Der FPÖ-Politiker Roland Weinert wurde vom Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz (in D: Bundestagspräsident) zum Parlamentsdirektor (in D: Direktor beim Deutschen Bundestag) ernannt, also zum Leiter der österreichischen Parlamentsverwaltung. Mit einer Recherche haben die antifaschistische Nachrichtenseite „Stoppt die Rechten“ (Artikel 1 | Artikel 2) und die Tageszeitung „Der Standard“ (Artikel 1 | Artikel 2) öffentlich gemacht, dass Weinert „Alter Herr“ in der gleichen „Burschenschaft“ wie Rosenkranz ist: die „Burschenschaft Libertas Wien in der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ in der „Deutschen Burschenschaft“.
„Stoppt die Rechten“ fasst den Konflikt zusammen: „Die Parlamentsdirektion führt die Verwaltung des Hohen Hauses, hat allen Abgeordneten und Fraktionen zu dienen und muss jene Distanz wahren, die eine parlamentarische Demokratie von privaten Loyalitätsverbänden trennt. Wenn an der politischen Spitze des Nationalrats ein Liberte steht und die Verwaltungsspitze künftig ebenfalls von einem Liberten geführt werden soll, geraten zwei Ordnungen aneinander: die republikanische Ordnung öffentlicher Ämter und das burschenschaftliche Prinzip lebenslanger Bundesbrüderlichkeit. Der Hinweis auf Weinerts Verwaltungserfahrung räumt diesen Konflikt nicht aus. Qualifikation ersetzt keine Unabhängigkeit.“
Roland Weinert ist außerdem „Alter Herr“ der „Burschenschaft Suevia Innsbruck“ und der deutschnationalen „pennalen Verbindung Heimdall Linz“ im „Österreichischen Pennäler Ring“ (ÖPR). Ursprünglich wurde Weinert Mitglied der „Burschenschaft Gothia Wien“, die 2025 mit der „Libertas Wien“ fusionierte, wodurch er zu Rosenkranz’ „Bundesbruder“ auf Lebenszeit wurde. Uns ist Roland Weinert schon seit vielen Jahren als sexistischer und hochmütiger Nazibursche bekannt, damals zumindest war er auch Mitglied der „Schülerverbindung Gothia Meran“ aus dem italienischen Südtirol. Geboren wurde Weinert 1975, doch er hat die Mentalität eines Baby-Boomers.
Als korporierter Jurist war Weinert wie viele seiner Generation ein begeisterter Nutzer des interkorporierten Forums „Tradition mit Zukunft“ (TraMiZu). Als „RoWeinert317“ schrieb er vom 26. Juli 2005 bis zum 19. September 2011 insgesamt 1203 Forennachrichten. Im November 2006 war Weinert zum Abteilungsleiter im Sozialministerium aufgestiegen, das unter der Regierung Gusenbauer ab März 2007 von dem SPÖ-Politiker Erwin Buchinger geführt wurde. Analog zu Bengt Fuchs war Weinert bei TraMiZu mit seiner dienstlichen Adresse registriert: roland.weinert@bmsg.gv.at.
