Freitag, 18.09.2026

Laut Kontext Wochenzeitung beschäftigt der neue AfD-Fraktionsvorsitzende im baden-württembergischen Landtag Martin Rothweiler einen Nazikader mit korporiertem Hintergrund: Jörg Sobolewski.
„Politisch aktiv wurde er ursprünglich in Berlin und Brandenburg sowie Brüssel. Als Jurastudent war Sobolewski Mitglied der Burschenschaft Gothia zu Berlin, die heute als Nachwuchsschmiede der AfD gilt und Mitglied im extrem rechts dominierten Dachverband ,Deutsche Burschenschaft‘ (DB) ist. Der Gothia trat er 2010 bei, 2016 war er auch Sprecher der DB. Bilder zeigen ihn hinter einem Info-Stand der Gothia auf der neurechten Vernetzungsmesse ,Zwischentag‘ in Berlin 2012 und 2013.
Im Jahr 2013 war er zudem bei der ,Identitären Bewegung‘ (IB) aktiv, auch wenn er angab ,nie Mitglied bei den Identitären‘ gewesen zu sein. Gerne wird die Behauptung, man sei nie Mitglied gewesen, sondern habe sich nur an Aktionen beteiligt, als fadenscheiniges Argument genutzt, um sich abzugrenzen. Sobolewski war laut Medienberichten 2013 an einer Störaktion der IB in der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Reinickendorf beteiligt. Als IB-Vertreter ,Felix Hagen‘ gab er sogar dem RBB ein Interview.
Später wandte sich Sobolewski der Parteipolitik zu, als Burschenschafter sah er sich dafür besonders geeignet. ,Die Zeit‘ zitierte ihn im März 2017: ,Niemand kann so gut organisieren wie Burschenschafter. Parteitage, Bildungsseminare, Mehrheiten – geben Sie uns einen Tag Zeit, und das ist gemacht.‘ 2015 soll er eine Regenbogenflagge im Garten der Burschenschaft verbrannt haben. Ein geleaktes Foto zeigt eine Person, die ihm durchaus ähnlich sieht.
Mit einem Stipendium der DB, mit der sie die Verbindung zu den fünf deutschen Burschenschaften in Chile fördert, studierte er in dem südamerikanischen Land und wohnte bei der Burschenschaft Araucania Santiago de Chile, worüber er im DB-Verbandsorgan ,Burschenschaftliche Blätter‘ berichtete.
Im Jahr 2017 war er Landesgeschäftsführer der AfD Berlin und organisierte viele Parteiveranstaltungen, was in der Bundeshauptstadt mit einer großen linken Szene herausfordernd gewesen sein dürfte. Ebenfalls 2017 trat er erfolglos für die AfD als Direktkandidat in Berlin zur Bundestagswahl an. Im Jahr zuvor war er bei der Wahl für das Berliner Abgeordnetenhaus gescheitert.
Auf dem Bundeskongress der inzwischen aufgelösten ,Jungen Alternative‘ (JA) im Februar 2018 hielt er eine Rede, in der er seine Sympathien für die ,Identitäre Bewegung‘ bekundete: Sobald diese aus dem Fokus des Verfassungsschutzes raus sei – ,und da muss sie jetzt auch endlich raus‘ –, müsse natürlich auch der Abgrenzungsbeschluss auf den Prüfstand. So zitiert ihn 2019 der Verfassungsschutz in einem Gutachten ,zu tatsächlichen Anhaltspunkten für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung,. Im Publikum kam er gut an und wurde in das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der ,Jungen Alternative‘ (JA) gewählt, das er bis April 2021 innehatte. Zuvor saß er bereits im Vorstand der JA Berlin.“

Allerdings ist Jörg Sobolewski mittlerweile nicht mehr Mitglied der „Burschenschaft Gothia Berlin“ in der „Deutschen Burschenschaft“. Er wurde von seiner „Burschenschaft“ im hohen Bogen rausgeworfen, es gab diverse Gerüchte zu den Gründen.
Ein noch aktiver „Gothe“ ist seit Anfang Februar 2026 Berliner Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“: Martin Kohler. Anlässlich Kohlers Wahl befragte die Tagesschau den GD-Bundesvorsitzenden Jean-Pascal Hohm:
„,Unsere Führungskader sollten nach Möglichkeit hauptamtliche Mandatsträger sein, wie Landtags- oder Bundestagsabgeordnete‘, sagt GD-Chef Hohm im Gespräch. ,Wir wollen möglichst viele Leute an einflussreicher Stelle in der Partei haben‘, führt er die Personalstrategie aus. Weil sie möglichst frei über ihren zeitlichen Einsatz für die Jugendorganisation entscheiden sollten.
Das trifft auch auf Martin Kohler zu, der am vergangenen Wochenende zum Vorsitzenden des neu gegründeten GD-Landesverbandes in Berlin gewählt wurde. Zuvor war der Fraktionsmitarbeiter der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus schon Vorsitzender der JA in Berlin. 2014 hatte er noch als Schüler die JA in Brandenburg mitgegründet. Wie einige völkisch-nationalistische AfD-Funktionäre ist Kohler Mitglied in der Berliner Burschenschaft Gothia.
Bei den Abgeordnetenhauswahlen im September kandidiert er auf dem aussichtsreichen Listenplatz 5. Um ins Abgeordnetenhaus einzuziehen will er sich am Wahlkampf der ,Remigrationsbeauftragten‘ der Brandenburger Landtagsfraktion, Lena Kotré, orientieren.“