Montag, 09.02.2026

Das Jahr 2026 fing für den Dresdner Nazistaatsanwalt Mike Ulbricht gar nicht gut an. Kaum war der „Alte Herr“ der „Akademischen Jagdkorporation Hubertia Düsseldorf“ wieder nüchtern, verhagelte ein Antifabericht am 4. Januar seine Laune. Dann zwei Wochen später die nervige Kleine Anfrage der Grünen im sächsischen Landtag vom 20. Januar zum Thema „Vortrag eines Staatsanwalts bei einem rechtsextremen Rechtsanwalt“.
Da beteuert „der Beamte“ mal besser „seine Unwissenheit“, wenn die Sächsischen Zeitung (SZ) anruft und am 5. Februar unter dem Titel „Referat über Volksverhetzung und Meinungsfreiheit: Dresdner Staatsanwalt hält Vortrag vor Rechtsextremisten“ berichtet.
Immerhin waren neben dem Dresdner Staatsanwalt („Auf Anfrage der Sächsischen Zeitung bestätigte [Ulbricht] seinen Vortrag.“) bei der Nazischulung von Dubravko Mandic in Baden-Baden außerdem anwesend: seine Tradwife Vanesa Mandic, sein Kanzleiknecht Till Weckmüller und sein AfD-Stadtrat Karl Schwarz aus Freiburg. Der „Freie Sachsen“-Gründer Martin Kohlmann, der Nazifunktionär Michael Brück der Ex-„Dritter Weg“-Kader Matthias Bauerfeind und der „Danuben“-Bursche Max Hülsenbeck.
Eigentlich kennt sich Ulbricht mit Nazis aus, schließlich war er ja selbst mal jung und alternativ: „Als Experte ordnete [Ulbricht] zum Beispiel 2022 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die damalige Verschärfung des Volksverhetzungsparagrafen im Strafgesetzbuch ein. Im selben Jahr war der Staatsanwalt auch bei dem Internet-Radiosender ,Kontrafunk‘ zu Gast, um über den Paragrafen zu sprechen.“
Wer eignete sich besser als Nazis, um über den Volksverhetzungsparagrafen ins Gespräch zu kommen? „Der Sächsischen Zeitung erklärte [Ulbricht] er folge ,grundsätzlich jeder Einladung, um über meine wissenschaftliche Arbeit ins Gespräch zu kommen‘. Zwar verweist [Ulbricht] darauf, dass er zu Beginn seines Vortrags hervorgehoben habe, dass er diesen ,als Wissenschaftler und ausdrücklich nicht als Staatsanwalt‘ halte. In dem Programm hingegen wurde [Ulbrichts] Präsentation dem Instagram-Post zufolge mit dessen Namen und ,Staatsanwalt‘ beziehungsweise ,Dresdner Staatsanwalt‘ beworben.“
Wer kennt das nicht? Eine viel zu oberflächliche Kurzrecherche und schon referiert man aus Versehen vor einem Haufen Nazis. Ohne etwas davon zu ahnen oder einen zu erkennen, denn die tragen weder Hakenkreuze noch Namensschilder: „Zu dem bundesweit bekannten Szene-Anwalt schreibt der Dresdner Beamte weiter, er habe sich lediglich dessen Website angeschaut und ,nichts Ehrenrühriges feststellen können‘.
Und: ,Ich habe mich natürlich auch nicht erkundigt, wer sich als Teilnehmer dieser Fortbildungsveranstaltung angemeldet hatte.“ Keiner der Teilnehmer habe sich „als ‚Rechtsextremist‘ zu erkennen gegeben oder auch nur ein Namensschild getragen‘.

Das Jahr noch so jung bringt nichts als Ärger und Schmerzen. Aber was schmerzt den Nazi am ärgsten?
„Zuerst hatte die Autonome Antifa Freiburg Anfang dieses Jahres auf die Personalie aufmerksam gemacht.“