Montag, 16.03.2026

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die drei linke Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ ausgeschlossen: den „Buchladen zur schwankenden Weltkugel“ in Berlin, „The Golden Shop“ in Bremen und der „Buchladen Rote Straße“ in Göttingen.
Insgesamt waren von einer unabhängigen Jury 118 Buchhandlungen nominiert worden. Die Jury protestierte mit einer Stellungnahme gegen Weimers Intervention. Darin heißt es, die Jury habe sich „bewusst dafür entschieden, diese drei Plätze nicht nachzunominieren, sondern eine sichtbare Lücke zu lassen“.
Die Kanzlei Sven Adam, die den Roten Buchladen aus Göttingen vertritt, hat am 11. März 2026 eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin erhebt die Kanzlei gegenüber dem „Bundesbeauftragten für Kultur und Medien“ (BKM) – so Weimars offizieller Titel – den Vorwurf der Lüge.
Weimer hatte den drei Buchhandlungen am 10. Februar wahrheitswidrig mitgeteilt, dass „Sie von der unabhängigen Jury nicht für eine Auszeichnung ausgewählt wurden“. Deutschlandfunk sendete am gleichen Tag ein Interview mit Sven Adam zum Thema. Nach vernichtender Kritik an seinem autoritären Zensurkurs hat Weimer die Verleihung des Preises am 19. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse mittlerweile abgesagt. Ein Feigling ist er auch noch.
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