• Montag, 01.06.2026

    In Prag gab es am 1. Mai 2026 gewalttätige Naziangriffe, wie das Antifaschistische Infoblatt berichtet. Etwa 60 Nazis versammelten sich auf Initiative des Nazis Filip Vávra, um die Feiern zum 30-jährigen Bestehen tschechischer Antifagruppen zu stören:
    „Bereits im Zuge einer Kundgebung vor dem Veranstaltungsort suchten die angereisten Neonazis die Auseinandersetzung. Später in der Nacht überfiel eine Gruppe Neonazis Punks auf dem Nachhauseweg und verletzte eine Person schwer.“
    Zuvor hatten rund 50 Nazis eine antifaschistische Demonstration von etwa 1.000 Menschen angegriffen. Trotz der teils brutalen Attacken konnte das Antifa-Fest unter Polizeischutz stattfinden.
    „Am nächsten Morgen wurde dann bekannt, dass Neonazis auf der Vyšehrad-Brücke, die nur von der Bahn befahren und zu Fuß genutzt werden kann, Besucher*innen des ,AFA-Fest‘ aufgelauert und einen Antifaschisten schwer verletzt haben.
    Die Bilder des Schwerverletzten, der u.a. Musiker der deutschen Punk-Band ,Abbruch‘ ist, kursierten schnell in den sozialen Netzwerken. Auch die Neonazis verbreiteten die Bilder, sowie ein Video von dem Angriff, in dem die Silhouetten der Angreifer zu sehen und die Hilfeschreie des Angegriffenen. Die Verbreitung des Videos diente vor allem der Erniedrigung.“

    Verantwortlich für die Nazipropaganda ist der tschechische Nazi Vlastimil Pechanec: „Pechanec verbrachte bis 2014 eine mehrjährige Haftstrafe, u.a. wegen des Mordes an einem Angehörigen der Sinti*zze und Rom*nja-Gemeinschaft 2001 in Svitavy. Nach seiner Haftentlassung führte er seine Szene-Aktivitäten fort und war für die extrem rechte Partei ,Dělnická Strana Sociální Spravedlnosti‘ (DSSS) tätig. 2016 half er als Vertreter der Partei auch der NPD (heute ,Die Heimat‘) beim Wahlkampf in Berlin. Wenig später trat er als Kandidat bei den Kommunalwahlen für die DSSS an.“
    An dem Angriff waren mutmaßlich auch österreichische Nazis beteiligt:
    „Ein paar Tage später veröffentlicht auch die ,Division Wien“ – der Nachwuchs der ,Tanzbrigade Wien‘ – eine Collage mit Gruppen-Bildern aus Prag. Ein Bild ist besonders pikant: es zeigt eine Aufstellung teils vermummter Neonazis am Aufgang zur Vyšehrad-Brücke, dort wo in der Nacht des 1. Mai bekanntermaßen ein Antifaschist von Neonazis schwer verletzt wurde.“

  • Dienstag, 02.06.2026

    In Flensburg hat der Nazi Daniel Lux am Osterwochenende vom 5. bis 7. April 2026 Farb- und Brandanschläge auf den Infoladen Subtilus sowie auf Parteibüros der Linken, Grünen, SSW, SPD und der CDU in Flensburg verübt. Daniel Lux war früher Mitglied der rechtsradikalen Schwurbelpartei „Die Basis“ und ist kurz nach der Tat in die AfD eingetreten.
    Nach einer Öffentlichkeitsfahndung wurde Lux’ Wohnung am 30. Mai durchsucht und Lux daraufhin am 31. Mai festgenommen. Bei Daniel Lux wurden laut Staatsanwaltschaft Flensburg Molotow-Cocktails und Nazisticker gefunden. Gegen ihn wird wegen Sachbeschädigungen, versuchte schwere Brandstiftung in drei Fällen und Verstöße gegen das Waffengesetz ermittelt.
    Vor zehn Jahren trat Daniel Lux dem „Bündnis Deutscher Patrioten“ bei. Das 2016 gegründete Nazibündnis war mit der „Identitären Bewegung“ wie auch den „Patriotische Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) vernetzt. Der damalige Facebook-Account „KaiserDiazDer3th“ von Daniel Lux ist noch immer aktiv. Zur Begrüßung spuckt Lux allen Linken ins Gesicht, die ihn mutmaßlich mehr als einmal mit seiner Nazigesinnung konfrontiert haben dürften: „Ich bin ein Patriot und KEIN Nazi!!! Du Arschloch!!!“

