Montag, 20.04.2026

Anfang April veröffentlichte der Freiburger AfD-Bürgermeisterkandidat Karl Schwarz eine Story mit Selfie im Fitnessstudio-Spiegel. Schwarz verzierte das Foto mit Deutschland-Fähnchen und dem Schriftzug „Stabil in den Sommer“.
Als Soundtrack wählte Schwarz das Nazisoldaten-Marschlied „Erika“. Das Lied wurde von Hitlers „musikalischem Oberzeremonienmeister“ Herms Niel geschrieben und ist bis heute in Nazikreisen beliebt. In diesem Fall gibt jedoch gibt es eine Geschichte hinter dem Lied auf Instagram und sie handelt von singenden Nazis aus Freiburg.
Im Februar 2025 wurde der „Freichor im Breisgau“ von Aaron Bachert aus dem Blumweg 5 in 79199 Kirchzarten gegründet. Bachert verließ den Männerchor bereits im Juli 2025 „aus zeitlichen Gründen“ wieder. Von den anderen Nazis wurde ihm zum Abschied theatralisch „für seine Tätigkeiten im Kampfsport viel Erfolg“ gewünscht. Viel Drama um nichts: wenig später war Bachert wieder dabei. Als erste Annäherung an den „Freichor“ veröffentlichen wir das 1. Erika-Video aus dem April 2025.
Der Name „Freichor“ ist eine Anspielung auf die mörderischen Freikorps in den ersten fünf Jahre der Weimarer Republik von 1918 bis 1923. Die Freiburger Nazis feiern damit die Mörder von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, rechtsradikale Terroristen wie Albert Leo Schlageter und spätere SA-Männer wie Ferdinand Ernst Nord.
Zu Beginn probte der „Freichor“ im Wohnzimmer von Sascha Arjang Trieblnig in den Gilgenmatten 5 in 79114 Freiburg-Weingarten. Trieblnigs Partnerin ist Svenja Catherina Hildegard Wendt, die Schwester von Malte Wendt und Tochter von Chris Wendt. Trieblnigs Mitbewohner ist Florian Patay. Alle fünf haben sich während der Corona-Pandemie radikalisiert und sind Teil der verschwörungsgläubigen Szene Freiburgs. Im Dezember 2022 wohnte an dieser Adresse auch Patric Laufs, AfD-Listenplatz #9 bei der Freiburger Kommunalwahl 2024.
Aber im „Freichor“ tummeln sich noch Nazis allerlei weiterer Milieus. Sie bilden eine faschistische Vorfeldorganisation der AfD in Freiburg, die Schwarz mit seinem Wahlkampfvideo „gegrüßt“ hat. Wir finden, nicht nur deshalb lohnt sich ein näherer Blick auf den „Freichor“. Oder auch mehrere.