Freitag, 20.03.2026

Der momentane „Bundesseelsorger“ des „Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen“ (CV) ist Peter Schallenberg von der „KAV Capitolina Rom“, der „KDStV Bergland (Freiberg) Aachen“, der „KDStV Guestfalo-Silesia Paderborn“, der „KDStV Norbertina Magdeburg“ und der „KDStV Sauerlandia Münster“, allesamt im CV, sowie der „Katholischen akademischen Verbindung Norica Wien“ im „Österreichischen Cartellverband“ (ÖCV). Schallenberg hat ein Amt inne, das durch den horrenden, jahrzehntelangen und vor allem unaufgeklärten Kindesmissbrauch seines Vorgängers von 1970 bis 1982, Edmund Dillinger, auf ewig mit einem Schandmal versehen ist.
Im Domradio (Archiv) hat sich Schallenberg nun zum politischen Mandat seines „Cartellbruders“ Jochen Haug von der „KDStV Rheno-Baltia Köln“ geäußert, Haug ist AfD-Korporierter im Bundestag. Schallenberg versteckt sich hinter der CV-Satzung ohne Durchgriffsrecht des Dachverbands, so dass eine Positionierung billig ist:
„Das geht aus Sicht des Bundesverbandes, des Cartellverbandes, nicht zusammen. Die rechtliche Situation ist jedoch so, dass die einzelnen Studentenverbindungen, die CV-Verbindungen, rechtlich eigenständig sind. [...]
Ich bin der Meinung, dass ein Mitglied einer CV-Verbindung nicht für die AfD aktiv tätig sein kann. Es geht hier nicht um Meinungsäußerung oder politische Äußerungen im privaten Raum. Es geht schon gar nicht um Wahlverhalten, was ohnehin geheim ist. Es geht um eine öffentliche Tätigkeit.
Wir sind uns mit der Deutschen Bischofskonferenz einig. Die hat dementsprechend vor einigen Monaten ein Papier über die Unvereinbarkeit von öffentlichen katholischen Ämtern und öffentlicher Tätigkeit für die AfD veröffentlicht. [...] Wir lehnen aus christlicher Sicht und vom katholischen Standpunkt aus eine ethnische oder gar völkische Diskriminierung entschieden ab.“

Diese Position ist keineswegs Konsens unter katholischen CV-Korporierten. Auf die Frage „Der Cartellverband ist der einzig größere katholische Verband, der sich nicht als Gesamtverband von der AfD abgrenzt. Warum macht er das nicht?“ antwortet Schallenberg mit einem Hinweis auf die Formalia, auch wenn sie ihm „persönlich“ nicht gefallen:
„Das ist bisher der Tatsache geschuldet, dass die einzelnen Verbindungen eigenständig sind und es Bedenken gibt, dass wir als Dachverband durchregieren wollten.“
Haugs „Rheno-Baltia“ aus Köln will jedenfalls von Distanzierungen nichts wissen und hält weiter zu ihrem Nazibruder. Dabei stellt die Verbindung mit Claus-Michael Lommer von der „KDStV Rheno-Baltia Köln“, der „KDStV Teutonia Freiburg im Üechtland“, der „KDStV Gothia Erlangen“ und der „KAV Capitolina Rom“ seit Jahren den Vorsitzenden des „CV-Rats“, eines der höchsten Gremien des „Cartellverbands“.
Als die „KDStV Staufia zu Bonn“ im Januar 2024 eine Unvereinbarkeit mit der AfD beschloss, fragte der Kölner Stadt-Anzeiger (Archiv | Disclaimer) auch die Kölner CV-Verbindungen nach ihrer Position:
„Ist das auch ein Thema für die in Köln ansässigen sechs katholischen Verbindungen KDStV Asgard, AV Hansea, KDStV Rappoltstein, KDStV Rheinland, AV Rheinstein und KDStV Rheno-Baltia? Auf schriftliche Anfragen hat keine der Verbindungen reagiert.“