• Mittwoch, 04.05.2022

    In Offenbach ist am 2. Mai wie in Mannheim ein Mensch durch einen Polizeieinsatz gestorben. NachbarInnen hatten die Bullen wegen eines Mannes gerufen, der in seiner Wohnung „randaliert“ haben soll. „Eine Streife der örtlichen Wache“ traf den 38-jährigen an seiner Wohnungstür an, der sich in der Vergangenheit „wegen psychischer Auffälligkeiten bereits mehrmals freiwillig in eine Fachklinik begeben“ haben soll. Laut Bullen sei er aggressiv gewesen und habe ein Messer in der Hand gehalten. Die überforderten Lokalbulle riefen daraufhin das SEK, das die Situation massiv eskalierte: „Im Verlauf des Einsatzes konnte sich der 38-Jährige auf das Dach des sechsstöckigen Gebäudes flüchten.“ Von dort stürzte er in den Tod.

  • Dienstag, 03.05.2022

    In Mannheim haben die Bullen am 2. Mai bei einem Polizeieinsatz einen Mann totgeschlagen. Die Bullen waren „durch einen Arzt des Zentralinstituts für seelische Gesundheit Mannheim (ZI) über einen 47-jährigen Patienten informiert“ worden, „welcher der Hilfe bedürfe“.
    Zwei Lokalbullen fanden zusammen mit dem Arzt den Mann am Mannheimer Marktplatz in den Quadraten. Der äußerst brutale Polizeieinsatz wurde teilweise gefilmt und veröffentlicht. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Bullen sich auf den Mann knien, ihn am Boden liegend weiter zu Boden drücken und mehrmals mit Faustößen zum Kopf verletzen bis ihr Opfer tot ist. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Mannheim wegen „Körperverletzung mit Todesfolge im Amt“.
    In Freiburg protestierten am 3. Mai rund 150 Linke gegen die tödliche Polizeigewalt in Mannheim. Nach einer Kundgebung auf dem Platz der Alten Synagoge lief eine Demo durch die KaJo und zurück zum Polizeirevier Nord, wo noch ein Redebeitrag verlesen wurde.

  • Montag, 02.05.2022

    Die Kooperation Brasilien KoBra veranstaltet am Donnerstag, den 19. Mai, um 19 Uhr eine Buchvorstellung mit Niklas Franzen. Die Veranstaltung findet in den Räumen von Südwind in der Lorettostraße 42 in Freiburg statt. Niklas Franzen wird sein Buch „Brasilien über alles – Bolsonaro und die rechte Revolte“ vorstellen, das im Mai erscheinen soll. In der Veranstaltung geht es um die Bewegung des Bolsonarismus hinter Jair Bolsonaro, die Auswirkungen seiner Präsidentschaft auf die Menschen in Brasilien und die Zukunft des Landes. Niklas berichtete lange Jahre für die taz aus und zu Brasilien und hat kürzlich fürs nd eine Reportage über die Auswirkungen des russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine in der armenischen Hauptstadt Jerewan gemacht.

  • Sonntag, 01.05.2022

    Wir haben am 1. Mai ein Communiqué zum Missbrauchsskandal der Freiburger CDU veröffentlicht. Wir stellen darin Fragen dazu, wie Matern von Marschall über all die Jahre den sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen geheim halten konnte.

  • Sonnabend, 30.04.2022

    Während Linke in München schon wegen Propagandadelikten als kriminelle Vereinigung verfolgt und mit Razzien überzogen werden, sieht das bei Rechten ganz anders aus. Im Prozess gegen Alexander Reichl behauptete ein Bulle, dass zwei des Waffendeals verdächtige AfDler in Augsburg Stunden vor ihrer Razzia gewarnt wurden. So konnten Heidi Fiedler und Michael Heinzmann in aller Ruhe Verdunkelung betreiben und ihre Datenträger wipen.

