierigen Mitte noch nie irgendwer für irgendwas geschämt hat. Aber vielleicht bleibt ja doch irgendwann irgendeinem Sykophanten der CDU beim Anblick des Denkmals die tägliche Mittagswurst im Halse stecken und es heißt dann an seiner Bronzestatue: „Hätte ja brandmauern können. Selbst Schuld.“ -
Samstag, 06.12.2025
Am 23. November veranstaltete die baden-württembergische AfD einen Landesparteitag in Hechingen und beschloss dort ihr Wahlprogramm für die kommende Landtagswahl. Die Landesliste war bereits beim Parteitag in Heilbronn gewählt worden und auch die meisten Wahlergebnisse für die DirektkandidatInnen der einzelnen Wahlkreise wurden inzwischen bekannt gegeben.
Im Wahlkreis Freiburg II wurde der Freiburger AfD-Stadtrat Karl Schwarz als Direktkandidat aufgestellt, sein Stellvertreter ist Niklas Harang. Schwarz posierte beim Gründungsparteitag der AfD-Jugendorganisation in Gießen demonstrativ mit Kubitschek, Höcke, Helferich und Paul. Im Wahlkreis Freiburg I tritt Sebastian Ruth als Direktkandidat an, Werner Schneider ist der stellvertretende Kandidat. Ruth beteiligte sich in den letzten Jahren regelmäßig an AfD-Infoständen und an Schwurbel- und Piusbruder-Aufmärschen in Freiburg.
Die Freiburger AfD bewirbt inzwischen Veranstaltungen im Wahlkreisbüro der AfD-Bundestagsabgeordneten Martina Kempf in der Bismarckallee 2a in Freiburg. Zuletzt referierte dort der AfDler Volker Kempf aus Breisach zur „sozialen Marktwirtschaft“ und die AfDlerin Susanne Heitzler von der Firma „Secupart“ aus Gundelfingen zum Thema „Rentenproblematik“. Neben dem städtischen Büro der AfD-Gruppe im Freiburger Gemeinderat in der Erasmusstraße 16 steht der Freiburger AfD damit ein weiteren Raum zur Verfügung - mit privatem Vermieter. -
Sonntag, 07.12.2025
Der Nazibursche John Hoewer von der „Kölner Burschenschaft Germania“, der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ und der „Magdeburger Burschenschaft Germania“ in der „Deutschen Burschenschaft“ darf nach einer Absage in Rheinland-Pfalz nun im deutlich rechteren Sachsen sein Referendariat machen. Die CDU-Justizministerin will nun laut Spiegel dagegen klagen:
„Hintergrund ist eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Bautzen von Anfang November. Die Richter hatten einen Anwärter für den juristischen Vorbereitungsdienst vorläufig zugelassen, obwohl er Vorstandsmitglied des Vereins »Ein Prozent e.V.« war, sich in der inzwischen aufgelösten Jungen Alternative (JA) engagierte und Verbindungen zur »Identitären Bewegung« unterhielt.“
Der Grund für das freistaatliche Nazi-Eldorado sind die faschismusfreundlichen Gesetzesauslegungen des obersten Gerichts:
„Doch die Lage in Sachsen ist kompliziert, weil der Sächsische Verfassungsgerichtshof im Oktober 2022 klare Regeln aufstellte für mögliche Zweifel an der Verfassungstreue eines Bewerbers. Es sind Auslegungsregeln, die in anderen Bundesländern so nicht gelten. Demnach kann es in Sachsen nicht reichen, dass der Kandidat im rechten Milieu aktiv ist. Er muss sich beim Bekämpfen der freiheitlich demokratischen Grundordnung auch strafbar gemacht haben. Dies war im aktuellen Fall nicht gegeben.“
Presse (zu Hoewers Zulassung): LTO | Verfassungsblog | t-online | Sächsische Zeitung | Katapult | Kreuzer -
Montag, 08.12.2025
Der Bundestag hat mit der CDU/CSU/SPD-Mehrheit beschlossen, dass die Bundesregierung zukünftig alleine entscheiden darf, ob ein Land als „sicherer Herkunftsstaat“ gilt. In der Vergangenheit wurde oft monatelang erbittert öffentlich darüber gestritten, ob die Sicherheitslage in Länder ausreichend für Abschiebungen ist oder nicht. Nun können diese Entscheidungen par ordre du mufti gefällt und verkündet werden, eine Zustimmung durch Bundestags und Bundesrat ist nicht mehr notwendig. Die Kritik der CDU/CSU an ihrem eigenen Außenminister Wadephul, nachdem dieser eine Rückkehr an zerstörte Orte in Syrien derzeit ausschließt, lässt vermuten, dass die CDU/CSU sich bei der Klassifikation statt von christlicher Barmherzigkeit eher von rechtsradikaler Xenophobie leiten lässt.
Zudem wurde beschlossen, Geflüchteten zukünftig keinen Pflichtanwalt mehr zu stellen. Damit können Geflüchtete sich bei Anordnung von Abschiebehaft nur dann mit einem Rechtsbeistand wehren, wenn sie über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Eine Berufungsinstanz, um Urteile überprüfen zu können, ist auch weiterhin nicht vorgesehen. Das menschenfeindliche Abschiebesystem wird somit noch um eine klassistische Komponente erweitert. Um der AfD das Wasser abzugraben, versuchen sich CDU und SPD als die besseren Rechtsradikalen zu präsentieren.
Presse: DLF | t-online | Spiegel -
Dienstag, 09.12.2025
Die Piusbrüder planen am 13. Dezember 2025 in „Glaubensfest“ in Friedrichshafen. Anlass ist das 50. Priesterjubiläum des Piuspfaffen Franz Schmidberger, dem Gründer der „Katholischen Jugendbewegung“ (KJB), der Jugendorganisation der rechtsradikalen Katholikensekte. Die Veranstaltung soll in Halle A2 der Messe Friedrichshafen stattfinden. Unter anderem ist „eine Podiumsdiskussion mit den drei bisherigen Generaloberen sowie dem deutschen Distriktoberen“ geplant. Neben Schmidberger sind das Bernard Fellay und Davide Pagliarani sowie der „Distriktobere des deutschen Distrikts“ Stefan Pfluger. Von 1982 bis 1994 war Schmidberger nach dem Gründer Henri Lefebvre der zweite „Generalobere“ der Sekte. Unter Schmidberger wurden entgegen des expliziten Willen des damaligen Papstes vier Priester geweiht, darunter der Holocaust-Leugner Richard Williamson, und es wurden wie unter Katholiken üblich Kinder missbraucht.
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Mittwoch, 10.12.2025
In den drei Jahren 2023, 2024 und 2025 wurde der „Coburger Convent“ (CC) von Autonomen Antifagruppen in Zusammenarbeit mit lokalen Antifas, zivilgesellschaftlichen Verbündeten und politischen Bündnissen in Coburg und anderen Städten konzertiert angegriffen. Der Angriff war so heftig und entblößend, dass für den Verband und das Wissen über ihn gilt: Es gibt ein Davor und es gibt ein Danach.
Dank antifaschistischer Aufklärungsarbeit ist der CC mittlerweile bekannt wie ein buntbesäbelter Fackelträger: Das sind doch die Nazis aus Coburg! Sind das nicht Burschen? Nein. Es sind Landser und Turner. Nicht nur aus Coburg. Aber am Ende saufen und fechten sie alle fürs Vaterland und stammen von Nazis ab. Wir haben den Ablauf der Kampagne im Sommer 2025 im zehnten unserer Communiqués gegen den CC dokumentiert.
Aus Erfahrung wissen wir: Unsere Communiqués wirken mitunter mehrfach. Oft unmittelbar. Dann setzen sie „Kongressbeauftragte“, „Präsidierende“ oder Asylrichter ab. Oder bewirken Verurteilungen. Aber eine andere Wirkung kommt später. Und langsamer. Erst unmerklich verfinstern sich Kontakte, schwinden Sympathien und dann Möglichkeiten. Der CC bekommt den Ruf, den er verdient. Aber falls nicht, werden wir nachtreten.
Die drei „Pfingstkongresse“ werden in Coburgs Annalen als turbulent und einschneidend, aber durchaus unterhaltsam eingehen: Schollmeyers tiefer Fall, das Jahr ohne „Präsidierende“ und die Verbindungen der Schüler. Den Erfolg der Kampagne wird vermutlich niemand bestreiten, am allerwenigsten der „Coburger Convent“ selbst.
Dabei hat der CC noch Glück gehabt, denn weitaus schlimmer erging es der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) vor 14 Jahren. Die DB wurde von 2011 bis 2014 ebenfalls drei Jahre lang von Autonomen Antifagruppen konzertiert angegriffen. Aber anders als beim CC bezweckte der Angriff auf die DB deren Spaltung. Deshalb haben sie ihn damals nicht bemerkt, nur gespürt.
