Die „Aktivitas“ des „Wiener Akademischen Turnvereins“ (WATV) ist endgültig aus dem „Akademischen Turnbund“ (ATB) ausgeschlossen worden. Nach seinem Ausschluss aus dem ATB am 26. Juli 2025 durch eine Entscheidung des ATB-Präsidiums, ging der WATV in Berufung. Die ganze Vereinsmeierei spielte sich wie bei Korporationen üblich vor der verbandsinternen Paralleljustiz des ATB ab.
Die österreichische Antifaplattform „Stoppt die Rechten“, mit deren Veröffentlichungen der ATB den Ausschluss des WATV wesentlich begründet hat, schreibt dazu:
„Bevor der statutarisch dafür vorgesehene Rechts- und Ehrenausschuss des ATB über diesen Einspruch verhandelte, passierte aber noch etwas. Peter Krüger, der Alte Herr des WATV, kandidierte auf dem Verbandstag des ATB Ende Oktober 2025 neuerlich als Präsident.
Den Konflikt mit dem WATV hatte er versucht, auf kleiner Flamme zu halten. Er sorgte dafür, dass sich alle, auch der WATV, gegen Rassismus und Antisemitismus in Resolutionen aussprachen, obwohl alle wussten, dass ausgerechnet sein eigener Verein praktisch und statutarisch damit in massivem Widerspruch stand. Bei der Wahl zum Präsidenten fiel Peter Krüger, Vereinsname „Gicht“, obwohl einziger Kandidat (!), jedenfalls krachend durch.
Den endgültig letzten Strich zwischen dem ATB und dem WATV zog dann allerdings der Rechts- und Ehrenausschuss (REA) des ATB in seiner Sitzung vom 28.2.2026. Der Ausschluss des WATV wurde – mit kleinen Abweichungen von den Begründungen des Präsidiums bzw. des Antrags – bestätigt. Stoppt die Rechten wurde das komplette Urteil des REA zugespielt.“
Neben rassistischen und antisemitischen Vorfällen wurde der Ausschluss der „Aktivitas“ des WATV mit den rassistischen Aufnahmekriterien des Bundes begründet. Der Standard beschreibt die unter deutschnationalen Korporationen übliche Praxis:
„Noch heute findet sich das ,deutsche Volkstum‘ als Aufnahmekriterium in der Hausordnung eines Vereins in Wien. Der 1887 gegründete Wiener Akademische Turnverein (WATV), eine der größten deutschnationalen Verbindungen in Österreich, scheint einen De-Facto-Arierparagrafen zu haben.
Wer dem nicht farbentragenden studentischen Turnverein beitreten will, muss nicht nur ein Mann sein. ,Als deutsch-nationale Studentenverbindung ist uns die Zugehörigkeit zum deutschen Volk, sowie die Verteidigung des entsprechenden Volkstums Grundvoraussetzung und innere Pflicht‘, heißt es auf der Homepage des WATV.“
Der WATV ist „nichtschlagendes“ Mitglied im rechtsradikalen „Wiener Korporationsring“ (WKR), dem ansonsten fast nur „schlagende“ Verbindungen angehören, und im deutschnationalen „Österreichischen Turnerbund“ (ÖTB). Die „Alten Herren“ des „Wiener Akademischen Turnvereins“ sind auch weiterhin Mitglied im „Akademischen Turnbund“.