Die erstmalige Freiburger Ramadan-Beleuchtung am Seepark sorgte für lokale Presseberichte (BZ | SB) am 18. Februar 2023. Am Wochenende des 23. und 24. Februar gab es drei Angriffe auf das beleuchtete Schild. Gegen 11:15 Uhr am Samstag durchtrennte eine Person die Beleuchtungskabel. Um 13:15 Uhr postete AfD-Stadtrat Karl Schwarz ein Hetzvideo gegen die Ramadan-Beleuchtung auf Instagram. Am Sonntag um 14:15 Uhr verhängten drei Personen das „Happy Ramadan“ mit einem Banner. Die Aufschrift: „Gesegnete Fastenzeit!“ und ein Christenkreuz. Bis auf Schwarz entkamen alle Täter unerkannt.
Die Aktion war offenbar eine koordinierte Wahlkampfaktion für den OB-Kandidat Schwarz, die „Junge Freiheit“ brachte am 23. Februar die IB-Fotos. Beide Aktionen sind vom Stil typisch für die „Identitäre Bewegung“, die sich zu der Banneraktion bekannte. Sie passt auch zu Schwarz’ demonstrativ zur Schau gestellter Nähe zum „Vorfeld“ der AfD und zu „Vofeld“-nahen AfD-Politikern. Von der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ postet Schwarz am 3. Dezember 2025 Fotos von sich mit vier Nazis auf Facebook:
„Solche Kongresse nutze ich immer, um Netzwerke zu pflegen und neue Kontakte aufzubauen. Es war gut, viele bekannte Gesichter wiederzutreffen: Björn Höcke, Götz Kubitschek, mit dem ich auch persönlich sprechen konnte, Matthias Helferich und Joachim Paul. Mit einigen konnte ich mich kurz austauschen – und ich hoffe, den ein oder anderen bald in Freiburg begrüßen zu dürfen.“
Nur die Aufschrift des Banners irritiert auf den ersten Blick. Zwar kokettieren „Identitäre“ gerne mit ihrer Kreuzrittermentalität, aber von fastenden und betenden „Identitären“, die sich nach jedem Aschermittwoch in Klausur begeben, war bisher wenig bekannt.
Der zweite Blick geht auf die katholische Litanei auf dem Freiburger Hauptfriedhof, welche Karl Schwarz vor Lokalnazis hielt. Auf seinen guten katholischen Einfluss auf den Frischtäufling Dubravko Mandic. Auf seine öffentlich zur Schau gestellten Kontakte zu der Nazichristin Vanesa Mandic und den Piusbrüdern.
Am Sonntag folgte dann ein politisches Bekennerschreiben von Daniel Halemba, der bei den Würzburger Stadtratswahlen am 8. März auf Platz 1 der AfD-Liste kandidiert. Halemba nutzte ein Foto des beleuchteten Schilds und den Spruch „Schwache Politiker machen schwache Politik“ für seine Hetze:
„In der Stadt Freiburg wurden 19.000 Euro für eine ,Happy Ramadan‘-Installation ausgegeben. Dazu kommen nochmal je 2.000 Euro Förderung für vier islamische Gemeinden für ein großes Gebet am Ende des Monats. In Würzburg wollen wir das als AfD verhindern.“
Am Dienstag teilte Karl Schwarz kurzzeitig das Bekennerschreiben der „Identitären Bewegung“ auf Instagram. Am Abend hatte die Angst vor der Repression gegen die Lust an der Vermessenheit gewonnen.
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