Mit der „Coburger Herbstdebatte“, der Kampagne „Für ein Recht auf Asyl“ und der „Marburger Herbstoffensive“ gab es drei erfolgreiche und eigenständige Unterkampagnen. In Marburg hat Stadt, Land, Volk mit den Angriffen auf die Fechtinfrastruktur zum Auftakt und die Studentenhistorikertagung zum Abschluss zweimal hart zugeschlagen. Und das Duell ist noch nicht ausgefochten. In Hamburg und in Darmstadt ging es gegen die Landser und in Jena werden Duelle dokumentiert. Alles wie immer.
Und Coburg? Nette Stadt, wirklich, auch schön anzusehen. Wir haben als Kurierin mit Chuzpe so manche Freundschaft geschlossen. In Coburg fanden wir eine Zivilgesellschaft, die um die NS-Geschichte ihrer Stadt ringt und gegen ein Wiedererstarken der Nazis kämpft. Nur braucht es manchmal einen Blick von außen, um die eigenen Nazis als solche zu erkennen.
Die Erfolge der Kampagne wären nicht ohne die vielen Bündnisse und Verbündeten möglich gewesen, die wir zu ihrem eigenen Schutz nicht näher benennen. Wir sagen danke und bleiben wachsam, ihr sowieso.
Unseren Quellen sagen wir: Bisher hat sich noch niemand bei uns beschwert, dass wir sein Bedürfnis nach Rache nicht befriedigen konnten. Und ja, auch nicht das ehrliche Bedürfnis nach Aufklärung und Warnung vor dem virulenten Faschismus im CC. Haltet ihr euch an euren Teil der Abmachungen, dann halten wir uns an unseren. Ihr wisst ja, was ein Lebensbund ist:
Einmal Kampf dem CC heißt immer Kampf dem CC! -
Donnerstag, 11.12.2025
In Österreich ging am 3. Dezember 2025 der Prozess um das „Aula“-Magazin vor dem Straflandesgericht Graz mit einem Schuldspruch gegen den Chefredakteur Martin Pfeiffer zu Ende. Wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung und Verharmlosung des Nationalsozialismus muss Pfeiffer vier Jahre in Haft, sollte das Urteil rechtskräftig werden. Eigentlich wären es fünf Jahre gewesen, aber wegen der langen Verfahrensdauer von sieben Jahren wurde Pfeiffer ein Jahr erlassen.
Das Besondere an dem Prozess war, dass Pfeiffer für die jahrelangen wesensprägenden rechtsradikalen Inhalte seines Magazins verurteilt wurde. Angeklagt waren rund 300 Textpassagen, die in der „Aula“ von 2005 bis 2018 erschienen sind. Der Standard zur Anklage: „Nazikämpfer und die Wehrmacht seien unverhohlen glorifiziert worden. Zudem sei einer biologistisch-nationalsozialistische ,Rassentheorie‘ gehuldigt und vor einer ,Judaisierung‘, einer ,Weltverschwörung der Juden‘ gewarnt worden.“
Das 1951 gegründete Nazi-Magazin wurde 2018 eingestellt, nachdem die FPÖ ihre Unterstützung beendet hatte. Als Nachfolgeblatt gilt das rechtsradikale „Freilich“-Magazin des ehemailigen FPÖ-Gemeinderats Heinrich Sickl aus Graz.
Presse: Standard | Kleine Zeitung | Krone | OÖNachrichten | Der Grazer -
Freitag, 12.12.2025
Der Europa-Park im baden-württembergischen Rust ist nicht nur umsatzstarker Steuerzahler im Ortenaukreis, er ist auch Sponsor des SC Freiburg und Namensgeber des nigelnagelneuen und sündhaft teuren Freiburger Fußball-Stadions – gekaufte Ehre auf Zeit. Untrennbar mit dem Europa-Park verknüpft ist der Name Roland Mack, dem stolzen Mitgründer und Geschäftsführer des Europa-Parks.
Er ist einer jener südbadischen Patriarchen, denen ihre Gutsherrenart hier ein Stück weit zugestanden wird. Eine gewisse Freiheit im Umgang mit Themen, die sie ganz persönlich bewegen. Seien es der Kampf gegen Blumenkübel zur Verkehrsberuhigung oder die Normalisierung der „Alternative für Deutschland“.
Im Windschatten der „UnternehmerInnen schleifen Brandmauer“-Bewegung nutze Roland Mack, obschon selbst kein Verbandsmitglied, am 26. November ein Forum des Südkuriers in der Singener Stadthalle für seine AfD-Werbung. Das hatte Konsequenzen, wie die Badische Zeitung über ein Spiel im Freiburger Stadion am 3. Dezember schreibt:
„Die Botschaft war unmissverständlich: ,@Mack: Wer mit Faschisten spricht ist Teil des Problems. Verpiss dich!‘ Mitglieder der Freiburger Ultra-Gruppierung ,Immer wieder Freiburg‘ (IWF) hatten ein Banner mit dieser Aufschrift hochgehalten, am vergangenen Mittwoch auf der Südtribüne des Europa-Park-Stadions beim DFB-Pokalspiel gegen Darmstadt 98.“
Zwar titelt die BZ „SC-Sponsor: Europa-Park-Chef Mack dementiert Gesprächsbereitschaft mit der AfD“ und untertitelt das dann auch noch mit „Europa-Park-Chef Roland Mack distanziert sich in einem Statement von der AfD.“ Das gibt der dann folgende Artikel aber nicht her. Auch nicht die vielen anderen BZ-Artikel, die so viel Gutes über den Europa-Park zu berichten wissen. Macks Reaktion auf das Banner der Ultras laut BZ:
„Der Waldkircher, der mit seinem Unternehmen ,Europa-Park‘ das Stadionnamensrecht beim SC Freiburg hält, sah seine Aussagen in der Berichterstattung über das Singener Forum aus dem Zusammenhang gerissen. Auf BZ-Nachfrage äußerte sich Mack wie folgt: ,Wir müssen miteinander reden – über Positionen, über Sorgen, über Überzeugungen. Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass ich selbst Gespräche mit AfD-Politikern führen wollte, will oder je geführt habe. Hier besteht kein Interesse und keine Veranlassung.‘ -
Samstag, 13.12.2025
Alle kennen doch einen solchen Ort. Das Sachsen des Ostens. Ein Ort, an dem alles noch etwas schlimmer ist. Das Bayern des Westens. An dem die Menschen einfach skrupelloser sind. Das Österreich des deutschen Sprachraums. Wo sie rechter wählen, weil sie rechter sind. Die Steiermark Österreichs. Es gibt da einen Ort in der Steiermark, der füllt ganze Schlagwörter: Graz.
Hier hat kürzlich das Oberlandesgericht den Oststeirer Nazi Bernhard Burton, der im „Thiazi“-Forum als „Reichsjunge“ firmierte, zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Burton war im Juli 2025 vom Grazer Landesgericht wegen NS-Wiederbetätigung von Geschworenen verurteilt worden. Allerdings nur zu drei Jahren Haft, wogegen der Trottel auch noch Berufung einlegte.
Als Beweise im Prozess dienten die zahlreichen NS-Devotionalien, die bei einer Razzia gefunden wurden. Die Razzia bei Burton wiederum ging auf eine Anzeige der antifaschistischen Rechercheplattform Stoppt die Rechten zurück. Burtons andauernde Nazigesinnung konnte durch den Antifa-Hack des schwedischen „Midgard“-Shops Ende 2023 belegt werden. -
Sonntag, 14.12.2025
Exif Recherche hat einen ausführlichen Bericht über die rechtsradikale Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle veröffentlicht: Inside «SeitenWechsel» – Verdeckt auf der extrem rechten Buchmesse:
„Am 8. und 9. November 2025 fand in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt erstmals die Buchmesse «SeitenWechsel» statt. Die Veranstaltung inszenierte sich als Gegenmodell zu etablierten Buchmessen und bot so einem breiten rechten Spektrum eine Plattform – von bürgerlich-konservativen Strömungen, über Initiativen aus der sogenannten Neuen Rechten, bis hin zu extrem rechten und neonazistischen Organisationen. Die Veranstaltung vereinte Milieus, die im öffentlichen Raum selten so offen sichtbar nebeneinander auftreten. Nach Eigenangaben besuchten mehr als 6.000 Menschen die Messe.
Schon im Vorfeld entlarvte der Organisations-Kreis der Buchmesse, was sie unter Meinungs- und Pressefreiheit verstehen, denn nur in Begleitung und unter Kontrolle von Aufsichtspersonen sollten sich ausgewählte Journalist*innen in der Messehalle bewegen dürfen. Foto- und Filmaufnahmen waren grundsätzlich untersagt. Eine kritische Berichterstattung sollte systematisch verhindert werden. Frei bewegen konnten sich hingegen die rechten Medien-Projekte «Utopia TV», «Auf 1 TV» und «Schmidtkes Welt» – ein YouTube-Projekt des langjährig aktiven Neonazis Sebastian Schmidtke, der noch 2024 für «Die Heimat» (ehemals NPD) kandidierte. Nur die eigenen, wohlwollend inszenierten Bilder sollten von der Messe nach draußen gelangen.“
Auch eine umfangreiche Bilder-Galerie aus dem verdeckt gedrehten Material wurde online gestellt:
„Mit dem Einsatz einer versteckten Kamera sollte diese Strategie der Selbstverharmlosung gebrochen und der interessierten Öffentlichkeit ein kritischer Blick auf das extrem rechte Event ermöglicht werden. Anhand des vorliegenden Video-Materials können im folgenden Personen und Zusammenhänge vorgestellt werden, die bislang unentdeckt blieben, in der Summe für eine analytische Betrachtung der Buchmesse allerdings relevant sind.“
Über die Messe-Organisatorin Susanne Dagen und die offen auftretenden rechtsradikalen Gäste – von Hans-Georg Maaßen und Helmut Roewer über Götz Kubitschek, Philip Stein, Dubravko Mandic und Dieter Stein bis hin zum Kabarettisten Uwe Steimle – wurde bereit berichtet.
