Der antikapitalistischen Jugendkongresses „Take back the future“, der vom 12. bis zum 14. Juni 2026 an der TU Berlin stattfindet, wurde von der Uni zensiert. Ursprünglich sollten 14 von 90 geplanten Veranstaltungen nicht oder nur verändert durchgeführt werden. Ein Verhandlungskompromiss erreichte, dass am Ende vier Veranstaltungen außerhalb des Unigeländes stattfinden mussten. Organisiert wird der Kongress unter anderem vom Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband (SDS). Anlass für die Zensur war ein Schreiben des Nazianwalts Ralf Höcker.
Der Spiegel schreibt zum Vorgehen der Uni: „In einer Mail der Universität an den Studierendenverband der Linken heißt es, es müsse ein Austausch über die Seminare stattfinden, »die aus dem Programm genommen werden sollen«. Zudem solle der SDS die Seminare »selbst kritisch« prüfen – »unter den Aspekten Neutralitätsgebot und thematische Wahlkampfnähe«. »Das sind für uns essentielle Rahmenbedingungen für das Stattfinden des Kongresses«, heißt es in der Mail weiter.
In einer weiteren Mail bittet das Universitätspräsidium den SDS darum, auf seiner Homepage und in Social-Media-Auftritten lediglich von Berlin und nicht TU Berlin als Veranstaltungsort zu schreiben. Auffällig ist, dass es sich um Vorträge handelt, die einen Schwerpunkt auf die AfD und Rechtsextremismus setzen.
Mutmaßlich handelt die Unileitung nach einer Beschwerde des Berliner AfD-Landesverbands. Dieser hatte durch die Kanzlei von Medienanwalt Ralf Höcker nur wenige Tage zuvor in einem als »Hinweis- und Warnschreiben« betitelten Brief Beschwerde eingereicht.“
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