In den USA wurde am 11. Juni 2026 Mobiltelefone hunderter Protestierender gegen die rassistische Einwanderungspolizei ICE nach Massenverhaftung in Spokane im nord-westlichen Bundesstaat Washington von der örtlichen Polizei beschlagnahmt. Doch die Handys von 23 Personen – im Vorfeld vom FBI offenbar aufgrund ihrer Social Media-Postings identifiziert – wurden von den lokalen Polizeibehörden heimlich ans FBI weitergegeben. Benachrichtigt über diese Maßnahmen wurden die Protestierenden nicht von einer Behörde, sondern von Apples Warnmeldung eines iCloud-Einbruchsversuchs aus Seattle, dem Ort des nächstgelegenen FBI-Büros. Die Bundesbörden hatten in diesem Fall im Wesentlichen eine Carte Blanche zur Verfolgung ihrer politischen GegnerInnen, wie das bekannte linksliberale US-Magazin Mother Jones berichtet:
„Eine Untersuchung von Mother Jones bestätigt nun, dass das FBI Software der israelischen Firma Cellebrite einsetzte, um heimlich Daten von den Handys von Bray-Waters und mindestens einem Dutzend weiterer Demonstranten zu extrahieren. Einen Monat später wurde eine dieser Demonstrantinnen, Thalia Ramirez, im Rahmen des sogenannten ,Spokane Nine‘-Falls angeklagt. Die Bundesregierung klagte in diesem Fall neun Personen wegen ,Verschwörung zur Behinderung oder Verletzung‘ von Polizeibeamten bei den Protesten vom 11. Juni an. Die Anklagen gegen alle anderen Demonstranten, deren Handys im Juni ausgelesen wurden, wurden von den Stadt- und Kreisgerichten umgehend fallen gelassen.“
Ohne im Besitz der notwendigen Durchsuchungsbefehle zu sein, agierte die mächtige US-Bundespolizei vorsätzlich illegal und politisch motiviert. Die Mother Jones-Autorin Schuyler Mitchell schreibt weiter:
„Ich habe hunderte Seiten Polizeiberichte aus Spokane zu den Protesten vom 11. Juni gesichtet, die ich über eine Anfrage nach öffentlichen Dokumenten erhalten und Mother Jones zur Verfügung gestellt habe. Ein Dokument, eine Akte über beschlagnahmte Gegenstände der Stadt Spokane, listet zahlreiche Handys und persönliche Gegenstände auf, die von Demonstranten sichergestellt wurden, sowie einen Umschlag des FBI-Sonderagenten Kevin Loader mit einer Festplatte, auf der Daten von 13 Geräten gespeichert waren. Ich habe die den Geräten zugeordneten Nummern mit Telefon-Erfassungsformularen und anderen Dokumenten aus den öffentlichen Akten abgeglichen, um die Besitzer der Handys zu ermitteln.
‚Wenn jemand wegen seines Handys anruft, teilen Sie ihm mit, dass es noch zu Ermittlungszwecken beschlagnahmt wird‘, heißt es in einem Eintrag vom 13. Juni oben auf der Akte. ,Schicken Sie ihn nicht an das FBI und teilen Sie ihm nicht mit, dass sich das Handy beim FBI befindet.‘“