Aber einige der Teilnehmer wollten lieber nicht erkannt werden: Der als „Shlomo Finkelstein“ bekannte Youtube-Troll Aron Pielka vermummte sich während seines Auftritts vergeblich mit einer weißen Skimaske.
Auch prominente Neonazis nahmen als Aussteller und Besucher an der Messe teil: Pierre Dornbrach alias „Peter Steinborn“ und Paul Rzehaczek vom „MetaPol"-Verlag, an deren Stand auch Björn Clemens, der IB-Mitgründer Alexander Markovics, der Berliner Nazi Steffen Nickel und der Nazi-Autor Peter Feist auftauchten. Den Stand des „Freie Sachsen“-Magazins „Aufgewacht!“ betreuten Michael Brück und der Chemnitzer Robert Andres, anwesend war dort auch der NPD- bzw. „Die Heimat“-Funktionär Ronny Zasowk. Am Stand seines „Zeitenstrom Antiquariats“ verkaufte Heinrich Mahling SS-Literatur. Als Messebesucher fielen Henrik Ostendorf, Roland Wuttke und Manfred Dammann aus Niedersachsen auf: „Er war langjähriger Stratege und Funktionär der NPD, und gilt als Initiator des heutigen Neonazi-Zentrums «HeimatHof» (ehemals «Hof Nahtz») im niedersächsischen Eschede. Aktuell ist Dammann Mitbetreiber des YouTube-Kanals «Nordland TV», unter den beliebtesten Videos findet man dort den Beitrag „Ursula Haverbeck gibt nicht auf – Neue Chance im Rechtskampf“. Am Stand des Neonazi-Verlags «Lesen & Schenken», betrieben von Dietmar Munier mit Sitz in Martensrade (Schleswig-Holstein), fand sich in Halle wiederum der langjährig aktive NPD-Funktionär Jens Lütke neben Guido Kraus ein, dem ehemaligen Chefredakteur der «Deutschen Militärzeitschrift» (DMZ), die auch mit einem Stand vor Ort war.
Als Messebesucher unterhielt sich Stefan „Björn“ Ulbrich vom „Arun-Verlag“ mit Ellen Kositza. Auch Andreas Groh war als Messebesucher in Halle: „Groh entwickelte sich in den letzten Jahren als lokaler Funktionär der Neonazi-Partei «Der III. Weg», für die er vor allem bei bundesweiten Aufmärschen im Ordnerdienst tätig ist. Mit Malwig Stelter aus dem Raum Berlin konnte ein weiteres gewaltaffines Mitglied der Neonazi-Partei auf der Messe in Halle festgestellt werden.“
Till Weckmüller betreute zusammen mit Max Leonard Hülsenbeck von der „Danubia München“ den Stand von Dubravko Mandics Anwaltskanzlei: „Mit Mandic referierte Weckmüller auf der Messe zudem zum Thema „Juristische Aufrüstung in Zeiten zunehmender Repression und Mobilmachung“. Auf diesen Vortrag machte Mara Miosga aus Dessau (Sachsen-Anhalt), gemeinsam mit Aktivistinnen der «Jungen Nationalisten», im Eingangsbereich der Messe durch das Verteilen von Flyern aufmerksam.“
Auch „Hammerskins“ nahmen an der Buchmesse teil: Auf einem Livestream war Tino Marx zu sehen, in Begleitung des NSBM-Produzenten Hendrik Möbus. Auch Steffen Hupka, inzwischen völkischer Siedler, besuchte die Messe. Michael Schäfer von „EinProzent“ betrieb den Stand seines Verlags „Hydra Comics“ und betreute dort den Münchner Zeichner Gerhard Schlegel, der das Pseudonym „Rango Wohlgemut“ nutzt. Am „EinProzent“-Stand trieben sich die Chemnitzer Nazis Benedikt Kaiser und Tom Zimmermann herum. Alexander Deptolla traf auf der Messe die österreichischen „Identitären“ Yannick Wagemann und Johnny Mühlmann. Der Stand der deutschen „Identitären“ wurde von Vincenzo Richter und Maximilian Märkl betrieben. Der „Identitäre“ Till-Lucas Wessels war gemeinsam mit der Inhaberin Claudia Maria Schlegl am Stand des Verlags „klein & ehrlich“ zu finden, für den er als Autor schreibt. Und am Stand des IB-Portals „Blitzwissen“ zeigte sich der Wiener Stefan Kreuzwirt gemeinsam mit Linus Ammer vom völkischen „Alberich-Verlag“. -
Montag, 15.12.2025
Auf der Plattform Pixelarchiv wurden zwei Fotostrecken vom 6. Dezember im finnischen Helsinki veröffentlicht. Am „Suomi Herää“-Aufmarsch („Finnland erwacht“) nahmen über 330 Nazis teil:
„Dieser jährliche Marsch wird organisiert von der »Sinimusta Liike« (»Blue-and-Black Movement«) Partei und ist der Nachfolger der verbotenen »Kohti vapautta!« (»Towards freedom!«) Märsche und den Demonstrationen des verbotenen finnischen Ablegers der »Nordiska motståndsrörelsen« (»Nordische Widerstandsbewegung«). Zu dem Marsch mobilisierte auch die neonazistische Kampfgemeinschaft »Active Club Finland«. Diese dominierten mit Pyrotechnik und dem größten Block vermummter Neonazis den Aufmarsch. Von den Teilnehmern wurden u.a. Hakenkreuze, SS-Totenköpfe sowie Symbole von »Soldiers of Odin«, »Club 8« und »Combat 18« präsentiert.“
Anschließend zogen um die 700 Rechte in einem Fackelmarsch anlässlich des Unabhängigkeitstags durch Helsinki:
„Darunter befanden sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer des kurz zuvor stattgefundenen »Suomi Herää« Aufmarsches. Einige von ihnen führten den Fackelmarsch an. Von den Teilnehmern wurden u.a. Symbole von »Soldiers of Odin«, »Blood & Honour« und »Club 8« gezeigt. Viele der neonazistischen Kampfgemeinschaft »Active Club Finland« nahmen an dem Marsch teil. Etwa 2.500 Menschen demonstrierten gegen diesen Aufmarsch.“ -
Dienstag, 16.12.2025
Die britische Staatsanwaltschaft, der Crown Prosecution Service, schreibt über den 68-jährigen Pädophilen Edward Nicholas „Nick“ Gratwick, der am März 2025 auf dem Weg zu einer Vergewaltigungsreise ins rumänische Bukarest am Stansted Airport verhaftet wurde:
„Aus den Beweisen ging eindeutig hervor, dass er die Absicht hatte, Kinder zu schädigen und zu missbrauchen, und bereit war, dafür erhebliche Summen Geld zu zahlen. Nicht zufrieden damit, seine eigenen sexuellen Begierden zu befriedigen, beriet und ermutigte er auch andere, wie sie ebenso entsetzliche Verbrechen begehen könnten.“
Der britische Guardian schreibt über den Prozess, bei dem Gratwick Ende November wegen 38 „abscheulicher“ pädophiler Straftaten verurteilt wurde:
„Der Radioingenieur aus Mitcham, Süd-London, wurde außerdem wegen des Besitzes von über 1.300 Fotos und Videos mit Kindesmissbrauchsdarstellungen für schuldig befunden. Überraschenderweise enthüllte der Prozess auch seine frühere Tätigkeit als Informant der Polizei.
Sechs Jahre lang, in den 1990er- und 2000er-Jahren, hatte er prominente Umwelt- und Tierrechtsdemonstrationen infiltriert. Er gab sich als Aktivist aus, der sich für den Umweltschutz und gegen die Ausbeutung von Tieren einsetzte, doch währenddessen gab er – ohne Wissen der Aktivisten – heimlich Informationen an die Polizei weiter.“
Eine der Quellen des Guardian schreibt zu den Protesten gegen die Newbury Umgehungsstraße: „Gratwick kam an und gab sich als Ingenieur aus, der uns beim Aufbau eines Kurzwellenfunknetzes helfen könne – etwas, das sich als unschätzbar wertvoll erwies, um entlang der Route Nachrichten auszutauschen.
