Meldungen 2026 März

  • Sonntag, 01.03.2026

    Am 24. Februar 2026 veröffentlichte die „Burschenschaft Germania Halle zu Main“ in der „Deutschen Burschenschaft“ einen Werbeclip auf Instagram, in dem sich zwei „Burschenschafter“ gegenseitig interviewen und dabei Fechtmasken tragen:
    „Und was ist jetzt der tatsächliche Unterschied zwischen einer Burschenschaft und einem rechten Safe Space?“
    „Ja du sprichst das völlig richtig aus, es gibt nämlich keinen. Wir sind ein Safe Space für Deutsche, wir sind ein Safe Space für Patrioten und wir sind ein Safe Space für junge Männer. Und das ist auch gut so. Für jemandem wie dich und mich wird niemand einen Raum bereitstellen, wir müssen das selbst schaffen.“
    Mal abgesehen davon, dass der häufigste Weg in eine „Burschenschaft“ die günstigen Zimmer sind, die von den „Alten Herren“ gestellt werden, ist der Clip extrem schlecht gealtert. Denn am 27. Februar wurde bekannt, dass zumindest das DB-Burschenhaus der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ das Gegenteil eines „Safe Spaces“ für junge Männer ist.
    „Auf dem Haus“ der „Raczeks“ vergewaltigte Hans Fischer vor fünf Jahren einen schlafenden „Bundesbruder“. Der ehemalige „Raczek“ Hans Fischer, geboren am 16. Dezember 1986, wurde laut Bonner Generalanzeiger am 26. Februar 2026 vom Amtsgericht Bonn „wegen Vergewaltigung und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt“.
    Zwar gestand Fischer die Vergewaltigung, versuchte aber vor Gericht mit später vom Opfer widerlegten Lügen seine Schuld zu mindern: „Er hatte gefilmt, wie er am 14. Januar 2021 einen schlafenden Kommilitonen in dessen Zimmer im Gebäude der Studentenverbindung vergewaltigt. Die Vorwürfe träfen zu – allerdings habe der 18-Jährige ihm zuvor seine Einwilligung zu den sexuellen Handlungen während des Schlafs gegeben.“
    Das Opfer war trotz Ladung nicht erschienen und musste vom Gericht erst herantelefoniert werden. Wenn es lief wie bei Halemba, dürfte ihm von einer Aussage abgeraten worden sein.
    Denn das auf dem Burschenhaus selbstgedrehte Vergewaltigungsvideo war nur zufällig in die Hände der Polizei gelangt: „Zuvor hatte das Gericht bereits eine Polizeibeamtin als Zeugin gehört, die erläuterte, wie es überhaupt zu der Anklage gekommen war. Sie sei nicht für Sexualdelikte zuständig, erklärte die Frau. Vielmehr sei sie beim polizeilichen Staatsschutz mit der Auswertung eines iPad befasst gewesen, das bei dem Angeklagten zuvor sichergestellt worden sei. Zu den Hintergründen der Beschlagnahmung sagte sie nichts. Neben diversen Pornovideos seien ihr bei der Auswertung insbesondere zwei Videodateien aufgefallen, die die angeklagten Handlungen zeigten. Der Angeklagte sei nicht direkt zu sehen, anhand einer Tätowierung, die kurz ins Bild rückte, habe sie ihn aber später identifizieren können.“
    Fischer war zum Tatzeitpunkt fast doppelt so alt wie sein Opfer: „In der Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende explizit das große Hierarchie- und Altersgefälle zwischen dem damals 35-jährigen Täter und dem gerade volljährig gewordenen Opfer an. Der Verurteilte ist zweifach vorbestraft“ – wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz sowie wegen Volksverhetzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. „Im Jahr 2023 hatte er auf einer Veranstaltung im Englischen Garten in München Deutschland als ,Judenreich‘ bezeichnet und den Hitlergruß gezeigt.“

  • Montag, 02.03.2026

    Der niederländische Nazi Thomas Deveson wurde am 26. Februar 2026 von der Rechtbank Rotterdam zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, davon ein Jahr auf Bewährung (Az. ECLI:NL:RBROT:2026:1897). Der Prozess gegen den 25-jährigen Studenten fand am 5. Februar vor dem Rotterdamer Gericht am Wilhelminaplein statt. Angeklagt wegen Terrorismus, wurden Deveson schließlich nur wegen Waffenbesitzes verurteilt.
    Der niederländische Geheimdienst hatte Deveson abgehört und mitbekommen, dass er über die Ermordung von Antifas sprach. Bei einer anschließenden Razzia im August 2025 wurden haufenweise illegale Waffen, Munition, Bestandteile von Sprengstoff und Nazipropaganda bei ihm gefunden.
    Deveson hat eine führende Rolle im „Geu­zen­bond“ inne, einer „identitären“ Nazigruppe aus Flandern. Außerdem ist er Mitglied in der Nij­me­gener Korporation „Groot-Neder­land­se Stu­den­ten­ver­eni­ging‘“ (GNSV). Zudem hat Deveson gute Kontakte zu anderen europäischen „Identitären“. Am 17. Mai 2025 nahm er am „Remigrationsgipfel“ in Mailand teil.
    Presse: Volkskrant | RTL | NOS | Omroep Brabant

  • Dienstag, 03.03.2026

    Zur Zeit läuft ein Machtkampf in den USA um die Grenzen der Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Die US-Regierung unter Donald Trump und insbesondere das kürzlich umbenannte Kriegsministerium unter Pete Hegseth nutzten bis Ende Februar 2026 jahrelang KI-Software von Anthropic, darunter das unter Software Engineers beliebte Large Language Model „Claude“.
    Doch Anthropic hatte zwei Bedingungen für die Nutzung: Keine vollautonomen KI-gesteuerten Waffen und keine Massenüberwachung in den USA. Daraufhin beendete Hegseth die Verträge mit Anthropic und stufte die US-Firma als Lieferkettenrisiko ein. Dadurch wird auch allen Firmen, welche Verträge mit dem Pentagon haben, die „Claude“-Nutzung im Rahmen dieser Verträge verboten. Anthropic hat dagegen eine Klage angekündigt.
    Der Anthropic-Chef Dario Amodei hat in einem Statement die Gründe der Firma für ihren Widerstand erläutert. Insbesondere betont Amodei, dass er gerne bei der Massenüberwachung der restlichen Welt behilflich war. „Claude“ mag nur keine US-AmerikanerInnen bespitzeln:
    „Massenüberwachung im Inland.
    Wir unterstützen den Einsatz von KI für rechtmäßige Auslandsaufklärungs- und Spionageabwehrmissionen. Der Einsatz dieser Systeme zur Massenüberwachung im Inland ist jedoch mit demokratischen Werten unvereinbar. KI-gestützte Massenüberwachung birgt ernsthafte und neuartige Risiken für unsere Grundfreiheiten.
    Soweit eine solche Überwachung derzeit legal ist, liegt dies nur daran, dass das Recht mit den rasant wachsenden Fähigkeiten der KI noch nicht Schritt gehalten hat.
    Beispielsweise kann die Regierung nach geltendem Recht detaillierte Aufzeichnungen über die Bewegungen, das Surfverhalten und die Kontakte von US-Bürgern aus öffentlichen Quellen ohne richterliche Anordnung erwerben – eine Praxis, die, wie die Geheimdienste einräumen, Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes aufwirft und im Kongress parteiübergreifenden Widerstand hervorgerufen hat.
    Leistungsstarke KI ermöglicht es, diese verstreuten, einzeln betrachtet harmlosen Daten zu einem umfassenden Bild vom Leben einer jeden Person zusammenzufügen – automatisch und in großem Umfang.“

