Zur Zeit läuft ein Machtkampf in den USA um die Grenzen der Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Die US-Regierung unter Donald Trump und insbesondere das kürzlich umbenannte Kriegsministerium unter Pete Hegseth nutzten bis Ende Februar 2026 jahrelang KI-Software von Anthropic, darunter das unter Software Engineers beliebte Large Language Model „Claude“.
Doch Anthropic hatte zwei Bedingungen für die Nutzung: Keine vollautonomen KI-gesteuerten Waffen und keine Massenüberwachung in den USA. Daraufhin beendete Hegseth die Verträge mit Anthropic und stufte die US-Firma als Lieferkettenrisiko ein. Dadurch wird auch allen Firmen, welche Verträge mit dem Pentagon haben, die „Claude“-Nutzung im Rahmen dieser Verträge verboten. Anthropic hat dagegen eine Klage angekündigt.
Der Anthropic-Chef Dario Amodei hat in einem Statement die Gründe der Firma für ihren Widerstand erläutert. Insbesondere betont Amodei, dass er gerne bei der Massenüberwachung der restlichen Welt behilflich war. „Claude“ mag nur keine US-AmerikanerInnen bespitzeln:
„Massenüberwachung im Inland.
Wir unterstützen den Einsatz von KI für rechtmäßige Auslandsaufklärungs- und Spionageabwehrmissionen. Der Einsatz dieser Systeme zur Massenüberwachung im Inland ist jedoch mit demokratischen Werten unvereinbar. KI-gestützte Massenüberwachung birgt ernsthafte und neuartige Risiken für unsere Grundfreiheiten.
Soweit eine solche Überwachung derzeit legal ist, liegt dies nur daran, dass das Recht mit den rasant wachsenden Fähigkeiten der KI noch nicht Schritt gehalten hat.
Beispielsweise kann die Regierung nach geltendem Recht detaillierte Aufzeichnungen über die Bewegungen, das Surfverhalten und die Kontakte von US-Bürgern aus öffentlichen Quellen ohne richterliche Anordnung erwerben – eine Praxis, die, wie die Geheimdienste einräumen, Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes aufwirft und im Kongress parteiübergreifenden Widerstand hervorgerufen hat.
Leistungsstarke KI ermöglicht es, diese verstreuten, einzeln betrachtet harmlosen Daten zu einem umfassenden Bild vom Leben einer jeden Person zusammenzufügen – automatisch und in großem Umfang.“
Kurz nach der Aufkündigung der Verträge mit Anthropic hat das US-Kriegsministerium einen Vertrag mit Sam Altmans OpenAI zur Nutzung von „ChatGPT“ abgeschlossen.
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