  • Freitag, 29.04.2022

    Seit dem 25. April ist der Ex-Bundesbulle, Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete aus Lörrach und rechte Hardliner Armin Schuster Sachsens neuer Innenminister. Zum Einstand gab es am 27. April in Schwarzenberg im Erzgebirge eine Hausdurchsuchung beim einzigen linksalternativen Wohnprojekt der Region. Das sächsische LKA ermittelt wegen Sachbeschädigung durch Plakate und Schriftzüge in Schwarzenberg und Aue-Bad Schlema: „Im Zusammenhang mit der Demonstration ,Schicht im Schacht‘ in Zwönitz vom 31.07.2021, wird nach Laptops, Computer, USB-Sticks, Telefonen, roten Sprühdosen sowie Plakaten dieser Demo gesucht.“

  • Donnerstag, 28.04.2022

    Am 26. April gab es Razzien bei AnarchistInnen in München. Auf Betreiben der Generalstaatsanwaltschaft München wurden sieben Objekte durchsucht: Mehrere Wohnungen und Kellerräume sowie die anarchistischen Bibliothek Frevel. Die Bullen haben nahezu alle linken Publikationen und alle Druckutensilien beschlagnahmt. Grund für die Razzien und die zugrundeliegenden Ermittlungen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung nach §129 StGB waren Aufrufe zu und Verherrlichung von Anschlägen in verschiedenen linken Medien.

  • Mittwoch, 27.04.2022

    Am 27. April fand der zweite Prozesstag gegen Dubravko Mandic im Berufungsprozess vor dem Landgericht Freiburg statt. Der erste Prozesstag war am 13. April. Den Vorsitz hatte Richter Alexander Klein, die beiden Schöffinnen stellten keine Fragen. Die Anklage führten der Karlsruher Staatsanwalt Thomas Röber im Fall des Nürnberger Prozess-Fotos auf Facebook (Aktenzeichen 11 Ns 530 Js 2497/16) und Oberstaatsanwalt Florian Rink im Fall des Angriffs auf der Kaiserstuhlbrücke (Aktenzeichen 32 Cs 455 Js 21888/19). Mandic wurde weiterhin von Jochen Lober aus Köln und Sylvia Schwaben aus dem Pfinztal bei Karlsruhe verteidigt. An diesem Tag wurden zwei unbeteiligte Zeuginnen vernommen, die den Naziangriff von Dubravko Mandic und Robert Hagerman am 16. Mai 2019 auf der Kaiserstuhlbrücke beobachtet hatten, eine dritte Zeugin war nicht erschienen. Die Vernehmungen der beiden glaubwürdigen Zeuginnen hangelten sich im Wesentlichen an Hagermans Video entlang. Beide Zeuginnen konnten sich auch nach drei Jahren noch ganz gut erinnern – sowohl an Details des Ablaufs, als auch sehr lebendig an das arrogante und sexistische Verhalten des Angeklagten Mandic am Tatort. Diese Zeugin wurde von Mandic von der Verteidigerbank aus fotografiert, was vom Richter gerügt wurde. Die zweite Zeugin kam erst mit langer Verspätung dran, aber der anstehende Arzttermin ihres kleinen Sohnes interessierte die Nazis herzlich wenig. In Mandic’ Worten: „Beim Arzt muss man sowieso immer warten, hier geht es um ein halbes Jahr auf Bewährung!“ Der Richter entließ die Zeugin während der absichtlich von der Verteidigung in die Länge gezogenen Befragung mit dem Angebot, die Zeugin auf Antrag erneut zu laden. Das nahmen die Nazis zum Anlass für einen ihrer üblichen Befangenheitsanträge ohne Aussicht auf Erfolg.

  • Dienstag, 26.04.2022

    Gegen fünf Mitglieder einer militanten „Querdenker“ Telegram-Chatgruppe wird wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung nach §129a StGB ermittelt. Am 13. April gab es Razzien in mehreren Bundesländern, vier der fünf Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft. Den „Querdenkern“ wird vorgeworfen, die Entführung von Bundesgesundheitsminister Lauterbach und die Ermordung seines Leibwächters sowie Sprengstoffanschläge in Deutschland geplant zu haben, um bürgerkriegsähnliche Zustände zu schaffen. Die Bundesanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren von der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz übernommen. Eine weitere Person wurde festgenommen, weil sie in einer Drohmail die Freilassung der Inhaftierten gefordert hat.
    Auch im Fall des „Reichsbürger“-Nazis bei Heiko Appel, der am 20. April bei einem missglückten SEK-Einsatz im baden-württembergischen Boxberg-Bobstadt die Bullen mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr beschossen und mindestens einen ins Bein getroffen hat, wurden die Ermittlungen von der Bundesanwaltschaft übernommen. Dem Nazi wird 15-facher Mordversuch vorgeworfen.

