Sonntag, 07.06.2026

In Basel wurde in der Nacht auf den 31. Mai 2026 drei leerstehende Gebäude auf dem Klybeck-Areal besetzt, wie einem Communiqué zu entnehmen ist:
„Das Ende der professionell abgewickelten Zwischennutzung auf dem Areal ist kein Grund die Gebäude dem Jahrelangen Leerstand und den Profitinteressen zu überlassen. Um stattdessen einen Ort des Miteinanders zu schaffen, rufen wir alle Menschen des Quartiers, der Stadt Basel und darüber hinaus dazu auf, vorbeizukommen und sich einzubringen.
Wir fordern die Stadt Basel, Swisslife und Rhystadt AG dazu auf, die heute besetzten Gebäude im nördlichen Teil des Areals langfristig und vertragslos abzutreten, aus der restlichen Quartiersplaung von Klybeck Plus herauszulösen und die Nutzung des Areals an die Selbstverwaltung von Unten zu übergeben.“

Ziel ist die dauerhafte Etablierung eine Kulturzentrums auf dem Gelände im Eigentum des Versicherungskonzern Swisslife. Zur Geschichte des Areals schreiben die Basler BesetzerInnen:
„Die historisch und architektonisch einzigartigen Gebäude im nördlichen Teil des ehemaligen Areals der Chemiefirma BASF sind Teil der Industriegeschichte von Basel und glücklicherweise verschont von schädlichen Giftstoffen im Boden. 2019 wurde das gesamte Werkareal – rund 300’000 m2 – für 1.2 Milliarden Franken an die zwei Immobilieninvestoren Swisslife und Rhystadt AG verkauft, die in Kooperation mit der Stadt Basel ihr Renditeprojekt ,KlybeckPlus‘ in Form eines Stadtquartiers vorantreiben.
Mit der professionellen Zwischennutzungsvermittlung «Unterdessen», die zwischen 2019 und 2026 diverse Zwischennutzungsverhältnisse auf dem Areal abwickelte, konnte der Leerstand mittelfristig kaschiert werden, ohne strukturelle Probleme zu lösen. Im Gegenteil: Statt einer dauerhaften öffentlichen Nutzung werden von der Eigentümerschaft Zwischennutzungen strategisch Gebrauch gemacht, um anhand kultureller und künstlerischer Projekte die Wertsteigerung voranzutreiben, ohne eine langfristige Verpflichtung einzugehen. Trotz dem Ausbleiben von Bebauungsplänen wurde den letzten Parteien auf dem Areal fristlos auf Ende April 2026 gekündigt. Das gesamte Areal steht nun leer.“

Presse: Basler Zeitung | Bajour 1 | Bajour 2 | Badische Zeitung | Schwarzwälder Bote