    Kurz nach der Aufkündigung der Verträge mit Anthropic hat das US-Kriegsministerium einen Vertrag mit Sam Altmans OpenAI zur Nutzung von „ChatGPT“ abgeschlossen.
    Presse: AP | CBS | CNN | Heise

  • Mittwoch, 04.03.2026

    Das Verwaltungsgericht Köln hat am 26. Februar 2026 in einem Eilverfahren entschieden (Az. 13 L 1109/25), dass das „Bundesamt für Verfassungsschutz“ (BfV) die „Alternative für Deutschland“ (AfD) bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens weder als „gesichert rechtsextrem“ einstufen noch eine solche Einstufung bekanntgeben darf. Das BfV hatte eine entsprechende Hochstufung der AfD am 2. Mai 2025 veröffentlicht, wogegen die AfD vor dem VG Köln klagte.
    Das Kölner Verwaltungsgericht setzt damit ein fatales Zeichen in der politischen Debatte um ein AfD-Verbot. Das Hauptsacheverfahren wird sicher nicht mehr vor den anstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr stattfinden. CSU-Bundesinnenminister Dobrindt und Sachsens CDU-Innenminister Schuster nutzten den Gerichtsbeschluss auch sogleich zum Abwiegeln von Parteiverbotsforderungen, nur die Linkspartei fordert weiter offen ein Verbot der AfD.
    Presse: Tagesschau | FAZ | Tagesspiegel | Deutschlandfunk | LTO | Beck

  • Donnerstag, 05.03.2026

    Der britische Guardian berichtet kontinuierlich über die Ergebnisse der Untersuchungskommission zu den Spycops-Skandalen: „Die Untersuchung zu verdeckten Polizeibeamten befasst sich mit dem Verhalten von etwa 139 Beamten, die zwischen 1968 und mindestens 2010 Zehntausende, hauptsächlich linke Aktivisten, ausspionierten.“
    Zur Zeit gibt es vermehrt Berichte über Carlo Soracchi, der von 2000 bis 2006 antifaschistische und linke Gruppen infiltriert und undercover eine Beziehung mit drei Frauen geführt hat – ohne deren Wissen. Die jüngsten Vorwürfe gegen Soracchi lauten Veruntreuung öffentlicher Gelder und Anstiftung zu Brandstiftung.
    „Drei antifaschistische Aktivisten haben einen verdeckten Polizeibeamten beschuldigt, versucht zu haben, sie zu einem Brandanschlag auf ein Geschäft anzustiften, das als Tarnorganisation der extremen Rechten gedient haben soll, wie die Untersuchungskommission zu verdeckten Polizeieinsätzen ergab. [...] In ihren Aussagen vor der Untersuchungskommission gaben die drei Aktivisten an, Soracchi habe zweimal vorgeschlagen, das Geschäft in Brand zu setzen.“

  • Freitag, 06.03.2026

    Laut eines Zeit-Artikels vom 26. Februar 2026 ist das ehemalige Mitglied der 2009 verbotenen Naziorganisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) und der „Alternative für Deutschland“ Wolf-Gunnar Romrod Mitarbeiter der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
    Ausgerechnet Romrod ist auf Antrag der CDU (und der SPD) Zeuge im von Grünen und Linken eingesetzten Untersuchungsausschuss „Fördergeld“. Der Ausschuss soll die Vergabe von drei Millionen Euro für den Kampf gegen Antisemitismus durch den ehemaligen CDU-Kultursenator Joe Chialo aufklären. Ihm und seiner parteilosen Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson werden Veruntreuung und Vetternwirtschaft vorgeworfen.
    „Der Zeuge ist in der Senatsverwaltung für Kultur nicht inhaltlich mit Projektanträgen befasst. Er soll dort aber eine Position bekleiden, an der viele Informationen zusammenlaufen. Mutmaßlich hatte er Einsicht in Daten von Projektträgern, die zum Thema Antisemitismus arbeiten.“
    Wolf-Gunnar Romrod, Spitzname „Wölfi“, geboren am 20. Mai 1974, ist verheiratet mit Liane Romrod, geborene Lappat:
    „Der ZEIT liegen verschiedene Hinweise vor, die den Senatsmitarbeiter und seine Ehefrau mit der HDJ in Verbindung bringen. Da ist zum Beispiel eine Geburtsanzeige aus der HDJ-Zeitschrift ,Funkenflug‘ von 2005, in der der nationalsozialistisch gesinnte Verein mehreren ,stolzen Eltern‘ aus seinem Kreis zum Nachwuchs gratulierte. Einer der Glückwünsche galt offenbar dem heutigen Mitarbeiter der Senatsverwaltung. Das lässt sich aus den vier genannten Vornamen und dem Geburtsdatum in der Anzeige schließen. […]
    Auch auf der Website der HDJ fanden sich die beiden Vornamen des Mannes, in Verbindung mit seinem Spitznamen. Das dokumentiert ein Screenshot aus dem Mitgliederbereich der abgeschalteten Homepage. Damals war er um die 30 Jahre alt. […]
    Schon in seinen Zwanzigern soll der heutige Senatsmitarbeiter mit einer späteren ,Bundesmädelführerin‘ der HDJ auf Wanderfahrt gegangen sein. Beide tauchen namentlich in einem Reisebericht auf, der 1998 in einer Zeitung der Karpatendeutschen erschien.
    Später heiratete er eine Frau aus Mecklenburg-Vorpommern. In deren früherer Wohnung hatte die Polizei zuvor ,umfassendes Schulungs- und Propagandamaterial‘ gefunden, darunter ein Handbuch für den Guerillakrieg, einen Skingirl-Kalender und ein SS-Liederbuch.
    So steht es in einem Durchsuchungsprotokoll von 1999. Im Jahr 2007 soll die Frau an einem ,Pfingstlager‘ der Heimattreuen Deutschen Jugend im niedersächsischen Eschede teilgenommen haben. Das geht aus einer internen Auflistung einer Sicherheitsbehörde hervor. Die Behörde rechnete die Frau demnach auch einem ,HDJ-Familienkreis Berlin/Brandenburg‘ zu.
    Noch 2009 soll sie laut einem E-Mail-Leak andere Frauen aus dieser Szene zu einem ,Mütterfrühstück‘ in ihr Zuhause eingeladen haben.“

