Donnerstag, 18.07.2019

Laut aktuellen Medienberichten plante der rechtsradikale Ex-Bundeswehrsoldat, Burschenschafter und JA-Funktionär Tobias Lipski am 24. Juni 2017 einen Anschlag auf die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sie besuchte an diesem Tag die Bundeswehr-Uni in München-Neubiberg und ein Militär-Event am Schloss Nymphenburg. Am 9. Juni 2017 soll ein Verfahren wegen „Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz“ gegen den verhinderten Attentäter Lipski eingeleitet und eine Razzia durchgeführt worden sein – allerdings ohne Erfolg. Möglicherweise sei er vorgewarnt gewesen. Kurz zuvor, am 24. Mai 2017, war Lipski von der Bundeswehr entlassen worden. Und nach den aktuellen Presseveröffentlichungen gaben die bayerischen Behörden mit zwei Jahren Verspätung bekannt, dass in einem Kanal in München in diesem Zeitraum Handgranaten gefunden wurden.
Lipski kommt aus Hamburg-Harburg. Seine militärische Grundausbildung absolvierte er ab dem 1. Juli 2013 im Panzerbataillon 393 in Bad Salzungen in Thüringen, den Rest seines freiwilligen Wehrdienstes im Jägerregiment 1 in Hammelburg in Bayern. Anschließend verpflichtete er sich für 14 Jahre und durchlief dabei das Offizieranwärterbataillon 1 in Munster, die Offizierschule des Heeres in Dresden, das Aufklärungsbataillon 8 im bayerischen Freyung und war zum Zeitpunkt seines Rauswurfs an der Universität der Bundeswehr in München. Während seiner Zeit an der Bundeswehr-Uni war Lipski „Fuchs“ bei der „Münchner Burschenschaft Cimbria“, wurde dort allerdings wegen seiner „Verhaltensweisen gegenüber Damen“ rausgeworfen und erhielt Hausverbot. Auch bei der „Burschenschaft Alemannia“ hatte er Hausverbot, hier wegen Zeigens von Hitlergrüßen. Nach dem Ende seiner Offizierskarriere zog Lipski im Juni 2017 nach Schardenberg in Oberösterreich und begann ein Jurastudium an der Uni Passau.
Im Herbst 2017 wurde Tobias Lipski von der „Burschenschaft Markomannia Wien zu Deggendorf“ in Passau aufgenommen, nachdem es innerhalb der Burschenschaft Diskussionen über seine politische Gesinnung, seine Aktivitäten bei den „Identitären“, seine Überwachung durch den MAD und seinen Rauswurf als Offiziersanwärter bei der Bundeswehr gab. Bereits im März 2017 war Lipski vom MAD befragt worden. Der Militärgeheimdienst hielt fest, dass Lipski unter anderem IB-Stammtische in München-Trudering besuchte und sogar selbst Vorträge zum Umgang mit Verfassungsschutz und Polizei für die „Identitäre Bewegung“ gehalten haben soll. Und dies sowohl auf dem Haus der „Burschenschaft Danubia“ vor IB-Funkionären als auch am 24. Februar 2017 bei einer „Identitären“-Veranstaltung in Bad Tölz. Im März 2019 wurde Lipski zum stellvertretenden Vorsitzenden in den Vorstand der „Jungen Alternative Ostbayern“ gewählt. Außerdem ist Lipski aktuell Sprecher der Aktivitas seiner Burschenschaft.