  • Montag, 25.04.2022

    Berliner Antifas haben eine Recherche zu gemeinsamen Kampfsporttrainings von NPD, IB und AfD im Sportkomplex Rennbahn in der Rennbahnstraße 62 in 13086 Weißensee veröffentlicht. An den Traings nahmen 2021 regelmäßig zehn bis zwanzig Nazis teil, darunter von der NPD Fabian Knop, Christian Paul Schmidt, Lars Niendorf und Kai Milde, von der IB Mario Alexander Müller und Roy Grassmann und von der AfD Jörg Sobolewski, Philipp Zech und Alexander Göller.

  • Sonntag, 24.04.2022

    Laut der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei wurden seit 2017 von der Anti-Geldwäsche-Einheit FIU (Financial Intelligence Unit) 414 Verdachtsfälle der Geldwäsche bei Nazis registriert. Die Einnahmen aus Waffen-, Devotionalien- und Drogengeschäften werden genauso verschleiert wie die aus Profiten von Kampfsportevents und Musikfestivals. In den meisten Fällen werden Immobilienkäufe genutzt, um das Geld zu waschen.
    Presse: 1 2

  • Sonnabend, 23.04.2022

    Der CDU-Politiker Matern Christoph Cajetan Freiherr Marschall von Bieberstein – bekannt als Matern von Marschall mit den Apfelplakaten – hatte jahrelang eine sexuelle Beziehung zu einem 30 Jahre jüngeren Mädchen, das zu Beginn des Missbrauchs erst 13 Jahre alt war. Das Mädchen war die Tochter einer eng mit den von Marschalls befreundeten Familie. Nach dem Tod des Vaters des Mädchens nutzte Matern von Marschall ihre emotionale Lage schamlos aus und begann mit dem sexuellen Verhältnis. Aufgedeckt wurde der CDU-Missbrauchsskandal durch die Zeitung Die Welt, die jedoch den Namen des Täters verschweigt. Der CDU-Mann hatte Sex mit der Jugendlichen bis 2011, als sie 18 Jahre alt war. Anschließend saß von Marschall von 2013 bis 2021 als Freiburger Abgeordneter im Bundestag. Sie zeigte ihn schließlich im Jahr 2018 an. Zwar wurde sein Fall im Immunitätsausschuss des Bundestags behandelt, aber das Verfahren wegen schwerem sexuellen Missbrauchs wurde von der Freiburger Staatsanwaltschaft gegen eine Zahlung von 30.000 Euro geräuschlos eingestellt. Matern von Marschall ist Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes March.

  • Freitag, 22.04.2022

    Am 22. April marschierten knapp hundert klerikalfaschistische Piusbrüder durch Freiburg, um gegen das Recht auf Abtreibungen zu hetzen. Mehr als 400 Linke protestierten gegen die widerliche Melange aus Religiösen und Nazis, die wie vor der Pandemie von hunderten Bullen durch die Freiburger Innenstadt eskortiert wurden.
    Von der AfD nahm die Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst (Foto) teil. Mit Karl Schwarz (Foto) und Vanesa Mandic (Foto) waren auch zwei lokale AfD-Christenfundis da. Beide sind Mitglieder des AfD-Kreisvorstands. Karl Schwarz ist der designierte Nachfolger im Freiburger Gemeinderat von Vanesas Ehemann Dubravko Mandic, der nicht anwesend war.
    Dafür war Jan Zimmermann (Foto) vom baden-württembergischen NPD-Landesvorstand vor dem ehemaligen Pro Familia-Büro in der Humboldtstraße anwesend. Zimmermann übernahm 2014 den NPD-Kreisverband Breisgau und ist seit 2016 Schatzmeister der NPD Baden-Württemberg. Erst kürzlich wurde sein „Flieder Volkshaus“ – das Nazizentrum in der Katharinenstraße 147 in Eisenach – bei einer bundesweiten Großrazzia durchsucht. Der Rieger-Zögling Zimmermann verteilt aber nicht nur Großspenden, sondern auch NPD-Propaganda in Freiburg und in Eichstetten, wo er seit vielen Jahren in der Geitzbachstraße 25 wohnt. Am 16. April nahm Jan Zimmermann in Weinheim an einem faschistischen „Trauermarsch“ für den am 1. April verstorbenen NPDler Günther Deckert teil.