    2016 trat Wolf-Gunnar Romrod „nach ZEIT-Informationen in die AfD ein. Wegen deren Einstufung als rechtsextremer Verdachtsfall sei er allerdings vor mehr als fünf Jahren wieder ausgetreten, ließ er über seinen Anwalt mitteilen.“ Romrods AfD-Mitgliedsnummer war 10613150 und er war Mitglied im AfD-Kreisverband Märkisch-Oderland, da er zumindest damals in der Mittelstraße 8 in 15366 Neuenhagen bei Berlin im Land Brandenburg wohnte.
    Wolf Romrod erinnert mit seiner HDJ-Familie ein wenig an Oberstaatsanwalt Günter Handke aus Brandenburg (Havel). Als Berliner CDU-Nazifunktionär wiederum nimmt er Anleihen bei Michael Büge und Peter Kurth. Mit diesen beiden verbindet ihn auch noch etwas anderes: alle drei sind korporiert. Wolf Romrod ist „Alter Herr“ der „Sängerschaft Borussia Berlin“ und der „Sängerschaft Germania Aachen“, beide organisiert in der „Deutschen Sängerschaft“.
    Den „Sängerschaften“ gebührt zweifelsohne die Anerkennung für den am harmlos klingendsten Namen aller Korporationsarten. Dabei handelt es sich bei beiden „Sängerschaften“ um „fakultativ schlagende“ Korporationen. Die „Deutsche Sängerschaft“ unterhält zudem seit 1922 ein Freundschaftsverhältnis zum „pflichtschlagenden“ „Coburger Convent“.
    Die ideologische Nähe der Verbände wiederum zeigt sich nicht zuletzt an der verhältnismäßig hohen Anzahl an NS-Kameradschaften im „Nationalsozialistischen deutschen Studentenbund“ (NSDStB), die „Landsmannschaften“ und „Turnerschaften“ gemeinsam mit „Sängerschaften“ ab 1935 gründeten. Schon die Nazisänger von damals unterschrieben wie die Kulturbeamten von heute: „Mit sängerschaftlichem Gruß Wolf Romrod“.

  • Samstag, 07.03.2026

    Die Süddeutsche Zeitung (Archiv | Disclaimer) hat am 5. März 2026 den Artikel „Die zwei Gesichter des Markus F.“ über die „AfD in Baden-Württemberg“ und ihren russlandnahen „Ministerpräsidenten-Kandidat“ Markus Frohnmaier für die Landtagswahl am 8. März veröffentlicht.
    Der „enge Vertraute von Alice Weidel“ ist „seit dieser Legislaturperiode Fraktionsvize“ und „[beackert] als außenpolitischer Sprecher gerne die großen Themen“. Wären da nicht Frohnmaiers ehemalige GDL-Mitgliedschaft, die durch seine „Freiheit“-Mitgliedschaft bekannt wurde, und das lange Gedächtnis der Antifa:
    „[Frohnmaier] hat sich immer am rechten Rand seiner Partei bewegt, gehörte dem ,Flügel‘ an und war bis 2018 Bundesvorsitzender der Jungen Alternative (JA). Der Flügel wurde 2020 und die JA 2023 vom Verfassungsschutz als ,gesichert rechtsextremistisch‘ eingestuft, beide sind inzwischen formal aufgelöst. In Erinnerung blieb auch seine Rede auf dem Erfurter Domplatz 2015, in der der damalige JA-Chef rief: ,Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet. Dann wird wieder Politik für das Volk – und zwar nur für das Volk gemacht. Denn wir sind das Volk.‘
    Aber Frohnmaiers rechtsextreme Vernetzung begann schon vor seiner Zeit in der AfD. Da war Frohnmaier laut einer internen Liste Fördermitglied der rechtspopulistischen Partei ,Die Freiheit‘. Die SZ konnte die Liste einsehen, die 2016 die Autonome Antifa Freiburg öffentlich gemacht hatte. Frohnmaier sei nie Fördermitglied der Partei ,Die Freiheit‘ gewesen, teilt sein Anwalt mit.
    Jedenfalls war Frohnmaier bei der islamfeindlichen und gewaltbereiten ,German Defence League‘ (GDL) aktiv, entstanden im rechten Hooligan-Milieu. Sie wurde danach vom Verfassungsschutz beobachtet. Über die Verbindung haben schon vor zehn Jahren Medien berichtet, Frohnmaier lässt mitteilen, dass er ,niemals Mitglied‘ der GDL gewesen sei und ,zu keiner Zeit‘ irgendein Amt in der Organisation innegehabt habe.
    Dabei wurde Frohnmaier 2011 auf der GDL-Webseite – mit seinem zweiten Vornamen Cornel – sogar als ,Gruppengründer‘ genannt und als Ansprechpartner für ,Allgemeines‘, das lässt sich auf archivierten Versionen der Seite nachvollziehen. Und Frohnmaier hat laut der Liste Anfang 2011 bei der Aufnahme in ,Die Freiheit‘ unter dem Punkt ,frühere Mitgliedschaften‘ selbst angegeben, dass er am 15. Dezember 2009 in die GDL eingetreten sei. Wie die Recherchen nun zeigen, reicht ein damaliger Kontakt bis in die Gegenwart, hinein in sein direktes Arbeitsumfeld.
    Als Ansprechpartner für die ,Division Karlsruhe‘ der GDL wurde damals ein Daniel [Stahl] aufgeführt. Dieser Mann war später zusammen mit Frohnmaier in der JA in Baden-Württemberg aktiv, saß zeitweilig im Vorstand und arbeitet seit mindestens 2019 für ihn als Bundestagsabgeordneten. Daniel [Stahl] leitet heute Frohnmaiers Büro im Wahlkreis Böblingen, 2024 kandidierte er dort auch auf der AfD-Liste für den Kreistag. Er will keine Fragen der SZ beantworten. Und Frohnmaier? Der will zu seinem Mitarbeiter laut seinem Anwalt ,derzeit keine Auskunft‘ geben.“

  • Sonntag, 08.03.2026

    Die taz hat eine Recherche über Telegram-Chats des Freiburger AfD-Direktkandidaten bei der Landtagswahl am 8. März 2026, Sebastian Ruth, veröffentlicht:
    „Der taz liegen jetzt interne Chats des Direktkandidaten Sebastian Ruth vor, der unter dem Pseudonym ,Sozialpatriotische Bewegung‘ eine gleichnamige Chatgruppe mit rund 300 teils minderjährigen Mitgliedern verwaltete. In der Gruppe lässt sich nachvollziehen, wie junge Rechtsradikale sich gegenseitig anfeuern und aufstacheln, nachdem sie sich bei Tiktok vernetzt haben. Die Chatgruppe besteht heute nicht mehr. Die Screenshots und Inhalte wurden der taz von einem antifaschistischen Recherchekollektiv zur Verfügung gestellt.“
    In den rassistischen, frauenfeindlichen und antisemitischen Chats lässt sich die „politische Sozialisation und Radikalisierung“ von Sebastian Ruth nachvollziehen, die Teilnehmer schrieben unter anderem von „Asylheimen“, die „angezündet“ gehören und Ruth erklärte, er fände „sowohl das Judentum als auch den Islam schwierig“. Und „über die Reichsfarben schreibt Ruth dort: ,Ich weiß, Schwarz-Weiß-Rot hat seinen Charme, aber es ist schädlich für die Außenwirkung.‘“

  • Montag, 09.03.2026

    Am 10. April 2026 soll in Freiburg der jährliche Aufmarsch der klerikalfaschistischen Piusbrüder stattfinden. Die rechtsradikalen ChristInnen wollen sich um 17 Uhr in der Humboldstraße 2 zu einem „Kreuzweg für die Ungeborenen“ versammeln – wie immer vor dem ehemaligen Büro von Pro Familia Freiburg. Um 17:30 Uhr wollen die Katholiken-Fundis ihren Anti-Abtreibungs-„Gebets- und Demonstrationszug“ beginnen, die Schlusskundgebung soll um 18:30 Uhr auf dem Rathausplatz stattfinden.

