• Sonnabend, 10.03.2007

    In Sachsen-Anhalt wurden fünf der sieben Nazis, die 2006 das Tagebuch der Anne Frank vor den Augen des Verfassungsschutzes verbrannten, vom Amtsgericht Schönebeck zu je neun Monaten Knast auf drei Jahre Bewährung verurteilt. Die Agenten gingen wie immer ohne Strafe, zumindest falls unter den verurteilten Nazis kein Mitarbeiter des VS war.
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  • Sonnabend, 10.03.2007

    In Großbritannien wurde der Nazi David Copeland zu einer Mindeststrafe von 50 Jahren Knast verurteilt. Copeland verübte 1999 in London eine Serie von Anschlägen mit Nagelbomben, bei der 139 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Im Jahr 2000 wurde er zu 20 Jahren Knast verurteilt. Jetzt wurde die Strafe wegen der besonderen Schwere des Anschlags mit mehreren Toten auf die Schwulenbar „Admiral Duncan“ um weitere 30 Jahren erhöht. Copeland war Mitglied der „British National Party“; er verließ die Nazipartei, weil sie ihm nicht militant genug war.

  • Sonnabend, 10.03.2007

    Für den 10. März war und ist im JuZe Dorfen ein Solikonzert für die örtliche Antifa geplant und vom Stadtrat nach einer Solikundgebung für das Ungdomshuset mit großer Mehrheit verboten worden. Die Stadt kommentierte die Einladung auswärtiger Antifas mit den Worten: „Solche linksextremen Typen haben bei uns nichts verloren“. In typisch antidemokratischer Manier geiferte die CDU und forderte „knallhart durchzugreifen, die Veranstaltung abzusagen und das Jugendzentrum zu schließen.“ Deshalb gibt es Samstag, den 10. März, um 16 Uhr vom JuZe Dorfen eine Demo zum Rathausplatz mit anschließender Dauermahnwache.
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  • Freitag, 09.03.2007

    Die Solidarität mit dem Ungdomshuset war und ist nicht auf Kopenhagen beschränkt. Bereits im Vorfeld gab es Soliaktionen wie beispielsweise in Kiel eine Scheinbesetzung in der Nacht auf den 8. Januar, keine 200 Meter von einer Bullenwache entfernt. „Der alarmierte Kampfmittelräumdienst konnte jedoch Entwarnung geben — im Karton befand sich nur ein Knallfrosch.“ Aber es muss ja nicht immer spektakulär sein, spendet für die Genossinnen und Genossen! Længe leve Ungdomshuset!

  • Donnerstag, 08.03.2007

    Am Auto zweier antifaschistischer Rechercheure in Schleswig- Holstein wurde ein Peilsender entdeckt. Alle Indizien deuten auf eine staatliche Überwachungsmaßnahme hin, doch Innenministerium und Geheimdienst schweigen bisher.

  • Donnerstag, 08.03.2007

    Die Volksbank Ludwigsburg hat den Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht um ein Spendenkonto der NPD gewonnen. Die Bank kündigte im Juli 2005 ein Konto der Bundespartei, da die Nazipartei entgegen einer im Jahr 2000 getroffenen Vereinbarung das Spendenkonto öffentlich bekannt gab.
    Presse: 1 2 3

  • Donnerstag, 08.03.2007

    Apolda ist braun“ verkünden die Nazis der thüringischen Kleinstadt selbstbewusst. Als MigrantInnen, Punks und Antifas bedroht wurden, schauten Stadtobere, Polizei und Presse weg. Spätestens nach den neuesten Aktionen der Nazis — einer groß angelegten Flugblattverteilung zum Jahrestag der Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 und der Beteiligung an Ausschreitungen beim Faschingsumzug - kann das Problem nicht länger ignoriert werden, doch Bullen und Presse vertreten vehement die unsägliche Totalitarismusthese.

  • Mittwoch, 07.03.2007

    Nach mehr als 115 Tagen Hungerstreik wurde die Knaststrafe für Iñaki de Juana vom spanischen Staat endlich in Hausarrest umgewandelt.
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  • Mittwoch, 07.03.2007

    Anfang des Jahres hat der hessische Geheimdienst eine Person aus der linken Szene in Darmstadt angequatscht.

