Bisher war Peter Kurth immer „der mit Geld“. 1988 in der Berliner Sozial- und Wirtschaftsverwaltung, anschließend bei Deutscher Bank und Deutscher Kreditbank, als CDU-Finanzsenator um die Jahrtausendwende in Berlin, im Berliner Diözesanvermögensverwaltungsrat und als Finanzier der deutschen Naziszene. Kurth hat Geld, auch wenn unbekannt ist, woher es stammt.
Bisher ist auch nicht bekannt, ab wann der „Alte Herr“ der „Burschenschaft Gotha Berlin“ in der „Deutschen Burschenschaft“ mit seinen Nazispenden begann. Bekannt ist, dass Kurth der „Identitären Bewegung“ für ihre Nazizentren in Chemnitz und Steyregg insgesamt eine Viertelmillion Euro spendete und die „Sächsischen Separatisten“ mit 100.000 Euro finanzierte.
Kurths persönliche Nazikontakte wurden höchstens mal im Rahmen der Berichterstattung über ein Nazitreffen in seiner Berliner Dachgeschosswohnung erwähnt oder als die Finanzierung seines langjährigen persönlicher Referenten Arne Mörig durch Alice Weidel aufflog. Nach Recherchen der Zeit (Archiv | Disclaimer) nahm Kurth aber auch an öffentlichen Naziaktionen teil:
„Eine Festwiese in Dresden, die Identitäre Bewegung hat Partyzelte und gelbe Liegestühle mit schwarzen Lambda-Zeichen aufgebaut. Es ist ein Samstag im August 2018, die Organisation veranstaltet ihr erstes Festival in Deutschland.“
Hier traf Peter Kurth den Anti-Antifa Mario Müller: „An einem Biertisch sitzt einer der bekannten Köpfe der Identitären, Mario Müller, wegen Gewalttaten vorbestraft. Auf Fotos erkennt man: Müller unterhält sich mit einem Herrn in hellblauem Hemd und Steppweste. [...] Zoomt man in die Fotos, wird sichtbar: Der weißhaarige Herr trägt an seinem Hemd einen Button mit einem Lambda-Symbol darauf. Es ist das Erkennungszeichen der Identitären Bewegung.“
Andere Fotos zeigen Kurth 2019 auf einem IB-Fackelmarsch durch die Wiener Innenstadt: „Die Aufnahmen entstanden im Herbst 2019, als Kurth die Hauptstadtpolitik verlassen hatte, aber noch einen wichtigen Wirtschaftsverband leitete. Just in der Woche des Fackelmarschs war er in der CDU-Parteizentrale zu Gast.“
Mittlerweile hetzt Peter Kurth als Nius-Redakteur gegen Muslime und die Brandmauer. Die AfD unterstützte er schon 2016: „Die AfD, heißt es, habe früh um den ehemaligen Finanzsenator geworben. Als die Partei erstmals in den Berliner Landtag einzog, soll der Christdemokrat Kurth den Neuen von der Konkurrenz das Einmaleins des Landeshaushalts erklärt haben.“
Auch war Kurth nicht nur Finanzberater der AfD: „Zweimal soll der CDU-Mann auf Kundgebungen der AfD in Berlin aufgetaucht sein, zuletzt als der Verfassungsschutz die Partei bereits als rechtsextremen ,Verdachtsfall‘ eingestuft hatte.“
Zum Schluss berichtet die Zeit über ein gemeinsames Podium mit Ulrich Siegmund: „An diesem Freitag will Siegmund bei einem ,Unternehmertag 2026‘ den Mittelstand für sich begeistern. Auch Peter Kurth werde kommen, so kündigte es die AfD auf Instagram an.“