  • Dienstag, 10.03.2026

    Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 erreichte die AfD 18,8 Prozent der Zweitstimmen und damit 35 Sitze (Grüne 30,2 % / 56 Sitze, CDU 29,7 % / 56 Sitze, SPD 5,5 % / 10 Sitze). Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 %.
    Für die AfD in den Lantag gewählt wurden Emil Sänze, Martin Rothweiler, Anton Baron, Daniel Lindenschmid, Dennis Klecker, Miguel Klauß, Bernhard Eisenhut, Carmen Haug, Karlheinz Kolb, Hans-Peter Hörner, Sandro Scheer, Alexsei Zimmer, Joachim Kuhs, Nikolaos Boutakoglou, Andreas Auer, Christian Köhler, Chris Hegel, Stephan Schwarz, Christian Schäfer, Emely Knorr, Stephan Köthe, Maximilian Gerner, Rüdiger Ernst, Hans-Peter Baur, Christine Schäfer, Sebastian van Ryt, Daniel Rottmann, Carola Wolle, Andreas Grammel, Christoforos Tsoulopoulos, Udo Stein, Kay Rittweg, Kurt Hermann und Uwe Freiherr von Wangenheim.
    Die Freiburger AfD feierte ihr schockierend hohes, aber im Land vergleichsweise niedriges Ergebnis von 10,8 % in Freiburg I und 9,7 % in Freiburg II am Wahlabend im Stadtteil Sankt Georgen. Die vom Freiburger AfD-Stadtrat und Kandidaten für Freiburg II Karl Schwarz organisierte Veranstaltung fand wieder in der „Kapelle Peter und Paul“ statt, die ihm vom städtischen Immobilienmanagement Freiburg vermietet wurde.
    Dieses Mal gab es jedoch über Stunden Protest rund um die Kapelle von den versammelten AnwohnerInnen und ihren Kindern. Die Nazis waren sichtlich genervt von so viel Aufmerksamkeit und dem „Scheiß AfD“-Jodler in Dauerschleife.

  • Mittwoch, 11.03.2026

    Am 14. Februar 2026 fand in Ungarn der jährliche Naziaufmarsch statt, den sie „Tag der Ehre“ nennen. Die Rechercheseite democ berichtet über die Beteiligung deutscher Nazis an dem europaweit größten Naziaufmarsch. Insgesamt kamen wieder mehrere tausend Nazis nach Budapest und marschierten teilweise in Wehrmachts- und SS-Uniformen durch die Stadt.
    Antifaschistinnen und Antifas hingegen wurde drangsaliert. Die Gedenkfeier des Opferverbands MEASZ beim Budapester Shoah-Denkmal Cipők a Duna-parton wurde zum ersten Mal verboten. Zur Erinnerung an die Ermordung von Budapester Jüdinnen und Juden durch „Pfeilkreuzler“ 1944 und 1945 sind am Donauufer 60 Paar verrostete Schuhe aus Eisen aufgestellt. Gegen das Verbot gab es in Wien eine Protestkundgebung vor der ungarischen Botschaft.
    Im September 2025 hatte Orbáns rechtsradikale Regierung Antifagruppen pauschal als „terroristische Vereinigung“ deklariert. Im Februar 2026 wurde Maja in einem Schauprozess zu acht Jahren Haft wegen des Protests gegen den Budapester Naziaufmarsch im Februar 2023 verurteilt.
    Presse: taz | nd 1 | nd 2 | jW | Standard 1 | Standard 2 | DW

  • Donnerstag, 12.03.2026

    Laut der rechtsradikalen „Jungen Freiheit“ vom 9. März 2026 (Archiv | Disclaimer) ging das Jahr für den Dresdner Nazistaatsanwalt und „Alten Herrn“ der „Akademischen Jagdkorporation Hubertia Düsseldorf“ Mike Ulbricht gerade so weiter, wie es begonnen hatte: gar nicht gut.
    „Inzwischen hat der Fall so weite Kreise gezogen, dass die Staatsanwaltschaft Dresden nach JF-Informationen ein Disziplinarverfahren gegen den Staatsanwalt [Ulbricht] eingeleitet hat.“
    Wie konnte nur „ein Staatsanwalt im Visier der Antifa“ landen? Doch wohl nicht nur, weil er einen Haufen Nazis beraten hat, wie sie die Richter des Oberlandesgerichts Dresden gerade noch straffrei angreifen können? Der Mann wird schließlich dafür bezahlt, dass er Menschen ins Gefängnis bringt, und nicht für seine Medienkompetenz:
    „[Ulbricht] betont auf Nachfrage der JF, ihm sei nicht bekannt gewesen, dass Mandic einst bei der AfD war oder als ,rechter Szene-Anwalt‘ gilt. Mandic habe ihn vermutlich über eine Recherche in wissenschaftlichen Datenbanken oder im Internet entdeckt. Dort ist [Ulbricht] etwa in einer Folge des juristischen Podcasts ,Einspruch‘ der FAZ zu finden, in der er bereits 2022 über das Spannungsverhältnis zwischen Volksverhetzung und Meinungsfreiheit referiert hatte.
    ,Herr Mandic fragte mich an, ob ich bereit sei, meine wissenschaftlichen Thesen im Rahmen einer Fortbildung vorzustellen‘, schildert [Ulbricht] ,Ich sehe keinen Anlass, einen Rechtsanwalt, der als Organ der Rechtspflege besonders geschützt ist, einer Tiefenprüfung zu unterziehen. Ich habe mir lediglich die Netzseite ,www.kanzlei-mandic.de’ angeschaut und nichts Ehrenrühriges feststellen können.‘“

    Könnten es vielleicht Ulbrichts faschistische Ambitionen gewesen sein?
    „Nach JF-Erkenntnissen wurde jüngst an den MDR die Information durchgestochen, dass [Ulbricht] im Jahr 2022 einen Antrag auf Beurlaubung beim Justizministerium stellte, um als Juristischer und Parlamentarischer Berater für die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag zu arbeiten. Das Ministerium, das damals von der Grünen Katja Meier geführt wurde, lehnte den Antrag des Juristen – der 2015 aus der CDU ausgetreten war und seitdem parteilos ist – ab.“
    Immerhin bestreiten bezüglich der Causa „Sächsischer Mandic-Referent“ weder der Herr Staatsanwalt noch die alternde Nazipostille die Sache an sich:
    „Richtig ist, dass Staatsanwalt [Ulbricht] im November 2025 einen Vortrag auf Einladung der Rechtsanwaltskanzlei des ehemaligen AfD-Politikers Dubravko Mandic hielt. Mandic ist wegen Körperverletzung vorbestraft und war in der AfD ein prominenter Vertreter des ,Flügels‘, einer inzwischen aufgelösten Gruppierung in der Partei, die der Verfassungsschutz als rechtsextrem einstufte.“
    Wenig standeskonform ist Ulbrichts Versuch, sich als Kronzeuge gegen den Ulmer Amtsrichter Oliver Chama ins Spiel zu bringen:
    „[Ulbricht] argumentiert ferner damit, dass ein Amtsrichter aus Baden-Württemberg ebenfalls einen Vortrag auf der Fortbildung gehalten habe, was nach JF-Informationen zutrifft.“