  • Donnerstag, 21.04.2022

    Im baden-württembergischen Boxberg-Bobstadt im Main-Tauber-Kreis zwischen Heilbronn und Würzburg wurden am 20. April im Haus des 49-jährigen Solaranlagenbauers Heiko Appel begehbare Waffenkammern mit Kriegswaffen sowie Nazidevotionalien entdeckt. Laut LKA habe im Wohnzimmer ein Maschinengewehr gestanden und sich im Grunde überall im Haus Munition befunden. Zudem wurde in dem Wohnhaus eine Cannabis-Plantage entdeckt. Sein 54-jähriger Untermieter, ein „Reichsbürger“, hatte am Mittwoch einem Bullen durchs Bein geschossen und sitzt seitdem wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Körperverletzung und unerlaubten Besitzes einer Kriegswaffe in Untersuchungshaft. Appels Haus fing bei der Erstürmung Feuer und brannte vollständig nieder.
    Presse: 1 2 3 4 5

  • Mittwoch, 20.04.2022

    In Marburg soll in der nächsten Zeit der Prozess gegen mehrere Naziburschen beginnen, die in der Nacht auf den 14. Juni 2020 vom Haus der rechtsradikalen „Marburger Burschenschaft Germania“ in der Lutherstraße 3 aus die benachbarte „Schwarzburgverbindung Frankonia Marburg“ in der Lutherstraße 11 überfielen. Der Angriff der Naziburschen auf die Aktiven und auf das Haus der nichtschlagenden, als liberal geltenden „Frankonia“ war politisch motiviert. Die „Frankonen“ wurden von den Naziburschen rassistisch, antisemitisch und homophob beleidigt und mit Schlägen und Tritten angegriffen, anschließend überfielen die Naziburschen das Haus der Frankonia und richteten enormen Sachschaden an. Die „Frankonia“ rühmt sich, seit über 100 Jahren ein „Kontaktverbot“ zur „Germania“ einzuhalten: „leider gibt es in der Korporationswelt einige wenige Verbindung, die mit rechtsextremen Ansichten den Ruf aller schädigen. Von diesen Verbindung grenzen wir uns ab und haben keinerlei Kontakt“.
    Die Frankfurter Rundschau berichtete, dass ursprünglich gegen sechs Beschuldigte ermittelt wurde, aber nur gegen drei von ihnen Anklage wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs erhoben werden soll. Demnach „seien die drei Angeschuldigten 25, 29 und 35 Jahre alt, zum Tatzeitpunkt seien sie alle Studenten gewesen. Der jüngste der drei Männer wohne in Marburg, die beiden älteren in Nordrhein-Westfalen. Dem 35-Jährigen werde zusätzlich noch versuchte Nötigung vorgeworfen.“
    Bei dem 35-Jährigen handelt es sich um Hans Fischer von der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“. Der 29-Jährige ist der in Lünen in NRW gemeldete Nicolas Krömer und der 25-Jährige der hessische „Identitären“-Kader Heinrich Mahling. Mahling und Krömer lebten als „Aktive“ der „Burschenschaft Germania“ zum Tatzeitpunkt auf dem Germanenhaus. Die drei „Germanen“, gegen die die Anklage aus Mangel an Beweisen eingestellt wurde, sind Moritz Nieder, Max Ferdinand Ledwig und Francisco „Franz“ Kottek.
    Anfang November 2020 wurden bereits die Burschenhäuser der „Raczeks“ in Bonn und der „Germania“ in Marburg durchsucht und nach dem Ende des anstehenden Strafverfahrens dürften den Naziburschen die zivilrechtlichen Forderungen der „Frankonia“ zu schaffen machen: Der angerichtete Schaden beträgt laut Frankonia 30.655 Euro.