Er packte sofort mit an und half auch bei anderen nützlichen Dingen, wie zum Beispiel beim Fahren unserer Transporter. Mehrere Monate lang fungierte er als eine Art inoffizieller ,Quartiermeister‘ und half bei der Verteilung aller Seile, Kletterausrüstung, Werkzeuge und so weiter, die in die Camps gebracht werden mussten. [...]
In den Jahren nach Newbury tauchte Radio Nick auf Klimacamps, antikapitalistischen Demonstrationen, im Greenpeace-Büro, bei verschiedenen anderen Kampagnen und gesellschaftlichen Veranstaltungen auf, darunter mindestens zwei Hochzeiten, von denen ich weiß.
Wie bei verdeckten Ermittlern, die ich kannte, wirkten seine politischen Ansichten und seine Gründe für die Teilnahme an Protesten fadenscheinig. Auch Gratwick ging, wie viele verdeckte Ermittler, Beziehungen zu mindestens einer jungen Frau ein.“ -
Mittwoch, 17.12.2025
Das Hauptverfahren gegen die „Sächsischen Separatisten“ vor dem Oberlandesgericht Dresden (OLG) wurde eröffnet, ein Termin steht aber noch nicht fest. Die acht Angeklagten Kurt Hättasch, Alexander Wiesner, Kevin Richter, Hans-Georg Pförtsch, Karl Kaden, Kevin Müller, Norman Thieme und Jörg Schimanek sind zur Zeit in Untersuchungshaft. Den Nazis mit den guten Kontakten zu AfD und FPÖ sowie zu KSCV und DB werden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und weitere Straftaten vorgeworfen. Gegründet wurde die Gruppe der Weltuntergangsapologeten Anfang Februar 2020. Mit Schießübungen und paramilitärischen Trainings unter anderem in Kroatien bereiteten sich die Nazis auf einen imaginierten „Tag X“ vor.
Presse: MDR | DLF | Zeit -
Donnerstag, 18.12.2025
Das Handelsblatt veröffentlichte am 16. Dezember 2025 ein langes Interview mit Alex Karp, der 2002 in Frankfurt am Main promoviert hat. Der Mitgründer und Palantir-Chef wurde durch das Datenanalyse-Unternehmen zum Multimilliardär. Karp verkauft seine Datenkraken-Software mittlerweile nicht nur an die USA und von ihnen unterstütze Diktaturen, sondern auch an deutsche Repressionsbehörden. Palantir normalisiert damit autoritäre Politik weltweit. Schon in der Einleitung attestiert die Zeitung „besonders in der Migrationspolitik“ Alex Karp „verstörend radikale Ansichten“ – gemeint sind Karps rechtsradikale Ansichten zur deutschen Migrationspolitik.
Im Palantir-Verwaltungsrat sitzt auch der in Deutschland geborene rechtsradikale Tech-Milliardär Peter Thiel, der Buddy des US-Vizepräsidenten JD Vance. In den USA hilft Palantir der Trump-Regierung bei ihrer Menschenjagd auf Hispanics, wie der Guardian berichtet: „Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) Millionen von Datenpunkten gesammelt, die sie zur Identifizierung und Überwachung ihrer Zielpersonen nutzt – von Social-Media-Beiträgen über Standortverläufe bis hin zu, in jüngster Zeit, Steuerinformationen. Ein milliardenschweres Technologieunternehmen spielte dabei eine besonders wichtige Rolle, um ICE die Nutzung all dieser Daten zu ermöglichen: Palantir, das Datenanalyseunternehmen, das von Peter Thiel, dem rechtsgerichteten Großspender und Technologieinvestor, mitgegründet wurde.“
Nicht nur in der Praxis betreibt Palantir Nazipolitik. Auch im Handelsblatt-Interview verbreitet Karp entsprechende AfD-Propaganda: „Der größte Menschenrechtsbruch war die Politik der offenen Grenzen. [...] ich kann Ihnen sagen, was ich machen würde: Grenzen zu. Und allen, die ohne Pass hier leben, die auch nur auf die entfernteste Art mit Kriminalität zu tun haben, würde ich sagen: Hier ist das Flugticket. Ihr habt vier Wochen Zeit, das Land zu verlassen, danach wird es nicht nett für euch.“
Joe Lonsdale, ein weiterer Palantir-Mitgründer, schrieb Anfang Dezember auf Musks X: „Wenn ich später das Sagen habe, werden wir nicht nur ein Three-Strikes-Gesetz haben. Wir werden schnell versuchen, Männer nach drei Gewaltverbrechen aufzuhängen. Und ja, wir werden es öffentlich tun, um andere abzuschrecken. Unsere Gesellschaft braucht Gleichgewicht. Es ist an der Zeit, die männliche Führung zurückzubringen, um unsere Schwächsten zu schützen.“
Dabei steht Palantir für das genaue Gegenteil digitaler Souveränität, wie das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) in seinem Leitfaden „Souveränitäts-Washing bei Cloud-Diensten erkennen“ schreibt: „Spätestens seit dem NSA-Skandal ist bekannt, dass sich die USA mit Hilfe von Technologie Einfluss sichern und die Souveränität anderer Staaten untergraben. Durch Gesetze wie den CLOUD Act und FISA 702 unterliegen alle US-Cloud-Anbieter der Pflicht, Daten auch dann offenzulegen, wenn sie außerhalb der USA gespeichert sind. Dasselbe gilt für entsprechende Executive Orders des US-Präsidenten. Sie entfalten eine extraterritorialen Wirkung, selbst wenn dies mit nationalem Recht kollidiert.“
Die Tagesschau fasst das Dilemma anhand eines Beispiels aus dem Sommer 2025 zusammen: „Im französischen Senat wurde ein hochrangiger Microsoft-Vertreter gefragt, ob er unter Eid zusichern könne, dass in der EU gespeicherte Daten niemals bei US-Behörden landen würden. Die Antwort: ,Nein, das kann ich nicht garantieren.‘“
Aus Angst vor einem Datenabfluss in die USA warnt die Schweizer Armee vor dem Einsatz von Palantir, wie die Badische Zeitung schreibt: „Die Schweizer Militärs warnen, dass die Software die Abhängigkeit von einem US-Anbieter erhöhe. Es drohe ein Verlust der Datenhoheit und der nationalen Souveränität. ,Palantir ist ein Unternehmen mit Sitz in den USA, bei dem die Möglichkeit besteht, dass sensible Daten durch die amerikanische Regierung und Geheimdienste eingesehen werden können‘, heißt es demnach in dem Bericht.“
Palantir wird mittlerweile von der Polizei in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen eingesetzt. Erst kürzlich zerbrach in Baden-Württemberg beinahe die grün-schwarze Regierung an der illegalen Beschaffung der Software. Das Innenministerum unter CDU-Innenminister Thomas Strobl hatte ohne rechtliche Grundlage und ohne den Koalitionspartner zu informieren bereits im Frühjahr 2025 einen Vertrag mit dem US-Unternehmen unterzeichnet.
Von den Grünen kam Kritik, aber sie ließen sich kaufen und stimmten einem infamen Kuhandel zu: Für eine Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald um 1.500 Hektar stimmten die rückgratlosen Grünen einer nachträglichen Änderung des Polizeigesetzes zu und legalisierten damit das Ausspionieren der eigenen Bevölkerung. Nachdem die Grünen nach der Landtagswahl 2026 abgestraft worden sein werden, könnte ihr Spitzenkandidat Cem Özdemir als Innenminister einer schwarz-grünen Koalition im Herbst 2026 die Spionagesoftware bei der baden-württembergischen Polizei in Betrieb nehmen. Eine Stimme für die Grünen ist eine Stimme für Big Brother. -
Freitag, 19.12.2025
Das US-Außenministerium hat bis zu 10 Millionen Dollar im Rahmen seines „Rewards for Justice“-Programms (RFJ) „für Hinweise aus, die zur Zerschlagung der Finanzmechanismen von vier europäischen Gruppen führen, die von der US-Regierung als ausländische Terrororganisationen (FTO) eingestuft werden.“
Dabei handelt es sich um vier antifaschistische Gruppen, darunter die Betroffenen des Antifa Ost-Verfahrens, gegen die gerade vor dem Oberlandesgericht Dresden prozessiert wird. Doch diese Gruppen „existieren kaum“ und sind sicher keine Terrorgruppen wie der Islamische Staat oder die Hamas, mit denen sie die US-Regierung gleichsetzt.
Die Konsequenzen bisher: „Infolgedessen sind sämtliche Vermögenswerte und Vermögensinteressen dieser vier Gruppen, die der US-amerikanischen Gerichtsbarkeit unterliegen, gesperrt, und US-Bürgern ist es grundsätzlich untersagt, Geschäfte mit diesen FTOs zu tätigen. Es ist strafbar, Antifa Ost, FAI/FRI, der Bewaffneten Proletarischen Gerechtigkeit und der Revolutionären Klassenverteidigung wissentlich materielle Unterstützung oder Ressourcen zukommen zu lassen oder dies zu versuchen oder sich dazu zu verschwören.“
Auch durch den lächerlichen Denunziationsaufruf wird in erster Linie Stimmung gemacht, denn die US-Regierung projiziert hier ihre eigene kapitalistische Organisationsweise auf Antifagruppen. Sie glaubt offenbar ihrer eigenen Verschwörungspropaganda, aber es gibt weder Finanziers im Hintergrund noch staatliches Demogeld.