  • Freitag, 13.03.2026

    Die Sparkasse Göttingen hatte der Roten Hilfe im Dezember 2025 das Konto gekündigt. Dagegen war die linke Rechtshilfeorganisation juristisch vorgegangen und hatte eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Göttingen erstritten. Damit wurde die Sparkasse vorläufig verpflichtet, ein Konto der Roten Hilfe weiterzuführen. Das Göttinger Tageblatt schrieb am 4. März 2026:
    „Die Sparkasse betont nun, grundsätzlich jedem als öffentlich-rechtliches Institut einen Kontozugang zu ermöglichen. Im vorliegenden Fall sieht das Geldinstitut jedoch einen besonderen Ausnahmetatbestand gegeben, der die Kündigung aus rechtlichen Gründen zwingend mache.
    Dass das Landgericht zugunsten der Roten Hilfe entschieden habe, führt die Sparkasse Göttingen auf eine rechtliche Einschränkung zurück: Bislang sei es ihr untersagt gewesen, die Kündigungsgründe öffentlich oder vor Gericht darzulegen. Diese Verpflichtung habe sie strikt eingehalten. In der Berufungsinstanz vor dem OLG Braunschweig erwartet die Sparkasse jetzt, ihre Gründe umfassender darlegen zu können und eine andere Entscheidung zu erzielen. (...)
    Als Begründung für die Kontokündigung hatte die Bank nach Angaben aus dem Umfeld des Verfahrens auf die Einstufung der sogenannten Antifa Ost als terroristische Vereinigung durch US-Präsident Donald Trump verwiesen, für die der Verein Spenden gesammelt haben soll. Die Sparkasse Göttingen habe Nachteile am Finanzmarkt und den Verdacht der Terrorfinanzierung befürchtet.”

  • Samstag, 14.03.2026

    René Schimanek wurde am 11. März 2026 vom Landgericht Krems in erster Instanz zu einem Jahr Haft ausgesetzt für drei Jahre zur Bewährung verurteilt. René Schimanek hatte für seinen Vater, den ehemaligen niederösterreichischen FPÖ-Landesrat Hans-Jörg Schimanek (sen.), nach dessen Tod eine Todesanzeige auf der Webseite der Stadtgemeinde Langenlois im Bezirk Krems veröffentlichen lassen. Darin enthalten: ein Irminsul-Symbol und der Satz „...und ewig lebt der Toten Tatenruhm“. Die Geschworenen sprachen ihn infolgedessen wegen Wiederbetätigung im nationalsozialistischen Sinne schuldig.
    Ein Leak alter Mailkommunikation hatte Anfang 2025 zu René Schimaneks Rücktritt als Büroleiter von Walter Rosenkranz geführt. Rosenkranz ist FPÖ-Nationalratspräsident und „Alter Herr“ der „Wiener Burschenschaft Libertas“ in der „Deutschen Burschenschaft“ (DB).
    Die Mailkommunikation war zwar nicht angeklagt, wurde den Geschworenen jedoch von der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis gebracht. Auch die aufgereihten Waffen und die haufenweise Munition, die bei der Razzia Ende 2024 in Schimaneks Haus im niederösterreichischen Langenlois nahe der Burgruine Kronsegg gefunden wurden, dürften die Geschworenen beeindruckt haben. Schimaneks Neffen, also die Söhne von Hans Jörg Schimanek (jun.), stehen zudem gerade als „Sächsische Separatisten“ in Dresden vor Gericht.
    Als Konsequenz kündigte René Schimanek seinen Rücktritt als Langenloiser Stadtrat und seinen Austritt aus der FPÖ an. Sein Rechtsanwalt Werner Tomanek verzichtete auf Rechtsmittel. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräfitg, die Staatsanwaltschaft könnte noch in Berufung gehen.
    Presse: Standard 1 | Standard 2 | ORF | Kronen Zeitung | Kurier | NÖN | Kleine Zeitung | Heute | OE24

  • Sonntag, 15.03.2026

    Der Prozess vor dem Landgericht Dortmund wegen Fortführung der im Januar 2020 verbotenen Nazigruppe „Combat 18“ endete mit einer Einstellung gegen jeweils 500 Euro Geldauflage. Nach 25 Verhandlungstagen kamen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu dem Schluss, dass Stanley Röske, Keven Langner, Gregor Alexander Michels und Robin Schmiemann selbst im Falle einer Verurteilung lediglich mit einer Geldstrafe rechnen müssten.
    Eröffnet wurde das Verfahren im Juli 2024, die Hauptverhandlung begann im Juni 2025. Die Tagesschau schreibt: „Die Bundesanwaltschaft hatte die vier Männer 2024 angeklagt. Sie sollen als Rädelsführer den organisatorischen Zusammenhalt des verbotenen Vereins ,Combat 18 Deutschland‘ aufrechterhalten haben. Laut Bundesanwaltschaft sollen die vier Männer ,Leistungsmärsche‘ und Aufnahmeverfahren organisiert haben, außerdem Rechtsrockkonzerte sowie Tonträger und Kleidungsstücke mit Bezug zu ,Combat 18‘ vertrieben haben. Die Angeklagten haben sich im Prozess zu den Vorwürfen nicht geäußert.“
    Presse: Tagesschau | MDR | Zeit | WAZ | Nordstadtblogger | LTO | Beck

  • Montag, 16.03.2026

    Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat drei linke Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ ausgeschlossen: den „Buchladen zur schwankenden Weltkugel“ in Berlin, „The Golden Shop“ in Bremen und den „Buchladen Rote Straße“ in Göttingen.
    Insgesamt waren von einer unabhängigen Jury 118 Buchhandlungen nominiert worden. Die Jury protestierte mit einer Stellungnahme gegen Weimers Intervention. Darin heißt es, die Jury habe sich „bewusst dafür entschieden, diese drei Plätze nicht nachzunominieren, sondern eine sichtbare Lücke zu lassen“.
    Die Kanzlei Sven Adam, die den Roten Buchladen aus Göttingen vertritt, hat am 11. März 2026 eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin erhebt die Kanzlei gegenüber dem „Bundesbeauftragten für Kultur und Medien“ (BKM) – so Weimars offizieller Titel – den Vorwurf der Lüge.
    Weimer hatte den drei Buchhandlungen am 10. Februar wahrheitswidrig mitgeteilt, dass „Sie von der unabhängigen Jury nicht für eine Auszeichnung ausgewählt wurden“. Deutschlandfunk sendete am gleichen Tag ein Interview mit Sven Adam zum Thema. Nach vernichtender Kritik an seinem autoritären Zensurkurs hat Weimer die Verleihung des Preises am 19. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse mittlerweile abgesagt. Ein Feigling ist er auch noch.
    Presse: Süddeutsche Zeitung 1 | SZ 2 | SZ 3 | SZ 4 | SZ 5 | SZ 6 | SZ 7 | SZ 8 | SZ 9 | SZ 10 | SZ 11 | SZ 12 | SZ 13 | taz 1 | taz 2 | taz 3 | taz 4 | taz 5 | Tagesschau 1 | TS 2 | TS 3 | TS 4 | Spiegel 1 | SP 2 | SP 3 | SP 4 | SP 5 | SP 6