  • Dienstag, 19.04.2022

    In Schweden gab es über Ostern in mehreren Städten militante Proteste gegen Nazikundgebungen. Zur Zeit tourt der dänische Nazi Rasmus Paludan von der Nazipartei „Stram Kurs“ durch Schweden. Nachdem Paludan 2019 den Einzug ins dänische Folketing knapp verpasste, macht er nun Wahlkampf, um im September in den schwedischen Riksdag gewählt zu werden. Bei seinen Kundgebung wird – wie schon in den letzten Jahren – jeweils ein Koran verbrannt.
    Am Ostersonntag brannten in Malmö jedoch ein Bus und mehrere Autos, dazu viele Mülltonnen und die Bullen wurden mit Mollis und Steinen angegriffen. In Örebro wurden mehrere Bullenkarren abgefackelt. In Stockholm flogen Flaschen und Steine auf die Bullen, die Paludan schützten. Auch in Landskrona und Linköping gab es gewaltsame Proteste. In Norrköping verletzten die Bullen drei Menschen durch „Warnschüsse“.
    Presse: 1 2 3 4

  • Montag, 18.04.2022

    Am 22. September 2021 hat sich mit der „Berliner Burschenschaft Libertas“ eine neue rechtsradikale Burschenschaft gegründet. Altherrenvorsitzender der „Libertas“ ist Thomas Hüttner. Zu den Mitgliedern gehört Jan-Hendrik Klaps, der auch Mitglied der Bonner „Raczeks“ und „Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit“ der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) ist. Sprecher der „Aktivitas“ ist Alrik Bräunig, der vor der Gründung der „Libertas“ bei der zerstrittenen „Berliner Burschenschaft Arminia“ aktiv war.
    Nachdem die „alte Arminia“ 2006 die damalige „Aktivitas“ auflöste und 2011 aus der DB austrat, gründete sich eine „neue Arminia“, die in der DB verblieb und sich im März 2020 ihrerseits für vertagt erklärte. Die „Aktivitas“ der „neuen Arminia“ dachte jedoch nicht daran aufzuhören und wurde daraufhin von den „neuen Alten Herren“ im März 2021 für aufgelöst erklärt: „Die Herren Stüssel, Midinet, Bräunig, Scholl, Nikolaus und Neubert waren zu keinem Zeitpunkt und sind keine Mitglieder einer der Vereinigungen der Berliner Burschenschaft Arminia. Herr Michael Lepke ist kein Mitglied der Berliner Burschenschaft Arminia, er wurde aus der Altherrenschaft durch einstimmigen Beschluss am 04. März 2021 ausgeschlossen.“
    Die neugegründete „Libertas“ hat bereits ein Aufnahmegesuch an den Dachverband „Deutsche Burschschaft“ gerichtet. Da die DB aber nur Bünde aufnimmt, die schon mindestens drei Jahre lang existieren, wurde die „Libertas“ vorerst vertröstet. Für den 23. April plant die „Berliner Burschenschaft Libertas“ ihren „Gründungskommers“ im Hopfingerbräu am Brandenburger Tor. Die Veranstaltung startet um 18 Uhr mit einem Abendessen und um 20 Uhr soll der „Festkommers“ beginnen.

  • Sonntag, 17.04.2022

    In der Nacht auf den 9. April wurden im Freiburger Stadtteil Herdern wieder mehrere Autos zerkratzt. Dieses Mal wurden Hakenkreuze und der Buchstabe Z in die Motorhauben geparkter Autos gekratzt. Das „Z“ dürfte für „за победу“ (russisch: „für den Sieg“) stehen und als Unterstützung des russischen Angriffskriegs gemeint sein. Ähnliche Nazischmierereien gab es in Herdern bereits im Sommer 2020, auch damals wurden unter anderem Hakenkreuze in Motorhauben gekratzt.

  • Sonnabend, 16.04.2022

    Das Erzbistum Köln hat für die privaten Spielschulden eines Pfaffen 1,15 Millionen Euro gezahlt. Die Hälfte des Geldes stammt aus einem Sondervermögen, aus dem auch Opfer sexueller Gewalt entschädigt werden. Allerdings erhalten 60% der Missbrauchsopfer weniger als 20.000 Euro vom Erzbistum. Raus aus der Kirche! Jetzt.