Am 11. Dezember erklärte Michael Glasheen, der Einsatzleiter der Abteilung für Nationale Sicherheit des FBI, in einer Anhörung vor dem US-Kongress, die Antifa sei die „Hauptsorge“ der Behörde und „die unmittelbarste gewalttätige Bedrohung, der wir gegenüberstehen“.
Allerdings konnte Glasheen auf Nachfrage des ranghöchsten Demokraten im Ausschuss, des US-Abgeordneten Bennie Thompson, weder Aufenthaltsort noch Mitgliederzahl benennen. Thompsons Fazit: „Sir, Sie würden doch nicht vor diesem Ausschuss etwas behaupten, was Sie nicht beweisen können. Ich weiß, dass Sie das nicht tun würden. Aber Sie haben es getan.“ -
Samstag, 20.12.2025
Der „SC zu Konstanz“, also der Konstanzer „Senioren-Convent“, wird 2027/28 den „Vorort“ des „Kösener Senioren-Convents-Verband“ (KSCV) stellen. Das „Corps Saxonia Konstanz“ im KSCV will am 10. Januar 2026 eine „Pro Patria-Suite“ gegen die „Landsmannschaft Cimbria Freiburg“ im „Coburger Convent“ fechten. Das „dreigliedrige“ bewaffnete Ehrduell soll in dem Haus der Freiburger „Cimbria“ in der Wildtalstrasse 3 stattfinden und um 13 Uhr beginnen. Auf Seiten des „Corps“ werden fechten:
„1. Tielsch xxx a. i.
2. Bernhart vers. x
3. Kühn FM“
Dabei bedeutet „xxx a.i.“ der „Subsenior“ bzw. „Drittchargierte“ und zwar „a. i.“ bzw. „ad interim“ oder bis auf Weiteres. Meistens ist der „Subsenior“ als Sekretär auch zuständig für die Kasse. „vers. x“ steht für „versieht x“, die Person ist also der „Senior“, „Vorsteher“ oder „Erstchargierte“, also der Sprecher der „Aktivitas“. FM bedeutet „Fuchsmajor“, also der Ausbilder der Neumitglieder bzw. der „Füchse“.
Ein ähnliches Fechtduell zwischen einer „Landsmannschaft“ im CC und einem „Corps“ im KSCV sorgte kürzlich in Marburg für Schlagzeilen. Die „Landsmannschaft Hasso-Borussia Marburg“ und das „Corps Hasso-Nassovia Marburg“ sehen sich aufgrund ihrer Duellaktivitäten aber nicht nur mit mieser Presse, sondern auch mit einer Strafanzeige konfrontiert. -
Sonntag, 21.12.2025
Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ist die Brandmauer gefallen, wie der SWR berichtet. Nicht nur stimmte der Kreistag einstimmig für eine Resolution ausgerechnet zum Bundesteilhabegesetz, die Resolution wurde auch im Namen aller Fraktionen am 10. November 2025 in den Kreistag eingebracht.
Der Breisacher Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Oliver Rein, hatte zudem VertreterInnen aller Fraktionen im Vorhinein zur Beteiligung eingeladen, darunter auch die Faschistin und AfD-Fraktionsvorsitzende Martina Böswald.
Im Beschlussprotokoll ist die Zustimmung von CDU, FDP, Freier Wählergemeinschaft, SPD, Grünen und AfD vermerkt. Zwar gab es zu Teilen der Resolution vereinzelt Gegenstimmen, die aber inhaltlich und nicht politisch begründet waren.
Die Abstimmungen im Einzelnen:
„Abstimmung Ziffer 1: 61 Ja-Stimme(n), 0 Gegenstimme(n), 1 Stimmenthaltung(en)“
„Abstimmung Ziffer 2: 61 Ja-Stimme(n), 1 Gegenstimme(n), 0 Stimmenthaltung(en)“
„Abstimmung Ziffer 3: 60 Ja-Stimme(n), 2 Gegenstimme(n), 0 Stimmenthaltung(en)“
„Abstimmung Ziffer 4: 60 Ja-Stimme(n), 2 Gegenstimme(n), 0 Stimmenthaltung(en)“
„Abstimmung Ziffer 5: 61 Ja-Stimme(n), 0 Gegenstimme(n), 1 Stimmenthaltung(en)“
„Abstimmung Ziffer 6: einstimmiger Beschluss“
Der Kreistag tagt im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald in der Stadtstraße 2 in Freiburg. -
Montag, 22.12.2025
Das Bundesverwaltungsgericht hat am 19. Dezember 2025 das Verbot der „Hammerskins“ aufgehoben. Das für die ehemalige Innenministerin Nancy Faeser peinliche Urteil geht auf handwerkliche Fehler zurück: Die SPD-Bundesinnenministerin hatte 2023 zwar die deutschlandweite Dachorganisation verboten, aber zu wenig Belege für die Entscheidungskompetenz des „National Officers Meetings“ (NOM) vorgelegt.
Tatsächlich sind jedoch die regionalen „Chapter“ die eigentlichen Zentren der „Hammerskins“. Diese hätten aber auf Länderebene verboten werden müssen. Nach der Aufhebung des Verbots des Nazimagazins „Compact“ ist das Bundesinnenministerium somit schon zum zweiten Mal vor dem höchsten deutschen Verwaltungsgericht gescheitert.
Drei Tage zuvor hatte Exif Recherche passend zur Gerichtsverhandlung in einer ausführlichen Recherche nachgewiesen, dass die deutschen „Hammerskins“ weiter aktiv im Ausland sind:
„Vor wenigen Wochen, Mitte November 2025, fand in Italien das RechtsRock-Konzert ,Hammerfest‘ mit rund 500 Teilnehmenden statt. Als die deutsche Band «Spreegeschwader» auf der Bühne stand, hallte es mehrfach lautstark ,Sieg Heil‘ durch die Nacht. Auch beim Auftritt der US-Neonazi-Band «Max Resist» wurde etliche Male der Hitlergruß gezeigt. Am Nachmittag des Konzerts fand zudem ein geheimes Treffen der Hammerskins mit internationaler Beteiligung statt.
Mit fast 30 Mitgliedern aus verschiedenen Ablegern stellte das deutsche Hammerskin-Netzwerk fast die Hälfte dieses Treffens. Auch der Chef der europäischen Hammerskins, Malte Redeker, nahm an den Zusammenkünften teil. Neben italienischen Mitgliedern der Bruderschaft waren Hammerskins aus Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Russland, den USA, Schweden, Finnland und der Schweiz angereist. Die Neonazi-Bruderschaft befürwortet und propagiert rechten Terror, viele Mitglieder haben bereits schwerste Gewalttaten begangen.“
Presse: Tagesschau | taz | Deutschlandfunk | Leipziger Zeitung | Stern | LTO | Beck -
Dienstag, 23.12.2025
Das ARD-Magazin Monitor wies am 20. November 2025 öffentlichen wie privaten Medien tendenziöse und fremdenfeindliche Berichterstattung nach: „Schauen wir immer dann besonders genau hin, wenn die Täter Ausländer sind? Und schauen wir eher weg, wenn es sich um deutsche Täter handelt? Ja, genau das tun wir.“
Aber wie visualisiert man das Ausbleiben von Berichterstattung? Es ist der Mord im Hotzenwald an Weihnachten 2023, über den damals so wenig berichtet wurde, den Monitor exemplarisch thematisiert. Der Mord an Mahdi ben Nacer, für den es am 18. Dezember 2025 eine Gedenkkundgebung auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg gab. Dessen Schwester den Mord als Mord anerkannt haben will, die dafür bis zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe geht.
Wer sind die Täter? Patrick Eichelberg ist Nationalsozialist und Fundichrist, das bestreitet außer ihm niemand, in seinen Knastbriefen nicht einmal er selbst. Als Jäger besaß er dutzende legale Waffen, aber zum Weihnachtsfest brachte der Familienvater eine illegale Pistole aus der NS-Zeit in den Hotzenwald. Zwischendurch verließ er mit seinem Sohn das Haus, sie müssten „was regeln“, und kam auch mit ihm zusammen zurück. In diesem Zeitraum geschah der Mord. An einem Ort, an dem es keine Zeugen gibt, außer der eigenen Familie. -
Mittwoch, 24.12.2025
Du sollst nicht kandidieren.
Du sollst nicht fälschen.
Du sollst nicht hetzen.
Du sollst nicht netzwerken.
Du sollst nicht abschieben.
Du sollst nicht hitlern.
Du sollst nicht schlägern.
Du sollst nicht lügen.
Du sollst nicht zündeln.
Du sollst nicht fechten.