  • Dienstag, 17.03.2026

    Kürzlich wurde ein besonders krasser Fall eklatanten Versagens des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Landesamtes für Verfassungsschutz Berlin bekannt. Liv Heide wurde im Juni 2024 von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) entlassen, nachdem sie vom Landesamt nach einem falschen Hinweis des Bundesamtes bei der Hochschule als Nazi denunziert worden war.
    Tatsächlich hatte Christiane Horn (Foto) aus der Klausdorfer Straße 165 in 24161 Altenholz die Identität von Liv Heide angenommen und unter diesem Namen eine Naziwebseite betrieben. Beide Geheimdienste ließen sich durch den Identitätsdiebstahl täuschen. Die Hochschule vertraute dem Verfassungsschutz blind und unterließ eine eigenständige Prüfung. Der Job ist weg, Pech gehabt.
    Christiane Horn nahm die Identität einer Frau an, die aus dem gleichen Ort in Schleswig-Holstein stammt und ähnlich alt ist, zudem wohnte Horn früher mal in Berlin. Unter dem Pseudonym „Liv Heide“ betrieb Christiane Horn die Naziseite „WhiteDate.net“ – eine Datingplattform nur für Weiße. Die Naziseite wurde von Antifas gehackt, im Oktober 2025 geleakt und während des 39C3 im Dezember 2025 auf offener Bühne gelöscht.
    Die Zeit schreibt: „Nach Informationen der ZEIT hat das Bundesamt für Verfassungsschutz die echte Liv Heide zwei Jahre lang in den Fokus genommen. Die Ermittler kannten das Portal WhiteDate und wussten, dass sich eine ,Liv Heide‘ als Betreiberin ausgibt. Als dieser Name dann das erste Mal 2022 auf der Website der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin auftauchte, schlug das Referat Internetbeschaffung beim Bundesamt intern Alarm. Die Information erreichte das Fachreferat 2D in Köln, das für die Beobachtung von nicht gewaltbereiten extremen Rechten im digitalen Raum zuständig ist.
    Hier wurde die Information von einer Mitarbeiterin geprüft. Sie ließ sich Auskünfte vom Nationalen Waffenregister schicken, fragte das Handelsregister ab und beantragte beim Landeskriminalamt eine Sicherheitsüberprüfung. In keiner der Datenbanken fand sich ein Eintrag zu Liv Heide. Am Ende schrieb die Frau einen Sachstandvermerk, das interne Dokument liegt der ZEIT auszugsweise vor. Darin führte der Geheimdienst vor allem Beweise auf, dass die Website verfassungsfeindlich, antisemitisch und rassistisch ist. Aber die Beamtin bestätigte auch, dass ,tatsächliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass HEIDE verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgt‘.
    Im Zuge der nachrichtendienstlichen Ermittlungsarbeit sei der Verfassungsschutz zu der Annahme gelangt, ,dass zwischen der Gründerin von ,White Date‘, ,Liv Heide‘ und der an der HWR beschäftigten Liv Heide Personenidentität besteht‘.
    Also meldeten die Geheimdienstler diese Info 2024 an den Verfassungsschutz in Berlin. Das Landesamt ist für alle Extremisten in der Hauptstadt zuständig. Im Sachstandvermerk des Bundesamtes standen zwei verhängnisvolle Worte: Man habe die Betreiberin von WhiteDate ,klar identifiziert‘. Das Landesamt vertraute darum den Kollegen und gab die Erkenntnisse ungeprüft an die Hochschule weiter. Erkenntnismitteilung, Aktenzeichen II B – 042-S-590005-0121/2024. Aus einem Verdacht wurde jetzt ein schriftlicher Beweis. Mit Siegel des Verfassungsschutzes.“

    Presse: Zeit (Archiv | Disclaimer) | Spiegel | Tagesspiegel | t-online 1 | t-online 2 | Focus | Heise

  • Mittwoch, 18.03.2026

    Pixelarchiv hat eine Fotoserie des Naziaufmarschs in Dresden am 14. Februar 2026 veröffentlicht.
    „Etwa 1300 Neonazis versammelten sich am 14. Februar 2026 in Dresden zum sogenannten »Dresden-Gedenken«, einem Aufmarsch anlässlich der Bombardierung der Stadt, die sich in diesem Jahr zum 81. Mal jährte.
    Die Teilnehmendenzahlen sind im Vergleich zum letzten Jahr rückläufig. Auffällig ist der Rückgang vor allem bei den jungen Neonazis, die sich teilweise kurzzeitig in neuen Gruppierungen organisiert hatten. Präsent waren »Der III.Weg«, »Die Heimat" und die NPD jeweils mit ihren Jugendorganisationen »Nationalrevolutionäre Jugend« (NRJ), »Junge Nationalisten« (JN) und »Nationale Jugend« (NJ). Auch die »Freien Sachsen«, »Miteinanderstadt Gera« sowie nicht-parteigebundene Kräfte aus der »Hammerskin Nation« (HSN) und dem »Blood & Honour« (B&H) Netzwerk waren vertreten.
    Wie bereits in den Vorjahren trat Neonazi-Kader Lutz Giesen (»Artgemeinschaft« und »Freie Sachsen«) als Anmelder auf. Reden hielten Sven Skoda und Edda Schmidt, beide »Die Heimat« und zum Abschluss spielte Philipp „Phil“ Neumann (»Die Heimat«) von der RechtsRock Band »Flak« auf der Gitarre.
    Über 4000 Antifaschist*innen protestierten mit verschiedenen Aktionen gegen den geschichtsrevisionistischen Aufmarsch.“

  • Donnerstag, 19.03.2026

    In diesen kurzlebigen und ziemlich rechten Zeiten kommt es regelmäßig vor, dass wir deutsche Richter öffentlich faschistischer Aktivitäten überführen und diese trotzdem im Amt bleiben (wenn auch über kurz oder lang nicht in Würden). Wir erinnern an drei Fälle amtierender Richter aus den letzten Jahren in der Reihenfolge ihres Auftretens:
    Matthias Zieseniß Amtsrichter in Gifhorn. Hitlergrüßer des „Coburger Convents“. Aufgedeckt 2023: „Der Richter grüßt Hitler“. Wurde mit Pressekampagne angegriffen. Untergetaucht als Gärtner.
    Bengt Fuchs Vizepräsident des Verwaltungsgerichts Gera. Hat hunderte Menschen aus rassistischen Gründen abgeschoben. Aufgedeckt 2024: „Der Tradition keine Zukunft“. Wurde mit Pressekampagne angegriffen. Untergetaucht im Justizministerium.
    Oliver Chama Amtsrichter in Ulm. Schulte Nazis in Baden-Baden. Aufgedeckt 2026: „Staatsanwalt coacht Hitlergrüßer“. Dunstkreis von Mike Ulbricht. Wurde bisher in der Presse kaum erwähnt.

