Am 4. Februar wurde Maja in einem Schauprozess in Ungarn zu acht Jahren Haft unter verschärften Haft- und Sicherheitsbedingungen verurteilt. In Majas Rede zum Prozessende ist die Verzweiflung nach 25 Monaten Untersuchungshaft zu spüren. Eine Revision steht noch aus.
In dem Prozess wurde Maja die Beteiligung an zwei Überfällen auf Nazis im Februar 2023 in Budapest vorgeworfen. An diesem Tag marschieren jedes Jahr tausende Nazis beim europaweit größten Naziaufmarsch durch Budapest, sie nennen es „Tag der Ehre“.
Die im Prozess vorgebrachten Beweise waren bestenfalls Indizien, keine einzige Zeugenaussage belastete Maja. Nachdem Maja im Juni 2024 auf Betreiben des sächsischen LKAs rechtswidrig nach Ungarn ausgeliefert wurde, statuierte der faschistischen Staat Ungarn an Maja als antifaschistischer und nonbinärer Person ein Exempel.
Das Soli-Komitee betont in seinem Statement zum Urteil den politischen Charakter des Prozesses. Acht Jahre Knast ohne stichhaltige Beweise? In Deutschland bekommen geständige Totschläger weniger. Zumindest, wenn sie Nazis sind.
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