Sonntag, 26.04.2026

Die „Aktivitas“ des „Wiener Akademischen Turnvereins“ (WATV) ist endgültig aus dem „Akademischen Turnbund“ (ATB) ausgeschlossen worden. Nach seinem Ausschluss aus dem ATB am 26. Juli 2025 durch eine Entscheidung des ATB-Prä­si­di­ums, ging der WATV in Berufung. Die ganze Vereinsmeierei spielte sich wie bei Korporationen üblich vor der verbandsinternen Paralleljustiz des ATB ab.
Die österreichische Antifaplattform „Stoppt die Rechten“, mit deren Veröffentlichungen der ATB den Ausschluss des WATV wesentlich begründet hat, schreibt dazu:
„Bevor der sta­tu­ta­risch dafür vor­ge­se­he­ne Rechts- und Ehren­aus­schuss des ATB über die­sen Ein­spruch ver­han­del­te, pas­sier­te aber noch etwas. Peter Krü­ger, der Alte Herr des WATV, kan­di­dier­te auf dem Ver­bands­tag des ATB Ende Okto­ber 2025 neu­er­lich als Prä­si­dent.
Den Kon­flikt mit dem WATV hat­te er ver­sucht, auf klei­ner Flam­me zu hal­ten. Er sorg­te dafür, dass sich alle, auch der WATV, gegen Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus in Reso­lu­tio­nen aus­spra­chen, obwohl alle wuss­ten, dass aus­ge­rech­net sein eige­ner Ver­ein prak­tisch und sta­tu­ta­risch damit in mas­si­vem Wider­spruch stand. Bei der Wahl zum Prä­si­den­ten fiel Peter Krü­ger, Ver­eins­na­me „Gicht“, obwohl ein­zi­ger Kan­di­dat (!), jeden­falls kra­chend durch.
Den end­gül­tig letz­ten Strich zwi­schen dem ATB und dem WATV zog dann aller­dings der Rechts- und Ehren­aus­schuss (REA) des ATB in sei­ner Sit­zung vom 28.2.2026. Der Aus­schluss des WATV wur­de – mit klei­nen Abwei­chun­gen von den Begrün­dun­gen des Prä­si­di­ums bzw. des Antrags – bestätigt. Stoppt die Rech­ten wur­de das kom­plet­te Urteil des REA zuge­spielt.“

Neben rassistischen und antisemitischen Vorfällen wurde der Ausschluss der „Aktivitas“ des WATV mit den rassistischen Aufnahmekriterien des Bundes begründet. Der Standard beschreibt die unter deutschnationalen Korporationen übliche Praxis:
„Noch heute findet sich das ,deutsche Volkstum‘ als Aufnahmekriterium in der Hausordnung eines Vereins in Wien. Der 1887 gegründete Wiener Akademische Turnverein (WATV), eine der größten deutschnationalen Verbindungen in Österreich, scheint einen De-Facto-Arierparagrafen zu haben.
Wer dem nicht farbentragenden studentischen Turnverein beitreten will, muss nicht nur ein Mann sein. ,Als deutsch-nationale Studentenverbindung ist uns die Zugehörigkeit zum deutschen Volk, sowie die Verteidigung des entsprechenden Volkstums Grundvoraussetzung und innere Pflicht‘, heißt es auf der Homepage des WATV.“

Der WATV ist „nichtschlagendes“ Mitglied im rechtsradikalen „Wiener Korporationsring“ (WKR), dem ansonsten fast nur „schlagende“ Verbindungen angehören, und im deutschnationalen „Öster­rei­chi­schen Tur­ner­bund“ (ÖTB). Die „Alten Herren“ des „Wiener Akademischen Turnvereins“ sind auch weiterhin Mitglied im „Akademischen Turnbund“.