  • Freitag, 20.03.2026

    Der momentane „Bundesseelsorger“ des „Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen“ (CV) ist Peter Schallenberg von der „KAV Capitolina Rom“, der „KDStV Bergland (Freiberg) Aachen“, der „KDStV Guestfalo-Silesia Paderborn“, der „KDStV Norbertina Magdeburg“ und der „KDStV Sauerlandia Münster“, allesamt im CV, sowie der „Katholischen akademischen Verbindung Norica Wien“ im „Österreichischen Cartellverband“ (ÖCV). Schallenberg hat ein Amt inne, das durch den horrenden, jahrzehntelangen und vor allem unaufgeklärten Kindesmissbrauch seines Vorgängers von 1970 bis 1982, Edmund Dillinger, auf ewig mit einem Schandmal versehen ist.
    Im Domradio (Archiv) hat sich Schallenberg nun zum politischen Mandat seines „Cartellbruders“ Jochen Haug von der „KDStV Rheno-Baltia Köln“ geäußert, Haug ist AfD-Korporierter im Bundestag. Schallenberg versteckt sich hinter der CV-Satzung ohne Durchgriffsrecht des Dachverbands, so dass eine Positionierung billig ist:
    „Das geht aus Sicht des Bundesverbandes, des Cartellverbandes, nicht zusammen. Die rechtliche Situation ist jedoch so, dass die einzelnen Studentenverbindungen, die CV-Verbindungen, rechtlich eigenständig sind. [...]
    Ich bin der Meinung, dass ein Mitglied einer CV-Verbindung nicht für die AfD aktiv tätig sein kann. Es geht hier nicht um Meinungsäußerung oder politische Äußerungen im privaten Raum. Es geht schon gar nicht um Wahlverhalten, was ohnehin geheim ist. Es geht um eine öffentliche Tätigkeit.
    Wir sind uns mit der Deutschen Bischofskonferenz einig. Die hat dementsprechend vor einigen Monaten ein Papier über die Unvereinbarkeit von öffentlichen katholischen Ämtern und öffentlicher Tätigkeit für die AfD veröffentlicht. [...] Wir lehnen aus christlicher Sicht und vom katholischen Standpunkt aus eine ethnische oder gar völkische Diskriminierung entschieden ab.“

    Diese Position ist keineswegs Konsens unter katholischen CV-Korporierten. Auf die Frage „Der Cartellverband ist der einzig größere katholische Verband, der sich nicht als Gesamtverband von der AfD abgrenzt. Warum macht er das nicht?“ antwortet Schallenberg mit einem Hinweis auf die Formalia, auch wenn sie ihm „persönlich“ nicht gefallen:
    „Das ist bisher der Tatsache geschuldet, dass die einzelnen Verbindungen eigenständig sind und es Bedenken gibt, dass wir als Dachverband durchregieren wollten.“
    Haugs „Rheno-Baltia“ aus Köln will jedenfalls von Distanzierungen nichts wissen und hält weiter zu ihrem Nazibruder. Dabei stellt die Verbindung mit Claus-Michael Lommer von der „KDStV Rheno-Baltia Köln“, der „KDStV Teutonia Freiburg im Üechtland“, der „KDStV Gothia Erlangen“ und der „KAV Capitolina Rom“ seit Jahren den Vorsitzenden des „CV-Rats“, eines der höchsten Gremien des „Cartellverbands“.
    Als die „KDStV Staufia zu Bonn“ im Januar 2024 eine Unvereinbarkeit mit der AfD beschloss, fragte der Kölner Stadt-Anzeiger (Archiv | Disclaimer) auch die Kölner CV-Verbindungen nach ihrer Position:
    „Ist das auch ein Thema für die in Köln ansässigen sechs katholischen Verbindungen KDStV Asgard, AV Hansea, KDStV Rappoltstein, KDStV Rheinland, AV Rheinstein und KDStV Rheno-Baltia? Auf schriftliche Anfragen hat keine der Verbindungen reagiert.“

  • Samstag, 21.03.2026

    Im Landkreis Regensburg brannte in der Nacht auf den 6. Oktober 2025 das Schloss Thiergarten bei Donaustauf aus nach wie vor unbekannter Ursache bis auf die Grundmauern nieder. Es war das Jagdschloss der rechtsradikalen Gräfin Gloria von Thurn und Taxis, die umgehend Antifas für den „Brandanschlag“ verantwortlich machte.
    Obwohl der vermeintliche Anschlag bereits im November als Fake enttarnt und Brandstiftung ausgeschlossen ausgeschlossen wurde, hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren erst am 19. Januar 2026 und dann auch noch klammheimlich eingestellt. Regensburg Digital hat die ganze Geschichte aufgeschrieben:
    „Ein zerstörtes Jagdschloss, ein falsches Bekennerschreiben, dazu bundesweite Berichte mit schiefen Schlagzeilen. Rechtes bis rechtsextremes Geraune über einen angeblichen Antifa-Brandanschlag – bis hin zum ungarischen Premier Viktor Orbán. Eine Schlossherrin, die all das befeuert. Und ein Experte, der diese falschen Narrative zur besten Sendezeit bei Markus Lanz unwidersprochen nachplappert.
    Angesichts des großen öffentlichen Interesses und der vielen Falschinformationen zum Brand des Jagdschlosses Thiergarten bei Donaustauf (Landkreis Regensburg) ist es bemerkenswert, wie wenig Beachtung das Ergebnis der Ermittlungen zur Brandursache findet – medial wie insgesamt.“