  • Mittwoch, 07.03.2007

    Das Ungdomshuset in Kopenhagen wurde am 1. März geräumt und trotz nächtelanger Straßenkämpfe am 5. März abgerissen — drei Tage vor dem 97. Jahrestag der Ausrufung des internationalen Frauentages im Ungdomshuset. Ausgerechnet eine Christensekte, deren Führerin am 4. März in einer „Siegesfeier“ im Faderhuset den Kampf gegen Homosexualität als nächste „gute Tat“ ankündigte, zerstörte mit Hilfe des Staates dieses Symbol der Emanzipation und Freiheit. Rådhuset og Faderhuset kan brænde i Helvede!
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  • Mittwoch, 07.03.2007

    Bei den Kämpfen um das Ungdomshuset wurden in den letzten Tagen über 700 Autonome festgenommen, von denen noch mehr als 200 im Knast sitzen. Diese werden vom „Anarchist Black Cross“ unterstützt und betreut. Aus diesem Grund wurde das ABC København selbst Ziel der Repression und braucht dringend Geld, um die Antirepressionsarbeit fortsetzen zu können. Auch kleine Summen helfen, spendet via ABC Stockholm:
    IBAN: SE 1295 0000 9960 3408 738973
    BIC: NDEASESS
    NAME: JORD OCH FRIHET

  • Dienstag, 06.03.2007

    Als Reaktion auf einen offenen Brief des Aktionsbündnisses „Antifaschistische Kehrwochen — Turn it down“ vom 18. Februar an den Vermieter des Proberaums der Naziband „Sturmpropheten“ in Stuttgart- Heslach hat dieser den Mietvertrag nun gekündigt. In einem Brief vom 25. Februar schreibt er dazu: „Bezugnehmend auf Ihren offenen Brief bezüglich der ‚Sturmpropheten‘ darf ich Ihnen mitteilen, dass ich der Gruppe die Nutzung des Kellers als Proberaum heute mit einer Frist von vier Wochen gekündigt habe. Die Gruppe hat die Kündigung akzeptiert.“

  • Dienstag, 06.03.2007

    Offenbar hat den aus den USA abgeschobenen notorischen Holocaust- Leugner Germar Rudolf die vom Landgericht Mannheim gegen Zündel-Ernst verhängte Haftstrafe beeindruckt. Kurz vor Ende des Prozesses kickte er die Nazianwältin Silvia Stolz und düpierte damit die anwesenden Nazis. Der Staatsanwalt forderte zweieinhalb Jahre Haft.
    Presse: 1 2

  • Dienstag, 06.03.2007

    In letzter Zeit geistert der „Bundestrojaner“ durch die Medien. Zwar hält sich der technische Sachverstand sowohl bei RichterInnen als auch bei JournalistInnen in engen Grenzen, aber mittels automatischer Updates der Firmware von Routern, kann der Staat in Zukunft tatsächlich relativ leicht zumindest ein Intranet ausspionieren. In Zukunft sollten sich Linke also nicht mehr auf die in Routern eingebaute Firewall verlassen.

  • Dienstag, 06.03.2007

    Am 3. März demonstrierten in Gonzerath in Rheinland-Pfalz mehr als 2.000 Menschen gegen die Eröffnung eines Schulungszentrum der NPD, in dem Ende 2006 bereits der Landesparteitag der Nazipartei abgehalten wurde. Die braunen Drahtzieher sind Peter Marx und sein Zögling Safet Babic, der durch die Marx’sche Schule der Spitzelei ging und die Jusos bei den Hochschulwahlen in Trier 2002 dazu brachte, ihm einen Listenplatz anzubieten. In dem Schulungszentrum im Hunsrück wohnt Sascha Wagner, der auch die Nazizentren in Kirchheim und Altleiningen betreibt.

  • Dienstag, 06.03.2007

    Cine Rebelde hat einen Dokumentarfilm zum Thema Klimawandel über ein Aktionscamp im Sommer 2006 in Drax (UK) produziert. Der Film wird am Mittwoch, den 7. März, um 20 Uhr in der KTS gezeigt.