  • Mittwoch, 03.06.2026

    Vom 27. Mai bis 31. Mai 2026 trafen sich in Eisenach rund 300 Nazis zum „Burschentag“ der „Deutschen Burschenschaft“. In der Parallelwelt der „Burschenschaften“ entspricht das jährliche Treffen der (einzigen) Zusammenkunft ihrer Legislative, während der „Verbandsrat“ die Exekutive und die „Ehrengerichte“ die Judikative spielen. Daneben gibt es noch den „Vorsitz“, den die „Aktiven“ stellen – in diesem Jahr das „Schwarz-Weiß-Rote Kartell“. Das dokunetzwerk rhein main schreibt:
    „Den Vorsitz für den »Burschentag« hatte das Schwarz-Weiß-Rote Kartell inne – bestehend aus Philipp Compte als Sprecher von der Burschenschaft Frankonia Erlangen, Benedikt Weiß von der Halle-Leobener Burschenschaft Germania zu Halle sowie Benjamin Steiner von der Burschenschaft Germania Halle zu Mainz. Alle drei sind parteipolitisch in der Alternative für Deutschland (AfD) organisiert.“
    Am Freitag machte die DB dann zum zweiten Mal einen Fackelmarsch von der Eisenacher Innenstadt zur ihrem „Burschenschaftsdenkmal“ oberhalb der Stadt. Dort, auf ihrem Privatgelände, hielt der brandenburgische AfD-Landtagsabgeordnete Dominik Kaufner eine Rede. Die Thüringer Allgemeine berichtet über die Gründe:
    „Den Fackel­marsch zum Denk­mal konnte die DB nicht wie bei der Pre­miere im Vor­jahr am Markt star­ten. Die Gegendemon­stra­tion machte dem Ansin­nen mit einer ange­mel­de­ten Ver­samm­lung einen Strich die Rech­nung. So mus­ste die Bur­schen­schaft umstricken, star­tete poli­zei­es­kor­tiert an der Wan­del­halle über Lui­sen­straße und Ofen­stein hin­auf zur Göpels­kuppe.
    Die Ver­samm­lungs­be­hörde Wart­burg­kreis stufte den Facke­lum­zug der gut 200 Bur­schen­schaf­ter übri­gens nicht als Ver­samm­lung ein, war zu ver­neh­men. Die Nut­zung öffent­li­chen Raums samt Absper­run­gen mus­ste frei­lich orga­ni­siert und ver­ant­wor­tet sein. Warum Behör­den die­sen Schau­lauf in der Stadt zulas­sen, fra­gen die Geg­ner laut. Eisen­ach mache der DB den Hof, hieß es bei der Zwi­schen­kund­ge­bung auf der Bach­straße, wo ein mas­si­ves Poli­zei­auf­ge­bot die bei­den Auf­züge abschirmte.“

    Wichtigstes Ergebnis des diesjährigen „Burschentags“ ist wohl, dass die „Burschenschaft Ghibellinia zu Prag in Saarbrücken“ nach 14 Jahren wieder DB-Mitglied ist. Der Grund ihres Austritts 2012 war ein von Antifas geleaktes antisemitisches und rassistisches Protokoll. Darin heißt es unter anderem:
    „Top2: Es wird ein Brief des jüdischen Weltkongresses verlesen, in dem man sich entschuldigt, unseren AH Jury in der Vergangenheit geschmäht zu haben und es wird weiterhin erklärt, dass in Zukunft der Name reingewaschen werden wird. Weiterhin soll ein Film gedreht werden mit dem Titel „Jurys Liste“,in welchem die Verdienste von AH Jury um das Weltjudentum aufgezeigt werden sollen. Desweiteren liegt ein Scheck über eine Million Dollar als kleine Abfindung bei. [...] Es folgt ein kleines Progrom. Nach dieser Unterbrechung wird der GC fortgesetzt. [...] Der antrag geht einstimmt durch, es werden 2 weitere Fidschi-Neger gelyncht. Cbr.. Dax steigt erneut aus dem Grab hervor und mahnt zur Mäßigung, schließlich seien gute Neger heute schwer zu bekommen. Er werde jedoch, da ihm das BUCH so gut gefällt, die Anschaffung 10 weiterer Neger finanzieren. Tief ergriffen führt man ein weiteres Progrom durch.“
    Die Frankfurter Rundschau ruinierte daraufhin den Ruf der „Ghibellinia“:
    „Der ,Alte Herr‘ Hugo Jury begann einst als Ghibelline, nach seiner Karriere in der NSDAP wurde er 1942 SS-Obergruppenführer. Laut Protokoll erwägen die Burschen, einen Film mit dem Titel ,Jurys Liste‘ zu drehen und neue Auflagen eines Buches zu drucken, mit dem anscheinend Adolf Hitlers ,Mein Kampf‘ gemeint ist.
    So geht das weiter. ,Es folgt ein kleines Progrom‘, steht auf der zweiten Seite des Protokolls in mangelhafter Rechtschreibung. Beschrieben wird ein offenbar fiktives Pogrom der Burschen, bei dem ,zur Feier des Tages vier Neger gelyncht‘ werden, ,die man vorher weiß getüncht‘ habe. Unter ,Veranstaltungen für das nächste Semester‘ finden sich schließlich eine ,Aktivenfahrt nach Namibia zur Negerjagd‘ und ,zwei wöchentliche Progrome‘.“

    Mittlerweile ist die gesamte „Deutsche Burschenschaft“ da, wo die „Burschenschaft Ghibellinia“ schon vor 14 Jahren war.