  • Sonntag, 22.03.2026

    Die „Rudelsburger Allianz“ (RA) ist ein Zusammenschluss von 13 Korporationen, die bereits vor dem 9. November 1989 (seit dem „Allianzconvent 2006“: vor dem 3. Oktober 1990) in der DDR aktiv waren. Über diese wie andere Korporierte in der DDR ist wenig bekannt. Für die „Rudelsburger Allianz“ ändern wir die Quellenlage mit dieser Meldung.
    Die „Rudelsberger Allianzbünde“ decken nahezu das gesamte Verbindungsspektrum ab:
    „KDStV Alemannia zu Greifswald und Münster“ im CV
    „Akademische Altherrenbund Bauconstructiva Lipsiensis“
    „Freie Studentische Korporation Cimbria Dresdensis“
    „Akademische Verbindung Eques Aureus Dresdensis“
    „KDStV Germania Leipzig“ im CV
    „Burschenschaft Gloriosa Erfordiensis“
    „Akadademische Altherrenverbindung Keynhausia zu Leipzig“
    „Christliche Studentenverbindung Ottonia Magdeburg“
    „Landsmannschaft Plavia-Arminia zu Leipzig“ im CC
    „Dresdener Burschenschaft Salamandria“ in der DB
    „KDStV Salana Jenensis“
    „Deutsche Studenten-Verbindung Saxo-Ascania Hallensis“
    „Katholisch Technische Verbindung Unitas Ilmenau-Kassel zu Ilmenau“ im TCV
    Ausgetreten sind die „Burschenschaft Gaudea zu Köthen/Anhalt“ und die „Sängerschaft Concordia Greifswald“. „Freundschaftsverhältnisse“ unterhielt die RA zumindest bis 2018 zu der „Burschenschaft Fidentia Mittweida“ und dem „Freien Corps Austro-Germania Wien“.
    Einmal im Jahr treffen sich die Bünde traditionell am Samstag nach Pfingsten auf der namensgebenden Rudelsburg in Sachsen-Anhalt, wo sich bereits ab 1855 „Kösener Corpsstudenten“ trafen. Freitag ab 17 Uhr findet der „Begrüßungsabend“ in der Gaststätte „Burgblick“ in Saaleck statt und die „Allianz-“ sowie die „Vorortfahne“ werden auf der Rudelsburg gehisst. Am Samstag ist um 15 Uhr ein korporiertes Event an der Saale am Fuße der Rudelsburg, um 17 Uhr das Spanferkelessen am Löwendenkmal, ab 20 Uhr der Kommers im Rittersaal der Rudelsburg und nach Mitternacht der besoffene Abstieg zur Saalecker Gaststätte. Am Sonntag Vormittag findet dann noch der „Allianzkommers“ statt, ein Katerfrühstück ebenfalls bei „Couleurwirt“ Uwe Kanthack in seiner Saalecker Gaststätte „Burgblick“.
    Die RA geht auf ein Treffen verschiedener Verbindungen bei Dippoldiswalde drei Jahre vor dem Mauerfall zurück. Am 19. Mai 1986 trafen sich Korporierte aus Dresden, Erfurt, Freiberg, Halle, Jena, Leipzig und Magdeburg im Gasthaus „Zur Schmiede“ in dem Schmiedeberger Ortsteil Naundorf. Auf dieses Treffen folgte am 20. Juni 1987 der von der KDStV Salana Jenensis ausgerichtete erste „Allianzkommers“ auf der Rudelsburg, welcher bereits von der Stasi infiltriert wurde. Von Januar 1988 bis Mai 1989 bestand der „Kulturbund-Freundeskreises ,Studentische Kulturgeschichte‘“. Am 10. Februar 1990 wurde schließlich die „Rudelsburger Allianz“ gegründet.
    Wir veröffentlichen Dokumente der „Rudelsburger Allianz“ aus den Jahren 1987 bis 2018. Wir haben die Dokumente grob in drei Kategorien aufgeteilt: Protokolle (P), Finanzberichte (F) und Kommerstexte (K):
    1987-06-20-P
    1988-05-28-P
    1989-05-20-P
    1990-10-27-P
    1994-05-28-P
    1996-06-01-P
    1999-05-29-P
    2000-06-17-P
    2001-06-09-P
    2001-06-09-F
    2001-06-09-F
    2002-05-25-P
    2003-06-14-P
    2004-06-05-P
    2005-05-21-P
    2006-06-10-P
    2006-06-10-P
    2006-06-10-K
    2006-06-10-F
    2006-06-10-F
    2007-06-02-P
    2008-05-17-P
    2009-06-06-P
    2010-05-29-P
    2010-05-29-F
    2011-06-18-P
    2011-06-18-P
    2011-06-18-K
    2012-06-02-P
    2012-06-02-K
    2012-06-02-K
    2012-06-11-F
    2013-05-25-P
    2013-05-25-K
    2013-05-25-P
    2013-05-31-F
    2014-06-14-P
    2014-06-14-F
    2015-05-30-P
    2015-05-30-P
    2015-05-30-F
    2016-05-21-P
    2016-05-21-K
    2016-06-13-F
    2017-06-10-P
    2017-06-10-F
    2017-06-10-P
    2017-06-10-K
    2017-06-10-F
    2017-06-10-F
    2018-05-26-P

  • Montag, 23.03.2026

    Spiegel TV hat vor der Landtagswahl am 22. März 2026 in Rheinland-Pfalz eine Reportage zu mehreren AfD-Politiker veröffentlicht, die „Alte Herren“ in einem Mitgliedsbund der „Deutschen Burschenschaft“ sind. Die AfD erhielt bei der Wahl 19,5% der Stimmen und damit 24 von 101 Sitzen.
    Vorgestellt werden Damian Lohr, Sebastian Münzenmaier und Benjamin Steiner von der „Burschenschaft Germania Halle zu Mainz“ sowie Joachim Paul von der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“.
    Erwähnt werden außerdem Alexander Jungbluth, „Alter Herr“ beider Verbindungen, und Norbert Weidner von den „Raczeks“. Unerwähnt bleibt, dass Pauls Angestellter Weidner in den 1990er Jahren V-Mann des Verfassungsschutzes war. In der Reportage wird eine interne Bundeszeitung der „Burschenschaft Germania Halle zu Mainz“ von 2017 (PDF) gezeigt, die wir mit dieser Meldung veröffentlichen.

  • Dienstag, 24.03.2026

    In der Nacht auf den 2. März 2026 gab es einen Angriff auf das Auto mit dem amtlichen Kennzeichen KA-RS 1709 des Karlsruher AfD-Politikers Rouven Stolz mit Buttersäure.
    Eine Anmerkung derer, die wussten, wo sein Auto stand (nämlich vor seiner Haustür): „Besonders erfreulich konnte der Weg zur AfD-Wahlkampfabschluss-Veranstaltung in Durlach am nächsten Tag also nicht gewesen sein.“
    Im Juni 2022 gab es bereits einen Angriff auf das Wohnhaus von Rouven Stolz in der Alten Friedrichstraße 73 in Karlsruhe-Neurat. Damals wurden ein Graffiti angebracht, der Briefkasten unbrauchbar gemacht und Anti-AfD-Plakate verklebt.

  • Mittwoch, 25.03.2026

    Die „Identitäre Bewegung Deutschland“ ist seit Dezember 2025 als Partei registriert (siehe: Bundeswahlleiterin) und nicht länger als eingetragener Verein. Als Adresse fungiert wie schon im Impressum der Naziseite die Almestrasse 10 in 33154 Salzkotten.
    Die Augsburger Allgemeine schreibt: „Als Verein besteht die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) schon seit 2014, seit 2019 wird sie vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. […] Nach Auskunft der Bundeswahlleiterin wurde die IBD im Oktober 2024 in Chemnitz gegründet.
    An der Parteispitze stehen zwei Männer, die bislang nur als ,Bundessprecher‘ der IBD aufgetreten waren: der Augsburger Maximilian Märkl als Vorsitzender, Vincenzo Richter als Stellvertreter. ,Schatzmeister‘ der Partei ist den Unterlagen zufolge Torsten [Görke] – ein umtriebiger Aktivist, der bei der Finanzierung und Etablierung der IBD eine bedeutende Rolle spielen soll. Der Parteisitz ist in Salzkotten bei Paderborn.“

    Die IB will mit der juristischen Umstrukturierung offensichtlich ein drohendes Vereinsverbot abwenden, das deutlich leichter als ein Parteiverbot durchzusetzen wäre. Dazu passt auch, dass der IBD-Vorsitzende Maximilian Märkl Anfang Februar 2026 aus der AfD ausgetreten ist. Durch personelle Entflechtung sollen die faschistischen Strukturen resilienter gegenüber staatlicher Repression werden.
    Presse: Table Media | t-online | Augsburger Allgemeine