  • Montag, 05.03.2007

    In der Nacht auf den 4. März verwüsteten Nazis eine Kölner Schule. Sie sprühten Hakenkreuze und Naziparolen an Tafeln und Wände, demolierten die Einrichtung der Klassenzimmer und rissen die Abläufe der Waschbecken ab, um dann das Wasser aufzudrehen. Der Angriff war die Rache für die SchülerInnendemo gegen die rechte „Bürgerbewegung Pro Köln“ am 3. März, an der sich 1500 Linke beteiligten.
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  • Montag, 05.03.2007

    Angeblich wurden die Computer der faschistischen „Front National“ von Jean-Marie Le Pen gehackt. Die Daten seien benutzt worden, um Bürgermeistern zu drohen, damit sie ihre für eine Kandidatur des Faschisten bei den kommenden Präsidentschaftswahlen notwendige Unterschrift verweigern. Wir erinnern an dieser Stelle an die Vorgänge um den Ausschluss Günter Deckerts aus der NPD BaWü: Wir sind echt nicht für alles verantwortlich, das braune Intrigantenstadl schießt sich auch gerne mal selbst in den Fuß.
    Presse: 1 2 3 4

  • Montag, 05.03.2007

    Am 3. März fand in Tübingen ein Antifa Action Day der Freien SchülerInnen Union (FSO) statt. An der Demo gegen Burschenschaftler und den faschistischen Grabert Verlag beteiligten sich etwa 250 Antifas.
    Indy berichtete: 1 2

  • Montag, 05.03.2007

    Das geräumte AZ Ungdomshuset in Kopenhagen wurde unter massiver Bullenbewachung abgerissen. Noch ist es ruhig, aber der live im Fernsehen übertragene Abriss wird mit neuen Riots beantwortet werden. Am Samstag gab es in Kopenhagen eine friedliche Großdemo mit 2000 UnterstützerInnen. Alle während der drei Krawallnächte festgenommenen deutschen AktivistInnen wurden nach Deutschland abgeschoben, unsere dänischen GenossInnen befinden sich noch immer im Knast.

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    Vor dreieinhalb Jahren hat die Polizei eine Razzia in der KTS Freiburg gemacht. Morgens um halb sechs, am 25. August 2017, hat das Landeskriminalamt aus Stuttgart alle Räume der KTS durchsucht und mitgenommen, was wertvoll war. Unterlagen, Computer und Geld, richtig viel Geld. Türen wurden aufgebrochen, Tresore aus den Wänden gerissen, selbst Kaffeekassen geplündert. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat im Oktober 2020 festgestellt: Die Razzia war illegal. Im April 2021 wurden die beschlagnahmten Asservate und das Geld nun endlich herausgerückt.

    Das Geld wurde nach der Razzia auf ein Konto der Bundeskasse in Trier eingezahlt. Mehr als dreißigtausend Euro sind viel Geld für ein Autonomes Zentrum, in dem alles so unkommerziell wie möglich ist. Statt Spenden für politische Projekte zu sammeln, musste die KTS erst einmal das Loch in der eigenen Tasche stopfen. Das ganze Geld wurde als angebliches „Vereinsvermögen“ der linksradikalen Nachrichtenseite linksunten.indymedia.org eingezogen. Natürlich gab es nie einen linksunten-Verein. Ein linksradikales Medienprojekt ist das Gegenteil deutscher Vereinsmeierei und die KTS ist sowas wie die Antithese eines Vereinsheims.

    Die Computer wurden zur Entschlüsselung an eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Polizei und Geheimdienst übergeben. LKA, Bundespolizei und Bundesamt für Verfassungsschutz haben sich gemeinsam drei Jahre die Zähne an einer stinknormalen Linux-Verschlüsselung ausgebissen. Am Tag der Razzia sollte das LKA dem VS beschlagnahmte Mitgliederlisten bringen, auf dass der Geheimdienst weitere Ziele benennen möge. Diese Arbeitsgruppe ist ein eklatanter Verstoß gegen das Trennungsgebot von Polizei und Geheimdiensten.

    Die Unterlagen gingen an das Bundesamt für Verfassungsschutz nach Köln. Eben jene Behörde, die mit Reinhold Kapteina laut Verfahrensakten einen Spitzel zu mehreren öffentlichen Treffen von Indymedia linksunten geschickt hatte: „Dem BfV liegt nachrichtendienstliches Informationsaufkommen (nd-Aufkommen) zum 12. Treffen von ‚linksunten.indymedia.org‘ vor, welches im Zeitraum vom 1. bis 3. Februar 2013 im ‚Kulturtreff in Selbstverwaltung‘ (KTS) in Freiburg/Breisgau stattfand.“ Der damalige VS-Chef Hans-Georg Maaßen ist seit November 2018 im einstweiligen Ruhestand, weil er die Nazihetzjagden in Chemnitz leugnete. Sein Bundesamt konnte über drei Jahre in unseren Unterlagen schnüffeln, obwohl die Beschaffung dieser Unterlagen illegal war.