Ein Beispiel für das Networking unter Korporierten auf TraMiZu egal welcher Couleur lieferte Michael Bell in einer privaten Nachricht an Roland Weinert. Der Jurist Bell war zu diesem Zeitpunkt Mitglied der „Katholisch-Österreichische Studentenverbindung Rudolfina Wien“ (Rd) im „Österreichischen Cartellverband“ (ÖCV), der „KÖStV Frankonia Wien“ (FRW) im „Mittelschüler-Kartell-Verband“ (MKV) und der „KÖStV Austro-Millennia Voitsberg“ (AMV) im „Steiermärkischer Mittelschülerverband“ (SMV) und Richter am Oberlandesgericht Wien – heute ist er Referent im Bundesministerium für Justiz. Bell schrieb am 20. Juli 2007 an Weinert:
„Guten Morgen! Wollte fragen, ob Du Deinen Chef so einschätzt, dass er eine Einladung des ÖCV zu einer Podiumsdiskussion betreffend Generationenkonflikt/Vorsorge nachkommen würde, den mein Bund als amtierender Vorort des ÖCV im Laufe unseres Geschäftsjahres veranstalten werden bzw. wie man ihn dazu am besten kontaktieren könnte. Mit besten Grüßen, schönes Wochenende! Bell“
Auf TraMiZu gab Roland Weinert am 2. Februar 2006 die Antwort auf die Frage „Wer war der erste Deutsche Soldat in Polen?“ aus der „Fuxenprüfung“ der „Suevia Innsbruck“: „Ein Alter Herr meiner Burschenschaft, namentlich Dr. Hans Merlin, befand sich 1939 als Freiwilliger bei der Deutschen Wehrmacht. Stationiert an der polnischen Grenze als Meldereiter. In der besagten Nacht sollte er einen Brief von A nach B bringen, aber siehe da, das Pferd ging mit ihm durch. Als er so gegen 06:00 Uhr wieder zurück ritt, kamen ihm seine Kameraden bereits entgegen und teilten mit, das seit ungefähr einer 1/4 Stunde kräftig zurückgeschossen wird. Damit war er nachweislich der erste deutsche Soldat im Polenfeldzug, der die Grenze überschritt. ;-)“
Am 23. August 2010 machte Klaus Siegfried Jessenitschnig auf TraMiZu einen seiner üblichen Naziwitze: „Und ich bin seit 05:45 auf den Beinen und denk eigentlich eher schon wieder ans Schlafengehen.“ Jessenitschnig ist „Alter Herr“ der „Burschenschaft Libertas Berlin“ und der „pennalen Burschenschaft Markomannia Eisenstadt“ und wurde 1995 in Österreich wegen des Aufbaus einer Linzer Nazizelle der Volkstreuen Außerparlamentarische Opposition (VAPO) zu zwei Jahren Haft (davon 6 Monate ohne Bewährung) verurteilt. Weinerts Gegenfrage: „hast zurückgeschossen?“
In dem öffentlichen TraMiZu-Thread „Schwesterwelle qualifiziert sich“ – eine homophobe Verballhornung des damals designierten offen schwulen deutschen Außenministers Guido Westerwelle – schrieb Jürgen Nolz von der „pennalen KÖStV Aggstein St. Pölten“: „Wenn er in Frankreich Fragen auch nur auf Deutsch, annimmt und beantwortet ist er mein Held.“ Und was fiel Weinert dazu am 29 September 2009 ein? „,Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger!‘ – Selbstbewusste Außenpolitik Deutschlands!“
Als Philipp Hildebrandt vom „Corps Saxo-Montania zu Freiberg und Dresden in Aachen“ im „Weinheimer Senioren-Convent“ (WSC) am 13. August 2009 im Thread „Nur Ausländer rufen für Zimmer an“ schrieb „Hab[t] ihr ne Anzeige ,Studentenzimmer für 100 EUR – all inclusive‘? Dann: Selbst Schuld!“, antwortete Roland Weinert: „Einfach mal für ein Semester einen körperbehinderten Migranten türkischer Abstammung aufs Haus ziehen lassen. Man löst damit den großen Gutmenschenschein für mindestens 10 Jahre. Hat doch auch was, oder?“
Im Thread „Unser täglicher Hitler...“ machten sich die fünfzehntausend Korporierte 2010 über jede Erwähnungen von Adolf Hitler in der Presse lustig. Am 19. August 2010 erklärte Weinert unter dem Titel „Ihr habt das Prinzip dieses Fadens nicht verstanden!“ noch einmal die Spielregeln: „Ich habe heute unseren täglichen Medien-Hitler gefunden. Wer findet Ihn Morgen als Erster? Der gewinnt nämlich für diesen Tag!“.
Auf die Rückfrage „Und was gewinnt er? Einen formschönen Schnäuzer? Einen Seitenscheitel? Einen blonden Köter? Den braunen Haufen, der die Toilettenbenutzung beim TramiBundesdorftreffen so gut wie unmöglich machte?“ von Arnd Reinhardt, „Alter Herr“ der „Turnerschaft Germania Dresden“ und der „Landsmannschaft Salia Bonn“ im „Coburger Convent“, antwortete Weinert:
„Bist ja ein kreatives Kerlchen. Es sind schon gute Ansätze dabei. Wie wäre es mit einem Krampf im rechten Arm? Oder sein einziges Ei? Oder ein Busserl von der Eva inklusive Busenblitzer? Wobei ich ja den Zuchtabend im Projekt Lebensborn bevorzugen würde ;-)“
TraMiZu wurde 2011 durch eine antifaschistische Aktion abgeschaltet.