Du sollst nicht paradiermusizieren. -
Mittwoch, 24.12.2025
Liebe Weihnachstsgemeinde, die ihr diese Meldung in diesen unchristlichen Zeiten lest, es gibt gütige Gaben zu verteilen. Die RuferInnen in der Wüste haben endlich geliefert und rechtzeitig zu den Internationalen Kirchenbrandfestspielen 2025 die elf Gebote des Antifaschismus verkündet!
Das achte Gebot ist nur für die CDU neu und das neunte Gebot gilt nur für die Nazis. Aber beide Personengruppen waren aufgrund ihres niederträchtigen Charakters von der Teilnahme an den Festspielen wie jedes Jahr auch dieses Jahr ausgeschlossen.
In Erwartung dieser erbaulichen spirituellen Aufrüstung in der erweiterten Adventszeit bereits moralisch eingenordet, verfeuerten unterfränkische Feuerteufelchen bereits am 17. Dezember die evangelische Friedenskirche Oerlenbach in Bad Kissingen. Die Pfarrerin konnte lediglich „die kleine Orgel, den alten Taufstein, das Lektionar, das Altar-Kreuz und einen Strohstern vom Weihnachtsbaum“ erretten. So sehen 75.000 Euro Sachschaden an einem Nachmittag aus.
Die Protestanten haben es dieses Jahr terminlich in Deutschland aber auch wirklich besonders dreckig abgekriegt. Die Pauluskirche in Brunsbüttel wurde in der Nacht des Reformationstages ein Raub der Flammen, so dass auch der Weihnachtsgottesdienst an diesem verkohlten Ort entfällt.
Einen Edmund Dillinger-Gedächtnisbrand ereilte Anfang Oktober die katholische Kirche St. Peter und Paul aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Bistum Trier. Der vollkommen ausgebrannte Kirchturm in Peterswald im Hunsrück ist ein weithin leuchtendes Symbol gegen Bigotterie und Kindesmissbrauch, die beiden Kardinaltugenden der katholischen Kirche. Der Schaden liegt im mittleren sechsstelligen Bereich und dieses Weihnachten bleibt der Klingelbeutel leer.
Eine ehrenhafte Erwähnung gebührt der Zerstörung des denkmalgeschützten Beichtstuhls in der Grundremminger Pfarrkirche Sankt Martin in der Nacht auf den 18. Dezember. Obwohl es in der natürlich in der Kirchstraße schwelenden Kirche zu keiner offenen Flammenbildung kam, wurde ein hoher fünfstelliger Sachschaden realisiert. Das Beste wie immer zum Schluss: „Die Brandursache ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.“ Also wurde niemand erwischt. -
Donnerstag, 25.12.2025
Am 22. Dezember hat im Fretterode-Verfahren vor dem Landgericht Mühlhausen in Thüringen der Revisionsprozess gegen Gianluca Bruno (heute: Gianluca Kyritz) und Nordulf Heise begonnen. Die beiden Nazis hatten am 29. April 2018 in Fretterode einem linken Journalisten mit einem Messer ins Bein gestochen und einem anderen mit einem Schraubenschlüssel den Schädel gebrochen. Zudem raubten die Nazis eine Spiegelreflexkamera, was im ersten, völlig entpolitisierten Verfahren keine wesentliche Rolle spielte.
Das skandalöse und bummelige Landgerichtsurteil lautete lediglich auf ein Jahr Knast auf Bewährung für Bruno und 200 Sozialstunden für den zum Tatzeitpunkt noch heranwachsenden Heise. Denn beide wurden nur wegen Sachbeschädigung und gefährliche Körperverletzung verurteilt. Zumindest für Gianluca Kyritz steht nun aber eine Mindesthaftstrafe von fünf Jahren im Raum, denn der BGH mahnte eine Verurteilung wegen besonders schweren Raubes an. Verteidigt wird Kyritz von der Nazianwältin Nicole Schneiders.
Presse: Tagesschau | MDR | taz | Spiegel | DLF | ER | nd | FR -
Freitag, 26.12.2025
Für den 12. Dezember bewarb die Freiburger Universität einen Vortrag im „Uniseum“, dem Universitäts-Museum in der Bertoldstraße 17 in der Freiburger Innenstadt. Unter dem reißerischen Titel „,Blut auf dem Campus‘ – 500 Jahre akademische Gewalt“ sollte es um „True Crime an der Universität Freiburg“ gehen: „Der gewaltsame Tod eines Rektors im Jahr 1509, der nie aufgeklärt wurde, ein Pistolenduell zwischen zwei Studierenden im Jahr 1890 und ein Mordfall im KG 1 aus dem Jahr 1920: Das Uniseum lädt alle Interessierten zu einem Vortrag über historische Kriminalfälle auf dem Campus ein.“
Verschwiegen wurde in der öffentlichen Ankündigung der Name des Referenten Wilhelm Gros, der auch im Uniseum arbeitet und in verbindungsstudentischen Kreisen für seine Arbeit wirbt. Außerdem verschwiegen wurden seine Aktivitäten in einer schlagenden Freiburger Burschenschaft: Wilhelm Gros ist Mitglied der „Freiburger Burschenschaft Teutonia“. Auf dem Burschenhaus in der Maria-Theresia-Straße 12 hielt er bereits im vergangenen Semester seinen Vortrag.
Ein weiterer Referent eines „Burschenschaftlichen Abends“ war Dietrich Murswiek zum Thema „Streitfall Verfassungsschutz – Verteidiger oder Gefährder der Demokratie?“. Und ein Vortrag zum Thema „Soziale Medien – Chance oder Risiko für die psychische Entwicklung Jugendlicher“ wurde von Daniel Rief gehalten, der zu den aktuellen „Aktiven“ der „Teutonia“ gehört und für die Anwaltskanzlei von Dubravko Mandic arbeitet.
Die Freiburger „Teutonia“ ist Mitglied im pflichtschlagenden Dachverband „Allgemeine Deutsche Burschenschaft“ (ADB). Auf ihrem diesjährigen „Burschentag“ in Eitorf wählte die ADB als „Vorsitzende“ für das kommende Jahr die „Braunschweiger Burschenschaft Germania“.
Auch der Bundeswehroffizier Heiko von Ditfurth, der kürzlich wegen eines Memes einen Freiburger Schüler vor Gericht zerrte, referierte bereits auf dem Burschenhaus der Freiburger „Teutonia“. Er hielt dort im Sommersemester 2023 einen Vortrag zum Thema „Organisierte Kriminalität und ihre Auswirkungen auf die äußere Sicherheit“. Der „Alte Herr“ der „Teutonia“ Uttam Das schrieb auf der Website der ADB über den Referenten:
„Heiko von Ditfurth (*04.10.1985 in Eckernförde), zweites Bild, ist Kapitänleutnant und Jugendoffizier für Freiburg. Nach dem Eintritt in die Bundeswehr 2005 als Marineinfanterist durchlief er ab 2010 die klassische Marineoffiziersausbildung. Er studierte von 2011 bis 2015 an der Universität der Bundeswehr München Management & Medien im Bereich Journalistik. Von 2016 an fuhr er auf dem Minenjagdboot Datteln zur See und nahm als Wachoffizier an mehreren nationalen und multinationalen Manövern in der Ostsee teil. Es folgten vier Jahre im Bereich der Weiterentwicklung und Planung für das 3. Minensuchgeschwader in Kiel. Seit 2022 ist von Ditfurth als Jugendoffizier tätig und hält als Referent für Sicherheitspolitik unter anderem Vorträge an Schulen (UD).“
Heiko von Ditfurth fiel bereits während seines Studiums an der Bundeswehr-Universität in München negativ auf. Dort übernahm er von der rechtsradikalen Offiziersclique um Martin Böcker, Larsen Kempf (heute Larsen Scherk) und Felix Springer die Chefredaktion des „Campus-Magazins“, nachdem Böcker seinen Posten räumen musste. Böcker formulierte in einer Abschiedsmail als Chefredakteur im Februar 2012:
„Werten Kameraden, liebe Unimitglieder,
zunächst mal vielen Dank für die Aufmerksamkeit, die Sie den letzten beiden Ausgaben der CAMPUS geschenkt haben. Ein recht turbulenter Sommer 2011 und eine dick gefüllte Pressemappe waren mir eine große Lehre. Diese Lehre ist für mich nun vorbei: Da ich mich ab jetzt auf meinen Master konzentrieren möchte, bin ich als Chefredakteur zurückgetreten. Mein Nachfolger, Fähnrich zur See Heiko von Ditfurth, ist von mir vorgeschlagen und vom Konvent als Chefredakteur gewählt worden.
(...)
