Montag, 06.04.2026

Der AfDler Chris Hegel aus Aalen (Ostalbkreis) bewirbt seit einigen Wochen seine Kandidatur als Landesvorsitzender des noch zu gründenden baden-württembergischen Landesverbands der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD). Hegel ist von Beruf Polizist und wurde bei der baden-württembergischen Landtagswahl am 8. März 2026 für den Wahlkreis Aalen über die AfD-Landesliste in den Landtag gewählt.
Chris Hegel versteckt weder seinen Rassismus („entweder wir setzen Remigration jetzt durch oder wir verlieren unsere Heimat für immer“) noch seine völkische Ideologie („unser Tun oder Nichtstun wird am Ende entscheiden, ob Deutschland die Heimat der Deutschen bleibt“).
Allerdings versteckt Hegel seine Vergangenheit hinter Phrasen wie „es war mir relativ schnell klar, dass ich ein Rechter bin“. Die Plattform dafür bot ihm zwei Wochen vor der Landtagswahl die Schwäbische Zeitung.
Bis Dezember 2025 war Gabriel Kords Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung. Mittlerweile hat er diese Position beim Nordkurier inne, der 2021 vom „Schwäbischen Verlag“ übernommen wurde. Am 14. April 2026 um 18:30 Uhr ist Gabriel Kords zu Gast bei der AfD-Landtagsfraktion im Schweriner Schloss. Neben Kords hat die AfD den Naziinfluencer Boris Morgenstern und den „Junge Freiheit“-Chefredakteur Dieter Stein angekündigt. Das Thema: „Medienmacher im Meinungsmarkt der Zukunft“.
Für das Verständnis wesentlich ist jedoch wie so oft in Deutschland die Vergangenheit. Im September 2016 besuchte Chris Hegel eine Naziveranstaltung der Pforzheimer Nazigruppierung „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ (FHD), bei der ein „Zeitzeuge“, in diesem Fall der im Jahr 2020 gestorbene Nazioffizier und „Ritterkreuzträger“ Ludwig Bauer, einen Vortrag halten sollte. Beworben wurde diese Veranstaltung unter anderem von dem heutigen Unternehmens- und AfD-Berater Armin Allmendinger, der dafür sein Pseudonym „Identitäre Aktion Ellwangen“ nutzte:
„Betreff: Fw: FHD-Pforzheim Zeitzeugenvortrag
Von: freiheitliche-ostalb@web.de
Datum: 15.09.2016
ZUR INFO Identitäre Grüße, IAE
Weitergeleitete Nachricht:
Betreff: FHD-Pforzheim Zeitzeugenvortrag
Von: kontakt@fhd-pforzheim.de
Gesendet: 13.09.2016
Liebe Freunde und Mitglieder,
hiermit laden wir Euch recht herzlich zu unserer nächsten Veranstaltung ein.
Thema: Ein Offizier und Ritterkreuzträger der Panzerwaffe berichtet von seinen Erlebnissen an der Ost- und Westfront
Datum: Sonntag, den 25.09.2016
Ort: Großraum Pforzheim
Einlaß: 14:30 Uhr – Beginn: 15:00 Uhr
Für weitere Informationen wendet Euch bitte an unsere Infonummer: 0176/25188817
1941 bewarb sich unser Referent mit 17 Jahren als Offiziersanwärter bei der Wehrmacht. Er nahm an den Kämpfen vor Moskau, bei Woronesh, bei Rshew und im Raum Kriwoi Rog teil. 1944 wurde sein Regiment nach Frankreich verlegt. Dort kämpfte er an der Invasionsfront. und nahm anschließend an der Ardennen-Offensive teil. Am 29. April 1945 wurde ihm das Ritterkreuz verliehen. Er selber wurde in seinem Panzer insgesamt 9x abgeschossen und mehrfach verwundet. Neben dem Ritterkreuz wurden ihm das Verwundetenabzeichen in Gold, Das Panzerkampfabzeichen in Silber (II. Stufe), beide Eisernen Kreuze sowie die Ostmedaille verliehen.
Im Mai 1946 folgte die Entlassung aus der US-Kriegsgefangeschaft.
Das dürfte so ziemlich das letzte Mal sein einen derart hochdekorierten Weltkriegsteilnehmer bei uns begrüßen zu können. Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde während des 2. Weltkriegs nur ca. 7.000 mal verliehen und gilt als höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung. Als Voraussetzung für die Verleihung galten besondere Tapferkeit vor dem Feind oder hervorragende Verdienste in der Truppenführung.
Deshalb solltet Ihr unbedingt die Gelegenheit wahrnehmen und den Vortrag nicht verpassen. Besonders Jugendlichen, die heute in den Schulen von überwiegend grün-roten Lehrern ein völlig verzerrtes Geschichtsbild vermittelt bekommen, ist die Veranstaltung zu empfehlen.
Mit kameradschaftlichen Grüßen
FHD“

Chris Hegel entsprach als Jugendlicher genau der Zielgruppe und ließ sich von den örtlichen NPD-Nazis nach Pforzheim chauffieren. Er schrieb an die damalige NPD-Aktivistin und heutige „Die Heimat“-Landesvorsitzende Marina Djonovic in einem privaten Chat: Dominik wollte mich mitnehmen, bei dem ist aber das Auto verreckt^^“. Nach einigem Hin und Her instruierte ihn Djonovic: „Schreib mir kurz deine Adresse dann holen wir dich ab“. Chris Hegel antwortete mit „Lerchenweg 2 ,Ellwangen“, „Schreib mir wenn du in der Nähe bist, ich kann auch runter zur Bushaltestelle vor HG/EBR kommen“ und „Bin in 1 min da“.
Nach dem FHD-Vortrag schickte Marina Djonovic dann Einladungen zu internen NPD-Veranstaltungen an Chris Hegel. Wenig später begann er seine Ausbildung bei der Polizei.