Fünfzehn Jahre zu viel!
Mit der Taverne de Thor in Combres-sous-les-côtes verfügen die „Lorraine Hammerskins” seit den 2010er Jahren über einen Trainings- und Versammlungsort in der Region Grand-Est. Trotz der Proteste, insbesondere im Jahr 2015, als die Neonazis von Toul nach Combres-sous-les-Côtes in der Nähe von Verdun umzogen, gelang es ihnen, sich dauerhaft zu etablieren.
Nach der behördlichen Schließung des ersten „Clubhouse” der Skinheads von Toul im benachbarten Département Meurthe-et-Moselle, hat sich ihr Umzug als lohnenswert erwiesen: Ohne von den Behörden behelligt zu werden, existiert diese Organisation seit einem Jahrzehnt in der Meuse und entwickelt sich vor den Augen der Öffentlichkeit weiter.
Tag für Tag verbreiten sie Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Ableismus, Homophobie und Antisemitismus vor unserer Haustür: all diese Propaganda der faschistischen Ideologie, die die Medien der ultrareichen Eigentümer, fundamentalistischen Katholiken und radikalisierten Bourgeois seit Jahren befeuern, um die Bevölkerung zu spalten und Hass zu verbreiten.
Wir wissen bereits, wohin das alles führt.
Die Taverne im Rampenlicht
Antifaschistische Recherchen der letzten zwei Jahre, gefolgt von Medienberichten, haben gezeigt, dass dieser ehemalige landwirtschaftliche Schuppen zu einem wöchentlichen Kampftrainingszentrum und einem Organisationsort für ein internationales Nazi-Publikum geworden ist. Die Hammerskins sind ein organisiertes Netzwerk ultra-gewalttätiger Banden, das sich unter anderem durch diesen „braunen Schuppen” in den Côtes de Meuse (und leider auch durch andere widerwärtige Veranstaltungen in Europa) finanziert.
Die Taverne de Thor wird von international gesuchten Kriminellen frequentiert und dient als Treffpunkt für Neonazis vom Balkan bis in die Vereinigten Staaten. Einige von ihnen, die in anderen Ländern gesucht werden, konnten die Nachlässigkeit der Behörden im Grand-Est ausnutzen, um sich illegal bei den Nazi-Skinheads des Kantons aufzuhalten. Zahlreiche Anhänger der Kampfclubs (oder „Active Clubs“) der Region Grand-Est trainieren dort und verherrlichen die Gewalt – manchmal sogar mit ihren Familien –, um materielle Perspektiven für den von diesen Hitler-Verehrern angestrebten Umsturz für eine „weiße Vorherrschaft“ aufzubauen.
Die Präfektur hat das Problem geleugnet, bis eine erste Kundgebung und ein Treffen mit Delegierten des Kollektivs Ende November sie dazu zwangen, das Problem zur Kenntnis zu nehmen und sogar zuzugeben. Auch wenn der Staat versucht, uns zu beruhigen, indem er versichert, dass Verfahren laufen, warten wir immer noch auf konkrete Maßnahmen vor Ort. Nur antifaschistische Interventionen konnten den wachsenden Ruf der Örtlichkeit trüben.
Die Taverne de Thor ist heute ein Symbol für den wachsenden Einfluss der Neonazis, gegen den wir uns entschieden wehren.
Fragwürdige Nachlässigkeit der Behörden
Die staatlichen Behörden scheinen sich mit diesem in Frankreich beispiellosen Hort des öffentlichen Hasses abgefunden zu haben: Die radikalste Maßnahme, die sie ergriffen haben, bestand darin, einfache Kontrollen der Personen durchzuführen, die zu einem Turnier kamen.
Selbst wenn Hunderte von Faschisten öffentlich Nazi-Symbole zur Schau stellen und das Dorf Combres-sous-les-Côtes einschüchtern, finden die Besuche der Gendarmerie in einer herzlichen Atmosphäre statt, obwohl die Störung der öffentlichen Ordnung offensichtlich ist, da Nazi-Tätowierungen und -Symbole (Hakenkreuze, Leugnung der Shoah...) in den Straßen des Dorfes zur Schau gestellt werden.
Während die Einwohner in Angst leben, erklärte die Präfektur zunächst, sie könne „nichts tun“, da „noch zu beweisen sei, dass es sich tatsächlich um Neonazis handelt“, die den Ort betreiben.
Der Eigentümer und Betreiber dieser Taverne, Jérémy Flament, ist jedoch eine Persönlichkeit, die ihre Ideologie öffentlich verbreitet und alle Kriterien des Faschismus erfüllt. Zusammen mit seinen Kollegen aus dem Westen Lothringens besucht er regelmäßig Veranstaltungen, die von negationistischen und hasserfüllten Netzwerken in Frankreich und darüber hinaus organisiert werden.
Es ist höchste Zeit zu handeln!
Seit Monaten beobachten wir ihre wachsende Beliebtheit unter den Jugendlichen des Kantons: Der Kampf um die kulturelle Vorherrschaft der Nazis könnte von diesen neonazistischen Skinheads gewonnen werden, wenn wir in Angst und Resignation verharren.
Seit dem Verbot der Hammerskins in Deutschland vor zwei Jahren wird die „Taverne de Thor” in der Meuse zunehmend von internationalen Nazis frequentiert. Es ist dringend notwendig, diesem Hort der Gewalt und des Hasses ein Ende zu setzen.
Lasst uns zahlreich im Zentrum der Meuse am Samstag, den 7. Februar 2026, um 13 Uhr in Saulx-lès-Champlon demonstrieren.
Wir rufen zu einem entschlossenen, grenzüberschreitenden antifaschistischen Protest auf: Es lebe die internationale Solidarität – kein Kiez, kein Schuppen, kein Acker den Faschisten!
Schließen wir die Nazi-Zentren, hier und anderswo!
Kollektiv für die Schließung der Taverne de Thor, 12. Dezember 2025