  • Freitag, 15.04.2022

    Am 13. April wurden auf Betreiben der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz bei einem fingierten Waffenkauf von zwei Kalaschnikow-Sturmgewehren und fünf Pistolen im rheinland-pfälzischen Neustadt an der Weinstraße drei Personen festgenommen, die der militanten „Querdenker“-Szene zugerechnet werden. Die drei Festgenommenen und eine weitere Person, die sich zur Zeit im Ausland befindet, werden als Hauptbeschuldigte in einem Verfahren wegen Planung einer schweren staatsgefährdenden Straftat geführt, insgesamt wird gegen zwölf Nazis ermittelt. Am 13. April gab es noch eine weitere Festnahme sowie Durchsuchungen von 21 Objekten in mehreren Bundesländern. Die Nazis organisierten sich über Telegram unter anderem in der Gruppe „Vereinte Patrioten“. Aufgedeckt hat das Ganze ein Recherchekollektiv. Die Rechtsradikalen wollten sich bewaffnen, Anschläge auf Stromleitungen durchführen und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach entführen.
    Die Entführungspläne erinnern an die Entführung von Christoph Berger, dem Gesicht der Schweizer Impfkampagne. Am 31. März war der Chef der eidgenössischen Impfkommission und Leiter der Infektiologie des Kinderspitals Zürich von einem 38-jährigen Deutschen aus Wallisellen ZH kurzzeitig entführt worden. Bei einer versuchten Festnahme am 6. April erschoss der Entführer erst seine Freundin und starb dann selbst durch Polizeikugeln. Sein 34-jähriger Geschäftspartner sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft unter anderem wegen Beteiligung an der Freiheitsberaubung, Entführung und versuchter Erpressung. Zumindest bei ihm dürfte neben einem finanziellen Motiv auch seine politische Einstellung relevant sein, denn er ist Anhänger der „Flat Earth“-Verschwörung. Zwischenzeitlich gab es in der Schweiz eine gerichtlich angeordnete Nachrichtensperre. Bergers Identität durfte in Schweizer Medien tagelang nicht enthüllt werden, bis er sich schließlich selbst an die Öffentlichkeit wandte.

  • RSS Meldungen

  • RSS Artikel

    Missbrauchsskandal der Freiburger CDU

    Communiqué vom 01.05.2022

    Updates zum Communiqué.

    Acht Jahre lang entsandten Freiburgs konservative WählerInnen den CDU-Politiker Matern von Marschall in den deutschen Bundestag. Er pflegte das Image eines katholischen Schwiegersohns, der sechs Sprachen spricht, Marke adliger Saubermann. Zumindest war das die offizielle Inszenierung, geradeso bigott wie die seiner römisch-katholischen Kirche: Vor seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter soll Matern von Marschall fünf Jahre lang eine sexuelle Beziehung zu einer Minderjährigen gehabt haben, die zu Beginn des Missbrauchs erst 13 Jahre alt gewesen sein soll.

    Aufgedeckt hat den Skandal ausgerechnet die Springer-Presse: Die Welt berichtete am 19. April 2022, ohne jedoch Matern von Marschall oder auch nur Freiburg beim Namen zu nennen. Angefangen haben soll es bei einen Jagdausflug 2007, bei dem das Mädchen von ihrem Paten „betatscht und geküsst“ worden sein soll. Es sei ihr schlecht gegangen, „als der Familienfreund mehr von ihr wollte. Nach WELT-Informationen verlor sie kurz vor der ersten Annäherung ihren Vater. Der mehr als 30 Jahre ältere väterliche Freund, den sie seit Kindesbeinen kannte, vermittelte ihr wohl in einem emotionalen Ausnahmezustand die Geborgenheit, nach der sie sich sehnte.“

    Mit vollem Namen heißt er Matern Christoph Cajetan Freiherr Marschall von Bieberstein. Ein solcher Adelstitel ist bei Wahlen in Deutschland sehr hilfreich in einem konservativen Milieu, das durch die neuen sozialen Bewegungen tief verunsichert wurde. Selbst von dem Hakenkreuz auf dem Familiengrab mussten sich die von Bibersteins laut Stuttgarter Zeitung trennen, wenn auch erst 2014. Matern von Marschalls Wahlkampfslogan „Der von hier“ sollte Bodenständigkeit und Lokalkolorit transportieren und im BZ-Interview inszenierte sich der Bundestagskandidat 2021 als biederer Christ. Auf die BZ-Frage „Was gehört für Sie zu einem gelungenen freien Sonntag?“ antwortete er: „Ein Kirchgang und ein Mittagessen mit meiner Familie.“

