Samstag, 13.06.2026

Der Proton Gründer und CEO Andy Yen hat dem deutschen Podcaster Benjamin Berndt in dessen Reihe „Ben ungeskriptet“ ein Interview gegeben. Proton – ein Anbieter von Onlinediensten – ist am bekanntesten für seinen verschlüsselten Emaildienst. Das Unternehmen wurde von Yen absichtlich in der datenschutz-sensitiven Schweiz gegründet.
Nun hat sich also dieser Vorreiter verschlüsselter Kommunikation von einem deutschen Naziversteher interviewen lassen und hat ihm seine Verschwörungstheorien erzählt. Erst kürzlich ging Berndts „Interview“ mit Björn Höcke viral. Tatsächlich war es ein viereinhalbstündiger Monolog eines Nazis ohne kritische Nachfragen und damit Nazipropaganda.
Der Spiegel schrieb in diesem Zusammenhang zu Berndts Gästen: „Neben dem einstigen Bordellbetreiber Bert Wollersheim und dem Salafisten Pierre Vogel waren auch die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht, der frühere FDP-Vorsitzende Christian Lindner oder der Linkenpolitiker Gregor Gysi schon bei Berndt zu Gast.
Weil der Podcaster immer wieder aktive und frühere AfD-Politiker wie etwa Maximilian Krah, Frauke Petry oder den früheren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen einlädt, wirkt die Gesamtausrichtung dennoch klar rechtslastig.
Auch Berndt selbst lässt bisweilen gewisse Tendenzen anklingen: Im rechtspopulistischen Schweizer Blatt »Weltwoche« nannte er die Brandmauer gegen die AfD die »absolut dümmste Idee, die Erwachsene haben könnten«. Auch Impfgegnern, Coronaleugnern, Putin-Sympathisanten und Verschwörungsideologen verschafft Berndt Gehör und zieht auch gegen die etablierten Medien zu Felde.“