Das starke Presseecho der ersten von mir verantworteten Ausgabe und das praktisch nicht vorhandene Presseecho der zweiten zeigen, dass die Relevanz der CAMPUS sich aus einer Mischung von Sommerloch, ,rechten Umtrieben‘ und voneinander abschreibenden Journalisten ergeben hat. Daher sollte die Relevanz unserer Uni-Zeitschrift nicht überschätzt werden. Gänzlich irrelevant ist sie jedoch nicht: Daher ermutige ich meinen Nachfolger und interessierte Kameraden dazu, das Organ für eine kritische Begleitung der Reformprozesse UNSERER Bundeswehr zu nutzen. Jedenfalls das Verteidigungsministerium liest interessiert mit. Und das ist gut so.“ -
Samstag, 27.12.2025
Die GLS Gemeinschaftsbank mit Sitz in Bochum und die Sparkasse Göttingen haben linksradikalen Organisationen auf Druck der US-Regierung die Bankkonten gekündigt. Beide Banken kündigten der linken Antirepressionsorganisation Rote Hilfe (RH), die GLS-Bank zusätzlich der anarchistischen Gefangenenhilfsorganisaton Anarchist Black Cross Dresden (ABCDD) und der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) die Konten.
Die Rote Hilfe hat eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Göttingen gegen die Kontokündigung der Sparkasse beantragt. Beide Banken hatten innerhalb weniger Tage die seit Jahren bestehenden Geschäftsbeziehungen beendet. Während die Sparkasse keinen Grund nannte, machte die GLS-Bank laut Süddeutscher Zeitung ihre politischen Motive öffentlich: „Die GLS-Bank hat die Rote Hilfe vor der Kündigung zum Gespräch gebeten und nach ihrer Verbindung zur ,Antifa Ost‘ befragt.“
In linken und linksradikalen Kreisen gilt die anthroposophische GLS-Bank als Alternative zu herkömmlichen Banken, sie nennt sich selbst „sozial“. Aber weder ist Esoterik links, noch gibt es sozialen Kapitalismus. Das Geschäftsmodell der GLS-Bank beruht auf der Ignoranz ihrer KundInnen, die ihr soziales Gewissen durch „ein Konto bei der GLS“ beruhigen. Sobald durch US-Sanktionen ein Ausschluss der Bank vom SWIFT-System oder ein Ende der Geschäftsbeziehungen zu den großen US-Kreditkartenfirmen angedroht wird, lässt jede „Sozialbank“ die Maske fallen: Die Steyler Ethik Bank lehnte eine Kontoeröffnung durch die Rote Hilfe ab.
Die USA stellen die europäische Souveränität in Frage und die Bundesregierung lässt sich am Nasenring durch die Manege führen ohne sich zu wehren. Denn mögen CDU/CSU und SPD auch das Debanking linksradikaler Organisationen begrüßen, da es ihren eigenen politischen Interessen dient, so ist der US-Angriff nicht auf antifaschistische Gruppen beschränkt.
Richter und Staatsanwälte wurden sanktioniert. Ihre Familienangehörigen auch, gemäß der Sippenhaft. Die Leiterinnen der Organisation HateAid, ein früherer französischer EU-Kommissar und Autor des Digital Services Acts, die Gründerin des britischen Global Disinformation Index sowie der Gründer des US-amerikanischen und britischen Center for Countering Digital Hate wurden mit Einreiseverboten in die USA sanktioniert. Am 1. Oktober 2025 war der HateAid-Gründerin noch für ihre Arbeit auf Schloss Bellevue in Berlin vom SPD-Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz verliehen worden, ein Orden ohne Gewicht.
Presse: taz | SZ | nd | jW | Golem -
Sonntag, 28.12.2025
Die Grünen-nahe Heinrich Böll Stiftung hat Ende November 2025 die Analyse „Neues von den Ewiggestrigen: Darstellung der Entwicklung des AfD-Landesverbands Baden-Württemberg von August 2020 bis Mitte 2025“ veröffentlicht. Die AfD Baden-Württemberg hat sich in den letzten fünf Jahren von einer zerrissenen Landespartei zu einer durch Markus Frohnmaier und Emil Sänze von Anti-Weidels gesäuberten Hausmacht der AfD-Kanzlerkandidatin bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 entwickelt.
Der baden-württembergische Landesverband ist eine westdeutsche Hochburg der AfD. Hier erhielt die AfD 19,8% der Stimmen bei der Wahl im Februar. Am 31.03.2025 hatte die AfD BaWü 6.316 Mitglieder. Vier Monate später waren es 1400 mehr: Am 17.07.2025 hatte die AfD BaWü 7.722 Mitglieder. Zwei Monate später sprach die Partei in einer Pressemitteilung vom 26.09.2025 von „fast 9.000“ Mitgliedern. -
Montag, 29.12.2025
Der russische Nazi Denis Jewgenjewitsch Kapustin wurde am 27. Dezember von einer russischen Drohne getötet. Er war Kommandeur des russischen Freiwilligenkorps RDK, das auf Seiten der Ukraine für einen Zerfall Russlands kämpft, einer Nazitruppe mit Kontakten zur rechtsradikalen ukrainischen Asow-Bewegung.
Kapustin nannte sich „White Rex“, wie sein russisches Kampfsport-Label. Nach Deutschland kam Kapustin 2001 als jüdischer Kontigentflüchtling nach Köln-Chorweiler, später wurde er Kölner und dann Moskauer Hooligan. Auch wenn der russische Angriffskrieg ein Verbrechen ist, Nazis wie Kapustin zu töten ist schon ok.
Update: Offenbar war die vermeintliche Tötung eine ukrainische Geheimdienstoperation, um das auf Kapustin ausgesetzte Kopfgeld von eine halben Million Dollar zu kassieren. Schade.
Presse: t-online | n-tv | Kyiv Independent | Moscow Times -
Dienstag, 30.12.2025
Im französischen Nordosten wurde Weihnachten vom „Réseau antifasciste Grand Est“ (RAGE) ein Rechercheartikel zu den „Hammerskins“ veröffentlicht, die im lothringischen Combres-sous-les-Côtes das Nazizentrum „Taverne de Thor“ betreiben: Vigneron, camionneur ou agent immobilier : ces néonazis français au grand bal des « Hammerskins ».
Am 29. November fand in Bar-le-Duc, dem Hauptort des gleichnamigen Arrondissements, bereits eine Demonstration gegen die Naziaktivitäten statt. Nun ruft ein antifaschistisches Bündnis, dem wir ebenfalls angehören, für den 7. Februar 2026 um 13 Uhr ab Saulx-lès-Champlon zu einer erneuten Demonstration auf. Passend dazu wurde bereits im September ein Rechercheartikel veröffentlicht: Nouveaux rounds à la Taverne nazie.
Am 28. Dezember wurde zudem ein Rechercheartikel mit Hintergründen und AkteurInnen des jährlichen Aufmarschs der „Identitären“ am 5. Januar in Nancy veröffentlicht. Dagegen findet am Montag, 5. Januar 2026, um 18 Uhr eine antifaschistische Demonstration auf dem Place Maginot in Nancy statt. -
Mittwoch, 31.12.2025
Im Januar zeichnete sich bereits der aufkommende Faschismus in den USA nach dem erneuten Wahlsieg von Donald Trump ab: Medienzensur, Nazibegnadigungen und Plutokratie. Nach mehr als einem Jahrzehnt machten wir in einem Interview öffentlich, dass die Spaltung der „Deutschen Burschenschaft“ ein Werk der Antifa war. 2025 war ein klärendes Jahr: Anlässlich eines eher mäßigen Spiegel-Podcasts berichtete der Standard im Oktober über uns als damalige Spiegel-Quelle. Wir ruinierten die Geschäftsbeziehungen zwischen der Sparkasse und der Veteranen-Organisation der lettischen Waffen-SS in Freiburg: „Daugavas Vanagi“. Der Nazi Jean-Marie Le Pen starb in Frankreich und Hans Jörg Schimanek in Österreich. Der Nazijurist Matthias Bauerfeind vom „III. Weg“ machte von sich reden. In Riesa wurde der AfD-Parteitag blockiert, später veröffentlichten wir das Protokoll. Der Rechtsruck in Deutschland wurde schließlich Ende des Monats durch den Fall der Brandmauer nach einer gemeinsamen Abstimmung von CDU/CSU, FDP und BSW mit der AfD offenbar, was nicht nur in Freiburg zu erheblichen Protesten führte.
Im Februar ignorierte die CDU den Apfelskandal als eine der Ursachen ihrer Wahlverluste. Wir reagierten auf ein Berufsverbot in Bayern mit dem Outing von Michael Zeilinger in Naila, immer wieder gerne mit der taz. In Italien und Deutschland agierten Staatshacker mit Hilfe israelischer Firmen, während Israel seinen Genozid in Gaza durchführte. Google-Zensur war Alltag. In Freiburg gab es eine Großdemo gegen die AfD. Die Repression nach Budapest ging weiter. In Senftenberg wurde ein geplanter Nazisprengstoffanschlag verhindert. Wir haben die Listen der AfD-KandidatInnen veröffentlicht. In Brandenburg führte Oberstaatsanwalt Handke die HDJ fort. Die britische Regierung schoss sich selbst in den Fuß. Schlageter machte weiter Ärger. Die „Reichsbürger“ schwenkten Fahnen in Freiburg. Bei der Bundestagswahl verloren die Parteien der Mitte. Sowohl AfD als auch CDU entsendeten Korporierte in den Bundestag.