    Seit den Razzien gab es wieder mehrere Anwerbeversuche des Geheimdienstes im Umfeld der KTS. Wir finden es immer skandalös, wenn staatliche Behörden versuchen, Menschen zum Verrat zu verführen. Aber zu versuchen, Minderjährige als Spitzel anzuwerben, ist bemerkenswert niederträchtig. Und illegal ist es auch.

    Nach einer Steilvorlage im baden-württembergischen Landesverfassungsschutzbericht nutzten das Innenministerium und die Badische Zeitung im Juni 2020 die damalige Razzia für einen politischen Angriff auf KTS und Antifa. Das CDU-Landesinnenministerium warb beim Freiburger Oberbürgermeister für ein Ende der Unterstützung der KTS und das gleiche versuchte die Badische Zeitung bei den Freiburger Gemeinderatsfraktionen zu erreichen. Allerdings ohne Erfolg, denn auch das liberale Freiburg weiß, wie wichtig ein Autonomes Zentrum im Kampf gegen Rechtsradikale und Reaktionäre ist.

    KTS bleibt!

    Communiqué vom 25.04.2021
    KTS Freiburg

    Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch] [français]

    25 Jahre KTS Freiburg

    Communiqué der KTS vom 28.10.2019

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    Der Kampf für das Autonome Zentrum KTS begann 1994 und so hatte die KTS Freiburg vom 16. bis 26. Oktober 2019 zu in einer Jubiläumswoche und am 25. Oktober zu einer Nachttanzdemo nach Freiburg eingeladen. Während der zeitgleich zum Jubiläum stattfindenden Squatting Days vom 18. bis 29. Oktober wurde die Eigentumsfrage mehrfach ganz praktisch gestellt. Trotz Räumungen und Repression war es eine wunderschöne Woche und nicht Wenige sind in diesen Tagen mit einem Lächeln eingeschlafen.

    Während der Jubiläumswoche vom 16. bis 26. Oktober kamen weit über 1.000 Gäste, die zum Teil eine weite Anreise hatten. In den zehn Tagen wurde in der KTS ein vielfältiges und buntes Programm geboten. Es gab Vorträge, Diskussionen und Workshops zu vielen Themen der radikalen Linken, dazu jeden Tag leckeres Essen. Kulturell reichte das Angebot von Improtheater über Filmvorführungen bis zu Konzerten, die gelegentlich zu Partys wurden. Die Badische Zeitung war beeindruckt von den ganzen jungen Leuten und beschrieb die KTS zum 25. Jubiläum als immaterielles Lokalerbe – umstritten, aber akzeptiert.

    Höhepunkt der Woche war die wie immer unangemeldete Nachttanzdemo am 25. Oktober, an der wiederum rund 1.300 Menschen teilnahmen. Bei der Auftaktkundgebung wurde über aktuelle Kämpfe in Rojava und Chile informiert, die Situation Geflüchteter und das neue Polizeigesetz thematisiert und zu mehr und konsequenterem Feminismus und Antifaschismus aufgerufen. Mit zwei Soundwägen zog die Demo durch die Innenstadt bis zum Platz der Alten Synagoge. Auf dem Weg zurück zur KTS kam die Demonstration an einem leerstehenden und geraden besetzten Haus vorbei. Also fand die Abschlusskundgebung vor der besetzten Villa in der Kronenstraße 21 statt.

    Die Hausbesetzung in der Kronenstraße war auch der Höhepunkt der Squatting Days vom 18. bis 29. Oktober. Es gab drei Hausbesetzungen in einer Woche, beim zweiten Mal mit Konzert, beim dritten Mal mit 800 Leuten vorm Haus – wir leben in bewegten Zeiten. Aber drei Hausbesetzungen bedeuten leider immer noch drei Räumungen, davon zwei durch Sondereinheiten. Wir sind wütend über die Polizeigewalt auf der Straße und die teilweise erniedrigende Behandlung der Gefangenen. Zwar führt Repression zu Wut, aber eben auch zu Solidarität. Und die war in den letzten Tagen in der KTS zu spüren. Wir sagen danke für die schönen Tage und die dunklen Nächte.

    Auf die nächsten 25 Jahre!

    Autonomes Zentrum
    KTS Freiburg


    Antifaschistischer Redebeitrag bei der Auftaktkundgebung der Nachttanzdemo