Mittwoch, 28.01.2026

Beim „Burschentag 2025“ wurde die „Burschenschaft Frankonia Erlangen“ zur „Vorsitzenden [Burschenschaft]“ im Geschäftsjahr 2026 gewählt. Amtierender Sprecher der „Deutschen Burschenschaft“ ist seit dem 1. Januar 2026 der „Frankone“ Philipp Compte.
Über Vater und Sohn Compte schrieben wir in einem Communiqué vom 18. Mai 2023: „,Alter Herr‘ ist beispielsweise Roland Compte, Landsmannschaft Niedersachsen Hannover und Landsmannschaft Ghibellinia Tübingen, VACC Hannover und Vertriebsleiter der Taifun Software GmbH, Jahrgang 1967, der Schatzmeister des NPD-Unterbezirks Hannover war. Sein Sohn Philipp Compte, Jahrgang 1999, ist Aktiver der Burschenschaft Frankonia Erlangen in der Deutschen Burschenschaft und wurde im Januar 2023 zum stellvertretenden Schatzmeister der ,Jungen Alternative Bayern‘ gewählt.“
Philipp Compte war unter den Nazis, die drei Tage nach der Veröffentlichung des Communiqués eine antifaschistische Infoveranstaltung am 21. Mai 2023 in der Stadtbibliothek Erlangen verhinderten.
Die „Frankonia Erlangen“ macht regelmäßig nicht öffentlich beworbene Veranstaltungen in ihrem Haus in der Loewenichstraße 16. Zuletzt hielt Nils Wegner am 17. Januar 2026 einen Vortrag über den „Stand der politischen und kulturellen Rechten in den USA“.
Einen Tag zuvor war bei der „Münchner Burschenschaft Danubia“ am 16. Januar 2026 Mathilda Huss zu Gast. Auch die „Danubia“ lädt nicht mehr öffentlich zu ihren Veranstaltungen ein. Aber Nazis wie Esther Göhre, die Partnerin des frischgewählten bayerischen „Generation Deutschland“-Vorstandsmitglieds Tim Schulz, posteten anschließend Fotos von Huss’ Vortrag – wahrscheinlich war er wirr wie immer.
Wenig Substanz hatten die Antworten auf die parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag zu den „Verbindungen von Mitgliedsorganisationen der Deutschen Burschenschaft zu extrem rechten Netzwerken“. Selbst harmlose Fragen wie die, ob „die Bundesregierung eine Bewertung der politischen Ausrichtung der Deutschen Burschenschaft vorgenommen“ hat, werden abgebügelt: „Die Bundesregierung ist nach sorgfältiger Abwägung zu der Auffassung gelangt, dass die Frage aus Gründen des Staatswohls nicht – auch nicht eingestuft – beantwortet werden kann.“
Ähnlich sieht es mit dem Wissen um die Vernetzung der Naziburschen aus: „Eine Antwort hinsichtlich der organisatorischen Verbindungen zwischen Mitgliedsbünden der Deutschen Burschenschaft und als rechtsextremistisch eingestuften oder dem rechten Spektrum zuzurechnenden Organisationen kann aus Gründen des Staatswohls nicht erfolgen.“
Zu guter Letzt machen noch Gerüchte um eine DB-Wiedergängerin die Runde. Die „Burschenschaft Normannia Heidelberg“ tritt wieder unter ihrem alten Namen auf, zumindest virtuell. Die RNZ erinnert an den antisemitischen Angriff 2020. Dafür waren die Naziburschen „zu Freiheitsstrafen von je acht Monaten verurteilt worden, ausgesetzt zur Bewährung.
Die Normannia verschwand nach weiteren Skandalen – so tauchten etwa Fotos von ,Alten Herren‘ auf, die im Normannenhaus den Hitlergruß zeigten – lange Zeit aus der Öffentlichkeit, gab sich schließlich einen neuen Namen: Cimbria. Das Haus stand erst leer, dann zogen chinesische Studenten ein.
Aber nur drei Monate nachdem das Urteil um den antisemitischen Übergriff rechtskräftig geworden war, kehrte die Burschenschaft offenbar zu ihrem alten Namen zurück – und zum alten Motto ,Ehre, Freiheit, Vaterland‘.“