Samstag, 18.04.2026

Die antifaschistische Recherche- und Infoplattform „Periskop Leipzig“ berichtet über ein faschistisches Kampfsportevent am 7. März 2026 bei Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Zu der Premiere der „Gladiator Fight Series“ in einem angemieteten Gemeindezentrum in Teutschenthal westlich von Halle hat „Periskop“ eine Recherche im Vorfeld und eine Recherche im Nachgang veröffentlicht. „Für einige der Anwesenden könnte eine Dokumentation ihrer Teilnahme am Event Konsequenzen haben, denn zu offensichtlich ist der extrem rechte Charakter der Veranstaltung. Dies trifft auch auf Denny Stöber zu, der in Teutschenthal nur anhand seiner Tattoos auf den Beinen identifiziert werden konnte.“
„Ein Großteil der angekündigten Kämpfenden stammt aus der Kampfsportszene der Region, allen voran aus der „Gladiator Fight Academy“ mit Sitz in Halle (Saale), deren Protagonisten auch die ,Gladiator Fight Series‘ organisieren. Anfang 2025 eröffnet, bietet das Gym im Hallenser Süden professionelle Trainingsmöglichkeiten in verschiedenen Kampfsportarten, mit dem Ziel, sich einen Namen im Kampfsport-Geschehen zu machen.
Die Betreiber Theo Weiland, Christopher Henze und Hans Krüger, die allesamt mit der extrem rechten Hooligan-und Ultraszene verschiedener ostdeutscher Fußballvereine verwoben sind, bilden auch den Trainerstab und fördern in der ,Gladiator Fight Academy‘ eine handvoll Wettkämpfer. Das Gym selbst wird, laut eigenen Angaben, von mehreren hundert Sportler_innen genutzt.“

Erwähnt werden außerdem Hannes West, Dominic Exel, Lukas Kötter, Stefan Wuttke, Christian Zeuner, Felix Stiller und Dominic Exel aus Halle, Oliver Fischer aus Dessau, Luka Schröder aus Riesa, Sven Steiger, Robert Käthner, David Minarik, Nick Eichler, Tom Zimmermann aus Chemnitz, Philip Stein aus Dresden, Sven Huber aus Gera, Mario Bentz aus Luwigshafen, die „Hammerskins“ Jan Zrzodelny, Malte Redeker und Wolfgang Benkesser, ferner Dorian Hackius und Paul Udo Kulze aus Berlin, Glenn Pielenz, Mario Schulze, William Puder, Leon Hoff, Justin Scheppner, Mario Schulze und William Pude aus Cottbus, Mathias Friederich, Luca Sonntag, Benjamin Brinsa, Paul Hoffmann, Denis Van Ngoc, Thomas Kuhbach, Fabian Nebe, Alexander „Malenki“ Kleine, Ronny Beer, Christian Buttgereit und Max Schubert aus Leipzig, David Kramer und Thomas Persdorf aus Wurzen sowie Eric Hoffmann und Steffen Reitberger aus Zwickau.
„Aus dem organisierten und mehrheitlich rechten Hooliganmilieu des 1. FC Lokomotive Leipzig“ waren Andreas Schumer, Lukas Müller, Steve Griefenow und Benjamin Schölzel anwesend. „Aus dem engsten Umfeld des „Rowdys MC“ reisten zudem Alexander Lohse, David Sturm, Dittmar Schumer, Peter Kühnel, Rocco Hahn, Dennis Wessel und Ronny Gläßer nach Teutschenthal. [...] Eine andere Gruppe kampfsportaffiner, neonazistischer LOK-Fans reiste aus dem nordsächsischen Delitzsch nach Teutschenthal. Zur Reisegruppe gehörten Eric Schmidt, Marc Weiße, Christoph Roßmann und Robin Fehrmann“.
Auch Erfurter Hools wie Cedrik Dellit und Till Maschke vom „Jungsturm“ waren anwesend: „Die Teilnahme der Erfurter Fanszene ist u.a. auf Theo Weiland zurückzuführen, der nicht nur Mitbetreiber der ,Gladiator Fight Academy‘ ist, sondern auch der Führungsriege des ,Jungsturm‘ angehörte, der extrem rechten Hooligangruppe des FC RWE. Gegen die Mitglieder der Gruppe wurde zwischen 2020 und 2021 vor Gericht verhandelt. Weiland, wie auch seinen Mitstreitern Steve Weinhold, Marco Klingner und Robin Brand, wurde die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen und letztlich auch nachgewiesen.“
Auch AfDler waren anwesend: „Rechte Hooligans, Neonazis und die sogenannte ,Neue Rechte‘: eine Melange, zu deren Komplettierung eigentlich nur noch Personen fehlen, die sich in der extrem rechten AfD verdingen. Genau dieser Kreis scheute vor Ort die Kameras, konnte es im Nachgang aber nicht lassen, von der eigenen Teilnahme zu berichten. So veröffentlichte Paul Backmund – AfD-Stadtrat in Halle (Saale), Kampfsportler und Direktkandidat für die AfD bei der kommenden Landtagswahl – auf Social Media ein Bild aus dem Inneren des Gemeindesaals in Teutschenthal am Abend der Fight Night. Zu sehen ist er mit Bendikt Weiß – ebenfalls AfD-Direktkandidat für die kommende Landtagswahl und aktives Mitglied der ,Halle Leobener Burschenschaft Germania‘ – sowie Fabian Jank, der für die AfD im Landtag in Brandenburg sitzt.“
Der AfD-Kandidat Benedikt Weiß ist nicht nur seit Wintersemester 2020/21 Mitglied der „Halle-Leobener Burschenschaft Germania“, sondern bereits seit dem Wintersemester 2016/17 der „Hamburger Burschenschaft Germania“ und seit dem Sommersemester 2024 auch der „Burschenschaft Frankonia Erlangen“. Die drei Bünde sind Mitglied im „Schwarz-Weiß-Roten Kartell“ innerhalb der „Deutschen Burschenschaft“. Seit Anfang dieses Jahres ist die „Frankonia Erlangen“ die „vorsitzende Burschenschaft“ und Benedikt Weiß DBXX, also stellvertretender Sprecher der „Deutschen Burschenschaft“.