Im März haben wir René Schimanek, den Büroleiter des österreichischen FPÖ-Nationalratspräsidenten, abgesetzt. Buggingens CDU-Bürgermeister Johannes Ackermann betrieb Rassismus. In Mannheim verübte Alexander Scheuermann einen Nazianschlag, auch wenn das die CDU vertuschte. „Reichsbürger“ organisierten eine Naziveranstaltung im Schloss-Café Lorettoberg in Freiburg und trafen sich in Karlsruhe. Wir haben die AfD-Politikern Lydia Funke als BSW-Referentin angegriffen, mittlerweile wurde sie abgesetzt. Die AfD Baden-Württemberg wurde als VS-Verdachtsfall bestätigt. „Die Rechte“ hat sich aufgelöst. Als weitere Reaktion auf das bayerische Berufsverbot gegen Linke haben wir Felix Springer bei TDW per Presse entlassen. Wie jeden Monat haben wir Korporierte gestresst, darunter Thomas Jäger, Kindesmissbrauchstäter und Ex-CV-Hetzer.
Im April erschien eine Meldung zu Amthors Büroleiter Sandro Martens, die im August zu Martens Austritt aus seiner DB-Burschenschaft führte. Die Trilogie „Alte neurechte Schule“, „Die schützende Hand“ und „Reine schwarze Lehre“ setzte den Nazihistorikern um Benjamin Hasselhorn zu. Gino wurde in Paris freigelassen und nicht nach Ungarn ausgeliefert (und gegen Ende des Jahres nochmal festgenommen und wieder freigelassen). In Umfragen wurde die AfD erstmals stärkste Partei vor der CDU. Obhues wurde ins thüringische Verfassungsgericht gewählt. Alexander Podehl stand wegen seines rassistischen Attentats in München vor Gericht und landete in der Psychiatrie. Francesco Marcotrigiano mordete in Wetzlar. Die letzte Ausgabe des Searchlight Magazines erschien. Es gab Razzien nach Nazigewalt im Osten.
Im Mai bekam die AfD dann endlich den Nazistempel vom VS. Der Inlandsgeheimdienst veröffentlichte sein VS-Gutachten, wir eine Handreichung für Beamte. Matthias Helferich haben wir angegriffen und vorerst ausgeschlossen. Deutschland hat das Königreich verboten. Ein Corps grölte „Sieg Heil“. Die ADB tagte in Eitorf. Der „Pfingstkongress“ begann standesgemäß mit einem Anschlag zum Auftakt und endete mit einem Anschlag zum Abschluss. Dazwischen gab es einen Angriff in Hamburg und einen Angriff in Darmstadt. Außerdem einen Leak zum Kongress. Vom Burschentag der „Deutschen Burschenschaft“ veröffentlichten wir das Protokoll 2024, die Tagungsunterlagen 2025 und später die Ergebnisse.
Im Juni veröffentlichten wir ein Communiqué gegen Militarismus und ein Communiqué gegen Geschichtslügen – Nummer neun und zehn gegen den CC. Daraufhin gab es einige Presseangriffe zum Kongress und wir waren Stadtgespräch in Coburg. Wir schlugen Narben, die bleiben. In Berlin und Graz. Die AfD verlor Bankkonten, später auch in Freiburg. Die Ethikbank kündigte AUF1. Es gab Frauen im Wingolfsbund. Das Landgericht Passau bildete Arndt Novak aus. Die „Saxo-Silesia“ macht DB-Vorsitzsachen. Bei der „Danubia“ gibt es eine Razzia. Für Edmund Dillinger ist ein spezieller Platz in der Hölle reserviert. Das Compact-Verbot wurde aufgehoben. Das Ermittlungsverfahren wegen des linksunten-Archivs wurde eingestellt.
Im Juli gab es eine Demonstration gegen Arndt Novak in Passau. In Freiburg outeten wir einige Nazianwälte, darunter den AfD-Anwalt Marius Gröteke. Zum C18-Prozess in Dortmund gab es Razzien. Nach den „Chaostagen bei den Corps“ von 2024 gehörte die Sequeltrilogie „Landsmannschaft kannibalisiert Corps“, „Das Corps droht zurück“ und „Wenn die Ehre Achterbahn fährt“ zu den meistgelesenen Meldungen des Jahres 2025. Seit Juli haben wir eine neue Suche. Nius wurde gehackt. Bengt Fuchs wurde von der Staatsanwaltschaft Gera angegriffen, aber von den Gerichten geschont bis zum OLG. Es gab Recherchen zur Normannia Winterberg. In Österreich gab es eine Razzia auf dem Peršmanhof. Horst Mahler ging Ende des Monats nach Walhalla.
Im August gab es einen Leak gegen Arndt Novak. Joachim Paul durfte nicht als Oberbürgermeister von Ludwigshafen kandidieren. Es gab Nazigewalt in Berlin. In Marburg wurde ein Festakt verhindert.
Im September gab es Berichterstattung gegen Arndt Novak. Wir veröffentlichten Details zu einem Fechtduell in Marburg. AfD-Kandidaten starben wie die Lemminge. Wir outeten „Ganesha“ als CV-Hetzer Matthias Köninger. In Milano war die Leoncavallo-Demo. Küssel hatte eine Razzia. In London marschierten nach Kirks Tod die EDL-Nazis. Patrick Kolek hetzte als „Wuppi“. In Frankreich wurde ein Nazikonzert bekannt. Trump kündigte sein „Antifa-Verbot“ an. Hanna wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Assata Shakur starb in Havanna. In Marburg wurde eine Korpotagung verhindert.
Im Oktober hieß es: Nur raus aus den USA. Reden wir vom AfD-Konvent, dann reden wir von Millionen. Reden wir von der „Teutonia Wien“, dann reden wir von Antisemitismus. Ein Podcast und später ein Magazin lenkten Aufmerksamkeit auf den rassistischen Mord im Hotzenwald. Hans-Georg Maaßen musste die WerteUnion nach einem Machtkampf verlassen. Die most underrated Meldungen des Jahres sind zweifelsohne „Die Hundsfötter haben die Wahl gestohlen!“, „Warum müsst ihr euch immer streiten? und „Wie beschädigt sind die denn?“: Halbseiden bekannt ist dreifach gelacht. Seit Oktober haben wir einen Dark Mode. Wir haben zum „Kartellverband“ und zum „Cartellverband“ und zum „Europäischen Kartellverband“ geleakt. Und zu den Naziverbindungen der „Cartellbrüder“. In Freiburg zeigten Utrechte Fans den „Hitlergruß“ vor der Synagoge. „Jungeuropa“ trauerte. Adrian Kempf aus Kirchzarten sorgte für die Absage eines Faktencheck-Workshop. Jeder Stadtbild-Sager musste einst die Fuxenstunde absolvieren.
Im November war Marcus Pretzell der „Festredner“ auf dem ADB-Burschentag in Eitorf, auf dem die „Braunschweiger Burschenschaft Germania“ zur neuen „Vorsitzenden“ gewählt wurde. In Marburg wurde Strafanzeige gestellt. In Marburg gab es innerhalb einer Woche mit LTO, taz und FR eine gediegene Breitseite gegen den CC. Wir haben Nils Wegner vom „Ares“-Verlag als „Werner Gut“ und Stockers Protegé geoutet. Rheinfelden war keine Reise wert. Die US-Regierung kriminalisierte linksradikale Gruppen in Europa und die fundamentalistische Rechte applaudierte. Die RDL-Razzien wegen des linksunten-Archivs nach dem linksunten-Verbot waren laut Bundesverfassungsgericht rechtswidrig. Thorsten Stepath muss woanders paradiermusizieren. Es wurde über Naziangestellte von AfD-Europaabgeordneten berichtet. Reiche Ekel suchten Enkel in Rastatt. Nach dem Ende der „Jungen Alternative“ gab es in Gießen Massenproteste gegen die Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“.
Im Dezember riefen nicht nur wir zum Boykott des Europaparks auf. Das Jahr endete, wie es begann: mit einem Fall der Brandmauer. Dieses Mal paktierte die Demokratie mit dem Faschismus direkt vor unserer Haustür: im satten, westdeutschen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg. Der Fretterode-Prozess dürfte dieses Mal anders ausgehen. Die AfD in Freiburg verfügt über Infrastruktur. Die „Aula“ wurde verurteilt. In Halle gab es eine Nazibuchmesse. Der Roten Hilfe wurden die Konten gekündigt. Das „Hammerskin“-Verbot wurde aufgehoben. Zu Weihnachten wurden die elf Gebote verkündet. Im Dezember 2025 haben wir die Antifakampagne gegen den „Coburger Convent“ nach drei Jahren erfolgreich beendet. Danach haben wir zwischen dem CC und dem KSCV ein Fechtduell in Freiburg verhindert:
„Unseren herzlichen Gruß zuvor!
Liebe Corpsbrüder, hiermit erlaubt sich unterfertigter CC s. lb. Corpsbrüdern mitzuteilen, dass der Termin der Pro Patria-Suite mit einer Verehrlichen Landsmannschaft Cimbria Freiburg am Samstag, den 10.01.2026 abgesagt wurde.“