Laut eines Zeit-Artikels vom 26. Februar 2026 ist das ehemalige Mitglied der 2009 verbotenen Naziorganisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) und der „Alternative für Deutschland“ Wolf-Gunnar Romrod Mitarbeiter der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ausgerechnet Romrod ist auf Antrag der CDU (und der SPD) Zeuge im von Grünen und Linken eingesetzten Untersuchungsausschuss „Fördergeld“. Der Ausschuss soll die Vergabe von drei Millionen Euro für den Kampf gegen Antisemitismus durch den ehemaligen CDU-Kultursenator Joe Chialo aufklären. Ihm und seiner parteilosen Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson werden Veruntreuung und Vetternwirtschaft vorgeworfen.
„Der Zeuge ist in der Senatsverwaltung für Kultur nicht inhaltlich mit Projektanträgen befasst. Er soll dort aber eine Position bekleiden, an der viele Informationen zusammenlaufen. Mutmaßlich hatte er Einsicht in Daten von Projektträgern, die zum Thema Antisemitismus arbeiten.“
Wolf-Gunnar Romrod, Spitzname „Wölfi“, geboren am 20. Mai 1974, ist verheiratet mit Liane Romrod, geborene Lappat:
„Der ZEIT liegen verschiedene Hinweise vor, die den Senatsmitarbeiter und seine Ehefrau mit der HDJ in Verbindung bringen. Da ist zum Beispiel eine Geburtsanzeige aus der HDJ-Zeitschrift ,Funkenflug‘ von 2005, in der der nationalsozialistisch gesinnte Verein mehreren ,stolzen Eltern‘ aus seinem Kreis zum Nachwuchs gratulierte. Einer der Glückwünsche galt offenbar dem heutigen Mitarbeiter der Senatsverwaltung. Das lässt sich aus den vier genannten Vornamen und dem Geburtsdatum in der Anzeige schließen. […]
Auch auf der Website der HDJ fanden sich die beiden Vornamen des Mannes, in Verbindung mit seinem Spitznamen. Das dokumentiert ein Screenshot aus dem Mitgliederbereich der abgeschalteten Homepage. Damals war er um die 30 Jahre alt. […]
Schon in seinen Zwanzigern soll der heutige Senatsmitarbeiter mit einer späteren ,Bundesmädelführerin‘ der HDJ auf Wanderfahrt gegangen sein. Beide tauchen namentlich in einem Reisebericht auf, der 1998 in einer Zeitung der Karpatendeutschen erschien.
Später heiratete er eine Frau aus Mecklenburg-Vorpommern. In deren früherer Wohnung hatte die Polizei zuvor ,umfassendes Schulungs- und Propagandamaterial‘ gefunden, darunter ein Handbuch für den Guerillakrieg, einen Skingirl-Kalender und ein SS-Liederbuch.
So steht es in einem Durchsuchungsprotokoll von 1999. Im Jahr 2007 soll die Frau an einem ,Pfingstlager‘ der Heimattreuen Deutschen Jugend im niedersächsischen Eschede teilgenommen haben. Das geht aus einer internen Auflistung einer Sicherheitsbehörde hervor. Die Behörde rechnete die Frau demnach auch einem ,HDJ-Familienkreis Berlin/Brandenburg‘ zu.
Noch 2009 soll sie laut einem E-Mail-Leak andere Frauen aus dieser Szene zu einem ,Mütterfrühstück‘ in ihr Zuhause eingeladen haben.“
2016 trat Wolf-Gunnar Romrod „nach ZEIT-Informationen in die AfD ein. Wegen deren Einstufung als rechtsextremer Verdachtsfall sei er allerdings vor mehr als fünf Jahren wieder ausgetreten, ließ er über seinen Anwalt mitteilen.“ Romrods AfD-Mitgliedsnummer war 10613150 und er war Mitglied im AfD-Kreisverband Märkisch-Oderland, da er zumindest damals in der Mittelstraße 8 in 15366 Neuenhagen bei Berlin im Land Brandenburg wohnte.
Wolf Romrod erinnert mit seiner HDJ-Familie ein wenig an Oberstaatsanwalt Günter Handke aus Brandenburg (Havel). Als Berliner CDU-Nazifunktionär wiederum nimmt er Anleihen bei Michael Büge und Peter Kurth. Mit diesen beiden verbindet ihn auch noch etwas anderes: alle drei sind korporiert. Wolf Romrod ist „Alter Herr“ der „Sängerschaft Borussia Berlin“ und der „Sängerschaft Germania Aachen“, beide organisiert in der „Deutschen Sängerschaft“.
Den „Sängerschaften“ gebührt zweifelsohne die Anerkennung für den am harmlos klingendsten Namen aller Korporationsarten. Dabei handelt es sich bei beiden „Sängerschaften“ um „fakultativ schlagende“ Korporationen. Die „Deutsche Sängerschaft“ unterhält zudem seit 1922 ein Freundschaftsverhältnis zum „pflichtschlagenden“ „Coburger Convent“.
Die ideologische Nähe der Verbände wiederum zeigt sich nicht zuletzt an der verhältnismäßig hohen Anzahl an NS-Kameradschaften im „Nationalsozialistischen deutschen Studentenbund“ (NSDStB), die „Landsmannschaften“ und „Turnerschaften“ gemeinsam mit „Sängerschaften“ ab 1935 gründeten. Schon die Nazisänger von damals unterschrieben wie die Kulturbeamten von heute: „Mit sängerschaftlichem Gruß Wolf Romrod“.