    „Sexueller Missbrauch in Reihen der Kirche ist seit über zehn Jahren ein viel diskutiertes Thema“ schreibt die Badische Zeitung im April 2022 anlässlich der erneuten Verschiebung eines „lange erwarteten Gutachtens der Freiburger Erzdiözese zu Fällen sexuellen Missbrauchs“ auf den Herbst. Aber im Gegensatz zur CDU hat die Erzdiözese eine Arbeitsgruppe „Machtstrukturen und Aktenanalyse“ eingerichtet, „um anhand exemparischer Missbrauchsfälle Verantwortlichkeiten und Formen der Vertuschung von Missbrauch zu analysieren und aufzuarbeiten.“ Die CDU hat immerhin Die Welt: „Abgründige Beziehung: Als es anfing, war der Unionspolitiker Mitte 40 – sie wohl erst 13“.

    Am 23. Oktober 2020 wurde Matern von Marschall bei der Nominierungsversammlung in der Johann-Philipp-Glock Halle in Schallstadt von den CDU-Kreisverbänden Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald mit 92% zum Freiburger Direktkandidaten gewählt – er war der einzige Kandidat. Wussten die 56 CDU-Mitglieder, die ihn 2020 wählten, dass Matern von Marschall 2018 wegen schweren sexuellen Missbrauchs angezeigt worden war?

    Wie konnte etwas so Brisantes so lange geheim gehalten werden? Der Missbrauch fand ja bereits vor von Marschalls erster Bundestagkandidatur 2013 statt und er kandidierte erneut 2017 und 2021. Nachdem die Betroffene Matern von Marschall 2018 angezeigt hatte, wurden die Strafermittlungen im Immunitätsausschuss des Bundestages diskutiert. Doch das Strafverfahren wurde durch die Freiburger Staatsanwaltschaft gegen eine Zahlung von 30.000 Euro geräuschlos eingestellt.

    Ohne Zweifel hätte das Bekanntwerden der Causa Matern von Marschalls Wahlchancen verringert, wenn es ihn nicht sogar eine erneute Kandidatur oder das Mandat gekostet hätte. Sollte es also Mitwisser in der CDU gegeben haben, hätten diese bewusste WählerInnentäuschung betrieben. Deshalb stellt sich die Frage: Wann wusste wer in der CDU von wem von dem Skandal und später dann von dem Ermittlungsverfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs?

    Wir haben die beiden Freiburger CDU-Stadträte Bernhard Rotzinger und Peter Kleefass mit unseren Informationen konfrontiert, dass zumindest sie beide vor der Nominierungsversammlung am 23. Oktober 2020 von der Affäre wussten. Bernhard Rotzinger war von 2014 bis 2019 Polizeichef von Freiburg und löste am 27. Juni 2019 Peter Kleefass als Freiburger CDU-Vorsitzenden ab. Beide Politiker haben nicht auf unsere Anfragen reagiert.

    Und warum hat die Presse so lange geschwiegen? In Freiburg ist die Frage gleichbedeutend mit: Wieso schweigt die Badische Zeitung? Mindestens hat die Monopolpresse in ihrer Funktion als „Vierte Gewalt“ versagt, denn sie hat jahrelang nicht über den #MeToo-Skandal der Freiburger CDU berichtet. Ihre affirmative Berichterstattung über Matern von Marschall lässt sie als nützliche Idiotin der CDU erscheinen – falls sie all die Jahre tatsächlich nichts von dem Thema mitbekommen haben sollte. Das ist aber nicht nur wenig glaubwürdig, sondern unseren Informationen nach auch falsch.

    Autonome Antifa Freiburg


    Korrektur: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass laut Welt Matern von Marschalls Immunität aufgehoben worden sei. Tatsächlich wurde laut SWR nur das Ermittlungsverfahren gegen ihn im Immunitätsausschuss des Bundestages diskutiert.