Bisher wurden von der US-Regierung finanzielle, infrastrukturelle und Einreise-Sanktionen gegen Linksradikale und Richter und ihre Angehörigen verhängt. Laut Spiegel (Archiv) sind aber weitere Personengruppen in Deutschland der Gefahr von US-Sanktionen ausgesetzt:
„Nach SPIEGEL-Recherchen erwog die US-Regierung schon vor Monaten, deutsche Staatsdiener zu bestrafen. So berichten es mehrere ehemalige US-Regierungsbeamte. Demnach ärgerte sich die Trump-Regierung derart über die Einstufung der AfD als »gesichert rechtsextremistisch« durch den Verfassungsschutz, dass man im amerikanischen Außenministerium über Einreiseverbote oder gar finanzielle Sanktionen gegen die Verantwortlichen nachdachte. Wen es konkret treffen sollte, ist nicht bekannt. Bis über eine Klage der AfD entschieden ist, ruht die Einstufung des Verfassungsschutzes.
Ähnliche Überlegungen gab es laut den ehemaligen US-Regierungsbeamten für Frankreich. Man habe im amerikanischen Außenministerium Sanktionen gegen jene Richter erwogen, die Marine Le Pen vom rechtspopulistischen Rassemblement National im Frühjahr verurteilt hatten. In erster Instanz hatte das Gericht Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Mitteln nicht nur eine Freiheits- und Geldstrafe auferlegt, sondern ihr auch verboten, bei der nächsten Präsidentschaftswahl in Frankreich anzutreten.“
Gegen den brasilianischen Richter Alexandre de Moraes nutzte die US-Regierung den Global Magnitsky Act. Das Gesetz von 2016 richtet sich eigentlich gegen „schwere Menschenrechtsverletzungen wie Folter oder außergerichtliche Hinrichtungen“ und „bedeutende Korruptionsfälle, einschließlich Bestechung und Veruntreuung“. Aber es wurde gegen De Moraes eingesetzt, weil dieser den Prozess zum Putschversuch des Trump-Verbündeten Jair Bolsonaro führte. Also kann es gegen jedeN eingesetzt werden.